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B978-3-437-56781-0.00009-2

10.1016/B978-3-437-56781-0.00009-2

978-3-437-56781-0

Yin-Yang normal

Yin-Yang gestört

Funktionskreiszuordnungen, modifiziert nach Suwanda, Jost und Bahr Funktionskreiszuordnungen

(persönliche Mitteilungen 1990–2013)

Tab. 9.1
Funktionskreis Leber/Gallenblase Herz/Dünndarm Milz-Pankreas/Magen Lunge/Dickdarm Niere/Blase
Wandlungsphase Holz Feuer Erde Metall Wasser
Klima Wind/Sturm Wärme/Hitze Feuchtigkeit Trockenheit Kälte
Jahreszeit Frühling Sommer Spätsommer Herbst Winter
WichtigsteFunktionen Dynamik,Aktivität,Blutspeicher Persönlichkeit,Wesen,richtungweisender Einfluss, Kreativität Zentrum der erworbenen Konstitution,Energieaufbau,Verdauungssystem rhythmische Ordnung,Energieaufbau angeborene Konstitution,Basis des Yin und Yang,Energiespeicher
Gewebeschicht Sehnen,Muskel Gefäßschicht „Fleisch“(Subkutis, Fettgewebe) Haut Zähne,Knochen,Knochenmark,ZNS
Körperlicher Zuständigkeitsbereich Mesenchym Gefäß-Kreislaufsystem Verdauungstrakt Atemtrakt Urogenitaltrakt
Geschmack sauer bitter süß scharf salzig
Stimmlicher Ausdruck rufen lachen singen weinen stöhnen
Farbe grün-blau rot gelb weiß schwarz
Emotionenin Fülle Zorn/Ärger,Wut,Spannung(Choleriker) Lust,Freudebis Manie(Psychose) Ideenjagen,Hin-und-hergerissen-Sein(Exaltation) Aufzwingen von Rhythmus,Egoismus(Despotie) Selbstüberschätzung,Überheblichkeit(Psychopath)
Emotionenin Schwäche Pessimismus,Mangel an Entschlusskraft,Entlastungsdepression,Sorgen Depression,Sinnkrise,Intuitionsverlust Nachdenken,Grübeln,Eintrübung der Denkfähigkeit,Ängstlichkeit Traurigkeit,Anpassungsschwäche,Kummer Furcht,Schreckhaftigkeit,Existenzangst

Äußere pathologische Agenzienpathologische Agenzien:äußere

Tab. 9.2
Äußere Agenzien Funktionskreis
Wind – Wind, Zugluft Le-Gb
Hitze – Hitze, direkte Sonnenbestrahlung He-Dü
Feuchtigkeit – Schwüle, Nässe MP-Ma
Trockenheit – trockene Luft, austrocknende Substanzen Lu-Di
Kälte – Kühle, Kälte Ni-Bl

Innere pathologische Agenzienpathologische Agenzien:innere

Tab. 9.3
Innere Agenzien Funktionskreis
Aggression/Spannung – Zorn, Wut, Ärger und Stressbelastung behindern den weichen Fluss des Qi, führen zu Stauungen oder zum unkontrollierten Aufsteigen der Leberdynamik. Le-Gb
Lust/Depression – Lust lässt das Feuer des Herzens übermäßig lodern, Depression nimmt dem Organismus die Kraft und reduziert die Funktion der Organe, vor allem schwächt sie die Mitte. He
Grübeln – Nachdenken, „In-sich-Hineinfressen“ überlastet die Assimilationsfähigkeit der Mitte und blockiert ihre Funktion. MP-Ma
Trauer – blockiert den Energieumsatz im oberen Dreifachen Erwärmer, den Eigenrhythmus und die Kommunikationsfähigkeit. Lu
Angst – blockiert bei leichteren Formen (Ängstlichkeit, Phobie) den Rhythmus, wirft aus der gewohnten Bahn (Lu), paralysiert bei intensiver Ausprägung (Existenzangst, Todesangst) die grundlegendsten Lebensvorgänge (Ni) Lu, Ni
Schreck/Schock – blockiert den Qi-Fluss und das Wechselspiel zwischen Feuer/Yang (He) und Wasser/Yin (Ni) He, Ni
Sorge – blockiert den Eigenrhythmus des Organismus (Lu) und die Fähigkeit, anzupacken, umzusetzen, zu realisieren (Gb). Lu, Gb

Zuordnung typischer Beschwerdemuster zu den einzelnen FunktionskreisenFunktionskreise:Beschwerdemuster

Tab. 9.4
Funktionskreis Typische Art der Beschwerden
Le-Gb stürmisch, intensiv, pochend, juckend, wechselnde Intensität und wechselnder Ort, Stau, Krampf, neuralgiform
He-Dü (KS-3E) rot, unruhig, rasch, wechselhaft, mit geistiger Verwirrung einhergehend
MP-Ma träge, schwer, geschwollen, feucht, ödematös, langsam, zäh, klebrig, gelblich, müde
Lu-Di trocken, gereizt, juckend, schuppig, weiß, scharf, oberflächlich, mit mangelnder Abwehrenergie einhergehend
Ni-Bl kalt, tief innen, besonders tiefgehend, zusammengezogen, blockiert, blass oder dunkel, langsam, mit massiver Energieschwäche einhergehend

Zentrale physiologische Aufgaben der einzelnen FunktionskreiseFunktionskreise:Funktionen

Tab. 9.5
Funktionskreis Zentrale Funktionen
Leber
  • steuert die Dynamik des Organismus

  • steuert den „weichen Fluss des Qi“ (wirkt Staus, Blockierungen und Spannung entgegen)

  • speichert das Blut (Xue)

  • beherrscht die Sehnen und Muskeln

  • beherrscht die Augen

  • steuert die Fähigkeit der Stressverarbeitung, des Spannungsaufbaus und der Entspannung, die Planungsfähigkeit, den Elan

Gallenblase
  • steuert den Mut, die Umsetzungsfähigkeit, die Durchschlagskraft

Herz
  • bildet und verteilt das Blut (Xue)

  • bringt „Feuer“ in den Organismus

  • beherbergt das Shen (Persönlichkeit, Seele, Gemüt, Bewusstsein, Kreativität, konstellierende Kraft)

  • steuert den Schlaf

  • steuert Zunge und Sprache

Dünndarm
  • hilft der Verdauung, reguliert den Säftehaushalt

  • löst Spasmen

  • steuert mit der Blase die Oberflächenschicht Tai Yang

Kreislauf
  • schützt das Herz

  • steuert die Kreislauffunktion

Dreifacher Erwärmer
  • steuert und koordiniert den Flüssigkeitshaushalt

  • steuert und koordiniert den Energiehaushalt

  • verteilt die Erbenergie aus der Niere an die anderen Funktionskreise

  • unterstützt mit seinen drei Etagen die Funktion der inneren Organe

Milz-Pankreas
  • Grundlage der erworbenen Konstitution

  • beherrscht die Verdauung (Klärung, Aufnahme, Assimilation)

  • Verteilung der Flüssigkeiten und Säfte

  • wandelt Feuchtigkeit und Schleim um

  • beherrscht das „Fleisch“

  • Bereitstellung der Ausgangsstoffe für die Blutbildung

  • beherrscht den Mund und den Geschmackssinn

  • steuert das klare Denken, die Konzentration, das Problemverarbeiten, filtert und klärt geistige Einflüsse

Magen
  • steuert die Aufbereitung der Nahrung

  • Ursprung der Säfte

Lunge
  • Grundlage der Qi-Produktion

  • Steuerung der Oberfläche und der Abwehrenergie

  • steuert den Rhythmus

  • hilft in der Steuerung des Flüssigkeitshaushalts

  • beherrscht die Luftwege und die Atmung

  • beherrscht die Haut und das Körperhaar

  • beherrscht die Nase und den Geruchssinn

  • Ausscheidung und Auswurf von Schleim

  • steuert die Selbstständigkeit des Denkens, das Sich-abgrenzen-Können, den Eigenrhythmus

Dickdarm
  • Klärung und letzte Instanz der Resorption

  • Ausscheidung der Nahrungsreststoffe und Schleim

Niere
  • Sitz der Erbenergie, der Energiereserven (Essenz und eigentliche Erbenergie), steuert die Fortpflanzung und die Entwicklung des Individuums

  • Wurzel des Yin und Yang und damit Basis des Gesamtorganismus

  • beherrscht den Urogenitaltrakt und die Nebenniere

  • steuert die „unteren Körperöffnungen“

  • beherrscht die Wasserverteilung und -ausscheidung

  • beherrscht die Knochen, die Zähne, das Haupthaar

  • beherrscht das Innenohr, das Mark, das ZNS

  • steuert die Entwicklung des ZNS, zeigt sich in Gedächtnis, sachlichem Intellekt, Wille und Durchhaltevermögen

Blase
  • hilft bei der Wasser- und Giftausscheidung

  • hilft bei der Verteidigung des Organismus (Tai Yang)

Grundlegende Kriterien für die Zungendiagnostik

Tab. 9.6
Zungenkörper Zungenbelag
Fülle (des Qi bzw. des Yang) rot, gut durchblutet, groß dick
Schwäche (des Qi bzw. des Yang) blassrosa bis anämischklein, zittrig dünn, evtl. nicht vorhanden
Hitze intensiv rot, trocken gelb bis bräunlich, trocken, evtl. körnig
Kälte blass, geschwollen, feucht weiß

Grundlegende Kriterien für die chinesische Pulsdiagnostik

Tab. 9.7
Diagnose Puls
Fülle kräftig, voll, schwer unterdrückbar
Schwäche weich, zart, leer, leicht unterdrückbar
Hitze schnell
Kälte langsam
innere Erkrankung tiefer Puls = Pulsmaximum bei intensivem Aufdruck der palpierenden Finger
äußere Erkrankung oberflächlicher Puls = Pulsmaximum bereits bei leichtem Aufdruck der Finger

Typische Unterscheidungskriterien zwischen inneren und äußeren Erkrankungen

Tab. 9.8
Innere Erkrankung Äußere Erkrankung
  • Störung von Organfunktionen(Atemstörung, Kreislaufstörung, Verdauungsstörung, Durchfälle, Appetitlosigkeit, Brechreiz, Störungen der Funktion des Urogenitaltrakts)

  • Schmerzen innerer Organe

  • hohes Fieber

  • eher chronischer Verlauf

  • trockener Mund

  • meist dicker, gelber Zungenbelag

  • tiefer Puls

  • Schmerzen von Sehnen, Bändern, Muskeln und der Gelenke

  • Kopfschmerz

  • leichtes Fieber, Schüttelfrost

  • meist dünner Zungenbelag

  • oberflächlicher Puls

Therapeutische Konsequenzen aus der Unterscheidung innere bzw. äußere Erkrankung

Tab. 9.9
Innere Erkrankung (Li) Äußere Erkrankung (Biao)
  • bevorzugter Einsatz der Yin-Meridiane

  • primär energetischer Aufbau

  • begleitende Behandlung des pathologischen Agens

  • bevorzugter Einsatz der Yang-Meridiane und TMM-Meridiane

  • ausleitende Therapie, Zerstreuung der pathologischen Agenzien

  • erst in zweiter Linie energetischer Aufbau

Schema: Schema:
  • 1.

    Lokale Punkte:

    • Shu-(Zustimmungs-)Punkt

    • Mu-(Alarm-)Punkt

  • 2.

    Fernpunkte:

    • Tonisierungspunkt

    • Quellpunkt

    • He-Punkt oder Punkt mit He-Funktion (die Klassik bevorzugt bei Hohlorganen die Kombination Mu- und He-Punkt, bei Vollorganen Shu- und Quellpunkt)

  • 3.

    Allgemeine Punkte:

    • psychisch wirksame Punkte

    • Meisterpunkte

  • 4.

    Punkte mit überragender energetischer Bedeutung nehmen in diesem Fall eine zentrale Stellung im Therapiekonzept ein:

    • Kardinalpunkte

    • Hauptenergiepunkte

  • 1.

    Lokale Punkte:

    • Triggerpunkt

    • nächstgelegener Meridianpunkt

    • Zangenpunkt

  • 2.

    Tonisierungspunkt, evtl. mit Quellpunkt

    • Reunionspunkte

    • Punkte am korrespondierenden Meridian (3E-Gb, Di-Ma, Dü-Bl)

  • 3.

    Allgemeine Punkte

    • Meisterpunkte

    • Fernpunkte (mit besonderer Wirkung auf den Schmerz, die Psyche, das kortikotrope System, auf Spasmen usw.)

  • 4.

    Punkte mit überragender energetischer Bedeutung werden, wenn überhaupt, erst in zweiter Linie eingesetzt:

    • Kardinalpunkte

    • Hauptenergiepunkte

Typische Unterscheidungskriterien zwischen Hitze und Kälte

Tab. 9.10
Hitze Kälte
1. Lokal:
    • Rötung

    • Hitzegefühl

    • Entzündungszeichen

    • heftige, brennende Schmerzen

1. Lokal:
    • Blässe

    • Kältegefühl

    • Steifigkeit

    • Durchblutungsstörungen

    • dumpfe Schmerzen

2. Allgemein:
    • Unruhe

    • Durst

    • Verlangen nach kalten Getränken

    • spärlicher, dunkler Urin

    • Obstipation

    • Zungenkörper: rot, trocken, klein

    • Zungenbelag: dick, gelb bis bräunlich

    • Puls: schnell

2. Allgemein:
    • großes Ruhebedürfnis

    • Müdigkeit

    • Wärmebedürfnis

    • Blässe

    • reichlich Auswurf

    • reichlicher, klarer Urin

    • Durchfälle

    • fehlender Durst

    • Zungenkörper: blass, anämisch, geschwollen, feucht, groß

    • Zungenbelag: weiß, feucht, fett, dünn

    • Puls: langsam

Therapeutische Konsequenzen aus der Unterscheidung zwischen Hitze und Kälte

Tab. 9.11
Hitze Kälte
  • keine Moxibustion,

  • allgemeine und lokale Kälteanwendungen,

  • Wasserpunkt des betroffenen Meridians,

  • Stärkung des Yin (s. unter Yin-Schwäche).

  • Moxa

  • allgemeine und lokale Wärmeanwendungen,

  • Feuerpunkte,

  • Stimulation der Nierenenergie durch

    • LG 4 Go,

    • Ni 3 re Go,

    • Ni 7 re Go,

    • Bl 23 re Go (Angaben für den Rechtshänder)

Einführung in die Akupunkturpraxis

  • 9.1

    Grundsätzliche Überlegungen Leopold Dorfer unter Mitarbeit von Frank Bahr, Franz Jost, Sandi Suwanda328

    • 9.1.1

      Vorbemerkung328

    • 9.1.2

      Das „strategische Schema“328

  • 9.2

    Akupunkturempfehlungen für die Praxis337

    • 9.2.1

      Vorbemerkung337

    • 9.2.2

      Die Punktprogramme337

Grundsätzliche Überlegungen

Leopold Dorfer unter Mitarbeit von Frank Bahr, Franz Jost, Sandi Suwanda

Vorbemerkung

Akupunkturregeln gibt es viele, doch wann werden welche angewendet? Punkte gibt es noch viel mehr. Doch wie baut man, ausgehend von einer klaren Diagnose, eine rationelle Therapie auf? Diese Fragen stellen sich dem Akupunkteur in seiner täglichen Praxis. Ein klares Schema als Grundlage der strategischen Überlegungen bei der Analyse eines Krankheitsbildes und für den Therapieaufbau ist daher wünschenswert. Auch werden die im Folgekapitel empfohlenen Punktkombinationen:empfohlenePunktkombinationen („Rezepte“) erst durch die Kenntnis der wichtigsten chinesischen Regeln verständlich.
Gold/Silber-Angaben: Üblicherweise werden die Akupunkturpunkte in China mit dünnen Stahlnadeln gestochen. In Europa werden aber auch für eine tonisierende Wirkung Goldnadeln bzw. für einen sedierenden Effekt Silbernadeln verwendet. Die Angabe „Gold“ im Text steht also für „tonisierendes“ Stechen. Dies kann auch erreicht werden, indem eine verwendete Stahlnadel zur Verstärkung der Wirkung erhitzt wird. Die Angabe „Silber“ im Text bedeutet, dass man eine sedierende Technik bei der Nadelung anwendet – dabei lässt man die Nadel eher länger als üblich in situ und lässt absichtlich am Einstichloch eine Nachblutung (Mikroblutung) zu oder forciert das sogar durch eine Art „Prick“-Technik.

Das „strategische Schema“

Um entscheiden zu können, welche Therapie bei einem Patienten angewendet werden und welche Punktkombination gestochen werden soll, ist zunächst folgende Frage zu klären:
Handelt es sich um
1. eine Yin-Yang-Yin-Yang-StörungStörung:Yin-YangStörung oder
2. eine Störung in einem Störung:in einem FunktionskreisFunktionskreis?
Es liegt eine Yin-Yang-Störung vor
Allgemeine Störungen sind Entgleisungen der Yin-Yang-Homöostase des Gesamtorganismus. Dabei sind 6 Möglichkeiten vorstellbar:
1. Yang-Schwäche, „der träge Apathiker“
Yang-SchwächeYang-Schwäche bedeutet, dass der aktive Anteil der Lebensenergie, das Yang, reduziert ist, während das Yin normal oder nur wesentlich weniger reduziert ist. Yin überwiegt also bei diesem Patienten, er hat demnach viel Substanz und wenig Funktion. Klinisch zeigt er etwa folgendes Bild: Er ist blass, füllig, ödematös, bewegungsarm, kraftlos. Er hat kalte Extremitäten, ist müde, interesselos und in seiner Aktivität eingeschränkt. Sämtliche Körperfunktionen sind reduziert, die Stimme leise, die Aufmerksamkeit und das Denken gebremst. Klinisches Beispiel: chronische Glomerulonephritis.
Was ist zu tun? Therapeutisch empfehlen sich alle Maßnahmen, die Energie zuführen und vor allem die Aktivität anregen können: Wärmezufuhr, warme Getränke und Speisen und Aktivierung durch sanfte Bewegung.
Der Akupunkturarzt verwendet vor allem die Yang-Gruppen-Luo-Punkte 3E 8 und Gb 39 bds. in Gold.
Daneben können allgemein tonisierende Punkte verabreicht werden: KG 4/6/8 Moxa, Bl 23 re Go, Gb 25 re Si, Ma 36 re Go, 3E 6 li Go (Wirkung auf die Schilddrüse nach Bahr), LG 4 Go, LG 14 Go, LG 20 Go.
2. Yin-Schwäche, „das Strohfeuer“
Yin-SchwächeYin-Schwäche heißt, dass die materielle Substanz reduziert ist und im relativen Verhältnis das Yang überwiegt. Nachdem aber eine Schwäche vorliegt, ist die Yang-Aktivität nicht wirklich kraftvoll und beständig, man spricht daher von „unechter Hitze“. Dieser Patient ist unruhig, aktiv und begeisterungsfähig, doch er ermüdet sehr rasch, hat aber trotzdem Schlafstörungen. Er ist durstig, bevorzugt aber (im Unterschied zur Yang-Fülle) eher warme Getränke, die er langsam trinkt. Diesem Mensch fehlt die Basis: Er ist mager bis kachektisch, schwach, kraftlos, aber dennoch unruhig bis hektisch. Er leidet an brennenden Fußsohlen, profusem nächtlichem Schwitzen, Hitzewallungen, teilweise an subfebrilen Temperaturen. Wegen seiner reduzierten Widerstandskraft neigt er zu häufigen Infekten. Er ist unruhig und will aktiv sein, doch bereits nach kurzer Zeit erschöpft sich seine Kraft. Klinisches Beispiel: Tbc.
Was ist zu tun? Die Yin-Basis des Organismus muss gestärkt werden. Das kann durch die Gabe der Yin-Gruppen-Luo-Punkte MP 6 und KS 5 bds. in Gold erreicht werden. Auch das Meer des Yin, der Punkt Yintang, sollte tonisiert werden. Die Yin-Kardinalpunkte und die Quellpunkte haben auch eine starke Yin-hebende Wirkung. Dazu kommen Punkte, die in ihrem Indikationsspektrum einen intensiven Bezug zum Yin haben: Ni 3 und Ni 7 re Go, Ni 6 li Go, Bl 23 re Go und Gb 25 re Si.
3. Yin- und Yang-Schwäche, „der präfinale Verfall“
Yin-Yang-SchwächeSowohl die materielle Substanz (Yin) als auch die Funktion der Organsysteme (Yang) sind reduziert, es liegt ein massiver Energiemangel vor. Klinisches Beispiel: Präfinalstadium einer konsumierenden Erkrankung.
Was ist zu tun? Die Traditionelle Chinesische Medizin arbeitet in diesen Fällen mit der internen Therapie durch Kräuter und mineralischen Substanzen. Die Akupunktur hat in diesem Stadium nur unterstützende Wirkung, denn wo kaum mehr Energie vorhanden ist, kann sie auch nicht kybernetisch gelenkt werden.
4. Yang-Fülle, „der magere Hektiker“
Yang-FülleDiese Patienten erscheinen als ausdrucksstarke hyperthyreote Energiebündel. Sie neigen zu Spasmen und deutlichem Dermografismus. Sie sind unruhig, ständig unter Druck. Yin ist relativ zum erhöhten Yang reduziert, dies drückt sich in der mageren Statur und im Säftemangel, in Durst mit Verlangen nach kalten Getränken und Rötung verschiedener Körperstellen aus, oft auch in subfebrilen Temperaturen. Zudem bestehen Kopfschmerzen und Reizbarkeit.
Was ist zu tun? Das Yin ist zu tonisieren, damit wird automatisch ein Ausgleich des relativen Yang-Überwiegens erreicht. Zur Stärkung des Yin verwendet man Punkte, die bereits unter „Yin-Schwäche“ angeführt wurden: Yintang, Yin-Gruppen-Luo-Punkte, Quellpunkte, Yin-Kardinalpunkte und spezielle-Yin-Tonisierungspunkte. Zusätzlich empfiehlt sich der Punkt LG 14, der in sedierender Technik (am besten Mikroblutungen erzeugen) eine Yang-harmonisierende Wirkung entfaltet. Gleichzeitig ist das Yang abzuleiten mit Le 3 re Si, Le 2 re Si, Ni 3 und Gb 20 re Go. Auch kann man an die Punkte Ma 36 li Go und Ni 6 li Go denken.
5. Yin-Fülle, „der pausbäckige Genießer“
Yin-FülleBei einer Yin-Fülle ist der Mensch den irdischen Genüssen zugetan. Er isst zu viel, bevorzugt dabei Süßes und Fettes, neigt zudem zum Alkoholismus. Dadurch wird der Körper mit dem Yin-Faktor Feuchtigkeit übermäßig belastet, zusätzlich bildet sich aufgrund der Milz-Überlastung intern Schleim. Diese Patienten weisen pastöses Bindegewebe auf, Ödeme und Verschleimungen. Sie zeigen verminderte Aktivität bis zur Apathie, sind vor allem nach der Nahrungsaufnahme sehr müde. Die geistige Leistung ist eingeschränkt, sie leiden unter Verdauungsstörungen, Durchfällen und einem andauernden Kältegefühl.
Was ist zu tun? Das übermäßige Yin muss ausgeleitet werden mit Ma 40 re Go und Ni 7 re Go, die beide eine Reduktion der Flüssigkeit bewirkten. Außerdem sollte das Yang tonisiert werden, um dem Patienten wieder Dynamik zu geben. Es empfehlen sich die Yang-Gruppen-Luo-Punkte, allgemeine Erwärmung, warme Getränke und Speisen sowie Aktivierung durch sanfte Bewegung. Folgende Punkte wirken speziell tonisierend auf das Yang: 3E 6 li Go (Schilddrüsenwirkung), Ma 36 re Go, LG 4/14/20 Go. Zusätzlich können Yang-Kardinalpunkte eingesetzt werden (siehe auch Yang-Schwäche).
6. Yin- und Yang-Fülle, „zum Platzen voller Energie“
Yin-Yang-FülleDieser Zustand wird unter physiologischen Umständen nur in der Gravidität erreicht, wenn sowohl die Substanz als auch die Aktivität einer Frau gleichzeitig erhöht sein können. Ansonsten ist dieser Zustand typisch für das Doping, wo ein Sportler sowohl Masse als auch Leistung künstlich steigert. Dieser hoch gefährliche Zustand birgt die Gefahr in sich, dass es zu einer konsekutiven Dekompensation mit Yin-Schwäche oder Yang-Schwäche kommt.
Was ist zu tun? Aus der Sicht der Akupunktur wird abgewartet und bei beginnender Dekompensation in Richtung einer Schwäche sofort therapeutisch eingegriffen.
Es liegt eine Störung in einem Funktionskreis vor
Störung:in einem FunktionskreisIn dem häufigeren Fall, in dem sich eine Erkrankung vorzugsweise in einem Funktionskreis manifestiert, hat der Arzt die Aufgabe, diesen Funktionskreis zu finden und zielgerichtet zu behandeln. Für das Auffinden des betroffenen Funktionskreises stehen ihm mehrere Hilfsmittel zur Verfügung:
Das Entsprechungssystem der Funktionskreise
Die Entsprechungen der Funktionskreise sind eine große Hilfe, bei nicht völlig offensichtlicher Zuordnung von Beschwerden zu einem Meridian oder Funktionskreis die richtige Lösung zu finden. So kann aus dieser Tabelle z. B. entnommen werden, dass Hauterkrankungen in den Funktionskreis Lunge fallen, Erkrankungen des Urogenitaltrakts in den Funktionskreis Niere (Tab. 9.1).
Das pathologische Agens
pathologisches AgensAuch das Agens, das die Beschwerden ausgelöst hat, kann uns den Weg zum richtigen Funktionskreis zeigen. Die entsprechenden Zuordnungen ergeben sich großteils aus Tabelle 9.1, im Folgenden werden aber die fünf äußeren und sieben inneren pathologischen Agenzien kurz abgehandelt (Tab. 9.2 und Tab. 9.3).
Die Art der Erkrankung
In der TCM ist sowohl der Auslöser einer Erkrankung als auch die Art, wie sich eine Krankheit präsentiert, für die Bezeichung des Zustandsbilds verantwortlich. Eine „Trockenheit-Erkrankung“ z. B. kann sowohl durch Trockenheit ausgelöst sein als auch durch trockene Symptome imponieren. Eine durch Zugluft ausgelöste Erkrankung wird genauso als „Wind-Erkrankung“ bezeichnet wie Symptome, die rasch ihre Form und ihren Ort wechseln, z. B. Exantheme bei der Urtikaria oder rheumatische Erscheinungen. Dementsprechend führt uns nicht nur der Auslöser bzw. die Ursache einer Erkrankung zum betroffenen Funktionskreis, sondern auch die Art der Erkrankung. Dabei gelten die in der Tab. 9.4 aufgeführten Zuordnungen.
Die Physiologie der Organe aus der Sicht der TCM
Das Wissen um die physiologische Bedeutung der einzelnen Organe aus der Sicht der TCM ist unumgänglich für eine korrekte Bestimmung des betroffenen Organs, Meridians bzw. Funktionskreises. Es sollen im Folgenden zur raschen Übersicht nur kurz und in tabellarischer Form die wichtigsten Funktionen der Organe bzw. Funktionskreise zusammengefasst werden (Tab. 9.5).
Diagnostische Möglichkeiten der TCM
TCM:DiagnoseDie Traditionelle Chinesische Medizin kennt vier diagnostische Hauptmethoden: Sehen, Hören und Riechen, Befragen/Anamnese und Tasten am Puls
Sehen:Die Betrachtung des gesamten Körpers, die Beobachtung des Geistes, der Bewegungen und der Haltung geben Hinweise auf den betroffenen Funktionskreis. Im Besonderen wird die Zunge zur Diagnostik herangezogen. Dabei wird einerseits die Beschaffenheit des Zungenkörpers analysiert und andererseits der Status des Zungenbelags. Als einfache Basis für die Verwertung eines Zungenbefunds können die in Tab. 9.6 aufgeführten Zuordnungen angegeben werden.
Hören und Diagnose:Hören und Riechen<2003>Riechen:Beobachtet werden die Stimme, der Atem, eventuell vorhandenes Husten und der Körpergeruch.
Befragen/Diagnose:Anamnese<2003>Anamnese:Bei diesem zentralen Diagnoseschritt achten die chinesischen Kollegen neben der Erhebung der Beschwerden und ihrer Modalitäten vor allem auf folgende Angaben: Kältegefühl, Hitzegefühl, Fieber, Schweiß, Geschmack, Appetit, Stuhl, Harn, Schlaf, Leistung der Sinnesorgane, Durst und Schmerzen. Bei Frauen wird intensiv nach der Menstruation gefragt, nach Ausfluss, Schwangerschaften, Geburten.
Tasten am Puls:Eine Spezialität der ostasiatischen Medizin ist die Diagnose:PulsdiagnostikPulsdiagnostik, die in der klassischen Form äußerst schwer zu erlernen und zu reproduzieren ist. Sie könnte prinzipiell eine wertvolle Ergänzung für die Diagnostik sein, erfordert aber jahrelange Beschäftigung mit dieser Thematik. Da fortgeschrittene Akupunkteure ohnehin bei allen Patienten mit dem Puls in Kontakt treten, um den Nogier-Reflex (RAC) zu fühlen, sollte aber eine Basisanalyse des Pulses doch routinemäßig durchgeführt werden. Bereits ein kurzer Griff kann schon einige wichtige Differenzialdiagnosen ermöglichen (Tab. 9.7).
Tasten an den Akupunkturpunkten – Prüfung der Drucksensibilität: Ein Akupunkturpunkt zeichnet sich unter anderem durch eine besondere Druckempfindlichkeit aus, die sich verstärkt, wenn die Krankheitszeichen zunehmen. Demnach besteht eine direkte Korrelation zwischen der Empfindlichkeit eines Punktes und dem Akutheitszustand der Erkrankung. Die Methode des Punktepalpierens war wohl einer der ersten diagnostischen Zugänge der Chinesen zu einem kranken Körper und hat letztlich zur Entdeckung der Akupunkturpunkte geführt.
Immer noch können wir wertvolle Daten zur Analyse eines krankhaften Geschehens aus der Beobachtung, welche Punkte auffällig druckschmerzhaft sind und welche nicht, ziehen. Punkte, die einen intensiven Schmerz des Patienten auslösen, vielleicht sogar spontan schmerzhaft sind, nennen wir aktive Punkte. Nur diese sind für die Therapie wertvoll, ein nicht aktiver Punkt wird keine Wirkung bringen können. Wie eine Telefonleitung nur dann Tonsignale übertragen kann, wenn sie aktiviert ist, überträgt sich die Akupunkturstimulation nur von aktiven Punkten in das Innere des Organismus.
Das Palpieren der Punkte lässt uns nicht nur die Punkte feststellen, die wir in der Folge therapeutisch verwenden werden, sondern hilft uns auch, den pathologischen Meridian oder Funktionskreis zu finden. Nicht selten ist auch der erfahrenere Kollege in seiner theoretischen Überlegung nicht ganz sicher und kann durch einen Griff auf zentrale Punkte eines Meridians eine differenzialdiagnostische Abklärung herbeiführen.
Wir prüfen in diesem Zusammenhang vor allem die Alarmpunkte (Mu), die bereits durch ihre Bezeichnung auf Drucksensibilität im Krankheitsfall hindeuten. Im Falle eines auffälligen Mu-Punktes sollen zugehörige Shu-Punkte immer zum energetischen Ausgleich mitbehandelt werden. Ergänzend kommen oft die Tonisierungspunkte und die Quellpunkte dazu.
Sondertechnik für Fortgeschrittene – die Diagnostik durch die Pulstastung des Nogier-Reflexes: Die eleganteste und aussagekräftigste Suche nach aktiven Punkten ist mithilfe des Nogier-Pulsreflexes möglich, weil einige Punkte – wie der 3E 5 oder der LG 4 – sehr selten wirklich druckschmerzhaft reagieren. Zudem können das Nadelmaterial, die Seitenlokalisation u. v. a. mithilfe dieser Pulsdiagnostik bestimmt werden. Ganz zu schweigen von den grundlegenden analytischen Daten, die die Voruntersuchung und die Störherddiagnostik nach Bahr liefern.
Auch bei dieser Technik empfiehlt es sich, für die Analyse des betroffenen Funktionskreises auf die oben genannten Punkte zu achten. Außerdem ist zu klären, ob Sedierung oder Tonisierung notwendig ist, welches Nadelmaterial und welche Seitenlokalisation gefunden werden.
Innere oder äußere Erkrankung?
Erkrankung:innereErkrankung:äußereDie Unterscheidung zwischen einer inneren und einer äußeren Erkrankung ist für die Auswahl des Therapieschemas und des zu behandelnden Meridians von entscheidender Bedeutung. Innere Erkrankungen sind Störungen von Organfunktionen, Störungen in einem Funktionskreis und konstitutionelle Disharmonien. Äußere Erkrankungen sind Beschwerden im Stützapparat und am Kopf. Die Frage „Wo sitzt die Erkrankung?“ weist uns den Weg zur Beantwortung der für die Therapie entscheidenden Frage: „Wo setzen wir mit unserer Therapie an, wo muss gestochen werden?“
Prinzipiell werden innere Erkrankungen häufiger durch Emotionen, seltener durch das Eindringen äußerer Agenzien in die inneren Sphären des Organismus hervorgerufen.
Klassische Symptome unterscheiden diese zwei Erkrankungstypen, müssen aber natürlich nicht vollzählig bei einem Patienten gefunden werden. (Tab. 9.8)
Therapeutische KonsequenzenSobald die Differenzierung erfolgt ist, ergeben sich daraus die in Tab. 9.9 aufgeführten therapeutischen Konsequenzen.
Fülle- oder Schwächezustand?
SchwächezustandFüllezustandDiese Frage geht der Art der Erkrankung nach. Sie will klären, wie eine Erkrankung ist. Diese Differenzierung erlaubt es uns zu entscheiden, wie wir stechen und den Punkt stimulieren müssen.
  • Nachdem wir festgelegt haben, welcher Funktionskreis von der Erkrankung hauptsächlich betroffen ist und welchen Yang- oder Yin-Meridian wir entsprechend dem obigen Schema behandeln wollen, müssen wir uns fragen, ob der hauptsächlich betroffene Meridian in Fülle oder Schwäche ist. Hier ist nochmals zum allgemeinen Verständnis auf den Beginn dieses Kapitels mit den Absätzen zum Thema „Entgleisungen der Yin-Yang-Homöostase“ zu verweisen.

