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B978-3-437-23325-8.00017-8

10.1016/B978-3-437-23325-8.00017-8

978-3-437-23325-8

Rötungen im Anal- und Perianalbereich bei neun Monate altem Kind.

Zweijähriges Kind mit Verkrustungen im Gesicht

Blutige Kratzartefakte und leichte Ekzematisierungen

Akute Urtikaria

Knotiger Tumor mit zentralem Hornpfropf

Maligne Hautveränderung

Seborrhoische Keratose

Nävuszellnävus

Hautveränderung am Haaransatz

Derbe Hautveränderung

Basaliom (Basalzellkarzinom)

Hautveränderung bei sieben Monate altem Kind

Hautveränderungen bei einem 15-jährigen Jungen

Hautveränderungen am Handgelenk.

Knoten im Bereich der Unterschenkel

Plaqueartige Hautveränderungen mit randständiger Schuppung

Hautveränderung bei achtjährigem Mädchen

Beschwerden und Erkrankungen im Bereich der Haut

J. Conze

  • 17.1

    Rötung460

    • 17.1.1

      Erythema solare, Insolation460

    • 17.1.2

      Dermatitis460

    • 17.1.3

      Erysipel, Abszess461

    • 17.1.4

      Hauterkrankungen durch gramnegative Keime463

    • 17.1.5

      Mykosen463

    • 17.1.6

      Zoster (Gürtelrose)465

    • 17.1.7

      Periorale Dermatitis, Rosazea, Akne465

  • 17.2

    Verkrustung467

  • 17.3

    Juckreiz468

  • 17.4

    Schuppung471

  • 17.5

    Warzen472

  • 17.6

    Allergien und Unverträglichkeitsreaktionen472

  • 17.7

    Hauttumore474

  • 17.8

    Psoriasis478

  • 17.9

    Neurodermitis479

  • 17.10

    Hautkrankheiten mit kosmetischer Beeinträchtigung480

    • 17.10.1

      Besenreiser-Varikosis480

    • 17.10.2

      Alopezie481

    • 17.10.3

      Hirsutismus481

    • 17.10.4

      Hyperhidrosis482

    • 17.10.5

      Vitiligo482

  • 17.11

    Weitere Hautkrankheiten483

    • 17.11.1

      Lichen ruber483

    • 17.11.2

      Erythema nodosum484

    • 17.11.3

      Pityriasis rosea485

    • 17.11.4

      Granuloma anulare485

    • 17.11.5

      Condylomata acuminata486

  • 17.12

    Kurzhinweise zur externen Therapie487

Rötung

Erythema solare, Insolation

Insolation Haut:Rötung Erythema:solare

Fallbericht

Eine Frau ist im Schwimmbad in der Sonne eingeschlafen.

Welche Therapiemaßnahmen ergreifen Sie bei einem ausgedehnten Erythema solare?
Folgende Maßnahmen sind geeignet:
  • Auftragen von kortisonhaltigen Lotionen und kühlende wässrige Umschläge

  • bei ausgedehntem Befall und/oder Blasenbildung: ASS 500 mg 2–3×/d über 2–3 Tage; stationäre Einweisung bei älteren Menschen und Kindern mit schwerer Dermatitis solaris

  • Neuner-Regel beachten, Fieber? Flüssigkeitsverlust?

Dermatitis

Dermatitis

Fallbericht

Ein neun Monate altes Mädchen leidet seit fünf Tagen an zunehmenden Rötungen im Anal- und Perianalbereich. Es bestehen feuerrote, umschriebene Herde auch in den Leisten, die kleine, rötliche „Streuherde“ aufweisen (Abb. 17.1).

Was ist Ihre Verdachtsdiagnose? Begründen Sie Ihre Aussage.
Die Veränderungen bestehen im Windelbereich, v. a. an intertriginösen Arealen („Haut auf Haut“). Es handelt sich klinisch um eine WindeldermatitisWindeldermatitis, die durch Enzyme des Stuhls gefördert wird und häufig eine Besiedlung mit Candida albicans aufweist.
Wie sieht die Therapie aus?
  • Die wichtigste Maßnahme ist das „Trockenlegen“ der Region. Dazu gehören häufiges Windelwechseln, windelfreie Zeiten für 60–90 Minuten, Bäder mit Gerbstoffzusätzen (Tannolact®), Trockenföhnen der Region, Einlage von glatten Baumwollstreifen in intertriginöse Bereiche.

  • Lokaltherapie mit weicher Zinkpaste (z. B. Penaten® Creme) oder Zinköl DAB zum Schutz vor Mazeration, aus Drogeriemarkt oder Apotheke

  • Bei sekundärer CandidoseCandidose Anwendung nystatinhaltiger Pasten (z. B. Multilind® Heilpaste) und Sanierung des Stuhls (z. B. Mykundex® Suspension), wenn eine Candidose durch Abstrich und Stuhlkultur gesichert ist.

  • Bei stark entzündlichen Fällen darf über wenige Tage ein kortisonhaltiges Kombi-Präparat eingesetzt werden (z. B. Nystaderm® comp. Paste).

Erysipel, Abszess

Erysipel Abszess

Fallbericht

Eine 65-jährige Patientin berichtet über eine seit zwei Tagen zunehmende Schwellung sowie über Schmerzen am linken Fußrücken und linken distalen Unterschenkel. Die beschriebenen Areale sind feuerrot und überwärmt. Die Patientin gibt Abgeschlagenheit und ein Kältegefühl an.

Bei der Untersuchung tasten Sie geschwollene Lymphknoten in der linken Leiste.

Welche klinischen Untersuchungen stellen Sie an?
Suche nach einer Eintrittspforte für Keime im Fußbereich (z. B. mazerative Zehenzwischenraummykose, kleine Verletzung).
Wie lautet Ihre Verdachtsdiagnose?
Erysipel (bakterielle Infektion durch Streptokokken).
Welche therapeutischen Maßnahmen leiten Sie ein?
  • Bettruhe, ggf. mit Low-Dose-Heparinisierung

  • Hochlagerung des Beins

  • Kühlung, z. B. feuchte Umschläge mit Chinolinol (1 Tbl. 0,5 g Chinosol® auf 1 l Wasser, Lösung in den Kühlschrank stellen, Umschläge alle 2 Stunden erneuern)

  • systemische Therapie mit Penicillin V 3 × 1,5 Mio. IE/d p. o. über zehn Tage

  • Schmerztherapie und fiebersenkende Maßnahmen (z. B. Paracetamol 3 × 500 mg/d)

Nach drei Tagen ist das Bein immer noch geschwollen, der klinische Befund nicht wesentlich gebessert.

Was tun Sie?
Bei komplizierten, therapierefraktären Verläufen ist eine stationäre Einweisung zur hoch dosierten intravenösen antibiotischen Therapie erforderlich.
Welche Folgen kann eine unzureichende Therapie, ersichtlich an einem mangelhaften Rückgang des geröteten Areals, nach sich ziehen?
Sie kann zu einer irreversiblen Verklebung der Lymphspalten mit der Konsequenz eines chronischen Lymphödems führen.
Wie behandeln Sie bei Penicillinallergie?
Alternativtherapie: Makrolidantibiotika, z. B. Clarithromycin oder Azithromycin Tabletten über zehn Tage.

Drei Wochen nach der Therapie sind die Zeichen der akuten Entzündung zurückgegangen. Das Bein weist aber immer noch eine teigige Schwellung auf.

Welche Maßnahmen ergreifen Sie?
  • manuelle und/oder apparative intermittierende Lymphdrainage

  • Wickeln der Beine mit Pütter® Kurzzugbinden, alternativ Kompressionsstrumpf (A–D, Strumpf bis unter das Knie) mit offener Spitze, um eine erneute Mazeration am Vorfuß zu vermeiden.

Was muss beim Wickeln der Beine beachtet werden?
Die Wickel müssen morgens, ggf. durch einen ambulanten Pflegedienst, vor dem Aufstehen angelegt werden.
Was ist bei der Planung von Lymphdrainagen zu beachten? Warum?
Für die Durchführung von LymphdrainageLymphdrainagen ist es wichtig, dass die akut-entzündlichen Veränderungen sicher abgeklungen sind, da ansonsten eine Verschleppung von Keimen möglich ist. Im Zweifel kann durch eine CRP-Bestimmung bzw. ein kleines Blutbild belegt werden, ob die Entzündung abgeklungen ist.
Wie behandeln Sie rezidivierende Erysipele?
Rezidivierende Erysipele beruhen auf einer Persistenz von Erregern im Bereich der Lymphspalten. Nach der Therapie der akuten Symptomatik muss für zwölf Monate zur Vermeidung von Lymphödemen vorbeugend behandelt werden mit Penicillin V 1 × 1 Mio. IE/d p. o., oder Erythromycin 250 mg/d oder Benzathinpenicillin G 2,4 IE alle drei Wochen i. m.
Extern: langfristig zweimal täglich die Zehenzwischenräume mit alkoholischem Desinfektionsspray (z. B. Octeniderm® Spray) desinfizieren.

Fallbericht

Ein 56-jähriger obdachloser Patient kommt mit starken Schmerzen im Bereich der rechten Axilla in Ihre Praxis. Die Untersuchung zeigt eine dunkelrote, teigige Schwellung, Überwärmung und erhebliche Berührungsempfindlichkeit. Zudem sind im Bereich der Achselhaare mehrere punktförmige Vereiterungen erkennbar.

Welche Erkrankung liegt vor? Wie ist ihre Entstehung?
Es besteht ein beginnender, da noch nicht fluktuierender Abszess:axillärAbszess. Ausgangspunkt sind oft punktförmige Vereiterungen (Follikulitiden), die den gesamten Haarfollikel und das perifollikuläre Bindegewebe erfassen (Furunkel) und schließlich zur Verschmelzung mehrerer FurunkelFurunkel führen Karbunkelkönnen (Karbunkel). Auch (rezidivierende) SchweißdrüsenabszessSchweißdrüsenabszesse kommen in der Axilla vor, ohne dass eine Erklärung hierfür gefunden wird. Eine Abstrichabnahme für ein Antibiogramm ist sinnvoll.
Nennen Sie prädisponierende Faktoren.
  • mangelnde Hygiene

  • Immunsuppression

  • Diabetes mellitus

Welche therapeutischen Maßnahmen ergreifen Sie?
  • systemische antibiotische Therapie mit einem Cephalosporin, (z. B. Cefuroxim 2 × 500mg/d) oder einem Gyrasehemmer oral (z. B. Ciprofloxacin 2 × 500mg/d) über 5–10 Tage

  • Lokaltherapie mit destilliertem Schiefersulfonat „Zugsalbe“ (z. B. Ichthyol 20 % Salbe), bis nach ein bis zwei Tagen eine Fluktuation auftritt. Dadurch wird eine Progression und Ausbreitung der Eiterung verhindert und eine zentrale „Einschmelzung“ erleichtert.

  • Inzision und Entleerung des Abszesses

  • durch den gespreizten Einschnitt Einlage von Gazestreifen

  • Waschungen mit desinfizierender Seife, z. B. Octenisan® Seife

  • engmaschige Wundkontrolle mit Verband- und Tamponadewechsel zum Freihalten der Abflüsse.

Welche Indikation besteht für eine stationäre Einweisung? Warum?
Abszess:GesichtAbszess im Gesichtsbereich (Gefahr der Sinusthrombose bei aufsteigender Infektion, Sprech- und Kauverbot → passierte/flüssige Kost).

Hauterkrankungen durch gramnegative Keime

Haut:Keime, gramnegative

Fallbericht

Ein 32-jähriger Maurergeselle leidet seit Jahren unter schuppenden Veränderungen im Bereich der Fußränder und Zehenzwischenräume. Nach einer intensiven Therapie mit einem Fußpilzpräparat hat sich nun starkes Nässen eingestellt. Zudem besteht ein beißender Geruch.

Wie lautet Ihre Verdachtsdiagnose? Begründen Sie Ihre Aussage.
Nässende Veränderungen im Bereich der Vorfüße mit beißendem Geruch sind typisch für einen gramnegativen Fußinfekt, der durch eine antimykotische Therapie mit Azolpräparaten begünstigt wird. Diese supprimieren auch grampositive Erreger, sodass eine starke Vermehrung gramnegativer Keime auftreten kann.
Wie sieht die Therapie aus?
Die wichtigste Maßnahme ist das „Trockenlegen“ der Region:
  • Füße mehrmals täglich trockenföhnen und mit Octeniderm® Spray (alkoholhaltig) desinfizieren. Atmungsaktive Strümpfe und Schuhe tragen.

  • Zudem ist eine interne Therapie mit einem Gyrasehemmer (z. B. Ciprofloxacin® 2 × 250 mg/d über 5 Tage) indiziert.

Welche Hautkrankheit tritt charakteristischerweise nach einem Aufenthalt in einem Warmwasserbecken auf?
Eine weitere charakteristische Hautkrankheit durch gramnegative Erreger (Pseudomonas aeruginosa) kommt nach Baden in Warmwasserbecken vor, die sog. Whirlpool-DermatitisWhirlpool-Dermatitis. Am Stamm entstehen nach 8–24 Stunden follikuläre Papeln und Pusteln. Zur Therapie sind antiseptische Seifen (Octenisan® Seife) und örtlich austrocknende Therapie mit Zink-Schüttelmixtur (Lotio alba aquosa DAB) ausreichend.

Mykosen

Mykose:Haut Haut:Mykose

Fallbericht

Ein 37-jähriger Schlosser stellt sich mit weißlichen Mazerationen im Bereich der Zehenzwischenräume vor. Der Fußrand ist gerötet, die Planta zeigt eine lamelläre Schuppung. Die Zehennägel weisen gelbe Streifen sowie eine bröselige Verdickung an den distalen Nagelrändern auf.