Zur Differenzialdiagnose stehen uns einige leicht anwendbare Kriterien zur Verfügung:
  • In der Praxis sehen wir in etwa 80 Prozent Schwächezustände. Der Grund dafür liegt darin, dass Patienten mit einem Füllezustand häufig die üblichen medizinischen Einrichtungen aufsuchen, während erst chronische, verzweifelte Fälle, denen niemand sonst helfen konnte, den Weg zum Akupunkteur finden.

  • Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die Feststellung, dass sich Füllezustände sogar auf dem Boden einer Schwäche entwickeln können – und umgekehrt! Ein völlig gesunder Mensch wird die meisten pathologischen Agenzien ohne große Mühe abwehren. Erst wenn er allgemein oder in einem Meridian eine grundlegende Schwäche aufweist, kann das Agens seinen krankmachenden Einfluss entfalten. Demnach müssen wir zwar im akuten Füllestadium sedierend einwirken, wenige Stunden oder Tage danach präsentiert sich uns aber meist die zugrunde liegende Schwäche, die einer Tonisierung bedarf.

  • Ein Blick in die physikalische Medizin macht dieses Umschlagen von einem Zustand in den anderen sehr deutlich: Ein Patient mit Gonarthrose erfährt durch Wärmeanwendungen (Tonisierung) bedeutende Linderung. Exazerbieren seine Beschwerden z. B. durch körperliche Überlastung oder durch klimatische Einflüsse, führt das zu einer Entzündung des Kniegelenks, die eventuell sogar mit einem Erguss einhergeht. In diesem Zustand wäre die Wärmeanwendung absolut kontraindiziert, Eis (Sedierung) kann aber eine sinnvolle Therapie darstellen. Einige Tage nach dem akuten Schub klingen die akuten Fülle-Beschwerden ab und es kann wieder Wärme angewendet werden.

Therapeutische KonsequenzAus der Analyse der genannten Kriterien soll differenziert werden, ob ein Meridian, Organ bzw. Funktionskreis in Fülle oder Schwäche ist bzw. in welchem Status der gesamte Patient ist. Nach diesem Befund wird die Intensität der Nadelstimulation ausgerichtet.
Hitze- oder Kälteerkrankung?
KälteerkrankungHitzeerkrankungEine weitere Differenzierung einer Funktionskreis-Erkrankung betrifft die Frage, ob es sich um eine Hitze- oder Kälteerkrankung handelt. Dabei ist unbedeutend, ob die Erkrankung durch eine Hitze- oder Kälteschädigung ausgelöst wurde oder ob das klinische Bild wie Hitze oder Kälte imponiert. Die Beantwortung dieser Frage gibt wieder vor, wie die Akupunkturpunkte stimuliert werden müssen. Dabei leitet sich das Verständnis dieser Zusammenhänge wieder aus der physikalischen Medizin ab: Bei Hitze muss Kälte angewendet werden, bei Kälteerkrankungen hingegen Wärme (Moxa). Daraus folgt, dass die Moxibustion von Akupunkturnadeln sicherlich eine sehr sinnvolle Vorgangsweise ist, aber nicht unreflektiert angewendet werden darf, wie wir auch nicht unüberlegt bei allen Patienten Moorpackungen verschreiben würden.
Die Differenzierung beruht auf den in Tab. 9.10 aufgeführten Unterscheidungskriterien.
Diese offensichtlich unterschiedlichen Zustandsbilder verlangen eine abgestimmte Therapie. Dabei gelten die in Tab. 9.11 genannten Richtlinien.
Gibt es weitere Unterstützungsmöglichkeiten für den kranken Funktionskreis?
Die Meridiane stehen nicht beziehungslos nebeneinander, sondern sind innig miteinander vernetzt. Daher bieten die Regeln, die mit ihren Verknüpfungen arbeiten, einen besonders eleganten Weg für eine ganzheitliche und intensive Anwendung der Akupunktur. In diesem Abschnitt wollen wir uns kurz vor Augen führen, mit welchen meridianübergreifenden Techniken wir einen schwachen Funktionskreis oder ein schwaches Organ zusätzlich unterstützen können. Es sollen die verschiedenen Möglichkeiten und ihre Vorzüge nur so weit erwähnt werden, dass ein grober Überblick gewonnen werden kann.
1. Das transversale Luo
Luo:transversalesBei der Anwendung des transversalen Luo wird überschüssige Energie eines Meridians in seinen gekoppelten Meridian verlagert. Diese „Energieschleuse“ wird durch die Gabe des Luo-Punkts des Füllemeridians und des Quellpunkts des energieschwachen Meridians aktiviert. Wie in einer Einbahnstraße fließt die Energie nur in einer Richtung.
  • Der Vorteil gegenüber dem Einsatz des Sedierungspunkts besteht darin, dass dieser die überschüssige Energie in das Gesamtsystem ableitet, während der Einsatz des transversalen Luo die Energie im Funktionskreis hält.

  • Ein Beispiel soll diesen Vorteil erläutern: Wenn ein Patient sehr stressanfällig ist und in spannungsgeladenen Situationen immer wieder mit Kopfschmerzen reagiert, liegt eine chronische Schwäche des Funktionskreises Leber/Gallenblase zugrunde. Die Leber ist für Entspannung und Stressverarbeitung zuständig. Im akuten Anfall liegt nun eine Fülle des Gallenblasen-Meridians vor, die über den Sedierungspunkt Gb 38 auf das Gesamtsystem verteilt oder über den Luo-Punkt Gb 37 in Richtung Leber (konkret Richtung Le 3) abgeleitet werden kann. Im zweiten Fall kommt somit die pathologische Fülle der Galle indirekt der Leber zugute, tonisiert sie und wirkt somit prophylaktisch einem weiteren Anfall entgegen.

  • Wenn wir die überschüssige Energie eines Meridians im Funktionskreis halten wollen, müssen wir den Luo-Punkt gegenüber dem Sedierungspunkt bevorzugen.

2. Die drei Umläufe der Energie
Jeweils vier Meridiane bilden, bildlich gesprochen, eine MeridianfamilieMeridianfamilie: zwei Yang-Brüder und zwei Yin-Schwestern, die sich wechselseitig unterstützen können. Somit trachten wir danach, die Schwäche eines Meridians auch unter Ausnutzung dieser Beziehung zu beheben. Ein häufiges Beispiel leitet sich aus der vorderen Meridianfamilie ab („vorderer Umlauf der Energie“ – Lu/Di/Ma/MP): Hauterkrankungen (Einflussbereich der Lunge) heilen meist erst aus, wenn gleichzeitig die Verdauungsfunktion (Ma/MP/Di) mitberücksichtigt und in Ordnung gebracht wird. Gleiches gilt für Erkrankungen der Nasennebenhöhlen (Einflussbereich des Dickdarms), die sich ebenfalls erst nach Behandlung der drei anderen Meridiane des vorderen Umlaufs nachhaltig verbessern.

Zusammenfassung

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass ein Akupunkturpunkt nicht nur seinen eigenen Meridian, sondern auch die drei anderen Meridiane seiner Familie beeinflusst.

3. Die fünf Wandlungsphasen
Wandlungsphasen, fünfDie Regel von den fünf Wandlungsphasen oder fünf Elementen zeigt äußerst interessante Zusammenhänge zwischen den einzelnen Meridianen und daraus abgeleitete Therapiemöglichkeiten auf. Über diese Zusammenhänge ist eine intensive Tonisierung und eine ausgeprägte Sedierung einer Wandlungsphase möglich. Die Mutter-Kind-Regel ist der prominenteste Teil dieses Systems, der die Möglichkeit zur Stärkung eines schwachen Funktionskreises durch Tonisierung seines Mutterelements aufzeigt. Neben diesem fördernden oder hervorbringenden Zyklus erfüllt der kontrollierende Zyklus eine besonders wertvolle Aufgabe für die kybernetische Steuerung des Organismus und ist für die Therapie dementsprechend wertvoll.
Die Regel Mittag – Mitternacht:Meridiane, die sich in der chinesischen Chronobiologie genau gegenüberstehen, wie z. B. 3E–MP oder He–Gb, sind über ihre Luo-Punkte verknüpfbar. Die Mittag-Mitternacht-Regel verwenden wir gerne bei Beschwerden, die immer zur etwa gleichen Zeit auftreten oder andere auffällige zeitliche Bezüge aufweisen. Wenn wir diese Technik anwenden, kommt es über das eingeschaltete Sekundärgefäß wiederum zu einem energetischen Ausgleich zwischen den beiden betroffenen Meridianen. Zudem schaffen wir einen Oben-unten- und einen Yin-Yang-Ausgleich, weil jeweils ein oberer mit einem unteren Meridian und ein Yin- mit einem Yang-Meridian verknüpft ist. Somit kann ein hohes Maß an Stabilität erreicht werden.
Die Regel Ehemann – Ehefrau:Dysbalancen unter den einzelnen Yin- und Yang-Meridianen können über die Regel Ehemann–Ehefrau behandelt werden. Dazu verwenden wir jeweils einen Tonisierungspunkt und einen Sedierungspunkt von zwei korrespondierenden Partnern. Damit kann gleichzeitig dem einen Partner Energie zugeführt und dem anderen Energie entzogen werden.
4. Zusätzlich allgemeine Punkte
Zur Abrundung einer Therapie sollen je nach individueller Situation Punkte ergänzt werden, die entweder auf die Ursache der Krankheit einwirken oder eine konstitutionelle Wirkung entfalten. Das Ziel dieser Punktgabe soll eine optimale Stabilisierung des Gesamtorganismus sein, eine ganzheitliche Tonisierung. Dadurch wird die Effizienz der Therapie weiter gesteigert und einem Rückfall bereits prophylaktisch begegnet. Wieder kommt eine ganze Reihe von Punktekategorien zum Einsatz, im Meridianteil dieses Buches sind jeweils bei den Punktbeschreibungen die folgenden Eisatzmöglichkeiten beschrieben:
  • Meisterpunkte

  • Psychische Punkte

  • Kardinalpunkte

  • Hauptenergiepunkte

Zusammenfassung

Dieser Artikel bietet ein strategisches Konzept für die Diagnostik und Therapie. Die gute Anwendung der Körperakupunktur erfordert einen gewissen Minimalaufwand, ein Durchgehen mehrerer Schritte und ein Berücksichtigen vieler verschiedener Einzelfaktoren. Der erhöhte Aufwand einer Diagnostik und Therapie in dem umfassenden Sinn, wie er dargestellt wurde, macht sich aber spätestens dann bezahlt, wenn sich Erfolge einstellen, die ohne diese differenzierte Vorgangsweise nicht möglich gewesen wären.

Literatur

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F. Bahr L. Dorfer S. Suwanda H. Zeitler Klassisch-chinesische Akupunktur für mäßig Fortgeschrittene (Stufe 2) 2008 Scriptum im Eigenverlag

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L. Dorfer Die 5 Wandlungsphasen aus klassischer Sicht. Der Akupunkturarzt und Aurikulotherapeut 23 1996 MMV Medizin Verlag München 1996; 23(2): 13–18; 1996; 23(3): 10–1630–33

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Essentials of Chinese Acupuncture 1980 Foreign Languages Press Beijing

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H. Hempen C.- DTV-Atlas zur Akupunktur 1995 DTV München

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F. Jost Artikelserie über die Funktionskreise. Skriptum der Körperakupunktur Stufe 3 2000 Scriptum im Eigenverlag

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G. Maciocia The Foundations of Chinese Medicine 1989 Churchill Livingstone Edinburgh, London, Melbourne und New York

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o. V. Acupuncture. A conprehensive Text. Übersetzung ins Englische von O'Connor und Bensky 1996 Eastland Press Seattle

[8].

G. Stux N. Stiller B. Pomeranz Akupunktur – Lehrbuch und Atlas. 1989 Springer Heidelberg

[9].

Suwanda S.: Persönliche Mitteilungen

Akupunkturempfehlungen für die Praxis

Vorbemerkung

Frank Bahr
Aufbauend auf dem Erfahrungsschatz von Dr. Hans Zeitler, dem renommierten und hoch angesehenen Lehrer der Körperakupunktur im deutschen Sprachraum, und basierend auf der Lehre der Nanjing-Universität, veröffentlichen wir im Folgenden eine Zusammenstellung empfehlenswerter Punktprogramme. Selbstverständlich ersetzen die vorgestellten Punktprogramme nicht die vorherige exakte schulmedizinische Diagnose und die individuell angepasste Punkteauswahl im Einzelfall. Nicht zu viele Punkte stechen!
Eine Begründung für die jeweilige Punktauswahl ist dann mit angeführt, wenn es sinnvoll erscheint. Dadurch wird dem Leser das Verständnis, warum welcher Punkt empfohlen wird, wesentlich erleichtert. Dagegen ist eine reine Punktaufzählung wenig hilfreich, insbesondere wenn Kardinalpunkte eingesetzt werden; es ist immer wichtig, mit welcher Absicht ein Akupunkturpunkt stimuliert wird. Auch ist oft die Reihenfolge der gestochenen Punkte im Ablauf zu beachten.

SYMBOLERKLÄRUNG

SymbolerklärungKardinalpunkt: (K)

Tonisierungspunkte: (+)

Sedierungspunkte: (-)

Luo-Durchgangspunkte: (Luo)

Quellpunkte: (Q)

Organzugehöriger „Meer“-Punkt (He)

„Meisterpunkte“: (M)

Reunionspunkte: (R)

Alarmpunkte: (Mu)

Zustimmungspunkte: (Shu)

Spaltpunkt (Xi)

Zahlreiche Punkte haben mehrere, teilweise unterschiedliche Funktionen, dabei kann die eine oder andere in den Vordergrund gestellt werden. Die zugesprochenen Wirkungsqualitäten werden jeweils in Klammern angegeben, z. B. MP 4 (K, Luo, M). Das bedeutet, dass dieser ein Kardinalpunkt und ein Luo-Punkt sowie der „Meisterpunkt“ gegen alle Durchfälle ist.
Setzt man einen Kardinalpunkt zum Einschalten des jeweiligen außergewöhnlichen Gefäßes ein, wird er in Fettschrift gedruckt, z. B. KS 6. Ansonsten wird der Kardinalpunkt nur durch ein in Klammern gesetztes (K) kenntlich gemacht, z. B. KS 6 (K, Luo).
Wenn im Text für eine Nadelung links oder rechts angegeben wird, ist damit immer ein Rechtshänder gemeint – im Falle eines Linkshänders muss die Seite gewechselt werden.

Die Punktprogramme

Allergien
AllergieVorausbemerkung: Der Dreifache-Erwärmer-Meridian spielt die wichtigste Rolle bei allen allergischen Erkrankungen, da sein Tonisierungspunkt 3E 3 direkte Resonanz auf Cortison zeigt. Meist ist das Meridian-Qi blockiert, daher muss therapeutisch in diesem Fall der Punkt 3E 3 tonisiert und als „Gegenpunkt“ der 3E 22 sediert werden (am besten Mikroblutungen erzeugen). Zusatzpunkt ist sowohl bei „echten“ Allergien wie bei Pseudoallergien (Unverträglichkeiten) der Kardinalpunkt 3E 5.
Alle erwähnten Punkte sind meist auf der nichtdominanten Seite zu behandeln.
Asthma bronchiale
Asthma bronchialeMan kennt bei Asthma bronchiale drei Formen: a: vorwiegend allergisch, b: nichtallergisch, c: Mischformen.
Allgemein: Man unterscheidet das allergische (extrinsische) Asthma vom nichtallergischen (intrinsischen). In Reinform kommen diese jedoch nur bei etwa zehn Prozent der Patienten vor, bei der Mehrheit werden Mischformen beobachtet. Während bei Kindern das allergische Asthma häufiger ist, findet man im Alter mehr die nichtallergische Form.
Punktkombinationen bei a) vorwiegend allergischem Asthma bronchiale:
  • 3E 3 (+): besonders links als Cortisonpunkt – am besten mit Erhitzen der Nadel

  • 3E 22: Spezialpunkt mit Autoimmunbezug – bes. links sedierend zu stechen, evtl. bluten lassen

  • Lu 7 (K, Luo, M): generell bei Asthma bronchiale, für alle Geschehen im Thoraxraum, Kardinalpunkt für das KG

  • KG 17 (respiratorischer Mu des 3E, R): ergänzt optimal Lu 7.

Punktkombinationen bei b) nichtallergischem Asthma bronchiale:
  • Hier ist außer Lu 7 der MP 4 der führende Kardinalpunkt (Chongmai) mit seiner die „Mitte“ stärkenden Funktion und als Antientzündungspunkt

  • KG 17 (respiratorischer Mu des 3E, R): ergänzt optimal Lu 7

  • Ma 40: Spezialpunkt zur Unterstützung der Expektoration mit betamimetischer Wirkung

  • Ma 36: He-Punkte des Magens

  • KG 6: „Meer der Energie“

  • Bei Pseudoallergien (Unverträglichkeiten auf z. B. Raumspray, Reinigungsmittel, Nahrungsmittel, Medikamente) der Kardinalpunkt 3E 5

Punktkombinationen bei c) Mischformen:
Nun zu den Punkten, die allgemein, also für alle Asthma-Formen außer den oben geschilderten spezifischen Punkten, zu beachten sind:
  • Dü 3 (+, M, K): Meisterpunkt für die Spasmolyse, anfallsartiger Krampfhusten mit Auswurf, Kardinalpunkt für das LG;

  • Bl 62 (M, K): besonders für das Asthma bei Kindern und bei Krisen am Tag, Kardinalpunkt für das „Aufsteigende Yang-Gefäß“ (Yangqiaomai), Partnerpunkt zu Dü 3;

  • Ni 6 (M, K): bei nächtlichen Krisen, denn er ist der Meisterpunkt gegen Schlafstörungen. Links gestochen, hat er Tranquilizer-Wirkung. Als Kardinalpunkt des aufsteigenden Yin-Gefäßes (Yangqiaomai); Wirkung auf Asthma, Emphysem, chronische Bronchitis.

Dorsale Punkte:
  • LG 11: bei „tetaniformen“ Hustenanfällen

  • LG 14 (R): Reunionspunkt aller Yang-Meridiane, völliger Energiemangel, Erschöpfungszustände, Fieber, lokoregionale Wirkung auf Bronchien und Lunge;

  • Bl 13 (Shu): Zustimmungspunkt der Lunge;

  • Bl 15 (Shu): Zustimmungspunkt des Herzens;

  • Bl 17 (Shu): Zustimmungspunkt des Zwerchfells;

  • Bl 43: Erschöpfung bei chronischen Leiden, bei Spasmen, Krämpfen, spastischem Husten, Zustimmungspunkt „der Lebenszentren“;

  • Dü 14: lokoregionale Wirkung.

Ventrale Punkte:
  • KG 15 (R, M): Meisterpunkt der vitalen Yang-Energie, Ausgleichsfunktion;

  • Ni 27: Asthmatherapie lokoregional und psychogene Faktoren;

  • Lu 1 (Mu): Alarmpunkt der Lungen, Punkt der „Sorge“.