Wie lautet Ihre Diagnose?
OnychomykoseOnychomykose, InterdigitalmykoseInterdigitalmykose, chronischer Schweißfuß, chronischerSchweißfuß.
Welche Maßnahmen ergreifen Sie?
  • Lokaltherapie mit Antimykotikum (z. B. Ciclopirox oder Sertoconazol Creme zweimal täglich)

  • Arbeitsschuhe durchtrocknen lassen und öfter wechseln (ggf. zweites Paar anschaffen), Füße gut trocken halten (trockenföhnen, im Privatbereich stets atmungsaktive Baumwollstrümpfe und Ledersandalen tragen)

  • Da auch die Mykose:NagelNägel befallen sind (Onychomykose), ist nach Erregernachweis eine Systemtherapie sinnvoll, z. B. mit Itraconazol oder Terbinafin-Tabletten.

Was müssen Sie bei der Therapie mit Itraconazol beachten?
  • ItraconazolVor und während der Therapie müssen die Transaminasen bestimmt werden.

  • Wechselwirkungen mit z. B. Lipidsenkern (Statinen) u. a. müssen beachtet werden.

Welche Alternativen bieten sich bei Kontraindikation für eine systemische Behandlung an?
Bei (geringem) Befall einzelner Nägel kann ein Versuch mit lokalen Therapeutika unter Lösen des Hornmaterials und Nachbehandlung mit antimykotikahaltigen Nagellacken unternommen werden.
Warum entfernen Sie die Nägel nicht?
Bei einer Onychomykose, insbesondere bei Matrixbefall, kommt es bei Nagelentfernungen regelmäßig zum Rezidiv. Zudem werden bei jeder Nagelentfernung Matrixzellen zerstört, sodass der nachwachsende Nagel schwächer und anfälliger wird.
Welche Erreger liegen meist vor und wo treten ähnliche Erkrankungen auf?
NagelpilzFußpilzBeim Fuß- und Nagelpilz liegen meist Dermatophyteninfektionen vor. Diese können ggf. auch an anderen Hautstellen auftreten, besonders an Leiste und Händen, selten auch im Gesicht.
Was ist typisch für Dermatophyteninfektionen der Haut?
DermatophyteninfektionTypisch ist eine rötliche, schuppige, meist bogige Randbegrenzung des Herdes.
Welche Charakteristika liegen bei Hefepilzinfektionen vor? Wo kommen sie hauptsächlich vor?
HefepilzinfektionHefepilze verursachen eine glänzende Rötung, oft mit kleinen Streuherden in der Umgebung. Sie kommen vor, wo Haut auf Haut liegt (intertriginöse Räume), v. a. unter den Brüsten, zwischen den Glutaeen und im Leistenbereich.
Welche therapeutischen Maßnahmen ergreifen Sie bei Hefepilzinfektionen?
  • Trockenlegen der betroffenen Regionen (Trockenföhnen, Einlage von Gazestreifen)

  • Lokaltherapie mit nystatinhaltigen Pasten (z. B. Nystaderm® Paste), da Pasten austrocknend wirken

  • Wenn das Areal stark entzündet ist, kann kurzzeitig ein Mischpräparat mit Kortisonanteil gegeben werden (z. B. Nystaderm® comp-Paste).

Nennen Sie die typischen klinischen Erscheinungen der Pityriasis versicolor, den Erreger und ihre Behandlung.
Pityriasis versicolorIm Sommer treten typischerweise kleine bis flächige, depigmentierte Hautflecken im Hals-, Schulter- und Rückenbereich, im Winter leicht hyperpigmentierte Flecken an gleicher Lokalisation auf. Es handelt sich um eine harmlose, kosmetisch störende, zu Rezidiven neigende Infektion mit Malassezia furfur.
Die Therapie erfolgt mit clotrimazolhaltigen Seifen (z. B. Cloderm® Shampoo; Einschäumen des gesamten Körpers inkl. Haare, fünf Minuten einwirken lassen, dann abspülen, an fünf aufeinanderfolgenden Tagen wiederholen). Die Erscheinung neigt zu Rezidiven, insbesondere in vorderer und hinterer Schweißrinne. Deshalb sollten in den wärmeren Monaten einmal pro Woche Kopfhaut und Oberkörper beim Duschen mit Ketoconazol-Seife (z. B. Ket® Hexal) eingeschäumt werden.

Zoster (Gürtelrose)

Herpes zoster Gürtelrose Zoster

Fallbericht

Eine 72-jährige Patientin stellt sich mit starken Schmerzen im Bereich rechts der Lendenwirbelsäule vor. Bereits seit einigen Tagen sei es so, „als wenn jemand mit dem Messer ins Gewebe steche“. An der Haut ist eine leichte Rötung zu sehen.

Welche klinischen Differenzialdiagnosen stellen Sie?
  • Herpes zoster

  • akute Lumbago

  • Bandscheibenprolaps

Welche Verdachtsdiagnose stellen Sie? Begründen Sie Ihre Aussage.
Die Rötung der Haut deutet auf Herpes zoster hin, der mit Schmerzen beginnen kann, auch wenn Hautveränderungen (noch) nicht sichtbar sind. Bläschen bilden sich innerhalb von etwa 24 Stunden.
Aciclovir 800 mg Tbl. p. o., alle fünf Stunden über sieben Tage. Alternativ Brivudin 1 × 125 mg/d über sieben Tage (Zostex®Tabletten). Erhöhte Toxizität von 5-FU-haltigen Präparaten bei gleichzeitiger Gabe beachten!
Anfangs Lokaltherapie mit austrocknenden Lotionen (z. B. Anaesthesulf® P Lotio), später ggf. Fucidine® Creme bei kutanem bakteriellem Sekundärinfekt.

Drei Wochen später, nachdem die Hautveränderungen weitgehend abgeheilt sind, bestehen weiterhin starke Schmerzen.

Wie interpretieren Sie die Schmerzen und was tun Sie?
PostzosterneuralgieEs handelt sich um eine (Post-)Neuralgie:ZosterZosterneuralgie, die auch nach Abklingen der primären Krankheitszeichen lange anhalten kann. Bei Schmerzen lindern Paracetamol oder Novaminsulfon (4 × 500 mg/d) meist nur gering bis gar nicht. Bei einer anhaltenden Zosterneuralgie helfen Antikonvulsiva (Gabapentin, Pregabalin), seltener Antidepressiva in Absprache mit einem Neurologen. Extern hilft einzelnen Patienten eine Capsaicin-haltige Salbe, wenn diese im frühen Schmerzstadium eingesetzt wird.
Nennen Sie die Therapie des Herpes simplex recidivans.
  • Herpes simplex recidivansLokaltherapie mit weicher Zinkpaste, bei Impetiginisierung Fucidine® Creme.

  • Bei schweren Verläufen Systemtherapie mit Aciclovir Tbl. 5 × 200 mg/d über einige Tage.

  • Bei häufigen Rezidiven empfiehlt es sich, dass der Patient beim ersten Gefühl der entstehenden Herpesinfektion sofort Aciclovir 200 Tabletten einnimmt; ggf. kann so eine schwerere Manifestation verhindert werden.

  • Viele Patienten fühlen sich mit einer lokalen Frühtherapie mit Aciclovir Creme ausreichend behandelt.

Unterscheidet sich die Therapie des Herpes genitalis davon?
Nein.

Periorale Dermatitis, Rosazea, Akne

Rosazea Dermatitis:periorale Akne

Fallbericht

Eine 36-jährige Sekretärin leidet seit Jahren unter Rötungen und kleinen Papeln im zentralen Gesichtsbereich und um den Mund. Es bestehe ein Trockenheitsgefühl, sodass sie immer Feuchtigkeitscremes verwenden müsse. Inzwischen sei alles so schlimm geworden, dass sie auch schon Kortison-Creme verwendet habe, die auch kurzfristig helfe, doch jetzt vertrage sie diese nicht mehr.

Um welche Erkrankung handelt es sich?
Periorale Dermatitis.
Wie behandeln Sie?
  • Die wichtigste Maßnahme ist das Absetzen kortisonhaltiger Externa (danach tritt zunächst eine Verschlechterung auf, die die Patientin tolerieren muss, ggf. kurzfristige Arbeitsunfähigkeit bescheinigen).

  • Verbot von Feuchtigkeitscremes und abdeckender Kosmetik.

  • Kurzfristige Lokaltherapie mit Metronidazol oder Azelainsäure-haltigen Cremes (Aknemycin® Salbe).

  • Bei ausgeprägtem Befund Doxycyclin Tbl. 100 mg/d für zehn Tage.

Nennen Sie die klinischen Erscheinungsformen der Rosazea und ihre Charakteristika.
  • RosazeaRosazea Stadium I: zunächst temporäre, später auch persistierende Erytheme im zentralen Gesichtsbereich und auf dem Nasenrücken

  • Rosazea Stadium II: follikuläre Papeln und Pusteln im Bereich der geröteten Areale des zentralen Gesichts

  • Rosazea Stadium III: flächige, entzündliche Knoten, Bindegewebsvermehrung, Talgdrüsenhyperplasie

  • Sonderformen:

    • RhinophymRhinophym („Knollennase“): Bindegewebsvermehrung im Nasenbereich

    • Rosacea conglobata: schwere, entzündliche Rosazeaform mit ausgeprägter Pustulation

    • Rosacea fulminans: plötzlich auftretender, schwerer Rosazeaschub

Welche Verschlechterungsfaktoren der Erkrankung sind bekannt?
UV-Einwirkung, Alkohol, Kaffee und scharfe Speisen im Übermaß.
Wie sieht die Standardtherapie der Rosazea aus?
  • Stadium I: Metronidazol-haltige Externa (z. B. Metrolotio®)

  • Stadium II und III: zusätzlich Tetrazykline (z. B. Doxycyclin 100 mg/d) über 2–3 Wochen, extern Soolantra® Creme

  • Rosacea conglobata/Rosacea fulminans: Überweisung zum Dermatologen

Erklären Sie die Pathogenese der Acne vulgaris und nennen Sie verschiedene Typen der Akne.
Acne vulgarisBei der AkneAkne spielen drei wesentliche pathogenetische Faktoren zusammen:
  • Seborrhö

  • Verhornungsstörung im Bereich des oberen Haarschafts

  • bakterielle Infektion mit Propionibacterium acnes und dadurch induzierte Entzündungen des Haarbalgs

Es werden verschiedene Akneformen unterschieden:
  • Acne comedonica (Verhornungsstörungen dominieren)

  • Acne papulopustulosa

  • Acne conglobata

  • verschiedene Sonderformen, z. B. Teerakne, Steroidakne, Acne neonatorum

Nennen Sie die wichtigsten Behandlungsmittel.
  • Acne comedonica: Therapie mit schälenden Präparaten (z. B. Benzoylperoxid-Gel 3–5 %, Adapalen-Creme, Azelainsäure 15 % Gel, Isotretinoin-Creme, Verträglichkeit je nach Hauttyp über Anwendungshäufigkeit anpassen)

  • Acne papulopustulosa: Lokaltherapie wie bei Acne comedonica und Gabe von Doxycyclin 100-mg-Tbl./d über 2 Monate (Alter > 14 Jahre)

  • Acne conglobata: Überweisung zum Dermatologen zwecks Systemtherapie mit Isotretinoin-Kapseln

Verkrustung

Haut:Verkrustung

Fallbericht

Eine Mutter stellt ihr zweijähriges Kind vor. Seit drei Tagen hätten sich ausgehend von einer wunden Stelle am Mund kleine, gelbliche Krusten im Gesichtsbereich gebildet (Abb. 17.2). Auch am Arm sei inzwischen eine solche Kruste vorhanden.

Welche Verdachtsdiagnose stellen Sie? Warum?
Hier liegt eine Impetigo Impetigo contagiosacontagiosa vor. Das Kind zeigt die typischen (oft honig-)gelben Krusten.
Welche Differenzialdiagnosen kommen infrage?
Ein superinfiziertes Ekzem.
Welche diagnostischen Maßnahmen ergreifen Sie?
  • bakterieller Abstrich

  • Abklärung weiterer Infektionen in der Umgebung des Kindes (Geschwister, Spielgruppe etc.), um ggf. eine erforderliche Mitbehandlung einzuleiten.

Welche therapeutischen Maßnahmen ergreifen Sie?
  • Strikte Hygiene zur Infektionsunterbrechung am Kind selbst und zur Vermeidung einer Übertragung auf andere (kurze Fingernägel, Octenisan® Seife). Das Kind muss bis zur deutlichen Besserung zu Hause bleiben. Es sollte eigene Handtücher benutzen und täglich die Leibwäsche wechseln. Stofftiere müssen zunächst entzogen und ausreichend desinfiziert werden.

  • Bei kleinen Herden reicht eine Lokaltherapie aus: Fucidine® Creme 5 × tägl. dünn auftragen, Herde abdecken, aber kein Pflaster, sondern besser Schlauchverbände verwenden.

  • Bei großflächiger Ausdehnung oder Befundprogredienz erfolgt eine systemische antibiotische Behandlung, z. B. durch Penicillin V oder Cefaclor-Saft. Ggf. zuvor Antibiogramm veranlassen.

Fallbericht

Ein 57-jähriger Angestellter klagt über starken Achselgeruch. Auch die Verwendung von Deos habe keine Verbesserung erbracht. Kollegen hätten sich bereits über die Belästigung beklagt. Bei der Inspektion der Achselregion sehen Sie gelbliche Auflagerungen, die z. T. die Haare komplett umschließen (Einscheidungen).

Welche Diagnose stellen Sie? Begründen Sie Ihre Aussage.
Der typische penetrante Geruch und die Einscheidungen der Haare sprechen für eine Trichobacteriosis palmellinaTrichobacteriosis palmellina (bakterielle Infektion mit Corynebacterium tenuis).
Wie sieht die Therapie aus?
Zur Therapie sollten die Achselhaare abrasiert werden (kein Lebensraum für Bakterien mehr). Anschließend wird der Achselbereich täglich mit einem alkoholischen Spray (z. B. Octeniderm® Spray) über einige Zeit desinfiziert. Als Rezidivprophylaxe können langfristig antiseptische Waschlotionen (z. B. Octenisan® Seife) verwendet werden.