Fernpunkte:
  • Di 4 (Q, M), Di 11 (+), 3E 5: während einer Krise;

  • Lu 9 (Q, +, M) und Di 11 (+): eher im Intervall;

  • Ma 36 (M): sedierend, fördert den Auswurf;

  • Ma 40 (Luo): bei reichlichem Auswurf;

  • Ma 44: sedierend.

Evtl. bei allen Allergieformen zur Anregung der Nebennierenfunktion:
  • Ni 7 (+): adjuvant zur Steigerung der Nebennierenfunktion;

  • Bl 23 (Shu) Zustimmungspunkt der Nieren und Nebennieren, kortikotropher Punkt;

  • Bl 40 Allergie = Histaminpunkt, links stimulieren;

Zur Hebung des Allgemeinzustands Moxa auf:
  • Bl 17 (Shu, M), Bl 21 (Shu, M), Bl 23 (Shu), Bl 25 (Shu).

Moxa ergibt bei der Therapie des Asthma bronchiale generell bessere Resultate als die Akupunktur alleine.
Psychisch sind die meisten Asthmatiker gekennzeichnet durch eine ängstliche Grundhaltung mit hypochondrischen Zügen. Sie leiden häufig an einem Konflikt mit den Gefühlen, „zu etwas gezwungen zu werden; es werde ihnen etwas vorenthalten“. Dabei sind sie nicht fähig, die Sachlage zu ändern oder sie wollen dies gar nicht.
Die Atmung spiegelt emotionale und affektive Vorgänge deutlicher wider als andere vegetativ gesteuerte Funktionen. Durch neurotische Mechanismen kann eine Veränderung der Atmung z. B. Krampfatmung und Husten, verstärkt und aufrechterhalten werden.
Hautallergie – Ekzem – Nesselsucht
Hautallergie – Nesselsucht
NesselsuchtHautallergieEkzemDer Körper reagiert, welcher Art die angreifende Noxe auch sei, mit Abwehrmaßnahmen, die in bestimmten Fällen ein spezifisches Krankheitsbild darstellen können. Die Allergie zählt zu den Adaptationskrankheiten.
Auch psychische Faktoren können die Resistenz gegenüber Allergenen herabsetzen.
Nach chinesischer Anschauung ist bei einer allergischen Krise die Abwehrreaktion (Wei-Energie) abhängig von der Persönlichkeit (Erbfaktor) und dem Agens, das als „Aggressor“ auftritt, wonach sich dann auch die Lokalisation richten kann.
Therapie
Besonders gegen Pruritus:
  • 3E 22: Spezialpunkt mit Autoimmunbezug – bes. links sedierend zu stechen, evtl. bluten lassen;

  • 3E 3 (+): besonders links als Cortisonpunkt – am besten mit Erhitzen der Nadel;

  • Gb 41 (K, M, Prostaglandin-E1-Punkt): Gb 41 ist der Kardinalpunkt des Daimai, der eine Beziehung zu Stoffwechselfunktionen hat und vor allem die Entgiftungstätigkeit des Körpers anregt. Gute Wirkung deshalb beim hepatogenen Pruritis.

Gegen alle entzündlichen Hautleiden besonders im Schädelbereich:
  • 3E 5 (K, Luo, M, Thymuspunkt). 3E 5 schaltet den Partner des Daimai, den Yangweimai, ein. Dieser steht mit allen Yang-Meridianen in Verbindung, besonders aber mit dem Blasen- und Gallenblasenmeridian. Eine seiner wesentlichen Indikationen sind Hautkrankheiten.

Gegen Ekzeme jeglicher Genese und Pruritus:
  • Lu 7 (K, Luo, M) Einschaltpunkt des KG;

Dorsale Punkte:
  • Bl 13 (Shu) Allergie, Dermatosen, Lunge als Ausscheidungsorgan;

  • Bl 23 (Shu) regt Nebennierenfunktion an;

  • Bl 52 ebenso;

  • LG 4 (M) komplettiert die Wirkung von Bl 23 und Bl 52.

  • Dazu lokale Punkte, je nach Lokalisation und adjuvant bei Schwellungen, Ödem, aber auch bei Cellulitis: MP 9 (M).

Fernpunkte:
  • Di 4 (Q, M): besonders für den Gesichtsbereich;

  • Di 11 (+): gegen alle Dermatosen, adjuvant gegen Quincke-Ödem;

  • Bl 40 (M): gegen alle Hautleiden, aber besonders gegen chronisch rezidivierende Eruptionen;

  • Bl 40: entspricht dem Histaminpunkt der Aurikulomedizin. In der kontrollierten Körperakupunktur ist er ein Hinweispunkt auf ein aktives Störfeld. Er kann vor allem bei allergisch bedingten Dermatitiden eingesetzt werden.

  • Lu 5 (–): gegen nächtliche Pruritus und Gesichtsakne;

  • Le 5 (Luo): gegen Pruritis, Quincke-Ödem;

  • Ni 2 (–) und Ni 3 (Q): gegen übermäßiges Schwitzen;

  • Ni 7 (+) und Ni 10: Anregung der Nebennierenfunktionen, gegen alle Allergieformen, auch schweißregulierend;

  • MP 6 (Gruppen-Luo): gegen alle Dermatosen;

  • Di 4 (Q, M), MP 10, Bl 23 (Shu): eher gegen trockene Dermatosen;

  • Di 11 (+), MP 6 (Gruppen-Luo), Bl 52: eher gegen feuchte Dermatosen.

Die genannten Fernpunkte haben überwiegend ausscheidungsanregende und stoffwechselaktivierende Funktionen.
  • Ma 15, KG 22 (gewisse Wirkung auf den Thymus, in der Tradition „Himmelsfenster“) und Dü 18 können als Alternative zu den oben erwähnten Punkten gelten.

Bei der Therapie der Hautkrankheiten kommt es wesentlich darauf an, die Funktion der Ausscheidungsorgane zu verstärken und den Stoffwechsel anzuregen. Deshalb befinden sich viele empfohlene Punkte auf den Meridianen der Lunge, des Dickdarms, der Niere und Blase sowie auf dem Lebermeridian.
Heuschnupfen
Therapie
  • HeuschnupfenLu 7 (K, Luo, M): gegen Rhinitis, Sinusitis, Allergiefolgen; hier generell als Kardinalpunkt des KG mit ausgeprägter Wirkung auf Erkrankungen des Respirationstrakts;

  • 3E 22: Spezialpunkt mit Autoimmunbezug – bes. links sedierend zu stechen, evtl. bluten lassen;

  • 3E 3 (+): besonders links als Cortisonpunkt – am besten mit Erhitzen der Nadel;

  • 3E 5 (Luo, M): bei akuten Exazerbationen;

  • 3E 5: Kardinalpunkt des Yangweimai, der als Regulationsmeridian des Yang vor allem gegen Erkrankungen eingesetzt wird, die durch „Wind-Kälte“ verursacht werden und die äußeren Körperschichten betreffen, Wirkung auf den Thymus.

Dorsale Punkte:
  • Bl 13 (Shu): Zustimmungspunkt des Lungenmeridians;

  • Bl 18 (Shu): Zustimmungspunkt der Leber, der hier vor allem eingesetzt werden kann, wenn die Augen betroffen sind, da die Leber auch das Auge „regiert“;

  • Bl 23 (Lu): Zustimmungspunkt der Nieren, hier als kortikotropher Punkt eingesetzt;

  • LG 4 (M): der auf gleicher Höhe mit Bl 23 liegt und segmental Bl 23 unterstützt;

  • 3E 17: der sofort die Nasenatmung erleichtert, besondere Wirkung gegen Tubenkatarrh;

  • LG 14: „die Spinne“, wichtiger zentraler Punkt, von dem aus das gesamte Yang beeinflusst werden kann.

Große Bedeutung haben die lokoregionalen Punkte: beim Heuschnupfen vor allem das Dreieck Bl 2 rechts und links und Yintang, der auch als Meisterpunkt der Nase gilt: außerdem Di 19, Di 20, LG 20, LG 24 als Zusatzpunkte Ma 3, Bl 3 und Bl 4.
Fernpunkte:
  • Di 4 (Q, M): sehr wirksamer Punkt bei Schnupfen, von dem aus ein akuter Schnupfen kupiert werden kann;

  • Di 11: Tonisierungspunkt des Di-Meridians, unterstützt die Wirkung des Quellpunktes

    • besonders gegen Niesreiz: Bl 2, Bl 3, Bl 66

    • gegen Neigung zu Epistaxis: Bl 40

    • zur Nebennierenanregung: Ni 3 (Q), Ni 7 (+), Bl 23 (Shu)

  • Ni 3: Quellpunkt des Nierenmeridians;

  • Ni 7: Tonisierungspunkt;

  • Bl 23: Zustimmungspunkt der Niere und Nebenniere verstärken sich hier gegenseitig.

Zur Hebung der Abwehrfunktion:
  • Le 8 (+): Tonisierungspunkt des Le-Meridians mit psychisch und somatisch kräftigender Wirkung auf den Organismus, He-Funktion auf die Leber.

  • Le 13 (Mu, M, R): wichtiger Stoffwechselpunkt, Alarmpunkt des MP-Meridians, Wirkung auf ACTH.

  • Gb 39: Gruppen-Luo-Punkt der 3 Yang-Meridiane des Fußes (Ma-Bl-Gb)

  • Ma 36 (M): He-Punkt des Ma-Meridians.

Anosmie:
  • Di 20: Endpunkt des Di-Meridians, Reunionspunkt mit dem Ma-Meridian, Hauptpunkt zur Behandlung der Nase;

  • Yintang: bildet mit Bl 2 zusammen das „magische Dreieck“, das vor allem zur Behandlung der Nase eingesetzt wird.

  • Bl 7: seine Lokalisation 1,5 Cun lateral des LG 20 weist auf eine Vielzahl von lokoregionalen Indikationen, zu denen auch die Anosmie gehört.

  • Bl 10 (R): hat ebenfalls die Anosmie unter der breiten Palette der Anwendungsmöglichkeiten dieses wichtigen Punktes mit vagotoner Wirkung.

  • Bl 18 (Shu): Zustimmungspunkt der Leber;

  • Bl 23 (Shu): Zustimmungspunkt der Nieren/Nebennieren;

  • Di 4 (Q, M): der Quellpunkt mit Verbindung zu Lu 7, zugleich Stoffwechselpunkt mit Allgemeinwirkung, wird gegen akute und chronische Affektionen des Nasen-Rachen-Raums eingesetzt;

  • Lu 9 (+, M): der Quellpunkt und zugleich Tonisierungspunkt seines Meridians steht in Verbindung zu Di 6, gilt als Spezialpunkt gegen Gefäßkrankheiten.

Achtung Störfeldproblematik: Die Akupunktur hat bei der Behandlung des Heuschnupfens hervorragende Resulte. Eine Ausnahme davon liegt nur bei Vorhandensein eines Störfeldes, insbesondere eines Amalgamstörfeldes, vor. Hinweispunkt darauf ist in der kontrollierten Körperakupunktur der Punkt KG 12. Auch muss auf NNH-Störfelder geachtet werden.
Atemwege
Bronchitis (chronische)
BronchitisDie chronische Bronchitis entsteht durch eine lang anhaltende Störung der Lungenenergie, die meistens durch nicht vollständig therapierte Affektionen der äußeren klimatischen Einflüsse verursacht wird. Gleichzeitig liegt oft eine Nieren-Schwäche vor.
Therapie
Allgemein:
  • Lu 7 (K, Luo, M): ist Meisterpunkt für alles Geschehen im Thoraxraum.

  • Ni 6 (K, M): zusammen mit Lu 7 aktiviert er das 4. Paar der außerordentlichen Meridiane Renmai und Yinqiaomai. Sie sind besonders für chronische Schwächezustände des Yin wirksam.

  • Dü 3 (K, +, M): Der Einsatz von Dü 3 ist durch seine antispastische, spasmolytische Wirkung zu erklären, besonders bei Krampfhusten.

Lokale Punkte:
  • Lu 1 (Mu): Alarmpunkt der Lunge, vor allem bei akutem und subakuten Geschehen;

  • Ma 15 und Ma 16: lokale Wirkung;

  • Ni 27: außer seiner lokoregionalen Wirkung wirkt er besonders gegen chronische Schwächezustände des Yin. Bei Rechtshändern wird er oft links in Gold gestochen.

Technik „Vorne-Hinten“:
Vorne:
  • KG 15 (R): sedierend und Einfluss auf Roemheld-Syndrom.

  • KG 17 (Mu): respiratorischer Alarmpunkt des Dreifachen Erwärmers.

  • KG 22: hier lokal besonders gegen quälenden Reiz- und Kitzelhusten.

Hinten:
  • LG 11: bei „tetaniformen“ Hustenanfällen;

  • LG 14 (R): generell bei Erschöpfungszuständen und bei Fieber;

  • Bl 13 (Shu): Zustimmungspunkt der Lunge;

  • Bl 38: Erschöpfungszustände bei chronischen Leiden, sekundäre Anämie;

  • Bl 17 (Shu, M): Wirkung auf Zwerchfell, Bronchien und Lungenparenchym, mit Bl 52 auch unterstützend bei Hämoptysen und Begleitanämien.

Fernpunkte:
  • Lu 5 (−): Sedativpunkt der Lunge gegen nächtlichen Hustenreiz und Dyspnoe (unterstützend bei Pertussis);

  • Ma 40 (Luo): Schleim ist Ansammlung von „pathologischen Energien“ des Milz-Pankreas-Systems. Durch Punktur vom Luo-Punkt des gekoppelten Ma-Meridians wird die Schleimansammlung zerstreut.

  • Lu 9 (+, M): Tonisierungspunkt der Lunge, eher bei Tracheobronchitis mit dünnflüssigem Sputum;

  • 3E 10 (−): Die entzündliche Erkrankung der Atmungsorgane verursacht Hitzeaffektion im Bereich des oberen Dreifachen Erwärmers. Als Sedativpunkt des Meridians wirkt er dagegen.

  • Di 4 (Q, M) und Di 11 (+): Die Kombination Lu 7, Di 4, Di 11 ist indiziert bei chronischer Erkrankung und verzögerter Rekonvaleszenz.

Bewegungsapparat
Hüftgelenkschmerzen
HüftgelenkschmerzenSchmerzhafte Zustände des Hüftgelenks sind gewöhnlich mit Energiestörungen im Gallenblasenmeridian vergesellschaftet, durch energetische Verbindungen zum Blasenmeridian treten auch in diesem Schwächen auf. Bei allen Hüftgelenksbeschwerden muss untersucht werden, ob der Patient tonsillektomiert ist. Durch beherdete Tonsillektomienarben kann es zu energetischen Störungen kommen, die für jede Akupunktur als Therapiehindernis wirken. Natürlich können auch andere Störfelder sich negativ auf das Hüftgelenk auswirken.
Therapie
Rheumatisches Geschehen, Kontrakturen:
  • Bl 62 (K, M): Kardinalpunkt des Yangqiaomai, der gegen alle motorischen Bewegungsstörungen und muskuläre Ausfallerscheinungen eingesetzt wird.

Affektionen der großen Gelenke:
  • Gb 41 (K, M): „Meisterpunkt“ gegen rheumatische Beschwerden der großen Gelenke, hier eingesetzt als Einschaltpunkt des Daimai, des Gürtelgefäßes, mit dessen Hilfe alle Schmerzen im Bereich des Bewegungsapparates therapiert werden können; Prostaglandin-E1-Wirkung.

Gegen alle rheumatische Geschehen:
  • 3E 5 (K, Luo, M): Hauptpunkt und Meisterpunkt zur Rheumabehandlung, Luo-Punkt mit Verbindung zu KS 7, Einschaltpunkt des Yangweimai, der gegen alle „rheumatischen, arthritischen und neuritischen Schmerzen“ mit Verschlimmerung durch Witterungseinflüsse eingesetzt werden kann; als „Thymuspunkt“ gegen alle Störfelder wirksam.

Lokale Punkte:
  • Gb 31: bei Rheumatismus der Hüft- und Kniegelenke, Gb 30, Gb 29;

  • dazu Bl 27 bis Bl 31 (M) – Verbindung zu Gb 30.

Fernpunkte:
  • Gb 34 (M): He-Punkt des Meridians, Meisterpunkt der Muskulatur;

  • Gb 39 (Gruppen-Luo): Reunionspunkt für das Knochenmark, Gruppen-Luo-Punkt der drei Yang-Meridiane des Fußes, wird gegen rheumatische Gelenkschmerzen eingesetzt, die mal dieses, mal jenes Gelenk befallen;

  • Bl 40 (M): Stoffwechselpunkt, Antihistaminpunkt mit lokoregionaler Wirkung bei Gonarthrosen und Koxarthrosen;

  • MP 6 (Gruppen-Luo): Kreuzungspunkt der drei Yin-Meridiane des Fußes mit stark durchblutungsfördernder Wirkung auf das gesamte Becken und auch auf das Hüftgelenk;

  • Le 11, evtl. auch Le 12: lokoregionale Wirkung.

Programmvorschlag: Gb 41 (M), Gb 39 (Gruppen-Luo), MP 6 (Gruppen-Luo), Gb 34 (M), Gb 29, Gb 30, Gb 31, Le 11, Bl 62 (M).
Kniegelenkschmerzen
KniegelenkschmerzenDer Hauptmeridian des Magens korrespondiert mit den Schmerzen in der anteroexterioren Region des Gelenks, der tendinomuskuläre mehr oberflächlich mit dem äußeren Rand des Gelenks.
Der Hauptmeridian der Gallenblase steht mit der Außenfläche und den Ligamenten in Verbindung. Der tendinomuskuläre Meridian zieht um die Patella.
Der Hauptmeridian der Blase erfasst die Kniekehle, ähnlich auch der tendinomuskuläre Meridian.
Der MP-Meridian korrespondiert mit der Innenfläche des Gelenks und erfasst einen Teil der Muskulatur mit, die an der medialen Ligamenteninsertionsstelle ansetzt.
Der Leber-Meridian hat über Le 3 (Q, M) und Le 8 (+) eine besonders weit reichende Wirkung auf die Innenseite des Gelenks.
Der Nieren-Meridian agiert über Ni 7 (+) und Ni 10 entsprechend dem Meridianverlauf. Außerdem gilt Ni 7 in der Tradition als Tonisierungspunkt der „Feuerniere“, womit die Nebenniere gemeint ist.
Die Beeinflussung der anterioren Seite geht über Le 8 (+), MP 6 (R, Gruppen-Luo), MP 9 (He), Ma 35, die der posterioren Seite über: Bl 40 (M), Bl 60 (M), Ma 35, MP 6 (Gruppen-Luo), MP 9 (He), Gb 34 (M).
Therapie
Übergeordnete Hauptpunkte gegen Kniegelenkschmerzen:
  • Gb 41 (K, M) und 3E 5 (K, Luo, M): schalten hier das 2. Paar der außerordentlichen Meridiane, den Daimai (Gürtelgefäß) und den Yangweimai, ein, wobei das Gürtelgefäß in Führung geht mit seiner schon oft erwähnten Wirkung gegen alle „rheumatischen, arthritischen und neuralgischen“ Beschwerden der großen Gelenke. Nach neueren Untersuchungen ist der Gb 41 der Prostaglandin-E1-Punkt, der 3E 5 als Thymuspunkt ein allgemeiner Antistörfeldpunkt.

Bei chronischen Schmerzen wichtig dazugeben:
  • Ni 3 (Q): Quellpunkt des Ni-Meridians steht in Verbindung mit dem Bl-Meridian und wird mit Ni 7 zusammen vorwiegend zur Rheumabehandlung eingesetzt;

  • Bl 60 (M): Meisterpunkt gegen alle Schmerzen im Verlauf des Bl-Meridians; Prostaglandin-E2-Punkt.

Bei erschwerter Beugung Punkte um den Gelenkspalt bevorzugen:
  • Ma 35: das „äußere Knieauge“, weil in einer Vertiefung lateral vom Ligamentum patellae gelegen, ist ebenso wie

  • Extrapunkt EX-LE 5 = Ma 35–02: der „inneres Knieauge“ genannte Punkt außerhalb der Meridiane, der in einer Vertiefung medial des Lig. patellae liegt, Teil einer allgemein gegen Gonarthralgien angegebenen Punktkombination;

  • Ma 36 (M), Gb 34 (M), Bl 40 (M), MP 9 (M): haben wegen ihrer Lage enge Beziehungen zum Kniegelenk.

Bei erschwerter Streckung sind die Punkte oberhalb des Gelenks vorteilhafter:
  • Ma 32, Ma 34, Gb 31, Gb 33, Bl 38, Bl 39. Diese genannten Punkte werden alle lokoregional eingesetzt.

Adjuvant bewähren sich:
  • Bl 23 (Shu): Zustimmungspunkt der Niere und Nebenniere wird wegen seiner kortikotropen Wirkung eingesetzt;

  • Bl 31 (R, M): wirkt als Reunionspunkt mit dem Gallenblasenmeridian und als Meisterpunkt des Klimakteriums allgemein stimulierend;

  • Bl 58 (Luo): der Luo-Punkt mit Verbindung zu Ni 3 wirkt durchblutungsfördernd auf die unteren Extremitäten, aber auch auf Muskelkrämpfe, Kontrakturen und auf arthritische bzw. arthrotische Veränderungen;

  • Bl 60 (M): beeinflusst als Meisterpunkt allen schmerzhaften Geschehens im Meridianverlauf rheumatische und arthritische Beschwerden sowie Muskelkontrakturen; Prostaglandin-E2-Punkt.

Schulter-Arm-Schmerzen
Schulter-Arm-SchmerzenWie bei allen Schmerzzuständen immer nach einem Störfeld suchen:
  • 3E 5 (K, Luo, M): allgemeiner, übergeordneter Störfeldpunkt – insbesondere bei rheumatisch-entzündlicher Komponente (Thymuspunkt);

  • Gb 41 (K, M): Prostaglandin-E1-Punkt in Kombination mit 3E 5 (Luo, M) bei Wetterfühligkeit;

  • Bl 62 (K, M): bei muskulären Verspannungen und Schmerzen;

  • Di 15 (M): führender Schulterpunkt, meist in Kombination mit Dü 9 und Di 14, eventuell lokale Punkte in Nähe von He 1;

  • 3E 14, 3E 15 (M);

  • Di 15: wirkt auch als zonendominanter Punkt für das ganze Mesoderm (Ohrakupunktur)

Weitere dorsale Punkte:
  • Bl 10 (R), Bl 11, Bl 12;

  • LG 14 (R): wichtiger Punkt für die gesamte obere Wirbelsäule;

  • Dü 10, Dü 12.

Fernpunkte:
  • Di 1 (M), Di 4 (Q, M, allgemeiner Analgesiepunkt), Di 11 (+), Di 14, Dü 4 (Q), Dü 8 (−), 3E 10 (−), Lu 5 (−), Ni 4 (Luo), Gb 34 (M).

  • In China wird beim akuten Schulterschmerz von Ma 38 zu Bl 57 durchgestochen oder Ma 38 stark stimuliert.

Tennis-Ellbogen
Tennis-EllbogenEntzündung des Epicondylus lateralis humeri, aber auch nach traumatischen Läsionen, z. B. nach Frakturen.
Therapie
  • 3E 5 (K, Luo, M): allgemeiner Antistörfeldpunkt, lokale Schmerzpunkte (A-Shi-Punkte) immer mit einbeziehen;

  • Di 12: moxibustieren, dann die Meridianpunkte in ihrer lokoregionalen Bedeutung;

  • Lu 5 (−), Di 11 (+), KS 3, He 3 (M), Dü 8 (−), 3E 10 (−), dazu vorteilhaft vier Nadeln rechts und links im gleichen Abstand zwischen Bl 10 (R) und Bl 11 oder Bl 10–1 (Neupunkt).

Gegen eher arthritische Beschwerden:
  • 3E 3 (+), 3E 5 (K, Luo, M, allgemeiner Antistörfeldpunkt), He 4, Dü 4 (Q). Ruhigstellung!

Hier kann der Laser mit der gefundenen Frequenz (meist C) auf den Schmerzarealen mit gutem Erfolg eingesetzt werden.
Wirbelsäulenschäden
WirbelsäulenschädenImmer wichtig: Auf Inversion (Blockade der 1. Rippe) achten!
Außerdem sollte man auch psychosomatische Störungen nicht übersehen! Als Beispiele können hier genannt werden:
  • HWS: Überforderung und Verstimmung – Halsstarrigkeit.

  • BWS: drückt „Haltung“ und „Stimmung“ aus („Er hat den Halt verloren“).

  • LWS: Beziehung zur Sexualsphäre, Unsicherheit wird durch übertrieben steife Haltung kompensiert. Patienten, die unter der Last ihres Lebens leiden und ihren Widerstand dagegen aufgegeben haben.

Therapie
Zervikalgien:
  • Locus-dolendi-Punkte im Halsbereich stechen und auf Wirbelblockaden achten.

  • Dü 3 (K, +, M), LG 14 (R), Gb 20 (R), Bl 13 (Iu), Bl 10 (R), Bl 11;

  • 3E 5 (K, Luo, M): allgemeiner Antistörfeldpunkt;

  • Bl 60 (M, Prostaglandin E2): allgemeiner Punkt für Schmerzen im Bereich der gesamten Wirbelsäule.

Bei tortikollisähnlichen Beschwerden:
  • Dü 7 (Luo): kontralateral, dazu KG 24 (R);

  • evtl. alternierend: 3E 14, Dü 9, Dü 10, Gb 21 (R). Diese Punkte können auch bei Schmerzen, die vom Hals in die Schulter ziehen, eingesetzt werden.

Dorsalgien:
  • Je nach Art der Beschwerden Hua-Tuo-Punkte (Extrapunkte zwischen Wirbelkörper und Blasenmeridian) oder druckdolente Punkte entlang dem Bl-Meridian stechen, dazu Dü 3 (K, +, M).

  • Akut: Hua-Tuo-Punkte;

  • Subakut: Punkte auf dem Bl-Meridian behandeln und Bl 60 (Prostaglandin E2) einsetzen;

  • Eher chronisch: dann kann zusätzlich der äußere Verlauf des Bl-Meridians mit verwendet werden.

  • Schmerzpunkte auf der Wirbelsäule und zusätzlich noch Bl 60 (M, Prostaglandin E2), Gb 30 (R), 3E 3 (+).

Lumbalgien:
  • Gb 41 (K, M): antirheumatischer Schmerzpunkt (Prostaglandin E1), dazu Bl 60 (M, Prostaglandin E2);

  • Bl 62 (M) dazu Bl 21 (Shu) bis Bl 26 (Shu), Bl 50, Bl 51, Bl 52, MP 4 (Luo, M), LG 2, LG 3, LG 4 (M), LG 5, Gb 30 (R), Ni 4 (Luo).

Sakralgien:
  • Bl 62 (M), Bl 27 (Shu) bis Bl 34, Bl 60 (M), LG 2

Sakroiliakale Beschwerden:
  • Bl 62 (M), Gb 41 (M), Bl 26 (Shu), Bl 27 (Shu), Bl 28 (Shu), Bl 31 (M), Bl 60 (M)

Kokzygodynie mit anorektalen Beschwerden:
  • Bl 62 (M), Bl 35, Bl 60 (M), LG 2.

Gastroenterologie
Aerophagie-Singultus
GastroenterologieAerophagie-SingultusGemütsstörungen und/oder schwache Magenenergie verursachen Luftansammlungen in der Mitte des Leibes. Hier sind die Funktionskreise Herz, Leber und Magen betroffen.
Therapie
Allgemein:
  • He 3, He 5, KG 6, KG 12, KG 15, Le 14.

  • He 3 (M) und He 5 (Luo): regulieren den Herzmeridian;

  • KG 6 (M, R): „Meer der Energie“;

  • KG 12 (Mu, M, R): Alarmpunkt des Magens;

  • KG 15 (M, R): Meisterpunkt der vitalen Yang-Energie;

  • Le 14 (Mu): Alarmpunkt der Leber;

  • evtl. zusätzlich alternierend: Di 4 (Q, M), Ma 36 (M), Le 3 (Q, M);

und nach der Technik „Vorne-Hinten“ (Mu-Shu):
  • KG 17 (Mu, R) – Bl 17 (Shu, M).

  • Di 4, Le 3 und Ma 36 wirken psychisch beruhigend.

  • KG 17 − Bl 17: Mu-Shu-Technik für den oberen Dreifachen Erwärmer;

  • KG 12 − Bl 21: Mu-Shu-Technik für den Magen;

Lokale Punkte:
  • Ma 21 bis Ma 25;

  • •4

    lokale Zusatzpunkte, je 0,5 Cun oberhalb, unterhalb, rechts und links von KG 12.

Bei begleitenden Pankreasstörungen:
  • Bl 20: Shu-Punkt von Pankreas.

Bei begleitenden Magenproblemen:
  • Bl 21: Zustimmungs- und Meisterpunkt des Magens.

Bei Blähungen und Tympanismus:
  • Ma 41 (+): Anregung der Magenfunktion;

  • Di 3: Meisterpunkt für den Stoffwechsel.

Bei zusätzlich bestehender Obstipation:
  • MP 3: Quellpunkt, Verbindung zum Ma 40, Luo-Punkt des Magens.

Bei überwiegend psychosomatischer Ursache:
  • Di 4 (Q): Meisterpunkt des Stoffwechsels;

  • Le 3 (Q): Meisterpunkt für alle Spasmen.

Bei Ösophagusreflux:
  • Di 4 (Q, M) und Le 3 (Q, M): bei überwiegend psychosomatischer Ursache;

  • KG 12 (Mu, M, R) und Bl 21 (Shu, M): Mu-Shu-Technik des Magens;

  • KG 14 (Mu): Alarmpunkt des Herzens;

  • KG 21: gegen Spasmus im Mediastinumbereich;

  • Ma 21: lokale Wirkung;

  • Bl 17 (Shu, M): Meisterpunkt des Zwerchfells.

Appendizitis
AppendizitisAkupunktur ist bei Appendizitis aus forensischen Gründen bei uns grundsätzlich nicht zu empfehlen, höchstens bei chronischen Reizformen. In China ist die Akupunktur nur bei gegebener Operationsbereitschaft indiziert. Gute Erfolge auch bei „neurogenen Formen“ und postanginös.
Folgende Maßnahmen sind unbedingt zu beachten:
  • 1.

    Die Fälle müssen 24 Stunden nach Beginn der Beschwerden eingewiesen sein.

  • 2.

    Temperatur rektal unter 38 Grad.

  • 3.

    Leukozyten unter 12.000, davon polymorphkernige unter 80 %.

  • 4.

    McBurney-Punkt: Druck mit Schmerzbesserung gilt als prognostisch günstig bzw. nach Beginn der Therapie als erstes Zeichen eines Erfolges.

Nur kurze Beobachtung! Wenn sich die Symptome nach der Nadelung nicht bessern, sofortige Operation, eine Leukozytenzählung ist alle 3 bis 6 Stunden notwendig.
Therapie
Verwendet wird der Punkt Lanwei = Ma 37–1 = EX-LE 7: 2 Cun unter Ma 36, etwas näher zu Ma 37. Er ist meist rechts deutlich dolent. Sind Ma 36 und Ma 37 empfindlich, dann werden diese beiden Punkte benützt. Wir beginnen immer zuerst rechts mit der Nadelmanipulation, dann erst links.
Gestochen wird mit der Sedativ-Methode: langsamer Einstich, rasches Zurückziehen, wieder langsames Vorschieben der Nadel usw.
Die Nadeln werden alle 30 Minuten 1–2 Minuten manipuliert und bleiben in China bis zu 2 Stunden je Behandlung liegen. Etwa 1.000 Fälle wurden nach chin. Angaben in dieser Weise pro Jahr behandelt (persönliche Erfahrung an der NUTCM).
Folgende Punkte können noch eingesetzt werden:
  • MP 14: enterokolitische Schmerzen, hier lokoregional eingesetzt;

  • Ma 25 (Mu): Alarmpunkt des Dickdarms;

  • KS 6 (Luo): bei Übelkeit und Erbrechen;

  • Di 11 (+): bei Fieber.

  • zusätzlich günstig: den MP 4 links als Interferonpunkt stimulieren (persönliche Erfahrung).

Appetitlosigkeit
AppetitlosigkeitDie Ursachen einer Appetitlosigkeit sind häufig Störungen im Bereich der Herz- und Magen- sowie Milzmeridiane.
Therapie
Völlige Appetitlosigkeit:
  • Di 4 (Q, M), Ma 25 (Mu), Le 13 (Mu, M, R);

  • KG 15 (M, R) und LG 19 (R): beruhigend;

  • He 9 (M) und He 5 (Luo): regulieren den Herzmeridian;

  • Ma 36 (M), Ma 41 (+), KG 12 (Mu, M, R): unterstützen den Magenmeridian;

Evtl. alternierend:
  • Di 4 (Q, M) und Ma 25 (Mu): regen die Darmtätigkeit an;

  • Le 13 (Mu, M, R): ist der Alarmpunkt des MP-Meridians;

  • Kardinalpunkte mit einbeziehen: KS 6, die oben erwähnten Punkte, MP 4.

Durch das Einschalten des Paares Yinweimai und Chongmai kann man chronische Leiden des Abdomens günstig beeinflussen.
Bei Schwäche:
  • Di 11 (+): Unterstützung des Stoffwechsels durch Tonisierung des Dickdarms.

Bei Anspannung:
  • Ma 45 (−): Durch Sedierung des Magens wird eine Hypermotilität gebremst.

Bei massiver Inappetenz:
  • Ma 42 (Q): Anregung der Magenfunktion durch Verbindung zu seinem gekoppelten Meridian (MP 4, Luo).

Bei Dyspepsien:
  • MP 2 (+), MP 4 (K, Luo), MP 6 (Gruppen-Luo): nach Tonisierung mit MP 2 wird die Energie über MP 4, dem Luo-Punkt, zum gekoppelten Magenmeridian gelangen;

  • als Gruppen-Luo-Punkt der drei Yin-Meridiane der Füße unterstützt MP 6 den MP-Meridian.

Bei Blähungen, Tympanismus:
  • zusätzlich Ma 41 (+).

Bei Spasmen:
  • Le 3 (Q, M): Meisterpunkt gegen Spasmen.

Bei Affektionen des Magens und Duodenums:
  • MP 4 (K, Luo, M), Ma 36 (M), KG 6 (M, R), KG 12 (Mu, M, R), Di 10, KS 6 (Luo).

Brechreiz – Reisekrankheit
ReisekrankheitBrechreizBrechreiz ist ein Ausdruck der Dysregulation der Energieausbreitung in den Funktionskreisen Magen und Milz-Pankreas. Bei der Reisekrankheit spielt außerdem ein psychovegetativer Faktor eine gewisse Rolle.
Therapie
Allgemein:
  • KS 6 (K, Luo): Kardinalpunkt des Yinweimo gegen Übelkeit, Erbrechen; wirkt kreislaufregulierend;

  • KG 12 (Mu, R): Alarmpunkt des Magens;

  • Le 13 (Mu, R): Alarmpunkt des MP-Systems;

  • Le 14 (Mu): Alarmpunkt der Leber, reguliert wie Le 13 Stoffwechselfunktionen, dazu Seekrankheit;

  • Ma 44, als „Wasser-Punkt“ (der 2. antike Punkt) des Ma-Meridians beseitigt er Angstgefühl und Albträume;

  • MP 4 (Luo, M): Kardinalpunkt des Chongmai gegen Verdauungsstörungen alimentärer Natur.

Bei überwiegend psychovegetativer Ursache:
  • Di 4 (Q, M), Le 3 (Q, M), Bl 10 (R), Gb 20 (R), KG 15 (M, R), LG 20 und 4 Satellitenpunkte knapp daneben.

Schädelakupunktur:
  • Innenohr-, Hör- und Schwindelzone;

  • Di 4 und Le 3: antispastisch, beruhigend;

  • Bl 10 und Gb 20: Parasympathikus – Sympathikus harmonisierend;

  • KG 15: Meisterpunkt der vitalen Yang-Energie;

  • LG 20–1–4 Extrapunkte: „4 Weise, die den Geist erhellen“, allgemein beruhigend.

Diarrhö, Enteritis, Kolitis
EnteritisDiarrhoeColitisDie Ursachen dieser Erkrankungen können alimentärer oder infektiöser Natur sein, wobei es zum Auftreten akuter Symptome kommt, oder es liegen tief greifende Stoffwechselstörungen mit chronischem Verlauf vor. Es kommt zu Energiestörungen in den Meridianen, die der Ausscheidung und Verstoffwechslung dienen.
Therapie
Durchfälle allgemein:
  • MP 4 (K, Luo, M): Meisterpunkt gegen alle Durchfälle und Kardinalpunkt des Chongmai, der eine starke Wirkung auf Erkrankungen im abdomialen Bereich hat. Als Luo-Punkt aktiviert er den gekoppelten Magen-Meridian;

  • Le 3 (Q, M): allgemein spasmolytische Wirkung;

  • Le 8 (+): Tonisierungspunkt des Leber-Meridians;

  • Ma 25 (Mu): Alarmpunkt des Di-Meridians, hat eine Wirkung bei allen chron. Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts und wird bei Durchfällen durch Fermententgleisung eingesetzt;

  • KG 4 (Mu, R): Alarmpunkt des Dü-Meridians, hat als Reunionspunkt mit den Yin-Meridianen des Fußes Wirkung auf MP, Le und Ni;

  • Ma 37: He-Funktion auf den Dickdarm;

  • Ma 39: He-Funktion auf den Dünndarm;

  • Dü 3 (K, +, M): Kardinalpunkt des LG, Tonisierungspunkt des Dü-Meridians und allgemeiner Schleimhautpunkt mit stark spasmolytischer Wirkung.

Mit Übelkeit und Erbrechen:
  • KS 6 (K, Luo): Kardinalpunkt des Yinweimai, der auf Yin-Affektionen des Abdomens wirkt, evtl. an Stelle von Dü 3 (K, +, M). Zusammen mit MP 4 schaltet er das Paar Chongmai und Yinweimai ein, das gemeinsam eine das Yin stärkende Wirkung bei Yin-Erkrankungen des Abdomens hat.

  • KG 12 (Mu, M): „digestiver“ Alarmpunkt des 3E, der vor allem die Energie der Körpermitte reguliert, Meisterpunkt des Magens und Reunionspunkt mit Ma-, Dü- und 3E-Meridian. Erscheint er bei der kontrollierten Körperakupunktur als energieschwacher Punkt, so ist nach Amalgambelastung zu fahnden.

  • Di 4 (Q, M).

Lokale Punkteauswahl:
  • Ma 24: Wirkung auf den Dünndarm bei akuten und chron. Entzündungen;

  • Ma 25 (Mu);

  • Ma 26: Wirkung auf den Dickdarm, vor allem bei Spasmen;

  • KG 4 (Mu, R);

  • KG 6 (M, R): „Meer der Energie“, wichtiger Punkt bei Energieleere durch chron. Krankheiten;

  • KG 12 (Mu, M, R);

  • KG 13 (M): Spezialpunkt gegen alle krampfartigen Magenstörungen;

  • Ni 14 und Ni 20: sind Reunionspunkte mit dem Chongmai und verstärken das Yin.

Paravertebrale Punkte:
  • Bl 17 (Shu, M): Zustimmungspunkt des Zwerchfells – wichtig auch bei Singultus

  • Bl 18 (Shu): Zustimmungspunkt der Leber;

  • Bl 19 (Shu): Zustimmungspunkt der Gallenblase mit Wirkung bei Brechreiz, Erbrechen und Verdauungsstörungen;

  • Bl 20 (Shu): Zustimmungspunkt des MP-Meridians;

  • Bl 21 (Shu, M): Zustimmungspunkt und „Meisterpunkt des Magens“;

  • Bl 25 (Shu): Zustimmungspunkt des Dickdarms;

  • Bl 27 (Shu): Zustimmungspunkt des Dünndarms;

Bei Enterokolitis:
  • Le 2 (−, M): Sedativpunkt des Lebermeridians mit stark spasmolytischer Wirkung.

Bei Diarrhö mit Abdominalspasmen:
  • Le 3 (Q, M): wie Le 2 ein Meisterpunkt der Spasmolyse. Als Quellpunkt steht er in Verbindung mit dem Gallenblasenmeridian und dient dem Energieausgleich in beiden Meridianen.

Bei Koliken mit Tympanismus:
  • MP 3 (Q): hat als Quellpunkt Verbindung mit dem Ma-Meridian. Er wird bei exkretorischer und inkretorischer Pankrasinsuffizienz eingesetzt.

Gegen Koliken bei Kolitiden:
  • MP 9 (M): He-Punkt des MP-Meridians.

Kurzkombination gegen gastrointestinale Störungen:
  • KS 6 (K, Luo), KG 12 (Mu, M) und Ma 36 (M);

  • MP 6: Gruppen-Luo-Punkt der drei Yin-Meridiane der Füße (Le, Ni, MP), gleicht Yin-Schwächezustände aus;

  • Ma 36: wirkt auf den Ma-Meridian und psychisch ausgleichend;

  • KS 6: Kardinalpunkt des Yinweimai, wirkt Yin-Schwächen entgegen;

  • 3E 6: hat als Indikation den Flankenschmerz, vor allem auch bei Pleuritis, kann aber bei gastrointestinalen Störungen, die mit Durchfällen einhergehen, höchstens sedierend verwendet werden, da er nach neuerer chinesischer Literatur tonisierend bei Obstipation eingesetzt wird.

Gallen-Funktionsanregung
  • Gallen-Funktionsanregung • Gb 34–1 = Extrapunkt Dannang (Ex-LE 6) ca. 1 Cun unterhalb Gb 34, Sonderpunkt gegen Dyskinesie der Gallenwege;

  • Gb 34 (He): bei Affektionen der Gallenwege;

  • Gb 41 (K, Prostaglandin-E1-Punkt, M): als Kardinalpunkt verwendet, schaltet er das Gürtelgefäß Daimai ein und wirkt dadurch auf die „Mitte“;

  • Gb 43 (+): Der Tonisierungspunkt soll erst eingesetzt werden, wenn feststeht, dass kein Füllezustand vorliegt, besser zunächst Le 3 (Q), den „Ärgerpunkt“, stechen mit seiner spasmolytischen Wirkung;

  • MP 4 (K, Luo, M): Cholezystopathien, Pankreopathien;

  • KS 6 (K, Luo): Verdauungsstörungen mit Übelkeit, Brechreiz;

  • MP 4: wird hier als Luo-Punkt des MP-Meridians (zu Ma 42) und auch als Kardinalpunkt des Chongmai eingesetzt.

  • KS 6: findet hier Anwendung als Kardinalpunkt des (Yinweimai).

Dorsale Punkte:
  • Bl 18 (Shu): Zustimmungspunkt der Leber;

  • Bl 19 (Shu): Zustimmungspunkt der Gallenblase;

  • Bl 20 (Shu): Zustimmungspunkt von Milz und Pankreas;

  • Bl 21 (Shu, M): Zustimmungspunkt des Magens.

Es muss je nach Einzelfall eine Auswahl getroffen werden. Nicht mehr als zwei dorsale Punkte nadeln.
Ventrale Punkte:
  • KG 12 (Mu, R): Alarmpunkt des Magens und sogenannter digestiver Alarmpunkt des 3E-Meridians, Reunionspunkt mit dem Magen-Dünndarm und 3E-Meridian. Als Punkt Omega-1 auch ein vegetativer Punkt und Hinweispunkt auf Quecksilber (Amalgam-Intoleranz).

  • KG 13 (M): Meisterpunkt gegen alle krampfartigen Oberbauchbeschwerden.

  • KG 15 (R, M): vitales Zentrum mit Verbindungen zu allen Yang-Organen (auch die Gallenblase entspricht dem Yang).

  • Le 13 (Mu, R, M): Alarmpunkt des MP-Meridians und Reunionspunkt mit dem Gb-Meridian; zählt als Meisterpunkt des Stoffwechsels mit Beeinflussung des hypophysären Bereichs.

  • Le 14 (Mu): Alarmpunkt des Le-Meridians; zugleich Reunionspunkt mit dem MP-Meridian und dem Yinweimai;

  • Gb 24 (Mu): Hauptalarmpunkt des Gb-Meridians; zugleich Reunionspunkt mit dem MP-Meridian und dem Yangweimai

Es muss auch bei den ventralen Punkten eine Auswahl je nach Einzelfall getroffen werden, es sollen nicht mehr als zwei Punkte gestochen werden.
Fernpunkte:
  • Gb 38 (−): als Sedativpunkt nur bei „Fülle“ zu verwenden;

  • Gb 40 (Q): bei Cholezystopathien, auch bei Affektion der Gallenwege.

Mögliche adjuvante Punkte:
  • Le 3 (Q, M): bei Koliken, auch Leberkapselschmerzen;

  • MP 2 (+), MP 3 (Q): Begleitpankreopathien;

  • Le 8 (+): bei Begleithepatopathien;

  • Le 3 (Q, M), Gb 43 (+): bei hepatobiliären Stauungen.

Cholezystolithiasis allgemein:
  • MP 4 (K, Luo, M), KG 13 (M), KG 15 (R, M), nur rechts Le 13 (M, Mu, R), Gb 24 (Mu), Bl 18 (Shu), Bl 19 (Shu), Bl 20 (Shu), Bl 21 (Shu, M), Bl 25 (Shu);

  • und evtl. zusätzlich oder alternierend: Le 3 (Q, M), MP 2 (+), Gb 34 (He), evtl. auch die Leber-Gallenzone der Schädelakupunktur bzw. Gb 13, Gb 14.

Auch müssen die Emotionen „Wut“ oder bei anderem Menschentyp „Sorge“ zusätzlich berücksichtigt werden. Gegen „Wut“ empfiehlt es sich, Le 3 (Q, M) besonders rechts zu sedieren und Ni 6 (K, M) links zu tonisieren. Bei „Sorge“ empfiehlt sich, Lu 1 (Mu) links zu sedieren und Ni 6 (K, M) links zu tonisieren.
Gallenkolik – Notfalleinsatz
  • GallenkolikMP 4 (K, Luo, M): bei Cholezystitis und Cholelithiasis;

  • KS 6 (K, Luo): bei zusätzlicher Übelkeit und Erbrechen.

Dorsale Punkte:
  • Bl 18 (Shu): Zustimmungspunkt der Leber;

  • Bl 19 (Shu): Zustimmungspunkt der Gallenblase;

  • Bl 23 (Shu): Zustimmungspunkt der Nieren-Nebennieren, kortikotrop;

  • Bl 25 (Shu): Zustimmungspunkt des Dickdarms;

  • LG 9: bei beginnendem Ikterus, Schmerzen, „wie bei einem Dolchstoß in den Rücken“.

Ventrale Punkte:
  • KG 12 (Mu, M): digestiver Alarmpunkt des 3E und Alarmpunkt des Magens. Ferner Meisterpunkt gegen Magen- und Oberbaucherkrankungen. Vegetativer Punkt und Hinweispunkt auf Quecksilberbelastung (Amalgam).

  • KG 13 (M): Meisterpunkt gegen krampfartige Oberbauchschmerzen.

  • KG 15 (M, R): Meisterpunkt der vitalen Yang-Energie (der Gallenblasenmeridian ist ein Yang-Meridian).

  • Le 13 (Mu, M, R): Alarmpunkt des Milz-Pankreas-Systems, Meisterpunkt des Stoffwechsels. Als Reunionspunkt Verbindung zum Gb-Meridian, Stress = ACTH-Punkt.

  • Gb 24 (Mu 2) rechts: zweiter Alarmpunkt des Gb-Meridians, Fettunverträglichkeit; wird immer rechts gestochen.

Fernpunkte:
  • Gb 14, Gb 13 bzw. Leber-Gallen-Zone der Schädelakupunktur;

  • Gb 34 (M) oder Danang = Gb 34–1, Ma 36 (M), Le 3 (Q, M);

  • Di 11 (+) und Gb 34 (M) bei allen Affektionen der Gallenwege.

  • Gb 34–1: Der Extrapunkt Gb 34–1 liegt 1 Cun unterhalb von Gb 34 und ist ein Sonderpunkt gegen Gallenwegsdysdyskinesien.

  • Ma 36: He-Punkt des Ma-Meridians. Wirkt ausgleichend auf den Allgemeinzustand, auf den Magen-Darm-Trakt, sorgt für Entspannung und Beseitigung von Ängsten;

  • Le 3 (Q, M): Meisterpunkt für Spasmen;

Bei starken, in die Flanken ausstrahlenden Schmerzen:
  • 3E 7 (Xi).

Gastralgien – Ulkuskrankheiten
Therapie
  • UlkuskrankheitenGastralgienKS 6 (K, Luo): Bei Übelkeit, Erbrechen, aber auch bei vorwiegend neurovegetativ bedingten Störungen, denn er ist der Kardinalpunkt zum Einschalten des „Haltegefäßes des Yin(Yinweimai);

  • zusammen mit MP 4 (Luo, M) als Kardinalpunkt zum Einschalten des „Gefäßes der breiten Bahn“ (Chongmai) hat dieses Paar starken Einfluss bei abdominalen Krämpfen und allgemeinem Stau im Abdomen. MP 4 wirkt außerdem auf die Hypersekretion, Ulkuskrankheit, Aerogastrie, Dyspepsie, Brechreiz. Er ist der Meisterpunkt für alle Durchfälle, Interferonwirkung.

  • Dü 3 (K, M): Kardinalpunkt zum Einschalten des LG. Meisterpunkt für Spasmolyse, also bei Spasmen und Algien, auch im Ösophagusbereich;

  • 3E 5 (K, Luo, M): Kardinalpunkt für das „Haltegefäß des Yang(Yangweimai);

  • zusammen mit Gb 41: als Kardinalpunkt für das Gürtelgefäß. Dieses Paar wirkt besonders bei hämorrhagischer Gastritis und Blutungen. Gb 41 wird außerdem bei gehäuftem Erbrechen eingesetzt.

Ventrale Punkte:
  • Ma 21: Gastralgien, Ulkus, Magenneurose, besondere Wirkung auf die Kardia, ebenso Ni 20 und Ni 21;

  • Ma 23: vorwiegend auf den Oberbauch wirkend;

  • Ma 25: bei allen Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes; Alarmpunkt des Dickdarms;

  • MP 17: Wirkung auf die unteren Ösophagusabschnitte;

  • Le 13: Alarmpunkt des MP, Meisterpunkt zur Stoffwechselaktivierung, alle Störungen des Verdauungstraktes, ACTH-Beeinflussung;

  • KG 10: bei Störungen im Pylorusbereich;

  • KG 12 (Mu, M, R): digestiver Alarmpunkt des 3E, gegen Magen- und Oberbaucherkrankungen, Erbrechen, Dyspepsie, Meteorismus, Singultus;

  • KG 15 (M, R): Wirkung auf die Kardia;

  • KG 22: obere Ösophagusabschnitte.

Dorsale Punkte:
  • Bl 17: bei hämorrhagischer Diathese, Ösophagus;

  • Bl 19 (Shu): Zustimmungspunkt der Gallenblase;

  • Bl 20 (Shu): Zustimmungspunkt des MP. Gastritis, Ulkus;

  • Bl 21 (Shu): Zustimmungspunkt und Meisterpunkt des Magens.

Fernpunkte:
  • Di 10: Verdauungsstörungen des Hypo-Typs;

  • Ma 36: Verdauungsstörungen allgemein;

  • Ma 39: Dünndarm-Wirkung;

  • Ma 41 (+): Blähungen, Tympanismus, Aerogastrie;

  • Ma 42 (Q): Inappetenz;

  • Ma 45 (−): Verdauungsstörungen des Hyper-Typs;

  • Le 3 (Q, M): Spasmen, Erbrechen, Haematemesis.

Beispiele für Basispunkte bei Affektionen des Ösophagus-Magen-Duodenums:
  • MP 6 (Gruppen-Luo) und Ma 36;

  • MP 4 (K, Luo, M) und Ma 36 (M);

  • KS 8 und Ma 36 (M);

  • KS 6 (K, Luo) und Ma 36 (M);

Erbrechen:
  • KS 6 (K, Luo), Le 3 (Q, M), KG 6 (R, M), KG 12 (Mu, M, R).

Leberfunktionsanregung (z. B. Fettleber)
LeberfunktionsanregungFettleberEs ist selbstverständlich, dass etwa bei einer alkoholbedingten Fettleber zunächst der Alkoholkonsum möglichst eingestellt werden soll. Dafür kann das aus der Ohrakupunktur her bekannte Suchtprogramm sehr hilfreich sein.
Therapie
  • Le 8 (+, He): hier als Tonisierungspunkt wie auch als He-Punkt, mit Wirkung auf das Leber-Parenchym einzusetzen.

  • MP 4 (K, Luo, M): Kardinalpunkt zum Einschalten des „Gefäßes der breiten Bahn“ (Chongmai). Überregional wirkt MP 4 bei alimentären Verdauungsstörungen, Pankreasinsuffizienz, allen Formen von Hepatopathien, Interferon-wirksamer Punkt bei Z. n. Hepatitiden.