Juckreiz

Welche Symptomatik ist typisch für eine Prurigo simplex subacuta, und wie behandeln Sie diese?
Prurigo simplex subacutaJuckreiz:HautHaut:JuckreizCharakteristisch sind multiple Papeln, die extremen fokalen Juckreiz bedingen, der erst sistiert, wenn die Papeln aufgekratzt werden und bluten. Deshalb bestehen oft Exkoriationen im Bereich der Papeln.
Für die Therapie ist eine Optimierung der Hautpflege sehr wichtig (Vermeidung von Hautreizungen, Hautpflege mit Urea 5 % Hautlotionen abends, nicht täglich duschen, keine Schaumbäder, Duschöl statt Duschgel nutzen). Außerdem ist eine UVB-Bestrahlungstherapie oft wirksam (durch Dermatologen). Die Einzelherde können mit starken Kortison-Salben (z. B. Clobetasol-Salbe) eingecremt werden. Ggf. hilft Unterspritzung mit Volon A® 10 Kristallsuspension intrakutan. Antihistaminika können eingesetzt werden (z. B. Xusal® 1 × 1 Tbl./d), um das Kratzen zu vermindern, ggf. auch sedierende Antihistaminika über Nacht (z. B. Atarax® 25–50 mg/d; Vorsicht bei bekannter Sturzneigung des Patienten!).

Fallbericht

Bei einer 89-jährigen Patientin, die seit fünf Jahren in einem Seniorenheim lebt, zeigen sich bereits seit mehreren Wochen an der Haut neu aufgetretene, blutige Kratzartefakte und leichte Ekzematisierungen, besonders an den distalen Extremitäten, Handbeugen und in den Interdigitalfalten (Abb. 17.3). Der Juckreiz ist bei Bettwärme verstärkt und stört den Schlaf. Ein Therapieversuch mit einer „Kortison-Creme“ war ineffektiv. Bei der Inspektion sehen Sie die dargestellte Hautveränderung.

Welche Verdachtsdiagnose stellen Sie? Begründen Sie Ihre Aussage.
Die erfolglose Therapie mit einer „Kortison-Creme“ lässt Ekzemerkrankungen (Kontaktekzem, Neurodermitis) unwahrscheinlich erscheinen. Der nächtliche Juckreiz (Schlafstörungen) und das „Blutigkratzen“ weisen auf eine SkabiesSkabies hin, die bei immunsupprimierten Menschen und dort, wo viele Menschen zusammenleben, gehäuft vorkommt.
Wie klären Sie die Erkrankung ab?
Suche nach ausgezogenen (strichförmigen oder gebogenen) Effloreszenzen (Milbengänge) mit dunklem Pünktchen am Gangende (Milbenhügel), besonders an Handbeugen, Fingerzwischenräumen und Unterarmen. Gezielte Frage beim Personal oder anderen Patienten nach ähnlichen Beschwerden. Der Milbennachweis ist im Altersheim oft nicht möglich, sodass das klinische Bild und die Anamnese für die Therapie-Indikation meist ausreichen muss.
Welche Therapie und weitergehende Maßnahmen sind erforderlich?
  • Infectoscab® Creme gewissenhaft vom Kinn abwärts auf die gesamte Haut für 12 Stunden eincremen, danach abduschen, bei Älteren (> 65 Jahre) Kopf und Gesicht mitbehandeln.

  • Alternativ nach Körpergewicht dosiert Behandlung mit Ivermectin Tabl. (Scabioral® 3 mg Tabl.)

  • Leib- und Bettwäsche sowie Handtücher wechseln und bei 60 °C waschen. Feinwäsche für 7 Tage in einen Plastiksack stecken und dann bei 30 °C waschen, oder ggf. einfrieren. Die Gefriermethode eignet sich besonders für Plüschtiere, Schuhe und Kleinutensilien.

  • Kontaktpersonen mit Skabies-verdächtigen Symptomen prophylaktisch behandeln.

Nennen Sie die klinischen Merkmale der Pediculosis capitis.
Pediculosis:capitisStarker Juckreiz des behaarten Kopfes (Kapillitium). Nachweis von Nissen an den Haarschäften, besonders im Bereich über den Ohren und am Nacken. Sie lassen sich im Gegensatz zu Schuppen nicht ablösen. Bei starker und lang dauernder Infektion Ekzematisation im Kopf- und Halshautbereich sowie Schwellung der nuchalen Lymphknoten.
Wie therapieren Sie?
Permethrin, ein Insektizid, (z. B. Infectopedicul® Lsg.) gleichmäßig ins feuchte Haar einreiben, 30–45 Minuten einwirken lassen, dann mit warmem Wasser auswaschen, die noch feuchten Haare soweit möglich mit Nissenkamm von Nissen befreien, drei Tage lang die Haare nicht waschen.
Alternativ: Dimeticon 100 % Lsg. (insektizidfrei, z. B Jacutin Pedicul Fluid) sorgfältig ins trockene Haar einreiben und 15 Minuten einwirken lassen, dann Nissen/Läuse mit Nissenkamm auskämmen, dann auswaschen. (Diese Therapie eignet sich besonders für Schwangere, Säuglinge und Kinder.)
Obige Prozeduren müssen jeweils nach neun Tagen wiederholt werden (Gefahr nachschlüpfender Läuse)!
Welche Sanierungsmaßnahmen empfehlen Sie?
  • Kleidung und Bettbezüge bei 60 °C waschen. Alternativ: Kleidung und ggf. Plüschtiere zwei Wochen in einer Plastiktüte an einem warmen Ort verschlossen lagern.

  • Tägliche Kontrollen auf Nissen, ggf. Nissenkamm nutzen, ggf. befallenen Haare abschneiden.

  • Kämme und Bürsten zehn Minuten in ca. 60 °C heißes Wasser einlegen.

Meldepflichten bei Krätze oder Kopfläusen

Für Ärzte besteht keine Meldepflicht. Leitungen von Gemeinschaftseinrichtungen sind aber schon im Verdachtsfall gegenüber dem Gesundheitsamt zur Meldung von Erkrankten verpflichtet!

Weitere Informationen: www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/merkblaetter_node.html

Fallbericht

Ein 62-jähriger Rentner beklagt einen zunehmenden Juckreiz im Bereich der Beine. Hier bestehen rundliche Ekzemherde (schuppend, nässend, gerötet). Eine Eigenbehandlung mit diversen Pflanzencremes habe eher eine Verschlechterung herbeigeführt.

Um welche Hautkrankheit handelt es sich?
Um ein nummuläres (münzförmiges) Ekzem:nummuläresEkzem.
Nennen Sie Faktoren, die als mögliche Auslöser diskutiert werden.
  • Fokalgeschehen: verschiedene Infektionen (z. B. eitrige Bronchitis/Sinusitis)

  • Atopieneigung (Asthma bronchiale, saisonale Rhinitis, frühere Neurodermitis?)