  • KS 6 (K, Luo): Kardinalpunkt für das „Haltegefäß des Yin(Yinweimai). Das Paar „Haltegefäß des Yin“ und „Gefäß der breiten Bahn“ wird für das abdominale Gebiet eingesetzt bei allen Beschwerden, die aus der Ansammlung und mangelnden Ausscheidung von Gasen resultieren; KG 6 insbesondere bei abnormer Müdigkeit, Übelkeit und Brechreiz.

Ventrale Punkte:
  • Le 13 (Mu, R, M): Alarmpunkt des MP-Meridian, wichtiger Stoffwechselpunkt, Wirkung auf ACTH-Ausschüttung;

  • Le 14 (Mu): Alarmpunkt des Le-Meridians. Reguliert wie Le 13 Stoffwechselfunktionen;

  • KG 12 (Mu, M, R): ist der Alarmpunkt des Magens und digestiver Alarmpunkt des 3E-Meridians; Hinweispunkt auf Quecksilberintoleranz;

  • KG 13 (M): Meisterpunkt gegen alle krampfartigen Oberbauchbeschwerden;

  • KG 15 (M, R): lokoregional bei Gastritis, Singultus, Spasmen;

  • Ma 21: gastrointestinale Störungen;

  • Ma 23: wie Ma 21;

  • Ma 25 (Mu): Alarmpunkt des Di-Meridians. Wirkt lokoregional bei: Übelkeit, Gastritis, Enteritis, Meteorismus, Fermententgleisung, Darmspasmen.

Dorsale Punkte:
  • Bl 18 (Shu): Zustimmungspunkt der Leber;

  • Bl 19 (Shu): Zustimmungspunkt der Gallenblase;

  • Bl 20 (Shu): Zustimmungspunkt von Milz-Pankreas;

  • Bl 21 (Shu, M): Zustimmungspunkt des Magens;

  • Bl 23 (Shu): Zustimmungspunkt der Niere (Niere als „Mutter“ der Leber);

  • Bl 25 (Shu): Zustimmungspunkt des Dickdarms;

  • LG 9: überregional bei Cholezystopathie und Oberbauchschmerzen.

Fernpunkte:
  • Di 4 (Q, M): hier auch als Meisterpunkt des Stoffwechsels;

  • Di 10: unterstützt Di 4, wirkt gegen Koliken;

  • Le 3 (Q, M): Meisterpunkt der Spasmolyse; wird bei Durchfall und Abdominalspasmen eingesetzt, als „Ärgerpunkt“ bekannt; Koliken, Leberkapselschmerzen;

  • Le 8 (+): Tonisierungspunkt des Le-Meridians, hier in der klassischen Kombination mit Le 3: Tonisierungspunkt und Quellpunkt;

  • Gb 34 (M, He): hier überregional eingesetzt mit Wirkung auf Begleitcholezystopathien und Obstipation;

  • Gb 39 (Gruppen-Luo): zeigt allgemeine Wirkung bei der psychischen Verfassung „ständig cholerisch oder schlecht aufgelegt“, als Gruppen-Luo-Verbindung zu den Meridianen Blase, Magen und Galle;

  • Ma 36 (M): wirkt überregional bei Erbrechen, Magenschmerzen, Verdauungsstörungen, gastrointestinalen Spasmen und Aszites;

  • Ma 41 (+): Tonisierungspunkt des Magens;

  • MP 2 (+): Tonisierungspunkt des Meridians Milz-Pankreas;

Überregional bei verschiedenen Oberbauchbeschwerden:
  • MP 6 (Gruppen-Luo): Kreuzungspunkt der Meridiane MP, N, Le;

  • Eventuell Tonisierung des Nierenmeridians als „Mutterelement für die Leber“ im Sinne der Wandlungsphasen über: Ni 3 (Q), Ni 7 (+), Bl 23 (Shu).

Meteorismus – Darmaffektionen
MeteorismusDarmaffektionenDie Störungen liegen im Bereich des Magens und des Dickdarms, und zwar im Sinne einer Energiestörung. Als Ursache kommen sowohl anatomische als auch spastische Komponenten infrage.
Therapie
Allgemein:
  • KS 6 (K, Luo): hier als Kardinalpunkt von Yinweimai, wirkt adjuvant für den Verdauungstrakt, besonders gegen Brechreiz und spastische Obstipation;

  • Gb 41 (K, M): hier wird er als Kardinalpunkt des Gürtelgefäßes für Abdominalschmerzen, besonders für Koliken mit geblähtem Abdomen eingesetzt. Wirkt auch gegen atonische Obstipation;

  • MP 4 (K, Luo, M): hier sowohl als Kardinalpunkt des Chungmo gegen Verdauungsstörungen alimentärer Natur einzusetzen als auch als Luo-Punkt zum gekoppelten, gestörten Ma-Meridian. Bei der Behandlung der Obstipation wird er mit Gb 34 (M) kombiniert.

Lokale Punkte:
  • Ma 24, Ma 25 (Mu), Ma 26, Ni 14 gegen Koliken und Blähungen.

Dorsale Punkte:
  • Bl 17 (Shu, M): wird hier mehr für lokale Wirkung des Zwerchfells verwendet;

  • Bl 19 (Shu): Zustimmungspunkt der Gallenblase;

  • Bl 21 (Shu, M): Zustimmungspunkt des Magens;

  • Bl 25 (Shu): Zustimmungspunkt des Dickdarms;

  • Bl 27 (Shu): Zustimmungspunkt des Dünndarms.

Fernpunkte:
  • Di 3 (M): ein Stoffwechselpunkt; gegen Koliken, Blähungen;

  • Di 4 (Q, M): als Quellpunkt des Dickdarms wirkt er gegen alle Darmaffektionen;

  • Di 11 (+): Tonisierungspunkt, Di 4 unterstützend;

  • Ma 36 (M): He-Punkt des Magens;

  • Ma 37: He-Funktion auf den Dickdarm, Kolitiden;

  • Ma 39: He-Funktion auf den Dünndarm, Enteritiden;

  • MP 3 (Q): Quellpunkt des MP-Systems;

  • Le 3 (Q, M): Meisterpunkt gegen Spasmen, besonders spastische Obstipation;

  • Le 8 (+): Tonisierungspunkt der Leber, hier für atonische Obstipation;

  • Dü 3 (K, +, M): allgemeiner Schleimhautpunkt, Meisterpunkt für Spasmolyse.

Obstipation
ObstipationEs gibt zwei Hauptarten der Obstipation: die atonische Obstipation und die spastische Obstipation.
1. atonische Obstipation
Die Akupunkturempfehlungen für die atonische Obstipation gehen aus von:
  • Di 11 (+, He): Tonisierungspunkt des Dickdarmmeridians; dazu

  • Di 4 (Q): als Quellpunkt (hier nicht als Analgesiepunkt eingesetzt);

  • Ma 37 (He-Funktion): spezielle regulierende Eigenschaft auf den Dickdarm;

  • Bl 25 (Shu): Zustimmungspunkt des Dickdarms, oft zusammen mit Ma 25 (Mu), dem Alarmpunkt des Di-Meridians:

  • Gb 34, Gb 34–1, Gb 43 (+): verhelfen über eine bessere Gallenfunktion zu einer Anregung der Peristaltik.

Dabei ist auch die Dickdarmzeit von 5–7 Uhr früh zu beachten.
Allgemein: Psychische Punkte müssen oft mit eingebaut werden; auch bei der Obstipation ist es notwendig, auf Störfelder über die entsprechenden Hinweispunkte zu achten.
2. spastische Obstipation
Führend für die Lösung der Spastik sind folgende Punkte:
  • Le 2/3: beide Punkte ergänzen sich in der spasmolytischen Eigenschaft;

  • Dü 3 (K, +): allgemein antispastische Wirkung;

  • Ma 36, Ni 6: psychisch entspannend, Ni 6 bes. links;

  • Bl 25 und Ma 25: als Mu-Shu-Stechen allgemein regulierend, also auch für die spastische Obstipation geeignet.

Pankreopathien
PankreopathienDie Pankreopathien werden verursacht durch Störungen der Funktionskreise Milz-Pankreas, Leber, Gallenblase und Magen.
Therapie
Allgemein:
Ventrale Punkte:
  • KG 12 (Mu, M, R): Alarmpunkt des Magens;

  • KG 13 (M): Meisterpunkt gegen krampfartige Oberbauchbeschwerden;

  • KG 15 (M, R): Meisterpunkt der vitalen Yang-Energie;

  • Le 13 (Mu, R, M): Alarmpunkt des MP-Symstems, besonders Pankreasinsuffizienz;

  • Le 14 (Mu): Alarmpunkt der Leber;

  • Gb 24 (Mu): Alarmpunkt der Gallenblase, besonders gegen Fettunverträglichkeit.

Dorsale Punkte:
  • Bl 18 (Shu): Zustimmungspunkt der Leber;

  • Bl 19 (Shu): Zustimmungspunkt der Gallenblase;

  • Bl 20 (Shu): Zustimmungspunkt des MP-Systems;

  • Bl 21 (Shu, M): Zustimmungspunkt des Magens.

Fernpunkte:
  • Di 11 (+): hier besonders bei entzündlichen Gallenwegen;

  • MP 2 (+) und MP 3 (Q): tonisieren des MP-Meridians;

  • MP 5 (−): hier wird der Sedierungspunkt zur Ausleitung von pathologischer Zusammenballung des Yin des MP-Systems in Leibesmitte bestimmt.

Exkretorische Pankreasinsuffizienz:
  • MP 4–KS 6: Das Einschalten vom 1. Paar der außerordentlichen Meridiane Chongmai und Yinweimai hat sich für die Behandlung der Pankreopathien bewährt, besonders für exkretorische Pankreasinsuffizienz, Fettunverträglichkeit, Übelkeit und Brechreiz.

Inkretorische Pankreasinsuffizienz: Lu 7 (K, Luo): bei inkretorischer Insuffizienz, die einem Schwächezustand des Yin entspricht, wirkt der Lu 7 als Kardinalpunkt des KG (Renmai) unterstützend, das wirksam ist als Ausgleichsreservoir der gesamten Yin-Energie.
MP 6 (Gruppen-Luo): als Gruppen-Luo-Punkt der drei Yin-Meridiane der Füße, wirkt der Yin-Schwäche entgegen.
Gynäkologie, Andrologie
Hormonelle Störungen (weibliche)
Störungen:hormonellehormonelle StörungenGynäkologieAndrologieDie Genitalsphäre ist mit zwei Aspekten, endokrin und neurovegetativ, weitgehend dem psychosomatischen Verhalten der Frau unterstellt.
Dabei scheint jedes Hormon eine spezifische Wirkung auf dieses psychosomatische Verhalten auszuüben. Wenn die auf diese Weise geweckten Triebe nicht innerhalb der entsprechenden Phase durch erotische oder mütterliche Betätigung befriedigt werden, bleiben Spannungen zurück, die den harmonischen Ablauf des Zyklus stören.
Es entsteht eine hormonelle Gleichgewichtsstörung, die den psychosomatischen Circulus vitiosus aufrechterhält.
Beispiel aus der Psychosomatik ist die sogenannte „wechselseitige Bestrafung“ in der Ehe: Der bedrückte Ehemann redet immer weniger mit seiner Frau. Die „verletzte“ Frau verliert ihre erotische Reagibilität, sie „schweigt mit ihrem Körper“. Die Frau leidet „augenfällig“. Sie formuliert ihren Protest organisch – sie geht zum Gynäkologen.
Die Dysmenorrhö kann auf ein gestörtes Sexualleben hinweisen, besonders die habituelle Form ist meist eine Folge innerer Konflikte, die bei Frauen, die sexuelle Kontakte bewusst fürchten, betrifft.
Bei prämenstruellen Störungen wie Spannungsgefühl, Zephalgien, spastischer Obstipation, Anorexie ist ein infrequenter Sexualakt die häufigste Ursache – ein „Geheimnis“, das von der Patientin fast immer verschwiegen wird.
Therapie
Dysmenorrhö eher der Mädchen, sexuelle Exzitationen, aber auch Frigidität, Metrorrhagie, Sterilität:
  • Ni 6 (K, M): Einschaltpunkt des Yinqiaomai, der gegen alle Störungen im gynäkologischen und geburtshilflichen Bereich eingesetzt werden kann (valiumvergleichbarer Punkt, besonders links zu stimulieren).

Dysmenorrhö der Frauen, Hypermenorrhö, Vaginismus, Pruritus vulvae, Sterilität:
  • Gb 41 (K, M): Kardinalpunkt des Gürtelgefäßes (Daimai), das seine Wirkung auch im gynäkologischen Bereich ausübt; Prostaglandin-E1-Wirkung.

Schmerzhafte Regel von besonders langer Dauer, prämenstruelle Mammaschmerzen:
  • Lu 7 (K, Luo, M): schaltet das KG ein, zu dessen Indikationen Krankheiten des weiblichen Genitale gehören;

  • Bl 62 (K, M): Einschaltpunkt des Yangqiaomai, Punkt der Epiphyse.

Dorsale Punkte:
  • Bl 27 (Shu) bis Bl 34: wirken auf das innere Genitale;

  • Bl 26 (Shu für KG 4): Östrogenproduktion;

  • Bl 18 (Shu);

  • Bl 23 (Shu);

  • LG 4 (M).

Ventrale Punkte:
  • KG 2 bis KG 7 (Mu): Wirkung auf Genitalsphäre;

  • Ma 28: Ovarien;

  • Ma 29: Adnexe;

  • Ma 30: Wirkung auf das gesamte Genitale; Frigidität, Unterfunktion;

  • MP 13: Adnexe.

Fernpunkte:
  • Extrapunkte Taiyang, Yintang und LG 16 und LG 20 (R, M) sind gemeinsam hypophysär wirksam;

  • Di 4 (Q, M): Amenorrhö;

  • Di 11 (+): Affektionen des Uterus und der Adnexe;

  • MP 6 (Gruppen-Luo): Dysmenorrhö, Frigidität, Vaginitis, Pruritus vulvae;

  • Le 3 (Q, M): Dysmenorrhö, Schmerzen im kleinen Becken;

  • Le 8 (+): Vulvovaginitis, Pruritus;

  • Ma 36: Amenorrhö, Hypomenorrhö.

Klimatische Beschwerden – immer notwendig:
  • Bl 31 (M): Reunionspunkt mit dem Gallenblasen-Meridian, „Meisterpunkt“ des Klimakteriums; oder

  • Bl 32: wird in der chinesischen Literatur fast ausschließlich für die Indikationen eingesetzt, für die wir auch den Bl 31 verwenden.

  • MP 6 (Gruppen-Luo): vereinigt die drei Yin-Meridiane des Fußes (Ni-MP-Le), beeinflusst die Durchblutung des kleinen Beckens. Ein bes. wichtiger Punkt im Klimakterium, „konsolidiert das Altern“.

  • evtl. zur Anregung KG 5 (Mu, R): Haupt-Alarmpunkt des 3E, der in allen diesem zugeschriebenen Indikationen wirkt, Resonanzpunkt von Vitamin E und der Vitamine B1, B3, B6.

  • KG 4 das „Tor der Lebenskraft“ ist zugleich ein Reunionszentrum der Yin-Meridiane der Beine und der Alarmpunkt des Dünndarms;

  • LG 4 (M).

Zum psychischen Ausgleich:
  • He 5 (Luo): Luo-Punkt zum gekoppelten Dü-Meridian. Er kann die Verbindung zu den Yang-Emotionen herstellen und dadurch ausgleichend wirken;

  • He 9 (+): Der Tonisierungspunkt hat eine direkte Einwirkung auf die Psyche.

Prostatitis, Prostataschmerz
Therapie
  • ProstatitisProstataschmerzNi 6 (K, M): Hauptpunkt bei Prostataaffektionen, Orchitis, Epididymitis, Impotenz;

  • 3E 5 (K, Luo, M): bei akuter Entzündung, übergeordneter Punkt zur Störfeldbehandlung.

Lokale Punkte:
  • Ni 11, Ma 30, KG 2, KG 3 (Mu, R), KG 5 (R, Mu, entspricht dem Omega 2), dorsal Bl 26 (Shu), Bl 27 (Shu), Bl 28 (Shu), Bl 32, LG 4 (M).

Fernpunkte:
  • MP 6 (Gruppen-Luo): gegen alle Affektionen des Genitales;

  • MP 9 (M): unterstützt die Wirkung von MP 6 (Gruppen-Luo);

  • Bl 31 (M) bis Bl 34: haben ebenfalls Einfluss auf die Genitalsphäre;

  • Le 3 (Q, M), Di 4 (Q, M): wirken sedierend und spasmolytisch in Verbindung mit Ma 36 (M), LG 4 (M) und Bl 31 (M) – hormonell ausgleichend, bei „Stauungsprostatitis“.

Bei Harnretention:
  • KG 3 (Mu, R), KG 4 (Mu), MP 6 (Gruppen-Luo);

  • MP 9 und LG 20 (R, M): mit Einfluss auf den Sphinkter über die Schädelakupunktur.

Bei chronischer Prostatitis sollten immer psychische Punkte mit eingesetzt werden wie He 9 (+, antidepressiv wirksam), Ni 6 (Valiumpunkt), KG 17 (Omega-psychosomatischer Hauptpunkt), diese bringen in der Regel gute Resultate.
Sexualsphäre-Funktionsanregung
1. Leber-Meridian
Sexualsphäre-FunktionsanregungDer Meridian durchzieht nach seinem Punkt Le 12 den männlichen Genitialbereich, hat dann Verbindung zum KG 2 und zieht weiter zum Punkt Le 13.
Bei Impotenz durch Leberinsuffizienz über Le 8 (+) tonisieren. Dabei unterscheidet man zwei Formen, wobei das Agieren über Luo-Gefäße wichtig ist:
  • Galle in „Fülle“, Leber in „Leere“ = Er will, aber er kann nicht! Bei Galle in „Fülle“: Gb 37 (Luo) und Le 3 (Q, M);

  • Galle in „Leere“, Leber in „Fülle“ = Er kann, aber er will nicht! Bei Leber in „Fülle“: Le 5 (Luo) und Gb 40 (Q).

Die Leber ist also zuständig für das „Ausführenkönnen“.
  • Le 8 (+) wird unterstützt von Le 3 (Q), Le 11, 12, Le 13 (Wirkung auf Hypophyse) und Le 14 (Mu).

  • Le 2 (−) gegen Exzesse, aber auch gegen Vaginismus.

2. Nieren-Meridian
Die Niere regiert auch auf die Sexualität. Ihre „Leere“ manifestiert sich in der Entschlusslosigkeit.
Ni 6 (K, M) besonders mit Lu 7 (K, Luo, M) allgemein gegen Impotenz vor allem psychosomatisch verursacht.
Ni 7 (+) tonisiert den Willen, die Entschlusskraft, wirkt auch auf die Nebenniere.
Ni 10 (He) gegen Impotenz, Oligospermie.
3. MP-Meridian
MP steht für die Realisation der Sexualität; gemeint ist damit, der Meridian fördert Periode oder Gravidität.
  • MP 6 (Gruppen-Luo): ist daher der Schlüsselpunkt für die Therapie als Spezialpunkt des inneren Genitales; sowohl für die „genitale Energie“ der Frau wie auch für funktionelle Altersbeschwerden des Mannes;

  • MP 9 (M, He) und MP 10: unterstützen ihn;

  • Ma 30: regionale Wirkung, vergrößert die Freude am Sex;

  • Ma 36: baut die Hemmungen ab.

4. KS-Meridian
Meridian der „Freizeit und der Lust“, wirkt auf das Endokrinium, bei Frigidität, Impotenz.
  • KS 6 (Luo) zu 3E 4 (Q): allgemein gegen Impotenz.

5. Herz-Meridian
Der Meridian fördert die Kommunikation gegen falsche Scham etc., besonders He 5 (Luo), He 4, He 9 (+, Antidepression).
6. Lungen-Meridian
Der Lungen-Meridian regiert die Haut-Berührung, er macht aber auch selbstgefällig (Kleidung)!
  • Lu 7 (K, Luo, M): nicht vergessen, bei Impotenz auch immer an eine Depression denken;

  • KG 5 (Mu, R, Omega 2) mit Ni 6 (M, Valium) in Kombination mit LG 4 (M) und Dü 3 (+, M);

  • Bl 31 (M), Bl 32, MP 6 (Gruppen-Luo), KG 4 (Mu, R): besonders einsetzen gegen Insuffizienz im Klimakterium, auch virile.

7. Lenkergefäß
LG 4, der wichtigste Sexualpunkt in der Akupunktur! Vermutlich wirksam durch direkte segmentale Einwirkung; wird in Kombination mit verschiedenen oben angeführten Punkten eingesetzt.
8. Konzeptionsgefäß
Die Punkte KG 2, KG 3, KG 4, KG 5, KG 6, KG 7 sind alle für die Sexualsphäre von Bedeutung. In der kontrollierten Akupunktur für Fortgeschrittene kann der jeweils wichtigste bestimmt werden.
Hals, Nase, Ohren
Laryngitis – Heiserkeit
LaryngitisHeiserkeitHier handelt es sich meist um Folge oder Begleitsymptom von Erkältungskrankheiten, um allergische Noxen oder Überlastung bei Sängern und Rednern. Durch die Akupunktur kann meist gut geholfen werden.
Therapie
Pharyngitis, Laryngitis, Aphonie – bei Erkältungskrankheiten, aber auch bei Allergien:
  • Lu 7 (K, Luo, M): ist der Meisterpunkt allen Geschehens im Thoraxraum, zu dem, wenn er als Kardinalpunkt des KG verwendet wird, auch noch die obersten Abschnitte des Respirationstraktes kommen;

  • dazu: Dü 3 (K, +, M): Tonisierungspunkt des Meridians, ein Hauptpunkt der Spasmolyse.

Dorsale Punkte:
  • Bl 10 (R);

  • evtl. 3E 17.

Lokale Punkte:
  • Ma 9, Ma 10, Di 17 (Heiserkeit der Redner und Sänger).

Fernpunkte:
  • KG 17 (Mu, R), KG 22: zur Stärkung der Stimmkraft;

  • Bl 10: ist einer der wichtigsten Punkte mit vagotoner Wirkung; sehr wirksamer Punkt bei Schleimhautaffektionen des oberen Respirationstraktes;

  • Ma 10: ist der wichtigste der genannten lokalen Punkte; er gilt als Spezialpunkt der Redner und Sänger;

  • Di 1 (M): der Meisterpunkt gegen Zahnschmerzen wirkt auch bei Schleimhautaffektionen des oberen Respirationstraktes und sollte mit Di 4 zusammen verwendet werden;

  • Di 4 (Q, M): einer der am häufigsten indizierten Punkte überhaupt, hat auch eine Wirkung bei entzündlichen Kehlkopfaffektionen;

  • Di 11 (+): unterstützt als Tonisierungspunkt;

  • Lu 10: wird zusammen mit Di 4, Di 11 und LG 14 vor allem bei fieberhaften Halskrankheiten eingesetzt, da er in obiger Kombination eine fiebersenkende Wirkung hat;

  • Lu 11 (M): ist der Meisterpunkt der Halskrankheiten, besonders bei Tonsillitis. Wir bevorzugen die original-chinesische Lokalisation am äußeren Nagelfalzwinkel des Daumens;

  • 3E 3 (+) und 3E 5 (K, Luo, M): wirken als Tonisierungspunkt bzw. als Thymuspunkt;

  • KG 17: ist Reunionspunkt mit dem MP, N, Dü und 3E-Meridianen sowie der obere „respiratorische“ Alarmpunkt des 3E. Er gilt auch als Spezialpunkt der Atemwege;

  • KG 22: hat lokale Wirkung.

Ohren-Funktionsanregung
Ohren-FunktionsanregungDie Behandlung von Ohrenerkrankungen ist in der Körperakupunktur nicht sehr erfolgversprechend, trotzdem kann der Versuch gemacht werden.
Therapie
  • 3E 5 (K, Luo, M): Otalgien, Schwerhörigkeit, Tinnitus;

  • Dü 3 (K, +, M): Hypakusis, dadurch bedingte Emotionen, Misstrauen, depressive Verstimmung.

Lokale Punkte:
  • 3E 21 (M), Gb 2, Dü 19, 3E 17, 3E 18, 3E 19, Ma 7, LG 20 (R).

Fernpunkte:
  • 3E 3 (+), KS 7 (Q, −, M)

Programmvorschlag zur Behandlung des Tinnitus und der Hypakusis:
  • 3E 3 (+), Di 4 (Q, M), Di 11 (+), 3E 17, 3E 21 (M), Gb 2, LG 20 (R), Dü 3 (+, M, K).

Die Tinnitusbehandlung ist nicht sehr erfolgversprechend, ein Versuch sollte trotzdem unternommen werden.
Bei Hypotonikern mit Hörverschlechterung können folgende Punkte eingesetzt werden:
  • Ni 3 (Q), Ni 7 (+), Bl 23 (Iu), 3E 3 (+), KS 9 (+) sowie lokale Punkte.

Heuschnupfen (siehe Allergie)
Herz, Kreislauf und Durchblutungsstörungen
Durchblutungsstörungen der Extremitäten
Erkrankung:KreislaufErkrankung:HerzDurchblutungsstörungen:der ExtremitätenAus Sicht der Akupunktur ist nur eine Durchblutungsstörung vasospastischer Art kausal behandelbar. Gegen andere Arten der Durchblutungsstörungen wie z. B. Arteriosklerose usw. ist nur eine symptomatische, lokoregionäre Wirkung zu erzielen.
1. Angioneuropathien (nach TCM Uni-Klinik Nanjing)
AngioneuropathieEs handelt sich um Yin-Typen mit Mangel an allgemeinem Qi, mit ständig kalten Händen und Füßen, vasomotorischer Cephalaea, Hypotonie, chronischer Obstipation.
Therapie
  • Zuerst: KS 6 (K, Luo), KG 6 (M, R), KG 12 (Mu, R, M), Ma 25 (Mu);

  • dann: Le 3 (Q, M), MP 2 (+), MP 6 (Gruppen-Luo).

Lokal für die Arme und Hände:
  • Di 4 (Q, M), Di 11 (+).

Lokal für die Extremitäten:
  • Bl 58 (Luo, M), Bl 60 (M), Ma 36 (M);

  • KS 6: Der Yinweimai wirkt besonders ausgleichend bei hypotonen Kreislaufregulationsstörungen;

  • KG 6: „Meer der Energie oder Qi“;

  • KG 12: Alarmpunkt des Magens zur Unterstützung der Produktion des Qi;

  • Ma 25: Alarmpunkt des Dickdarms zur Unterstützung der Verteilung des Qi;

  • Le 3: Meisterpunkt der Spasmolyse, besonders der glatten Muskulatur;

  • MP 2: Tonisierung des MP-Systems zur Unterstützung der Qi-Produktion;

  • MP 6: „Herr des Blutes“, wirkt durchblutungsregulierend;

  • Di 4 und Di 11: lokoregionale Wirkung der oberen Extremität;

  • Bl 58, Bl 60, Ma 36: lokoregionale Wirkung der unteren Extremität.

2. Durchblutungsstörungen der Arme und Hände
Therapie
Generell (auch gegen Endarteriitis Buerger):
  • KS 6 (K, Luo), 3E 5, Dü 3;

  • 3E 5 (K, Luo, M): als Luo-Punkt mit Verbindung zum gekoppelten KS-Meridian; lokoregionale analgetische Wirkung;

  • Dü 3 (K, +, M): antispastische Wirkung lokoregional.

Symptomatisch bei arteriosklerotischer Ursache:
  • KS 6 (Luo), Di 4 (Q, M), Di 11 (+), MP 6 (Gruppen-Luo).

Programmvorschlag für lokoregionale Wirkung:
  • KS 6 (Luo);

  • 3E 3 (+, M): Tonisierungspunkt;

  • Di 4 (Q, M) und Di 9;

  • Di 11 (+);

  • Lu 9 (+): Tonisierungspunkt, spezieller Punkt gegen Gefäßkrankheiten;

  • 3E 5 (Luo, M).

Bei intensiven Schmerzen: AKU-Injektion oder noch besser Moxibustion vor allem für 3E 5 und Di 11.
Hinweis: Regionale Laserbestrahlung mit der Frequenz B ist zusätzlich empfehlenswert.
3. Durchblutungsstörungen der Beine und Füße, Wadenkrampf
Therapie
Allgemein:
  • Gb 41: Analgetische lokoregionale Wirkung und Kardinalpunkt;

  • MP 6 (Gruppen-Luo): gegen Durchblutungsstörungen der unteren Extremitäten (lokoregional);

  • Ma 41 (+): lokoregionale Wirkung (anatomische Lokalisation: nahe der a. dorsalis pedis);

  • Ma 36 (M): lokoregionale Wirkung „Drei Entfernungen“;

  • Gb 39 (Gruppen-Luo): analgetische lokoregionale Wirkung;

  • Ni 6 (K, M): lokoregionale Wirkung, besonders bei Ödemen und als Kardinalpunkt.

Claudicatio intermittens:
  • Ni 6 (K, M), MP 6 (Gruppen-Luo), Bl 40 (M), Bl 58 (Luo), Gb 39 (Gruppen-Luo): lokoregionale Wirkung;

  • MP 2 (+) und MP 3 (Q): Tonisierung des MP-Systems, Verstärkung des Bindegewebes;

  • Le 3 (Q, M) und Le 8 (+): Tonisierung der Leber, Stärkung der Muskulatur.

Thrombosen (auch postoperativ):
  • Ni 6 (M), Ma 36 (M), Ma 40 (Luo): wirken lokoregional

  • MP 2 (+): Bindegewebeverstärkung.

  • Le 3 (Q, M) und Gb 34 (M): Stärkung der Muskulatur.

  • 3E 5 (K, M): als Luo-Punkt mit Verbindung zum gekoppelten KS-Meridian.

Wadenkrämpfe bei varikösem Symptomenkomplex:
  • MP 5 (−): Meisterpunkt für alle „bindegewebigen Schwächen“ wie Varizen, Hämorrhoiden etc.;

  • MP 6 (Gruppen-Luo): lokoregional gegen Wadenkrämpfe und Durchblutungsstörungen der unteren Extremitäten;

  • MP 9 (M): He-Punkt mit direkter Einwirkung auf den Funktionskreis;

  • Le 2 (−, M): spasmolytisch, lokoregional.

Wadenkrämpfe allein:
  • Bl 57: hier lokale Wirkung;

  • Le 3 (Q, M): spasmolytisch.

Hinweis: Regionale Laserbestrahlung mit der Frequenz B ist zusätzlich empfehlenswert.
Durchblutungsstörungen des Gehirns
Durchblutungsstörungen:des GehirnsAuf arteriosklerotischer Basis – allgemein:
  • Di 4 (Q, M) und Di 11 (+): wirken hier überregional auf die Hirngefäße;

  • Bl 10 (R) und Gb 20 (R): lokoregionaler Einfluss auf die Schädeldurchblutung;

  • MP 6 (Gruppen-Luo): „Herr des Blutes“; wirkt durchblutungsregulierend.

Lokale Punkte:
  • Extrapunkt Yintang und LG 16: „Längsdurchflutung“;

  • Extrapunkt Taiyang bds.: „Querdurchflutung“;

  • LG 20 (R): „Hundert Reunionen“, lokoregional für zerebrale Durchblutungsstörungen.

Bei zerebralen Kongestionen zusätzlich:
  • KS 8: der „Feuer-Punkt“ (der 2. antike Punkt) des KS-Meridians. Seine Punktur harmonisiert den Hitzebefund im Kopfbereich.

Bei arterieller Hypertonie zusätzlich:
  • He 7 (−, Q): Sedativpunkt, besonders bei psychischen Komponenten;

  • KS 7 (−, Q, M): regulierende Wirkung auf das zirkulatorische Geschehen, besonders bei Hypertonie;

  • Ni 2(−): der „Feuer-Punkt“ (der 2. antike Punkt) des Nierenmeridians. Seine Punktur harmonisiert den Hitzebefund im Kopfbereich.

Bei „Lebermitbeteiligung“ mit Wut- und asthmatischer Symptomatik:
  • Le 3 (Q, M): Ärgerpunkt;

  • MP 2 (+): durch Tonisierung des MP-Systemes wird der nutritive Zustand des Gehirnes verbessert; er ist ein wichtiger Punkt gegen mangelnde Konzentrationsfähigkeit;

  • Ni 10 (He): als He-Punkt hat er direkte Einwirkung auf den Funktionskreis Niere, der wiederum über die Regel „Mutter-Sohn“ das Yin der Leber unterstützt.

Gegen Vergesslichkeit und Konzentrationsschwäche:
  • MP 2 (+);

  • MP 6 (Gruppen-Luo): allgemein regulierend auf die Durchblutung; „Herr des Blutes“;

  • KS 7 (Q, −, M): regulierende Wirkung auf das zirkulatorische Geschehen, besonders bei Hypertonie;

  • Di 4 (Q, M): hier als Meisterpunkt des Stoffwechsels;

  • LG 20 (M, R): fördert lokoregionale Durchblutung des Gehirns.

Bei hypotonen Asthenikern: zusätzlich Hypotonie behandeln!
Hinweis: Heute wird im Rahmen der Schädelakupunktur besonders der Infrarotlaser mit der Frequenz B (= nutritive Frequenz) bei Durchblutungsstörungen angewendet.
Herzklopfen – Cor nervosum
HerzklopfenCor NervosumHier treten Störungen vor allem in Yin-Meridianen auf, wobei es sowohl zu Yin-Schwäche als auch zu Yin-Füllezuständen kommen kann. Die energetische Ausgangssituation muss hier sorgfältig beachtet und die Punkte entsprechend eingesetzt werden.
Therapie
Psychische Störungen mit Palpitationen:
  • He 9 (+), MP 4 (K, Luo, M) und KS 6 (K, Luo): MP 4 und KS 6 schalten das Paar Chongmai und Yinweimai ein, dessen gemeinsame Indikationen Beschwerden in der Herzgegend sowie Druckgefühl und Atembeschwerden sind.

Bei chronischen psychischen und physischen Erschöpfungszuständen:
  • Lu 7 (K, Luo, M) und Ni 6 (K, M): schalten das Paar KG und Yinqiaomai ein, das für die Verteilung des aus dem Organkreis Niere-Nebenniere bereitgestellten Energiepotenzials zuständig ist.

Lokale Punkte, die meist nur linksseitig punktiert werden:
  • Ni 22 bis Ni 27, Ma 14, Ma 15, Lu 1 (Mu).

Ventrale Punkte:
  • KG 14 (Mu), KG 15 (R), KG 17 (Mu, R), MP 19.

Dorsale Punkte:
  • Bl 10 (R), Gb 20 (R), Bl 14 (Shu), Bl 15 (Shu).

Fernpunkte:
  • Dü 3 (K, +, M): gegen Oppressionsgefühl;

  • He 9 (+); Hypotonie, Herzangst, Arrhythmien;

  • KS 7 (Q, −, M): RR-Labilität, Tachykardieneigung;

  • He 3 (M): Angstgefühl mit Tachykardieneigung;

  • Ni 2 (−): Cor nervosum, Angst allgemein;

  • Ma 36 (M): psychisch sedierend;

  • LG 19 (R): psychisch sedierend.

Zusätzlich evtl.:
  • KG 14: Alarmpunkt des Herzens; der häufig mit

  • Bl 15: dem Zustimmungspunkt des Herzens, verwendet wird (Shu-Mu);

  • Ma 15: links dient nur als lokaler Punkt;

  • Ma 36: seine Beinamen „asiatische Ruhe“ oder „göttlicher Gleichmut“ weisen schon auf die psychisch ausgleichende Wirkung dieses wichtigen Punktes hin;

  • KG 15: empfängt Energie aus allen Yang-Organen und wird mit LG 19 zusammen wegen seiner vegetativ ausgleichenden Wirkung verwendet.

Herzschwäche – unterstützend zur Glykosidtherapie
HerzschwächeDie an koronarer Herzkrankheit leidenden Patienten zeigen sehr häufig Persönlichkeitszüge, die durch äußere Beherrschung, Ehrgeiz, Neigung zur Vorausplanung, Übergewissenhaftigkeit gekennzeichnet sind, gleichzeitig aber auch durch mangelnde Fähigkeit, innere Spannungen, Angst und Aggressionen zu lösen oder zum Ausdruck zu bringen. Diese Patienten haben oft einen „Hang nach oben“, dem sie alle anderen Antriebsbereiche, Bedürfnisse und Gefühle unterordnen.
Bei an essenzieller Hypertonie leidenden Patienten findet man häufig den Zustand einer dauernden psychischen Spannung, die sich auf keine andere Weise zu äußern vermag und sich deshalb am Vasokonstriktorensystem auswirkt. Man könnte die essenzielle Hypertonie dieser Patienten auch fast als „Suchtkrankheit“ bezeichnen, wobei das Suchtziel emotionale Bedürfnisse sind, nicht materielle, wie dies eher beim Trinker oder Raucher der Fall ist.
Therapie
  • KS 6 (K, Luo): auch gegen Stenokardien;

  • MP 4 (K, Luo, M): bradykarde Störungen, Extrasystolien, auch gegen Mutlosigkeit und Schlafstörungen im Senium, dazu Crataegus und kleine Digitalisdosen;

  • Gb 41 (K, M): Angina pectoris.

Zu beachten sind außerdem folgende Faktoren:
1. Gefäßfaktor: Der morphologische Zustand der Koronargefäße kann durch konservative Therapie nicht entscheidend verändert werden. Bestenfalls können arteriosklerotische Frühveränderungen in ihrer Progredienz gehemmt werden.
2. Myocardfaktor: Eine Hypertrophie der gesunden Herzmuskelzellen gleicht in gewissem Umfang allfällige Verluste aus. Aber auch diese Zellen benötigen Sauerstoff, sodass jeder Versorgungsmangel diesen Prozess stört.
3. Periphere Entlastung bedeutet eine therapeutische Regulierung:
    • a.

      Senkung der Druck- und Volumenbelastung;

    • b.

      Reduktion einer ständig erhöhten Herzfrequenz, nicht aber Senkung der normalen Frequenz!

    • c.

      Verringerter Blutbedarf an der Peripherie und mehr Angebot an das Herz.

4. Blutfaktoren: Blutviskosität, Sauerstoffverbindungsvermögen, Strömungsgeschwindigkeit, Zustand der Strombahnen.
5. Tagesschwankungen: Daher sollte ein Kontroll-Belastungs-EKG immer nur zur gleichen Tageszeit durchgefürt werden. Die Belastbarkeit ist nach Mahlzeiten geringer: schlechteste Werte nach dem Frühstück (8 Uhr), beste um 11 Uhr.
6. Risikofaktoren: Nikotin, Übergewicht, Diabetes mellitus, Hypertonie, Hyperlipidämie, Bewegungsmangel etc., auch psychischer Ausgleich!
Positiv wirken sich aus: Atemgymnastik, sinnvolles Körpertraining, Diät, sinnvolle Medikation.
Akupunktur als adjuvante Therapie
Akupunktur:als adjuvante TherapieBei den nachfolgend besprochenen Krankheitsbildern handelt es sich nicht um psychische oder funktionelle Störungen, sondern um Herz- oder Gefäßerkrankungen mit morphologischen Veränderungen.
Es kommt nicht nur zu Yin-Schwächezuständen, sondern auch zu Energiestörungen im Yang, weshalb auch dessen Meridiane zur Therapie eingesetzt werden.
Arteriosklerose allgemein
ArterioskleroseKeine Akupunktur, stattdessen Risikofaktoren ausschalten, Ernährung umstellen und Hypertonie behandeln.
Hypertonie
  • Hypertonie • He 7 (Q, −): nur mild sedieren, KS 7 (Q, −, M), Di 11 (+), Gb 20 (R), Ma 36 (M), Ni 2 (−).

  • He 7 (Q, −): sediert den Herzmeridian. Bei ernsthaften Herzerkrankungen soll man eher den KS-Meridian verwenden als den Herz-Meridian. Das Herz als Organ soll auch nur selten sediert werden nach der Regel, dass immer erst Schwächezustände aufgefüllt werden sollen, bevor man eine „Organfülle“ abbaut. Bei Hypertonie und Angstzuständen jedoch ist dieser Punkt gut einsetzbar, und zwar mehr als Quellpunkt und weniger als Sedativpunkt.

  • Gb 20 (R): wichtiger Punkt mit ausgleichender Wirkung auf den Sympathikus.

  • Ni 2 (−): der 2. Sedativpunkt des Nierenmeridians hat evtl. eine Wirkung bei der renalen Hypertonie.

Hypotonie
  • HypotonieKS 6 (K, Luo): Kardinalpunkt des Yinweimai wirkt bei tiefgreifenden Yin-Affektionen des Herzens;

  • KG 6 (R, M): wichtiger Punkt bei Energieleere, „Meer des Qi“;

  • LG 4 (M);

  • Bl 23 (Shu): der Zustimmungspunkt der Niere, wird hier gegen Hypotonie eingesetzt;

  • Ni 3 (Q): als Quellpunkt wird meist zusammen mit Ni 7 (+) gegen allgemeine Schwächezustände und Müdigkeit verwendet. Die Punktur der beiden Punkte verstärkt die Nierenenergie;

  • He 9 (+): stärkt die Energie im Herz-Meridian und wirkt nicht nur bei Herzschwäche und hypotonen Kreislaufsituationen, sondern auch bei Angst und psychischen Schwächezuständen.

Myokardiopathie
  • MyocardiopathieKS 6 (Luo);

  • He 7 (Q, −);

  • Lu 7 (K, Luo, M): ist Meisterpunkt für alle Geschehen im Brustkorb und schaltet, als Kardinalpunkt verwendet, das KG ein, mit seiner das Yin stärkenden Wirkung;

  • KG 14 (Mu): Alarmpunkt des Herzens;

  • Bl 15 (Shu): Zustimmungspunkt des Herzens.

Cor pulmonale
  • Cor pulmonaleLu 7 (K, Luo, M);

  • Bl 13 (Shu): Zustimmungspunkt der Lunge;

  • Bl 15 (Shu): Zustimmungspunkt des Herzens;

  • KG 17 (R): oberer „respiratorischer“ Alarmpunkt des 3E, Reunionspunkt mit dem MP-, Ni-, Dü- und 3E-Meridian, Spezialpunkt der Atemwege;

  • KG 22: Reunionspunkt mit dem Yinweimai.

Angina pectoris
  • Angina pectorisKS 6 (K, Luo), He 7 (Q, −), KG 14 (Mu), Bl 15 (Shu), Bl 17 (Shu, M), Ma 36 (M), MP 6 (Gruppen-Luo), Ni 2 (−).

  • Bl 17 (Shu, M): Zustimmungspunkt des Zwerchfells mit Wirkung bei Herzschmerzen und Herzschwäche;

  • Ma 36 (M): psychisch ausgleichender Punkt;

  • MP 6 (Gruppen-Luo): vereinigt die drei Yin-Meridiane des Fußes und wirkt Yin-Schwächen entgegen.

Herzschmerzen, die am Schlafen hindern
  • Herzschmerzen • MP 4 (K, Luo, M), Lu 9 (+, M), MP 6 (Gruppen-Luo), Bl 13 (Shu), Ma 36 (M).

  • MP 4 (K, Luo, M): Kardinalpunkt des Chongmai, hier wegen seiner Wirkung bei funktionell-spastischen Stenokardien eingesetzt;

  • Lu 9 (+, M): bei Erregungszuständen mit Schlaflosigkeit.

Herzschmerzen bei Yin-Symptomatik
  • KS 6 (K, Luo) und MP 4 (K, Luo, M): schalten das Paar Chongmai und Yinweimai ein, wobei die Indikationen bzgl. des Herz-Kreislauf-Systems des Yinweimai führend sind;

  • He 7 (−, Q): Sedativpunkt des He-Merdians;

  • Di 11 (+): Tonisierungs- und He-Punkt des Di-Meridians, durch Anregung der Dickdarmfunktion hat er eine Wirkung gegen das Roemheld-Syndrom;

  • KG 12 (Mu, M): der „digestive“ Alarmpunkt des 3E hat eine Wirkung bei Herzbeschwerden, die in Zusammenhang mit einem Roemheld-Syndrom auftreten;

  • Bl 14 (Shu): Zustimmungspunkt des KS-Meridians.

Herzschmerzen (allgemein)
  • KS 6 (K, Luo): Stenocardia vera et spuria. Hier als Kardinalpunkt zum Einschalten des „Haltegefäßes des Yin“ (Yinweimai), reguliert die Zirkulation;

  • Dü 3 (K, +, M): Oppression, herzbezogen, Kardinalpunkt für LG, Meisterpunkt der Spasmolyse;

  • Bl 62 (K, M): emotionell bedingte Palpitationen, Kardinalpunkt des „Aufsteigenden Yang-Gefäßes“. Meisterpunkt gegen nervöse Schlafstörungen (links);

  • MP 4 (K, Luo, M): Extrasystolie, eher bradykarde Rhythmusstörungen;

  • Kardinalpunkt des „Gefäßes der breiten Bahn“ (Chongmai), das auch das „Attackengefäß“ genannt wird;

  • Gb 41 (K, M): Stenocardia vera et spuria.

Dorsale Punkte:
  • LG 14 (R): bei ausstrahlenden Schmerzen;

  • Bl 14 (Shu): Zustimmungspunkt des KS;

  • Bl 15 (Shu): Zustimmungspunkt des Herzens.

Ventrale Punkte:
  • KG 14 (Mu), KG 15 (M, R) sowie Punkte, die nur links als lokoregionale Punkte gestochen werden: Ma 15, Ni 24 und Lu 1 (Mu).

  • KG 14 (Mu): Alarmpunkt des He-Meridians; in der Technik „Vorne-Hinten“ mit Bl 15 zusammen;

  • KG 15 (M, R): Meisterpunkt der vitalen Yang-Energie.

Fernpunkte:
  • He 7 (Q, −): bei Palpitationen mit Tachykardieneigung;

  • He 5 (Lo): bei Bradykardie mit Palpitationen;

  • KS 4 (Xi): Tachykardie;

  • Lu 9 (+, Q, M): gegen Arrhythmien, Stauungssymptome;

  • He 8: allgemein gegen Präkordialschmerzen bei vegetativ stigmatisierten Patienten;

  • Ni 2 (−): gegen Cor nervosum und labile Hypertonie;

  • KG 17 (Mu, R) und KS 4 (Xi): gegen Aortalgie;

  • Le 3 (Q, M) und Bl 18 (Shu): bei Leberstauung.

Konzentrationsstörungen und Vergesslichkeit
VergesslichkeitKonzentrationsstörungenLokale Punkte:
  • EX-HN 1 „Vier Weise, die den Geist erhellen“: Diese auch als LG 20–1 bis LG 20–4 bezeichneten Punkte verstärken die Wirkung von LG 20. Er ist der Punkt der „Hundert Reunionen“, wirksam zur Wiederherstellung des Gleichgewichtes, gibt Willen und Gedächtnis zurück, lokoregional für zerebrale Durchblutungsstörungen.

  • LG 16 und Yintang: Längsdurchflutung;

  • Gb 17: lokoregional bei zerebraler Minderleistung;

  • KS 6 (K, Luo): wird hier zum Einschalten des „Haltegefäßes des Yin(Yinweimai) eingesetzt, und wirkt damit gegen die Yin-Schwäche: schlechtes Gedächtnis, Verlangsamung bei geistigen HandIungen;

  • Lu 7 (K, Luo, M): als Kardinalpunkt zum Einschalten des KG, der „Mutter der Yin-Meridiane“ eingesetzt; Auch hier wird die Yin-Schwäche behandelt. Lu 7 hat außerdem eine günstige Wirkung auf die Vergesslichkeit.

Ventrale Punkte:
  • KG 6 (R, M): „Meer der Energie“: Meisterpunkt für Erschöpfungszustände, auch zerebraler Art;

  • KG 12 (M, Mu, R): hier eingesetzt wegen seiner Wirkung auf das vegetative Gleichgewicht „Mitte stärken“. Er ist der Mu-Punkt des Magens und Reunionspunkt mit dem Ma-, Dü- und 3E-Meridian.

Dorsale Punkte:
  • Bl 15 (Shu): Zustimmungspunkt des Herzens;

  • Bl 18 (Shu): Zustimmungspunkt der Leber;

  • Bl 23 (Shu): Zustimmungspunkt der Niere;

  • LG 4 (M): hier als Punkt bei allgemeiner Erschöpfung zu sehen;

  • Bl 31 (M): allgemein tonisierend, Meisterpunkt des Klimateriums;

  • Bl 43: Zustimmungspunkt der „Lebenszentren“.

Fernpunkte:
  • He 3 (M): allgemein bei Gedächtnisschwund, Meisterpunkt für die Lebensfreude;

  • He 7 (Q, −): beeinflusst die psychischen Komponenten wie Angst, Unruhe etc.;

  • He 9 (+): stimuliert die Intelligenz, He 9 ist der Antidepressionspunkt;

  • MP 2 (+): hat eine überregionale Wirkung auf mangelhafte Konzentration und Wirkung gegen die Angst.

Bei retardiertem Begriffsvermögen:
  • Bl 15 (Shu), LG 20–1, −4, MP 2 (+).

Bei älteren Patienten zusätzlich:
  • Di 4 (Q, M): ist überregional auf die Hirndurchblutung wirksam, hat vitalisierenden Effekt, ist ferner ein Meisterpunkt des Stoffwechsels. Als Quellpunkt steht er in Verbindung mit dem Luo-Punkt seines Yin-Partners, dem Punkt Lu 7 (siehe oben, Lokale Punkte).

  • MP 6 (Gruppen-Luo): „Herr des Blutes“, regt die Durchblutung an, „konsolidiert das Altern“;

  • Bl 31 (M).

Nervensystem und psychische Störungen
Angstzustände
Störung:psychischepsychische StörungenErkrankung:NervensystemAngstzuständeSie entstehen meist als Summationseffekt allgemeiner und spezieller Faktoren.
Allgemeine Faktoren:
  • Störungen des Tag-Nacht-Rhythmus (Wach-Schlaf-Rhythmus),

  • gesteigertes, aufgezwungenes Lebenstempo,

  • Reizüberflutung,

  • zunehmender Idealverlust, Materialismus.

Spezielle Faktoren:
  • finanzielle Sorgen,

  • Isolierung, Kontaktmangel, Entwurzelung,

  • Liebes-, Sexual-, Anerkennungskonflikte,

  • Überforderung im Beruf, Haushalt, Kinder,

  • Konflikte in der Berufsphäre, Versagen.

Das retikuläre System kann die geforderten Adaptationsleistungen nicht mehr erbringen und es erfolgt eine Dekompensation in zwei Phasen:
  • 1.

    Vegetativ-affektives Syndrom mit gereizter Stimmung; gespannte Vitalität (Yang-Komponente).

  • 2.

    Erschöpfungssyndrom mit Müdigkeit, Erschöpfung und Depression (Yin-Komponente).

Erklärung: Als Folge von Dekompensationen kann ein Zustand der Yin-Leere entstehen. Es überwiegt zunächst die Yang-Komponente. Im Extremfall wird anschließend ein Zustand der Yang-Leere erreicht. Es kommt zu einem Erschöpfungssyndrom.
Therapie
Furcht und Angstzustände allgemein:
  • KS 6 (K, Luo): schaltet den außerordentlichen Meridian Yinweimai ein, um die durch psychische Insuffizienz bedingte Yin-Schwäche hier auszugleichen;

  • Dü 3 (K, M, +): ist der Kardinalpunkt des LG und aktiviert damit auch LG 19, beide zusammen verstärken sich in ihrer antispastischen Wirkung;

  • KG 15 (M, R) und LG 19 (R): beruhigende Wirkung;

  • He 5 (Luo) und He 7 (Q, −): wirken ausgleichend auf den He-Meridian durch Ableitung der überschüssigen Yang-Komponente;

  • Dü 7 (Luo): als Luo-Punkt des gekoppelten Meridians hält er das Gleichgewicht zwischen He- und Dü-Meridian.

  • Ma 36 (M): wirkt psychisch harmonisierend.

Dazu evtl. alternativ:
  • Gb 37 (Luo) und He 5 (Luo): über die Regel „Mittag-Mitternacht“;

  • Le 2 (−, M): Meisterpunkt für Spasmen aller Art;

  • Ni 2: aktiviert den Energiedurchfluss des Ni-Meridians, um der Energieschwäche der Niere bei konstitutioneller Ängstlichkeit entgegenzuwirken;

  • Bl 13 (Shu): Shu-Punkt der Lunge (gehört zur Emotion „Depression“).

Angst, besonders in der Nacht:
  • KS 9 (+): Reunionspunkt für Kollaps, Angst;

  • Ma 36 (M): wirkt psychisch ausgleichend;

  • Ma 44: gegen Albträume;

  • LG 20 (R, M): „Treffpunkt aller Yang-Meridiane“, den Funktionskreis Herz stützend.

Neuropathien, besonders der Frauen:
  • Bl 31 (M): Meisterpunkt des Klimakteriums;

  • He 9 (+): Tonisierungspunkt des He-Meridians;

  • KG 15 (M, R): Meisterpunkt der vitalen Yang-Energie.

Angst mit Globusgefühl zusätzlich:
  • KG 21 und Ni 27: haben lokale antispastische Wirkum im Mediastinum.