  • Neigung zur Psoriasis (nummuläres Ekzem als „Minimalform der Psoriasis“)

  • kontaktallergischer Mechanismus auf Bakterienantigene

  • chronisch-venöse Insuffizienz

Welche diagnostischen Maßnahmen ergreifen Sie?
Abklärung auslösender Mechanismen (s. o.):
  • mykologische Diagnostik

  • bakterieller Abstrich

  • Fokussuche

Welche therapeutischen Maßnahmen ergreifen Sie?
  • Lokaltherapie: antimikrobiell wirksame, mittelstarke Kortison-Creme (z. B. Fucicort® Creme), Duschen mit Octenisan® Seife

  • bei floriden Infekten ggf. systemische antibiotische Therapie (z. B. Cephalosporine: Cefuroxim 2 × 500 mg/d)

Nennen Sie wichtige Arten von Handekzemen. Beschreiben Sie kurz die jeweiligen Charakteristika.
  • Ekzem:Hand-dyshidrotisches Handekzem:dyshidrotischesHandekzem:dyshidrotischesHandekzem: Bläschen im Bereich der Fingerzwischenräume, starker Juckreiz, nach Platzen der Bläschen oberflächliche Schuppung

  • atopisches Handekzem:atopischesHandekzem: Xerose und Juckreiz an den Palmae; Stigmata der Atopie (z. B. Rhinitis allergica, allergisches Asthma, Xerosis cutis)

  • kumulativ-subtoxisches Handekzem:kumulativ-toxischesHandekzem: trockene, schuppende Hautveränderungen an den Handrücken; keine Streuphänomene; entsteht durch wiederholte unterschwellige Noxen (häufiges Händewaschen, Friseurberuf, andere Feuchtberufe)

  • kontaktallergisches Handekzem:kontaktallergischesHandekzem: streuende und meist stark juckende Ekzemherde; durch verschiedene Kontaktallergene (Nickel, Berufsstoffe, Duftstoffe etc.) ausgelöst

  • Psoriasis:palmarisPsoriasis palmaris (palmoplantaris): vorwiegend an Palmae/Plantae meist grünliche (sterile!) Pusteln, die in rötlichen Plaques lokalisiert sind; keine Streureaktion im Gegensatz zu Kontaktallergien; oft weitere Psoriasisstigmata (erythematosquamöse Hautveränderungen an Kopf, Ellenbogen, Knie)

Wie unterscheiden Sie ein kontaktallergisches Handekzem von einem kumulativ-subtoxischen Handekzem?
Allergische Handekzeme weisen eine Streureaktion auf, die über den Einwirkbereich des Allergens hinausreicht; kumulativ-subtoxische Handekzeme sind hingegen regional begrenzt.
Bei einem Handekzem vermuten Sie einen Zusammenhang mit der Berufstätigkeit. Wie gehen Sie vor?
Zur Abklärung sollte über einen Dermatologen ein „Hautarztbericht“ erstellt und zur weiteren Klärung an die zuständige Berufsgenossenschaft weitergeleitet werden.
Nennen Sie einige Ursachen von analem Juckreiz
  • Juckreiz:analerHämorrhoidalleiden

  • atopisches Analekzem

  • kumulativ-subtoxisches Analekzem (übertriebene Analhygiene, Z. n. Durchfällen, ungeeignetes Toilettenpapier)

  • kontaktallergisches Analekzem (Inhaltsstoffe z. B. von Analcremes oder feuchten Toilettenpapieren)

  • perianale Mykose:perianalMykose (meist als Superinfektion oder bei Diabetes mellitus)

  • Psoriasis vulgaris

  • Wurmerkrankungen (meist Kinder)

Wie sieht die Therapie der Analekzeme aus?
  • Ekzem:Anal-Analekzemmögliche Kontaktallergene (z. B. feuchte Toilettenpapiere) meiden

  • bei starkem Juckreiz kurzzeitig Kortison-Clotrimazol-Mischcreme (z. B. Baycuten® HC-Creme) mehrfach dünn

  • nachts weiche Zinkpaste (z. B. Penaten® Creme)

  • bei nässenden Veränderungen zunächst austrocknende Lokaltherapie, z. B. mit Tannolact® Sitzbädern

  • bei Candida-Infektionen Lokaltherapie mit nystatinhaltigen Pasten (z. B. Nystaderm® comp. Paste)

Welche Hautpflege empfehlen Sie älteren Menschen?
Kurzes Duschen mit Verwendung ölhaltiger Seifen (z. B. Duschölen), nicht täglich duschen, nicht baden, regelmäßige rückfettende Pflege mit Urea 5 % Creme/Körperlotion. (Achtung: Sturzgefahr durch Duschöle, für rutschhemmende Maßnahmen in der Duschtasse sorgen!)

Schuppung

Haut:Schuppung

Fallbericht

Ein 44-jähriger Bankangestellter leidet seit Jahren unter trockenen, rötlichen Schuppen im zentralen Gesichtsbereich und im Bereich der Augenbrauen. Auch am Kapillitium findet sich eine trockene Schuppung. Gelegentlich sind Rötungen im Bereich der Brust und am Rücken vorhanden.

Welche Hautkrankheit liegt vor?
Eine seborrhoische Dermatitis:seborrhoischeDermatitis.
Wie behandeln Sie die Herde an Kopf, Gesicht und Körper?
  • Therapieprinzip: keine fettende Lokaltherapie; eher Creme verwenden!

  • Kopfherde: z. B. Ketoconazol-haltige Haarshampoos (z. B. Terzolin® Lösung), bei schwerem Befall kurzzeitig kortisonhaltige Kopftinkturen (z. B. Lygal® Kopftinktur, Ecural® Lösung)

  • Gesichtsherde: Ketoconazol-haltige Cremes (z. B. Nizoral® Creme), nur bei schwerem Befall kurzzeitig Kortison-Creme (z. B. Baycuten HC oder Dermatop® Creme) oder Off-Label-Therapie mit Pimecrolimus-Creme (Elidel®) durch Dermatologen

  • Da das seborrhoische Ekzem oft eine deutliche Stressassoziation aufweist, ist eine Stressreduktion sinnvoll.

Warzen

Wie behandeln Sie ein dreijähriges Kind, das Ihnen mit disseminierten Schwimmbadwarzen (Mollusca contagiosa) vorgestellt wird? Welche weitergehenden Maßnahmen sind erforderlich?
  • WarzenMollusca contagiosaHaut:WarzenAbkleben der betroffenen Areale mit Creme-Lokalanästhetikum (EMLA® Creme), ½ Stunde einwirken lassen; anschließend oberflächliche Kürettage mit dem scharfen Löffel

  • Vereisung mit flüssigem Stickstoff durch Dermatologen

  • nach Abheilung pflegende Lokaltherapie der betroffenen Areale (z. B. weiche Zinkpaste oder Penaten® Creme nachts, tags Urea-Cremes, z. B. Basodexan® soft Creme)

  • Kinder mit Mollusken sollten nicht mit anderen Kindern zusammen in einer Wanne baden (Übertragung in Feuchtbereichen).