Depressionen
DepressionenDepressive Verstimmungen reagieren gut auf die Akupunktur, besonders dann, wenn sie noch nicht allzu lange bestehen. Die Akupunkturbehandlung erlaubt jedoch nicht, eine vom Psychiater vorgeschriebene Therapie zu ändern oder abzusetzen! Bei bestimmten Fällen ist es sinnvoller, nicht zu akupunktieren, obwohl gerade Depressive sich zu dieser Behandlung drängen.
Leitsatz: Man soll nie eine Depression weiterbehandeln, bei der sich nach der 6. Behandlung keine Besserung abzeichnet. Die Ursachen sind primär eine Schwäche von Herz- und Milz-Pankreas-System. Durch eine fehlgeleitete Emotion von innen wie „zu viel Nachdenken, Grübeln“ usw. entsteht eine Zusammenballung der pathologischen Energie und es kommt zu einer Einstauung der physiologischen Energie im mittleren Dreifachen Erwärmer. Im weiteren Verlauf kann sich aus dieser Stauung ein Hitze-Befund im Bereich der Leber entwickeln, der auf das Herz- und KS-System übergreift.
Therapie
Allgemein:
  • KS 6 (K, Luo): Als Luo-Punkt des Meridians entlastet er Störungen im Herz- und KS-System; allgemein gegen depressive Verstimmung;

  • He 9 (+);

  • MP 4 (K, Luo, M): als Luo-Punkt des MP-Meridians leitet er die Ansammlung von pathologischer Energie im System ab; besonders bei Phobien einzusetzen;

  • KS 6 (K, Luo) und MP 4 (K, Luo, M): zusammen für das Paar Chongmai und Yinweimai verstärken sie sich in ihrer Wirkung, um der physischen und psychischen Insuffizienz entgegenzuwirken;

  • Lu 7 (K, Luo, M): als Meisterpunkt für alles Geschehen im Thoraxraum und gegen Stauungen; er wirkt besonders gegen Depression und Traurigkeit;

  • Gb 41 (K, M): als Kardinalpunkt des Daimai dient er dem Energieausgleich in Höhe der Körpermitte, also Entstauung im mittleren Dreifachen Erwärmer.

Gegen depressive Verstimmungen:
  • KS 6 (K, Luo);

  • He 9 (+): Tonisierungspunkt, „Freudepunkt“;

  • KG 6 (R, M): „Meer der Energie“, Meisterpunkt gegen Erschöpfungs- und Mangelzustände;

  • KG 15 (R, M) und LG 19 (R): zur Beruhigung;

  • He 5 (Luo) und Gb 37 (Luo): Interaktionen über die Regel „Mittag-Mitternacht“.

Bei Angstzuständen:
  • Ma 14: gegen leichte unbestimmte Angstzustände und Beklemmungsgefühl, eher lokoregionale Wirkung

  • Ni 2 (−), Ni 4 (Luo), Bl 13 (Shu der Lunge): bei Nieren- und Lungen-Schwäche-bedingten Angstzuständen.

Bei psychischer Erschöpfung:
  • Dü 3 (+, M): Dumai als Regulator der Yang-Energie wird eingeschaltet, unterstützt die Wirkung von LG 4;

  • LG 4 (M): „Tor des Lebens“, mobilisiert die Yang-Energie der Niere.

  • MP 6 (Gruppen-Luo): als Gruppen-Luo der drei Yin-Meridiane der Beine wirkt er Yin-unterstützend als komplementäre Behandlung der oben genannten Punkte.

Gegen intellektuelle Müdigkeit:
  • MP 2 (+): im MP-System wird „Bauenergie“ produziert, die bei vermehrter Hirntätigkeit mehr verbraucht wird;

  • LG 20 (R): Verbesserung der Gehirndurchblutung.

Gegen wechselhafte Stimmung:
  • Bl 10 (R): (parasympathikoton) und Gb 20 (R) (sympathikoton): als vegetativer Ausgleich.

Gegen schlechte Laune:
  • Le 2 (−, M) und Le 5 (Luo): harmonisierend auf die Leber (Zorn gehört als Emotion zur Leber);

  • Gb 39 (Gruppen-Luo): wird allgemein verwendet bei Cholerikern und gegen schlechte Laune;

  • Gb 20 (R): Sympathikuswirkung.

Programmvorschläge:
  • a)

    Bei Patienten mit Hyperemotionen:

    • Dü 3 (K, +, M), He 5 (Luo), He 7 (−, Q), KS 7 (Q, −, M), Dü 7 (Luo), 3E 10 (−), Bl 62 (K, M). Dazu alternierend:

    • KG 15 (R), LG 19 (R), Ma 36 (M);

    • He 5, He 7: den Funktionskreis Herz ausgleichend;

    • Dü 7: Unterstützung des He-Meridians durch den gekoppelten Meridian;

    • 3E 10: Sedativpunkt des Meridians bei Fülle-Zustand durch Energiestauung im mittleren Dreifachen Erwärmer.

  • b)

    Allgemein mit psychosomatischer Symptomatik:

    • KS 6 (Luo) und MP 4 (Luo, M): zusammen für das Paar Chongmai und Yinweimai verstärken sie sich in ihrer Wirkung, um der physischen und psychischen Insuffizienz entgegenzuwirken;

    • KG 15 (R) und LG 19 (R): zur Beruhigung;

    • KG 6 (R), MP 6 (Gruppen-Luo), Gb 37 (Luo);

    • Ma 36 (M), He 9 (M, +), He 5 (Luo);

    • Ni 3 (Q): als Quellpunkt der Niere zur Unterstützung des Yin (allgemein) gegen ständiges Gähnen und Seufzen.

  • c)

    Bei Neurasthenie-Psychasthenie:

    • LG 11 als Spezialpunkt, unterstützt Bl 15 (Shu des Herzens).

Dystonie (vegetative)
DystonieDie vegetative Dystonie oder Disharmonie ist ein Sammelbecken für eine Vielzahl psychischer, neurasthenischer und körperlicher Symptome, für die sich keine Ursache finden lässt. Wenn ein Patient mit seiner „vegetativen Dystonie“ von Arzt zu Arzt wandert, ohne Hilfe zu finden, steckt meist ein unerkanntes Störfeld hinter dem Geschehen. Bei den Befindensstörungen im Rahmen der vegetativen Dystonie können Energieblockaden oder -schwächen in allen Meridianen auftreten.
Therapie
Bei depressiven Zuständen, Willensschwäche, Entschlusslosigkeit:
  • KS 6 (K, Luo): Kardinalpunkt des Yinweimai, der die durch psychische Belastung auftretende Yin-Schwäche ausgleicht.

Bei chronischen Erschöpfungszuständen:
  • Lu 7 (K, Luo, M): Einschaltpunkt des KG, der gegen alle Schwächezustände, seien sie im Bereich der Atmung, der Verdauung, im sexuellen Bereich oder allgemein, eingesetzt wird;

  • evtl. mit Ni 6 (K, M): Kardinalpunkt des Yinqiaomai, der Krankheitsbilder beeinflusst, die auf einer mangelhaften Yang-Zirkulation bei gleichzeitiger Yin-Überforderung beruhen; wird besonders links stimuliert als sogenannter Valium-vergleichbarer Punkt.

Werden Lu 7 und Ni 6 gemeinsam eingesetzt, so verstärkt sich die Wirkung durch Einschalten des Paares KG – Yinqiaomai, dabei wird der Punkt Lu 7 rechts stimuliert (oder Goldnadel), Ni 6 links (Angabe für Rechtshänder).
Bei Überreiztheit, quälenden Gedanken und Emotionen:
  • Bl 62 (K, M): Kardinalpunkt des Yangqiaomai; Punkt der Epiphyse = innere Uhr; Stimulation meist links notwendig;

  • Dü 3 (K, M): Kardinalpunkt des LG.

Durch das LG erfolgt eine Hebung der psychischen Energie. Der Yangqiaomai steht in komplementärer Wechselbeziehung zum Yinqiaomai und ist deshalb bei Spannungszuständen einzusetzen, die durch eine Übererregung des Yang bei gleichzeitiger Schwäche des Yin auftreten. Gemeinsame Indikationen des Paares LG und Yangqiaomai sind psychische Übererregungen, Neurasthenie, depressive Zustandsbilder und Schlafstörungen durch Hyperemotionen.
Bei zusätzlicher Appetitlosigkeit und Phobien:
  • MP 4 (K, Luo, M): Kardinalpunkt des Chongmai, der als Ausgleichsreservoir für die Energie der Meridiane und für die gesamte individuelle Energie gilt, mit enger Verbindung zum Nieren- und Magenmeridian.

Bei vorwiegend körperlicher Erschöpfung:
  • Gb 41 (K, Prostaglandin-E1-Punkt): Meisterpunkt zur Behandlung des rheumatischen Geschehens vor allem im Bereich der großen Gelenke. Als Kardinalpunkt verwendet, schaltet er das Gürtelgefäß Daimai ein. Das Gürtelgefäß berührt in seinem Verlauf alle am Bauch, an den Flanken und am Rücken gelegenen Meridiane, verbindet also Yang- und Yin-Meridiane und dient vorwiegend zur Behandlung von Erschöpfungszuständen des Yang.

Punkte gegen totale psychische und physische Asthenie:
  • LG 4 (M): wirkt allgemein tonisierend und gilt als Meisterpunkt zur Behandlung sexueller Asthenien;

  • LG 14 (R): vereinigt alle Yang-Meridiane des Fußes und der Hand. Von ihm aus kann deshalb das gesamte Yang beeinflusst werden. Häufig gebrauchter zentraler Punkt bei allen Punktekombinationen, die als „Spinne“ bezeichnet werden.

  • LG 20 (R, M): nimmt die Energie aller Sekundärgefäße auf, die von den Yang-Meridianen der Hände und Füße kommen. Er ist einer der wichtigsten Akupunkturpunkte und zur Wiederherstellung des energetischen Gleichgewichts von allergrößter Bedeutung.

  • KG 4 (Mu): er ist ein Reunionspunkt mit den drei Yin-Meridianen der Füße = MP, Le und Ni, über ihn können wahrscheinlich die Abwehrkräfte gefördert werden;

  • KG 6 (M, R): repräsentiert das „Zentrum der Energie des Menschen“, ist bei allen Energieleerezuständen durch chronische erschöpfende Krankheiten indiziert;

  • Di 4 (Q, M): kann mit seinem breiten Indikationsgebiet bei fast allen Krankheiten zur Erzielung einer vitalisierenden Wirkung verwendet werden;

  • KS 6 (K, Luo): übt eine regulierende Wirkung auf den Kreislauf aus und hat auch noch eine deutliche hormonelle Wirkung;

  • He 7 (Q, −): wirkt als Quellpunkt des Meridians besonders gut bei allen neurasthenischen Syndromen;

  • Le 2 (M, −): Meisterpunkt der Spasmolyse, Wirkung bei stoffwechselbedingter abnormer Müdigkeit;

  • MP 6 (Gruppen-Luo): Gruppen-Luo-Punkt, Kreuzungspunkt der drei Yin-Meridiane des Fußes mit einer starken Wirkung auf Yin-Schwächen, besonders im Bereich der unteren Körperhälfte;

  • Ma 36 (M): hat eine allgemein roborierende und psychisch ausgleichende Wirkung;

  • Bl 13 (Shu): Zustimmungspunkt der Lunge, der außer bei Lungenaffektionen vor allem bei seelischen Störungen nach Aufregungen und Kummer eingesetzt werden kann;

  • Bl 43: heißt „Zustimmungspunkt der Lebenszentren“; er wird als allgemein tonisierender Punkt verwendet.

Gegen Angst, Pessimismus, Kummer:
  • KG 12 (Mu, M): als „digestiver“ Alarmpunkt des 3E und Meisterpunkt für alle Oberbauchaffektionen wird vor allem bei gastrointestinalen Störungen eingesetzt, aber auch bei seelischen Störungen, die mit einer Irritation des Magen-Meridians einhergehen („Alles schlägt auf den Magen“).

Gegen Konzentrationsschwäche:
  • Ni 21, Reunionspunkt mit dem Chongmai;

  • MP 2 (+) Tonisierungspunkt des MP-Meridians, der vor allem bei chronischen, auch angstbetonten Erschöpfungszuständen eingesetzt wird,

  • und LG 20 (R, M).

Gegen Sorgen:
  • Lu 1: Punkt der Sorge.

Beim Gefühl ständiger Erschöpfung:
  • KS 6 (K, Luo), KG 6, (R, M), MP 2 (+), Ma 36 (M), Gb 37 (Luo), Bl 43, He 9 (M).

Gegen Willensschwäche und Entschlusslosigkeit:
  • KS 6 (Luo);

  • Gb 37: Luo-Punkt des Meridians mit Verbindung zu Le 3;

  • He 9: Tonisierungspunkt des He-Meridians;

  • KS 9 (+): Tonisierungspunkt des KS-Meridians;

  • KG 15 (R, M) und LG 19 (R): „Bellergal der Akupunktur“;

  • Ni 7 (+): Tonisierungspunkt der „Feuerniere“, also der Nebenniere, deshalb ein Punkt, über den eine belebende Wirkung ausgeübt werden kann.

Nervosität und Reizbarkeit
ReizbarkeitNervositätGegen Aggressionen:
  • Le 2 (−);

  • Le 3 (Q): der Punkt hat den Beinamen „Ärgerpunkt“;

  • Le 14: Aggressionspunkt (besonders immer rechts beruhigen!);

  • Ni 6 (links) und Lu 7 (rechts): Kardinalpunktepaar.

Weitere Punkte siehe im Abschnitt „Schlafstörungen“.
Neuritis und Neuralgia N. ischiadici
NeuritisNeuralgia N. ischiadiciJe nach dem Ausbreitungsgebiet der Schmerzen können hier Energiestörungen im LG und vor allem im Blasen- und Gallenblasenmeridian festgestellt werden, bei „lateraler“ Ischialgie auch im Magenmeridian.
Therapie
Einer der Hauptpunkte, auch bei spondylogener Radikulitis:
  • Dü 3 (K, M, +): Tonisierungspunkt des Dü-Meridians, schaltet hier als Kardinalpunkt das LG ein, das Steifigkeit und Schmerzen der ganzen Wirbelsäule als Indikation hat.

Ebenso, besonders bei „dorsaler Ischialgie“:
  • Bl 62 (K, M): Kardinalpunkt des Yangqiaomai, dessen Hauptindikationen alle motorischen Bewegungsstörungen und alle Sensibilitätsstörungen und sensiblen Ausfallserscheinungen vor allem der unteren Extremität sind.

Dazu :
  • Bl 23 (Shu): sowohl als lokoregionaler Punkt bei „hoher Ischialgie“ als auch als kortikotroper Punkt einsetzbar;

  • Bl 31 (M): mit lokaler und hormoneller Funktion, steht außerdem in Verbindung zu Gb 30, einem der wichtigsten Punkte der Ischiasbehandlung;

  • LG 4 (M): hier lokoregional wirksam;

  • Bl 36: ebenfalls lokal wirksamer Punkt;

  • Bl 40 (M): Stoffwechselpunkt, Antihistaminpunkt;

  • Bl 57: wichtiger lokaler Punkt;

  • MP 6 (Gruppen-Luo): Vereinigungspunkt der 3 Yin-Meridiane des Beines, wirkt durchblutungsfördernd und schmerzlindernd auf alle Geschehen im Bereich des Beckens.

Laterale Ischialgie (N. tibialis anterior):
  • Bl 62 (K, M) und Gb 41 (K, M): hier werden Kardinalpunkte benutzt, die nicht demselben Paar angehören. Bl 62, der führend ist, schaltet den Yangqiaomai ein, Gb 41 das Gürtelgefäß (Daimai), das aufgrund seines Verlaufs vor allem gegen lumbale Schmerzzustände chronischer Art verwendbar ist.

Adjuvant:
  • Bl 23 (Shu): Zustimmungspunkt von Niere/Nebenniere;

  • Bl 31 (M, R): Reunionspunkt mit Gb 30;

  • Gb 30: lokal wg. lateraler Lokalisation;

  • LG 4 (M): allgemeiner Punkt gegen Lumbago und allgemeiner Energiepunkt;

  • Gb 34 (M): lokal und als Meisterpunkt der Muskulatur;

  • Ma 36 (M): lokal und gegen Schmerzen im Verlauf des Magen-Meridians;

  • Bl 58 (Luo): Luo-Punkt zu Ni 3 und antirheumatischer Stoffwechselpunkt und zusätzlich als lokaler Punkt;

  • Le 3 (Q, M): hier als Entspannungspunkt in Bezug auf muskuläre Verkrampfungen.

Neuralgia nervi cutanei femoris lateralis:
  • Gb 41 (K, M): entzündungs- und schmerzhemmend über Prostaglandin-E1-Wirkung.

Adjuvant:
  • Gb 30 (M): Reunionspunkt mit dem Bl-Meridian über Bl 31, lokoregionaler Punkt, vor allem bei Ischiasschmerzen, die sich in Ruhe sowie bei Feuchtigkeit und Kälte verschlimmern;

  • Gb 31: sein Name „Ort des Windes“ weist darauf hin, dass er vor allem bei Beschwerden eingesetzt wird, die sich durch Zugluft oder Wind verschlimmern; außerdem lokoregional bei Ischias;

  • Gb 33: nur lokal wirksamer Punkt;

  • Ma 32, Ma 34 und Ma 35: sind lokale Punkte, die aber eher bei Kniegelenkschmerzen eingesetzt werden;

  • Bl 31 (M);

  • LG 4 (M).

Oberschenkel-Innenseite (N. obturatorius):
  • MP 4 (Luo, M): Einschaltpunkt des Chongmai.

Adjuvant:
  • MP 9 (M): He-Punkt des MP-Meridians, wirkt auf Schmerzen im Bereich des Kniegelenks;

  • MP 12: als lokaler Punkt bei Schmerzen der Oberschenkel-Innenseite und -Vorderseite;

  • Ni 10: He-Punkt seines Meridians, wesentlicher Punkt bei Schmerzen an der Innenseite des Oberschenkels;

  • Le 8 (+): Tonisierungspunkt und He-Punkt des Le-Meridians, hier auch als regionaler Punkt;

  • Le 10: lokoregionaler Punkt.

Unterschenkel-Innenseite:
  • MP 4 (K, Luo, M).

Adjuvant:
  • MP 6 (Gruppen-Luo);

  • MP 9;

  • Ni 7 (+): Tonisierungspunkt des Nierenmeridians, wirkt hier lokoregional;

  • Ni 10;

  • Le 3 (Q, M): Quellpunkt des Leber-Meridians wird hier eingesetzt, weil er allgemein muskelentkrampfend wirkt;

  • Le 8 (+): Tonisierungspunkt seines Meridians, hier auch lokoregional eingesetzt.

Schlafstörungen
SchlafstörungenIn der Regel lassen sich Schlafstörungen gut durch Akupunktur behandeln. Eine exakte Abklärung der Schlafstörungen ist dabei wichtig, vor allem sollten sämtliche Hinweispunkte auf ein Störfeld oder auf eine larvierte Depression überprüft werden.
Therapie
  • KS 6 (K, Luo): bei emotional bedingten Schlafstörungen, vegetativ stigmatisierter Patienten mit Albträumen;

  • MP 4 (K, Luo, M): Schlafstörungen durch Phobien, aber auch durch Herzangst, Roemheld-Syndrom etc.;

  • Ni 6 (K, M): gegen Schlaflosigkeit trotz Schlafbedürfnis (links in Gold gestochen), Tranquilizerpunkt;

  • Lu 7 (K, M) (rechts in Gold gestochen): ergänzt stark den Punkt Ni 6;

  • Bl 62 (K, M): Wirkung auf die innere Uhr-Epiphyse; links in Gold stechen;

Dazu sollen gegeben werden:
  • Ma 36 (M) links;

  • Ni 3 (Q): bei Einschlafstörungen;

  • Ma 21: bei Durchschlafstörungen, zusätzlich evtl. Le 3 (Q), Le 8 (+);

  • He 7 (Q, −), Ma 14: bei „zerhacktem“ Schlaf.

Alternativ:
  • He 7 (Q, −), MP 6 (Gruppen-Luo) und KS 6 (Luo): als prinzipielle Punkte und

  • Lu 1 (Mu, hier als Sorgepunkt) und Lu 9 (Q, +): wenn Atem- und Herzbeschwerden den Schlaf behindern;

  • Ni 16, Ma 14, 3E 16: Schlaflosigkeit aus Angst, wirre Träume;

  • He 7 (Q, −), LG 20 (R, M) und KS 6 (Luo): Angst hindert am Einschlafen.

Programmvorschläge:
Nervöse Schaflosigkeit:
  • KS 6 (K, Luo), MP 6 (Gruppen-Luo), Bl 10 (R), Gb 20 (R), LG 20 (R), MP 4 (K, Luo, M).

Schlaflosigkeit, durch Sorgen bedingt:
  • KS 6 (K, Luo), He 7 (Q, −), Lu 7 (Luo, M), Lu 1 (Mu und Sorgepunkt) links in Silber geben, Di 4 (Q, M), KG 15 (R, M), LG 20 (R), MP 4 (Luo, M).

  • Le 2 (−, M): gegen Wut und Tränen;

  • He 9 (+) oder KS 9 (+): gegen Angst, Furcht und Schrecken;

  • Dü 3 (K, +, M): gegen Gewissensbisse.

Schwindel
Therapie
SchwindelVor der Therapie sollte zuerst die Ursache des Schwindels gefunden werden, um die Therapie darauf abgestimmt zu gestalten:
  • Dü 3 (+, M, K): antispastischer Punkt;

  • KS 6 (Luo, K): Der Punkt mit dem Beinamen „Innere Barriere“ wirkt regulierend auf den Kreislauf;

  • Bl 62 (M, K): Wirkung über das außerordentliche Gefäß Yangqiaomai.

Lokale Punkte:
  • LG 16, LG 20 (R, M) bzw. EX-HN 1, Ma 1, Taiyang („Querdurchflutung“), dazu evtl. die Innenohr-Schwindelzone und Kleinhirnzone der Schädelakupunktur.

Fernpunkte:
  • KG 6 (R, M), KG 12 (Mu, M, R).

Bei hypotonen Zuständen:
  • KS 9 (+), KG 4 (Mu, R), KG 6 (R, M), He 9 (+, Antidepressionspunkt), LG 20 (R, M), evtl. Bl 23 (Shu).

Bei Spasmen der Hirngefäße:
  • Le 3 (Q, M), MP 6 (Gruppen-Luo), Gb 21 (R) und Schädelakupunktur.

Allgemein:
  • Dü 3 (+, M, K), He 7 (Q, −), EX-HN 1, LG 3, MP 2 (+), KG 6 (R, M), KS 6 (Luo, K).

Stottern
StotternAkupunkturtherapie wird hier sinnvoll kombiniert mit logopädischer und evtl. psychotherapeutischer Behandlung. In diesem Falle ist es besser, die Schädelakupunktur einzusetzen und mit dem Laser Frequenz F die motorische Sprachzone beidseits zu behandeln.
Auch Atem- und Konzentrationsübungen sowie Beeinflussung über das Schreibzentrum erwägen. Lateralität beachten und über LG 20, KG 24, Di 1–1 (beim Rechtshänder rechts in Gold) therapieren.
Zusatzpunkte:
  • KG 15 (M, R), LG 19 (R), He 5 (Luo), Ma 36 (M).

Bei Entwicklungsstörungen der Kinder zusätzlich:
  • LG 6 (in Höhe von Bl 20, unter 11. BWD), LG 10 (unter 6. BWD); evtl. zusätzlich KG 23.

Schmerztherapie
Kopfschmerz – Migräne
SchmerztherapieMigräneKopfschmerzDie Migräne umfasst etwa 15 % aller „Kopfschmerzen“, wobei ca. 7 % der Bevölkerung von diesem Leiden befallen sind.
Die systematische Untersuchung der Patienten mit Kopfschmerzen ergibt häufig einen Zusammenhang zwischen den Schmerzattacken und typischen Episoden, die sich in der Umwelt der Patienten abspielen. Das Aufdecken evtl. organischer Ursachen führt häufig nicht zum gewünschten Erfolg – das Problem bleibt weiter ungelöst.
Trotzdem müssen vor einer Akupunktur die notwendigen schulmedizischen Abklärungen erfolgt sein, besonders sorgfältig bei Kopfschmerzen mit Schwindel, nach Commotio, bei arterieller Hypertonie u. a.
Psychosomatik: Die psychosomatische Betrachtungsweise versucht, die Hintergründe des Kopfschmerzes mit in die Behandlung einzubeziehen. Es werden sowohl die psychischen als auch die physischen Gegebenheiten berücksichtigt und man versucht, über die reine Symptomatik hinweg, die Ursachen und Auslöser des Kopfschmerzes festzustellen.
Ein Beispiel dafür ist die Feststellung, dass Patienten, die an Migräne leiden, oft eine überdurchschnittliche Intelligenz aufweisen („Er zerbricht sich den Kopf“).
Besonders häufig werden Kopfschmerzen auch bei Patienten mit seelischen Störungen beobachtet:
    • a.

      Bei Patienten mit Erschöpfungsdepressionen, als Folge länger dauernder affektiver Belastung.

    • b.

      Bei seelischen Fehlentwicklungen mit Verdrängung ins Unbewusste, als psychosomatische Erkrankung im engeren Sinne.

    • c.

      Bei psychopathischen Persönlichkeiten im Rahmen von Verstimmungszuständen und belastenden Situationen.

Es ist daher völlig verfehlt, Kopfschmerzen bei seelischen Erkrankungen allein mit Analgetika zu behandeln!
Welches Problem der Kopfschmerz schon immer dargestellt hat, zeigen die zahlreichen variablen Therapievorschläge in der Akupunkturliteratur, von denen einige Indikationen aufgeführt werden. Dabei wird deutlich, dass die Akupunktur versucht, die einzelnen Faktoren wie Ursache, Lokalisation, Schmerzpropagierung, Schmerzdifferenzierung, Zeitrhythmen, biologische Rhythmen etc. zu berücksichtigen. Zwischen den daraus resultierenden Kategorien gibt es mitunter starke Überschneidungen, also Mischformen.
Die Beachtung der vorherrschenden Lokalisation hat eine Bedeutung in Hinblick auf den jeweiligen Meridianverlauf:
  • Schläfenkopfschmerz (hauptsächlich Verlauf des Gallenmeridians mit Druck hinter dem Auge).

  • Scheitelkopfschmerz (hauptsächlich Verlauf des Blasenmeridians).

  • Schmerzen, die in das Gehirn lokalisiert werden (Lenkergefäß, Gallenmeridian).

  • Sonderformen/wechselnde Lokalisationen/Mischformen: Kopfschmerzen mit Schwindel, nach Commotio, bei arterieller Hypertonie u. a.