Wann ist eine operative Entfernung von Plantarwarzen angezeigt? Wann können die Warzen zunächst belassen werden?
PlantarwarzenWarzen sollten entfernt werden, wenn sie in druckbelasteten Arealen sitzen, da sonst Fehlhaltungen drohen, die ungünstige Rückwirkungen auf die Gelenke haben. Isolierte Warzen außerhalb dieser Regionen können mit salizylhaltigen Pflastern (z. B. Guttaplast®) oder Lösungen (z. B. Verrumal®, Verrucid®) behandelt werden.
Wie kann die Behandlung von Warzen in plantaren Belastungszonen unterstützt werden?
Durch die Verordnung entlastender Einlagen, einer Spreizfußbandage oder von Retrokapitalpelotten zum Einkleben auf die Schuhinnensohle. In leichteren Fällen ist eine Druckverteilung mit selbstklebenden, kleinen Filzringen möglich (Drogeriemarkt, Sanitätshaus).
Welche Maßnahmen ergreifen Sie bei disseminierten Warzenbeeten?
Stationäre Einweisung zur Elektrokoagulation/Kürettage in Intubationsnarkose.
Warum wird die Behandlung nicht in Lokalanästhesie durchgeführt?
Lokalanästhesien an Palmae und Plantae sind äußerst schmerzhaft und allenfalls für einzelne tiefreichende Warzen bei Erwachsenen durchführbar.

Allergien und Unverträglichkeitsreaktionen

Haut:Allergie Allergie:Haut

Fallbericht

Eine 32-jährige Büroangestellte stellt sich mit folgenden Beschwerden in Ihrer Praxis vor: morgendliche Luftnot, Auswurf und Rhinitis. Die Symptomatik bessere sich über den Tag, um morgens erneut aufzutreten. Auffallend sind deutliche Ekzeme der Augenlider.

Welches Problem könnte der beschriebenen Symptomatik zugrunde liegen?
Atopisches Lidekzem bei auslösender Hausstaubmilben-AllergieAllergie:HausstaubmilbeHausstaubmilben-Allergie.
Welche diagnostischen Schritte sind erforderlich?
Prick-Test auf Haustaubmilben-Allergene (Dermatophagoides pteronissinus und farinae), bei unklarem Prick-Test-und bei Kindern unter vier Jahren Bluttest auf spezifische Antikörper vom Typ IgE (RAST-Test).
Welche Maßnahmen sind bei positivem Testausfall erforderlich?
  • Wichtigste Maßnahme: Einhüllen („Encasing“) der Bettdecke und der Matratze mit speziell gewebten, milbendichten Bezügen (Kosten werden teilweise von den Krankenkassen übernommen → Hilfsmittel).

  • Hausstaubmilbenreservoire wie Teppichböden, Stofftiere, Vorhänge und Polstermöbel möglichst durch abwischbare Materialien, z. B. Laminat-Fußboden, ersetzen.

  • Abendliche Gabe eines Antihistaminikums (Cetirizin oder Loratadin Tbl.), bei nicht ausreichender Besserung zwei Hübe täglich eines Budesonid- oder Beclometason-Dosieraerosols. Nach Sanierung des Schlafplatzes und der Wohnung Versuch, die Medikamente abzusetzen bzw. zu reduzieren.

  • Bei fehlender klinischer Besserung nach einigen Wochen Einleitung einer HyposensibilisierungHyposensibilisierung. Diese ist je nach Allergen als subkutane (SCIT) oder sublinguale (SLIT) Variante mit unterschiedlichen Therapieschemata möglich. Die Erfolgsquoten liegen je nach Untersucher und Therapiekonzept bei ca. 95 % bei Biene/Wespe, ca. 75 % bei Frühblühern/Gräsern und ca. 65 % bei Hausstaubmilben.

Nennen Sie Kontraindikationen für die Durchführung einer subkutanen spezifischen Hyposensibilisierung (SCIT, subkutane Immuntherapie).
  • absolute Kontraindikationen: fortgeführte Einnahme von Betablockern, Immundefekte, chronisch-entzündliche Erkrankungen, fieberhafte Infekte, multiple Sklerose, Gravidität

  • relative Kontraindikationen: Autoimmunerkrankungen, ACE-Hemmer und AT1-Rezeptor-Antagonisten, zerebrales Krampfleiden, Herz-/Kreislaufinsuffizienz, Hyperthyreose, Krebserkrankungen, Schutzimpfung (1–2 Wochen vor/nach Hyposensibilisierung), Alter < 5 Jahre

Fallbericht

Nach dem Besuch einer Pizzeria und Genuss mehrerer Gläser Rotwein sowie Einnahme einer Tablette Aspirin® am Vorabend stellt sich am Morgen ein 36-jähriger Patient mit stark juckenden Quaddeln in Ihrer Sprechstunde vor (Abb. 17.4).

Um welche Erkrankung handelt es sich?
Es handelt sich um eine akute Urtikaria:akuteUrtikaria.
Welche Maßnahmen ergreifen Sie?
Bei Atemnot und Kreislaufdepression Zugang legen, Prednisolon 100 mg i. v. und Antihistaminika (1 Amp. Dimetinden, z. B. Fenistil® i. v.), Patienten beobachten, ansonsten:
  • orales Antihistaminikum (z. B. Loratadin 1–2 × 1 Tbl./d über einige Tage)

  • bei schweren Formen zusätzlich Prednisolon 20-mg-Tbl., anfangs 1 × 3 (60 mg)/d, nach Lage ausschleichen

  • Laxanzien und Diät (Tee, Zwieback, Kartoffeln, Reis) über einige Tage

Acethylsalicylsäure (ASS), aber auch andere NSAIDs, besonders in Kombination mit ACE-Hemmern sind häufig Trigger von Urtikaria und sollten gemieden werden.

Wann ist eine stationäre Behandlung angezeigt?
Bei nicht abklingender Luftnot, Heiserkeit, Lippenschwellung, Kreislaufschwäche, generalisiertem Befall ggf. zügig Notarzt rufen!
Welche diagnostischen Maßnahmen ergreifen Sie bei chronischer Urtikaria?
Urtikaria:chronischeSuche nach entzündlichen Foki (Blutbild, BSG, HNO-Konsil, Gastroskopie → Helicobacter pylori? Konsil bei Allergologen). Allerdings sind nur in ca. 30 % der Fälle ursächliche Faktoren zu finden.

Hauttumore

Haut:TumoreSeit 2008 gehört das „Hautkrebs-Screening“ als Früherkennungsuntersuchung zum Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung. Es soll ab dem 35. Lebensjahr allen Versicherten etwa alle zwei Jahre angeboten werden. Nähere Informationen dazu unter www.hautkrebs-screening.de/index.php.