Einige Grundpunkte sind für alle Kopfschmerzarten immer zu beachten, die Punkte nach kausaler Überlegung kommen dazu:
  • LG 20 „Hundert Reunionen“ und die Satellitenpunkte EX-HN 1: Kopfschmerz ist meistens eine Yang-Fülle, daher muss das Areal um den wichtigen Yang-Punkt LG 20 gedämpft werden. Dafür verwenden wir Stahlnadeln und außer der normalen Akupunktur verursachen wir mit dünnen Nadeln in einer Art Prick-Technik Mikroblutungen in diesem Bereich. Dadurch verliert das Yang sofort die „Fülle“, und damit lässt der Schmerz nach.

  • Di 4 (Q, M): Meisterpunkt des Stoffwechsels, überregional bei der Migräne als „Thalamuspunkt“, als allgemein analgetischer Punkt wirksam. Hier als Quellpunkt in Verbindung zu Lu 7 von besonderer Bedeutung, der ebenfalls gestochen werden muss.

  • Lu 7 (K, Luo, M): bringt als Luo-Punkt zu Di 4 diesem zusätzliches Qi und als Kardinalpunkt zum Einschalten des KG, der „Mutter der Yin-Meridiane“, ist Lu 7 wichtig zur Behandlung der Yin-Schwäche.

Die kausalen Punkte bestimmen sich nach Ursachenhäufigkeit bzw. Auslöser:
    • a.

      Alimentäre Kopfschmerzen (sogenannte Gallenmigräne, folgt weitgehend dem Meridianverlauf);

    • b.

      Psychisch verursachte Kopfschmerzen, meist stressbedingt: „Spannungskopfschmerz“;

    • c.

      Psychisch verursachte Kopfschmerzen bei depressiver Verstimmung;

    • d.

      Nackenkopfschmerz, begleitendes HWS-Syndrom;

    • e.

      Hormonelle Migräne;

    • f.

      „Wettermigräne“, „Föhnmigräne“;

    • g.

      Erbmigräne = konstitutionelle Anlage durch Erbfaktoren (meistens eine Mischform);

    • h.

      Ophthalmische Migräne;

    • i.

      Kopfschmerzen aus unbekannter Ursache (z. B. Kiefergelenk, ausstrahlende Zahnprobleme, Störherde u. a.).

Die wichtigen kausalen Punkte:
a. Alimentäre Kopfschmerzen:alimentäreKopfschmerzen:
Sogenannte Gallenmigräne, folgt weitgehend dem Meridianverlauf; Auslöser im psychischen Bereich sind oft Ärger, unbewältigter Stress, alimentär Alkohol, Schokolade – eigentlich alles, was für die Galle schwerverdaulich ist. Beginn oft nachts/früh morgens (chin. Gallezeit nach der Organuhr).
  • EX-LE 6 (Extrapunkt Dannang): ca. 1 Cun unterhalb Gb 34, Sonderpunkt gegen Dyskinesie der Gallenwege;

  • Gb 34 (He): bei Affektionen der Gallenwege;

  • Gb 41 (K, Prostaglandin-E1-Punkt, M): Als Kardinalpunkt verwendet, schaltet er das Gürtelgefäß (Daimai) ein und wirkt dadurch auf die „Mitte“;

  • Gb 43 (+): Der Tonisierungspunkt soll erst eingesetzt werden, wenn feststeht, dass kein Füllezustand vorliegt, besser zunächst Le 3 (Q), den „Ärgerpunkt“, stechen mit seiner spasmolytischen Wirkung;

  • Ma 36 (M, He): zur Beruhigung des Magens;

  • MP 4 (K, Luo, M): Cholezystopathien, Pankreopathien;

  • KS 6 (K, Luo): Verdauungsstörungen mit Übelkeit, Brechreiz;

  • MP 4: wird hier als Luo-Punkt des MP-Meridians (zu Ma 42) und auch als Kardinalpunkt des Chongmai eingesetzt;

  • KS 6: findet hier Anwendung als Kardinalpunkt des Yinweimai.

Dorsale Punkte:
  • Bl 18 (Shu): Zustimmungspunkt der Leber;

  • Bl 19 (Shu): Zustimmungspunkt der Gallenblase;

  • Bl 20 (Shu), Bl 21 (Shu, M);

Weitere Punkte: siehe Abschnitt „Gallefunktionsstörung“.
b. Psychisch verursachte Kopfschmerzen:psychisch verursachteKopfschmerzen:
Meist stressbedingt, „Spannungskopfschmerz“. Die oben erwähnten Grundpunkte sind immer zu beachten!
Bei chronischen Erschöpfungszuständen:
  • Lu 7 (K, Luo, M) : Einschaltpunkt des KG, der gegen alle Schwächezustände, seien sie im Bereich der Atmung, der Verdauung, im sexuellen Bereich oder allgemein, eingesetzt wird, dazu oft KG 17, der immer sehr effektiv den Punkt Lu 7 ergänzt.

  • evtl. mit Ni 6 (K, M): Kardinalpunkt des Yinqiaomai, der Krankheitsbilder beeinflusst, die auf einer mangelhaften Yang-Zirkulation bei gleichzeitiger Yin-Überforderung beruhen; wird besonders links stimuliert als sogenannter Valium-vergleichbarer Punkt.

Werden Lu 7 und Ni 6 gemeinsam eingesetzt, so verstärkt sich die Wirkung durch Einschalten des Paares KG – Yinqiaomai, dabei wird der Punkt Lu 7 rechts stimuliert (oder Goldnadel), Ni 6 links stimuliert (Angabe für Rechtshänder).
  • KS 6 (K, Luo): Kardinalpunkt des Yinweimai, der die durch psychische Belastung auftretende Yin-Schwäche ausgleicht.

Bei Überreiztheit, quälenden Gedanken und Emotionen:
  • Bl 62 (K, M): Kardinalpunkt des Yangqiaomai; Punkt der Epiphyse = innere Uhr; Stimulation meist links notwendig;

  • Dü 3 (K, M): Kardinalpunkt des LG. Durch das LG erfolgt eine Hebung der psychischen Energie. Der Yangqiaomai steht in komplementärer Wechselbeziehung zum Yinqiaomai und ist deshalb bei Spannungszuständen einzusetzen, die durch eine Übererregung des Yang bei gleichzeitiger Schwäche des Yin auftreten. Gemeinsame Indikationen des Paares LG und Yangqiaomai sind psychische Übererregungen, Neurasthenie, depressive Zustandsbilder und Schlafstörungen durch Hyperemotionen.

Weitere Punkte: siehe Abschnitt „Dystonie“.
c. Psychisch verursachte Kopfschmerzen bei depressiver Verstimmung:
Die oben erwähnten Grundpunkte sind immer zu beachten! Eine eingehende Diagnostik ist unbedingt zu beachten. Außerdem sollte ein Psychiater hinzugezogen werden!
  • KS 6 (K, Luo);

  • He 9 (+): Tonisierungspunkt, „Freudepunkt“;

  • KG 6 (R, M): „Meer der Energie“, Meisterpunkt gegen Erschöpfungs- und Mangelzustände;

  • KG 15 (R, M) und LG 19 (R): zur Beruhigung;

  • He 5 (Luo) und Gb 37 (Luo): Interaktionen über die Regel „Mittag-Mitternacht“.

Bei Angstzuständen:
  • Ma 14: gegen leichte unbestimmte Angstzustände und Beklemmungsgefühl; eher lokoregionale Wirkung

  • Ni 2 (−), Ni 4 (Luo), Bl 13 (Shu der Lunge): bei Nieren- und Lungen-Schwäche-bedingten Angstzuständen.

Bei psychischer Erschöpfung:
  • Dü 3 (K, +, M): Dumai als Regulator der Yang-Energie wird eingeschaltet, unterstützt die Wirkung von LG 4;

  • LG 4 (M): „Tor des Lebens“, mobilisiert die Yang-Energie der Niere;

  • MP 6 (Gruppen-Luo): als Gruppen-Luo-Punkt der drei Yin-Meridiane der Beine wirkt er Yin-unterstützend als komplementäre Behandlung der oben genannten Punkte.

Weitere Punkte: siehe Abschnitt „Depressionen“.
d. NackenkopfschmerzNackenkopfschmerz, begleitendes HWS-Syndrom:
Die oben erwähnten Grundpunkte sind immer zu beachten!
  • Klassische Punkte im Bereich des Blasenmeridians und Locus-dolendi-Punkte im Halsbereich stechen und Wirbelblockaden prüfen;

  • Dü 3 (K, +, M), LG 14 (R), Gb 20 (R), Bl 13 (Shu), Bl 10 (R), Bl 11;

  • 3E 5 (K, Luo, M): allgemeiner Antistörfeldpunkt und Wirkung auf alle Gelenke;

  • Bl 60 (M, Prostaglandin E2): allgemeiner Punkt für Schmerzen im Bereich der gesamten Wirbelsäule.

Die folgenden Punkte können bei Schmerzen, die in den Kopf ausstrahlen bzw. vom Hals in die Schulter ziehen, eingesetzt werden:
  • Dü 7 (Luo), dazu KG 24 (R);

  • evtl. alternierend: 3E 14, Dü 9, Dü 10, Gb 21 (R).

Weitere Punkte: siehe Abschnitt „Wirbelsäule“.
e. Hormonelle Migräne:hormonelleMigräne:
Die oben erwähnten Grundpunkte sind immer zu beachten!
Hier ist unbedingt eine enge Zusammenarbeit mit einem Frauenarzt notwendig. Häufig ist eine hormonelle Kontrazeption umzustellen. Falls der Zusammenhang zur Periode eindeutig ist, kann das Auftragen einer kleinen Menge Progesteronsalbe im Nackenbereich bereits kurz vor der Periode zusätzlich zur Akupunktur helfen.
  • Ni 6 (K, M): Einschaltpunkt des Yinqiaomai, der gegen alle Störungen im gynäkologischen und geburtshilflichen Bereich eingesetzt werden kann (Valium-vergleichbarer Punkt, besonders links zu stimulieren).

  • Gb 41 (K, M): Kardinalpunkt des Gürtelgefäßes (Daimai), das seine Wirkung auch im gynäkologischen Bereich ausübt; Prostaglandin-E1-Wirkung.

  • Lu 7 (K, Luo, M): schaltet das KG ein, zu dessen Indikationen Krankheiten des weiblichen Genitales gehören;

  • Bl 62 (K, M): Einschaltpunkt des Yangqiaomai, Punkt der Epiphyse.

Dorsale Punkte:
  • Bl 27 (Shu) bis Bl 34: wirken auf das innere Genitale;

  • Bl 26 (Shu für KG 4): Östrogenproduktion;

  • Bl 18 (Shu), Bl 23 (Shu), LG 4 (M).

Ventrale Punkte:
  • KG 2 bis KG 7 (Mu): Wirkung auf Genitalsphäre, besonders KG 4, das „Tor der Lebenskraft“, ist zugleich ein Reunionszentrum der Yin-Meridiane der Beine und der Alarmpunkt des Dünndarms.

  • Ma 28: Ovarien;

  • Ma 29: Adnexe;

  • Ma 30: Wirkung auf das gesamte Genitale, Frigidität, Unterfunktion;

  • MP 13: Adnexe.

Zum psychischen Ausgleich:
  • He 5 (Luo): Luo-Punkt zum gekoppelten Dü-Meridian. Er kann die Verbindung zu den Yang-Emotionen herstellen und dadurch ausgleichend wirken;

  • He 9 (+): der Tonisierungspunkt hat eine direkte Einwirkung auf die Psyche.

Weitere Punkte: siehe Abschnitt „Hormonelle Störungen“.
f. „ Wettermigräne Wettermigräne“, „ Föhnmigräne Föhnmigräne“:
Die oben erwähnten Grundpunkte sind immer zu beachten!
Lokale Punkte:
  • Extrapunkt Yintang und LG 16: werden gemeinsam für die „Längsdurchflutung“ gestochen;

  • zusätzlich Extrapunkt Taiyang auf beiden Seiten für die „Querdurchflutung“.

Zu beachten ist ferner, dass ein Gesunder nicht so wetterempfindlich ist, dass er allein durch einen Wetterwechsel Kopfschmerzen bekommen würde. Vielmehr muss man Ursachenforschung betreiben, ob es sich um einen Mischkopfschmerz handelt (siehe die anderen kausalen Aspekte) bis hin zum Störherdgeschehen.
g. ErbmigräneErbmigräne = konstitutionelle Anlage durch Erbfaktoren (meistens eine Mischform):
Die oben erwähnten Grundpunkte sind immer zu beachten!
Bei der Erbmigräne handelt es sich meist um eine alimentäre (Gallen-)Migräne oder um psychisch verursachte Kopfschmerzen. Ursächlich kann auch die hormonelle Migräne eine Rolle spielen.
Durch eine exakte Anamneseerhebung wird man beim Nachfragen in Bezug auf die Eltern rasch die Ursache eruieren. Ein Hinweis ist dabei oft der Kopfschmerzbeginn schon im Kindesalter.
Die Behandlung ist kausal, wie bei den einzelnen Kopfschmerzarten beschrieben. Allenfalls kann man den „Sonderpunkt der Konstitution“, der sich 5 Cun dorsal der Handgelenksfalte auf dem 3E-Meridian befindet (kein üblicher Meridianpunkt), links mitnadeln.
h. Ophtalmische Migräne:ophtalmischeMigräne:
Zunächst muss der Patient vom Augenarzt sorgfältig untersucht werden! Bei Anomalien oder Störungen im Augenbereich sollte am besten ein Augenarzt, der zugleich Akupunkteur ist, die Behandlung übernehmen. Die Behandlung ist kausal, die oben erwähnten Grundpunkte können je nach Einzelfall dem Patienten begleitend helfen.
Von dieser Kopfschmerzart ist die sogenannte Gallenmigräne zu unterscheiden, denn bei dieser ist die Augenbeteilung nicht primär, sondern sekundär, da der innere Verlauf des Gallen-Meridians vom seitlichen Punkt Gb 1 durch das Auge nach hinten zieht und der Patient dadurch oft einen Schmerz als Druck hinter dem Auge schildert.
i. Kopfschmerzen aus unbekannter Ursache
(z. B. Kiefergelenk, ausstrahlende Zahnprobleme, Störherde u. a.)
Bei unbekannter Ursache muss man regelrechte Detektivarbeit leisten. Am Schluss findet man dann häufig einen Störherd, meist aus dem Bereich der Zähne oder des Kiefergelenks. Die Behandlung ist kausal, die oben erwähnten Grundpunkte können je nach Einzelfall dem Patienten begleitend helfen.
Phantomschmerz – Schmerzausschaltung
SchmerzausschaltungPhantomschmerzEntsprechende Abschnitte der Sensibilitätszonen der Schädelakupunktur, die dem vom Patienten gefühlsmäßig lokalisierten Schmerzbereich entsprechen, werden kontralateral genadelt. Dazu lokal Locus dolendi Akupunktur und Technik à l'opposé an der gesunden Extremität und vegetative Sedierung. Besonders bei schweren und lang andauernden Schmerzzuständen an Störfelder denken und KG-Punkte überprüfen wie KG 17 (Omega-Hauptpunkt; psychosomatischer Punkt), KG 12 (Omega 1), KG 5 (Omega 2; Hinweispunkt auf Störfelder). Häufig muss man auch direkt antidepressive Punkte stechen.
Für die allgemeine Schmerztherapie empfehlen sich die Analgesiepunkte:
für die obere Extremität:
  • Di 4 (Q, M), KS 6 (Luo).

für die untere Extremität:
  • MP 6 (Gruppen-Luo), Ma 36 (M), Ma 39, Ma 40, Le 3 (Q, M), Le 5 (Luo).

Urogenitaltrakt
Enuresis
EnuresisGilt in der chinesischen Medizin als psychosomatisches Leiden, wobei als somatischer Faktor ein Qi-Mangel in den Funktionskreisen Niere und Blase besteht.
Therapie
Ni 6 (K, Mu) ist für die Enuresis-Therapie ein besonders wichtiger Punkt!
Der außerordentliche Meridian Yinqiaomai stellt eine akzessorische Leitbahn für die Verteilung der aus dem Funktionskreis Nieren bereitgestellten Energiepotenziale dar. Durch das Stechen seines Kardinalpunktes Ni 6 wird eine bessere Verteilung der Energiepotenziale für den Funktionskreis Niere und Blase erzielt.
Zwei alternierende Programme:
  • Ni 6, Le 3 (Q, M), KG 3 (Mu, R), KG 4 (Mu, R), Ma 36 (M), LG 20 (R, M).

  • Ni 6, Bl 23 (Shu), Bl 28 (Shu), KG 3 (Mu, R), MP 6 (Gruppen-Luo), Ma 36 (M), LG 20 (R, M).

  • Le 3: Meisterpunkt gegen Spasmen;

  • KG 4: hier als Reunionspunkt für Energie-Leere und Erschöpfungszustände;

  • Ma 36: wirkt psychisch ausgleichend;

  • LG 20: hat Einfluss auf Blasensphinkter;

  • Bl 28 und KG 3: Mu-Shu-Methode für die Blase;

  • MP 6: hier als Spezialpunkt für alle Erkrankungen im kleinen Becken.

Die Punkte EX-HN 1, „Vier Weise, die den Geist erhellen“, unterstützen LG 20 (R). Die Eltern des betroffenen Kindes sollten mitbehandelt werden!
Harnblasenstörungen – bes. Entzündungen
Störung:HarnblasenHarnblasenstörungenEntzündungenUrsachen der Harnwegserkrankungen sind vor allem Nieren-Schwäche und Funktionsstörung im Bereich des unteren Dreifachen Erwärmers bzw. der Blase.
Therapie
Allgemein:
  • Ni 6 (K, M): gegen Nieren-, Nierenbeckenaffektionen und Zystitis, als Kardinalpunkt des Yinqiaomai bei Nieren-Schwäche.

  • MP 4 (K, Luo): Interferonpunkt, schaltet das Gefäß der breiten Bahn (Chongmai) (wichtig auch lokoregional) ein.

Lokale Punkte:
  • Gb 25 (Mu): Alarmpunkt der Niere, besonders zur Unterstützung der Yin-Komponente;

  • Gb 27, Ma 28 und evtl. Ma 30: hier als lokale Punkte gegen Affektionen der Harnleiter und der Harnblase.

Adjuvant:
  • KG 3 (Mu, R): Alarmpunkt des Bl-Meridians;

  • KG 4 (Mu, R): Reunionspunkt gegen Leere und Erschöpfungszustände („Eingangstor des Lebens“);

  • KG 5 (Mu, R): Hauptalarmpunkt des Dreifachen Erwärmers;

  • KG 6 (M, R): Meisterpunkt gegen Erschöpfungszustände und Mangelzustände („Meer der Energie“).

Dorsale Punkte:
  • Bl 23 (Shu): Zustimmungspunkt der Niere;

  • Bl 28 (Shu): Zustimmungspunkt der Blase;

  • Bl 31 (M) bis Bl 34: Wirkung auf ableitende Harnwege und Blase.

Fernpunkte:
  • Lu 9 (+, M): Meisterpunkt für Gefäßkrankheiten, hier als Punkt gegen Inkontinenz;

  • MP 6 (Gruppen-Luo): als Gruppen-Luo-Punkt Yin-Niere unterstützend;

  • MP 9 (M): He-Punkt („Wasser“-Punkt) des MP-Meridians, unterstützt die Wirkung von MP 6;

  • Lu 9, MP 6, und MP 9: werden häufig bei Harninkontinenz und Oligurie angewendet;

  • Ni 2 (−): hier wird wohl der Ni 2 und als 2. Punkt der 5 antiken Punkte zu verstehen sein. Als „Feuer-Punkt“ des Ni-Meridians wird er besonders bei Kälte-Erkrankung der Niere angewendet.

  • Le 8 (+): als Tonisierungspunkt der Leber wirkt er allgemein kräftigend und entgiftend.

Allgemein zur Behandlung von Affektionen des Urogenitaltraktes:
  • Bl 31 (M) bis Bl 34: lokale Wirkung auf die Blase;

  • Ma 28: lokale Wirkung auf die Blase und Ureteren;

  • KG 3 (Mu, R): Alarmpunkt der Blase;

  • KG 4 (Mu, R): Reunionspunkt gegen Leere und Erschöpfungszustände;

  • KG 6 (M, R): „Meer der Energie“ gegen Erschöpfungszustände;

  • MP 6 (Gruppen-Luo): Gruppen-Luo-Punkt der Yin-Meridiane; Yin-Niere unterstützend;

  • 3E 6: wirkt gegen Verhalten im unteren Dreifachen Erwärmer, gegen Urin- und Stuhlverhaltung.

Gegen Reizblase:
  • KG 3 (Mu, R), KG 6 (M, R), Ma 28;

  • Ma 36 (M): psychisch ausgleichend;

  • Le 3 (Q, M): Meisterpunkt gegen alle Spasmen;

  • LG 20: sedativ und zugleich Blasensphinkter tonisierend.

Nierenfunktionsanregung
  • NierenfunktionsanregungNi 6 (K, M): Nierenaffektionen, Albuminurie, Hämaturie. Kardinalpunkt des „Aufsteigenden Yin-Gefäßes“ (Yinqiaomai).

Dorsale Punkte:
  • Bl 23 (Shu): Zustimmungspunkt der Nieren;

  • Bl 28 (Shu): Zustimmungspunkt der Harnblase.

Ventrale Punkte:
  • Gb 25 (Mu): Alarmpunkt des Nierenmeridians;

  • KG 9: Oligurie, Ödeme.

Tonisierung des Nierenmeridianes:
  • Ni 3 (Q) und Ni 7 (+), dazu evtl. Ni 10.

Generell:
  • Ni 6 (K, M), Ni 7 (+), Lu 9 (Q, +, M), Di 11 (+), Bl 23 (Shu), Gb 25 (Mu), Le 8 (+), Gb 34 (M).

Nierenkolik – Notfalleinsatz
  • Nierenkolik • Le 3 (Q, M): Meisterpunkt für Spasmen aller Art;

  • Ni 6 (K, M): Nierenaffektionen, Hämaturie. Als Kardinalpunkt des „Aufsteigenden Yin-Gefäßes“ (Yinqiaomai) bei Nieren-Schwäche.

Dorsale Punkte:
  • Bl 23 (Shu): Zustimmungspunkt der Nieren-Nebennieren;

  • Bl 28 (Shu): Zustimmungspunkt der Harnblase;

  • Bl 31 (M), Bl 52: Wirkung auf die ableitenden Harnwege.

Ventrale Punkte:
  • Gb 25 (Mu): Alarmpunkt des Nierenmeridians;

  • Gb 26: Affektionen im kleinen Becken;

  • Ma 25 (Mu): Alarmpunkt des Dickdarms, Einfluss im Abdominalbereich;

  • Ma 28 bei kolitischen Schmerzen.

Fernpunkte:
  • MP 6 (Gruppen-Luo): Spezialpunkt gegen alle Erkrankungen im kleinen Becken;

  • Ni 3 (Q) und Bl 23 (Shu): bei Schmerzen in den Nierenlagern;

  • MP 10 und Bl 28 (Shu): zusätzlich bei Hämaturie;

  • 3E 5 (K, Luo, M) und LG 14 (R): bei Fieber zusammen mit dem Interferonpunkt MP 4 (links zu stimulieren).

Zähne und Mundhöhle
Mundschleimhautentzündung – Stomatis
Therapie
  • StomatisMundschleimhautentzündungKG 6 (K, Luo): Pyorrhö, Affektionen der Mundhöhle;

  • Dü 3 (K, +, M): Affektionen der Mundhöhle, auch Odontalgien;

  • 3E 5 (K, Luo, M): entzündliche Affektionen allgemein, er ist der „Thymuspunkt“;

  • Lu 7 (K, Luo, M): Affektionen der Mundhöhle und der Zunge.

Lokale Punkte bei Mundhöhlenerkrankungen:
  • LG 26 (R), KG 24 (R), Ma 2, Ma 3, Ma 7;

  • Dü 17: bei Speicheldrüsenaffektionen;

  • 3E 21: bei Beteiligigung des Kiefergelenkes und zum Ohr ausstrahlenden Schmerzen.

Fernpunkte:
  • Di 1 (M): Zahnschmerzen, Stomatitis;

  • Di 4 (Q, M): Mundhöhlenerkrankungen;

  • Di 11 (+): Mundhöhlenerkrankungen;

  • Ma 36 (M): auch Zungenaffektionen, unterstützend bei Affektionen der Speicheldrüsen;

  • Ni 3 (Q): knöcherner Zahnhalteapparat;

  • Gb 38 (−): Geschmacksstörungen;

  • Ma 41 (+): Subazidität, und wenn Verdauungsstörungen die Ursache sind.

Zahnschmerzen
ZahnschmerzenZunächst sollte man den Patienten einem Zahnarzt vorstellen, zur Unterstützung der entsprechenden Behandlung eignen sich aber trotzdem folgende Punkte und -kombinationen.
  • Di 1 (M): ist der Meisterpunkt gegen Zahnschmerzen;

  • Dü 3 (K, +, M): als antispastischer Punkt generell geeignet;

  • KG 12: wird immer bei einem Amalgamstörfeld gefunden und auch nach entsprechender Entfernung desselben gestochen;

  • 3E 5 (K, Luo, M): bei entzündlichen Affektionen (hier kann zusätzlich der Laser mit der Frequenz A lokal am Zahn eingesetzt werden).

Lokale Punkte:
  • Taiyang für den Oberkiefer (bekannt für Migräne mit Stirnkopfschmerzen);

  • 3E 21 (M): gegen zum Ohr ausstrahlende Schmerzen;

  • Ma 7: für den Ober- und Unterkiefer sowie das Kiefergelenk;

  • Dü 18: Oberkiefer;

  • Ma 6: Unterkiefer;

  • Dü 3 (K, +, M) und Ma 4: gegen Kieferklemme.

Fernpunkte:
  • Ni 3 (Q): Prozesse mit Knochen- und Periostaffektionen;

  • Di 1 (M) und Di 4 (Q, M): entspricht dem Thalamuspunkt in der Ohrakupunktur und ist der wichtigste allgemeine Analgesiepunkt; dazu Ma 44.

Weitere lokale Hilfspunkte:
  • LG 26 (R), Dü 17: gegen Schwellungen der Lymphknoten am Unterkiefer, auch post extractionem zur Abschwellung.

Trigeminusneuralgien besonders des 2. und 3. Astes gehören häufig in das Gebiet der Zahnschmerzen. Bei dieser Erkrankung können lokale Punkte gute Resultate erzielen wie 3E 21, Di 18, Ma 6, Ma 4 und als Fernpunkt Di 4; alle Punkte, außer Di 4, eventuell auf der kontralateralen Seite stechen.

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