Fallbericht

Bei einem 76-jährigen Rentner hat sich binnen der letzten vier Wochen der in Abb. 17.5 dargestellte knotige Tumor mit zentralem Hornpfropf gebildet.

Worum handelt es sich? Nennen sie typische Charakteristika.
Um ein KeratoakanthomKeratoakanthom. Typisch sind der zentrale Hornpfropf und das schnelle Wachstum.
Wie sieht die Therapie aus?
Knappe Exzision im Gesunden. Histologie veranlassen.

Fallbericht

Ein 72-jähriger Patient stellt sich mit Rauheiten im Bereich des Kapillitiums vor, die er bisher ohne Erfolg mit einer Feuchtigkeitscreme behandelt.

Worum könnte es sich handeln? Nennen Sie geeignete Therapien.
Aktinische Keratose:aktinischeKeratosen treten besonders bei hellhäutigen, älteren Patienten an Glatze und Gesicht auf und sind mit fließenden Übergängen Vorläufer von Plattenepithelkarzinomen.
Bei langjährig durch den Beruf der Sonne ausgesetzten Patienten (Dachdecker, Maurer etc.) kann eine Berufskrankheit vorliegen, die über einen Dermatologen der Berufsgenossenschaft gemeldet werden sollte.
Welche Behandlungsmöglichkeiten aktinischer Keratosen kennen Sie?
  • Kürettage mit dem scharfen Löffel

  • Kryochirurgie mit flüssigem Stickstoff

  • Laserablation

  • fotodynamische Therapie

  • Lokaltherapie mit Diclofenac-haltigem Gel (z. B. Solaraze®)

  • Lokaltherapie mit Actikerall® Lösung. Wegen schwerwiegender Nebenwirkung darf diese nicht gleichzeitig mit Brivudin (Zostex®) zur Herpes-zoster-Therapie verwendet werden!

Fallbericht

Bei einem 42-jährigen Bademeister sehen Sie folgende Veränderung (Abb. 17.6).

Worum handelt es sich?
Hautkrebs:Melanom, malignesMalignes Melanom, malignesMelanom (Typ: superfiziell spreitendes malignes Melanom).
Nennen Sie die typischen Erkennungsmerkmale des malignen Melanoms.
Typisch sind die ABCDE-Kriterien:
  • A: Asymmetrie

  • B: Begrenzung → unregelmäßige seitliche Begrenzung

  • C: Color → dunkelbraun bis schwarz

  • D: Durchmesser → > 2 mm

  • E: Entwicklung, neu/verändert in welcher Zeit

Weiteres gutes Bildmaterial zu malignen Hauttumoren findet man z. B. unter http://dermoscopic.blogspot.de/.
Wie sieht die Standardtherapie des malignen Melanoms aus?
Zunächst Entfernung des Tumors mit kleinem Sicherheitsabstand. Nach histologischer Bestimmung der Invasionstiefe Nachexzision entsprechend der aktuellen Leitlinie.

Folgende Sicherheitsabstände werden zurzeit gefordert:

  • Melanoma in situ: 0,5 cm Sicherheitsabstand

  • Eindringtiefe ≤ 2 mm: 1,0 cm Sicherheitsabstand

  • Eindringtiefe > 2 mm: 2,0 cm Sicherheitsabstand

  • bei Tumordicke > 1 mm zudem Entfernung des Wächterlymphknotens (Sentinel Lymphnode Dissection)

Nachsorge des malignen Melanoms:
  • bei primärer Tumordicke > 4 mm oder positivem Sentinel-Lymphknoten Einleitung einer α-Interferon-Therapie oder neuerer immunologischer Therapieverfahren (z. B. BRAF/MEK-Inhibitoren) durch spezialisierte Zentren, ansonsten

  • Kontrolle von Narbenregion, Lymphknoten und Integument alle drei Monate für fünf Jahre über Dermatologen, Ultraschall der regionalen Lymphknoten und S-100-Protein-Bestimmung einmal jährlich ab Tumorstadium IB

Um welchen Hauttumor handelt es sich in Abb. 17.7? Nennen Sie die typischen klinischen Charakteristika.
Es handelt sich um eine seborrhoische Keratose:seborrhoischeKeratose. Sie hat eine verruköse Oberfläche, sieht „wie aufgesetzt“ aus. Typische „Pseudohornzysten“ sind mit dem bloßen Auge oder besser auflichtmikroskopisch erkennbar.
Benennen Sie folgenden Hauttumor (Abb. 17.8). Nennen Sie seine typischen Charakteristika.
Abgebildet ist ein NävuszellnävusNävuszellnävus. Es handelt sich dabei um einen bräunlichen, scharf begrenzten, symmetrischen Tumor. Er entwickelt sich mit zunehmendem Alter papillomatös und kann die Pigmentierung ganz verlieren (ausgebrannter papillomatöser Naevus).
Um welche Veränderung handelt es sich in Abb. 17.9? Nennen Sie die typischen Charakteristika.
Es handelt sich um einen Naevus Naevus sebaceussebaceus, einen weiß-gelblich bis bräunlichen, flachen Tumor am Kapillitium. Im Kindesalter zunächst haarloses Areal. Im Erwachsenenalter gering erhöhte Gefahr der Entwicklung von Basaliom/Spinaliom.
Was sehen Sie in Abb. 17.10? Nennen Sie die typischen Charakteristika.
Ein HistiozytomHistiozytom. Es handelt sich dabei um eine v. a. an den Beinen vorkommende, derbe Hautveränderung, oft mit rötlich-bräunlichem Rand. Typisch ist der „Pastillenaspekt“: Bei seitlichem Druck zwischen zwei Fingern zieht sich der Tumor in die Haut zurück.
Nennen Sie die klassischen klinischen Charakteristika des Basalzellkarzinoms.
Hautkrebs:BasalzellkarzinomBasaliom (Basalzellkarzinom)Basalzellkarzinome kommen bei Älteren (> 50 Jahre) meist an belichteten Arealen („Sonnenterrassen der Haut“) vor. Sie sind „semimaligne“, d. h. sie metastasieren nicht, wachsen aber lokal destruierend. Typisch sind glänzende Oberfläche, Teleangiektasien im Tumor, perlschnurartiger Randsaum (Abb. 17.11).
Nennen Sie den häufigsten Fehler bei der Therapie. Was können Sie dagegen tun?
Der klinisch sichtbare Teil entspricht oft nicht der Gesamtgröße des Tumors. Wird nur dieser Anteil entfernt, kommt es zu einem Rezidiv. Die Entfernung muss mit einem Sicherheitsabstand durchgeführt werden, am besten mikrografisch kontrollierte Chirurgie durch einen Dermatologen. Klinische Verlaufskontrollen sind dann jährlich notwendig.

Psoriasis

Nennen Sie die typischen Prädilektionsstellen der Psoriasis vulgaris.
Psoriasis:vulgarisBehaarte Kopfhaut (v. a. retroaurikulär), streckseitig an Ellenbogen und Knie, Haut über dem Steißbein.
Nennen Sie Behandlungsmöglichkeiten der Psoriasis vulgaris an den klassischen Prädilektionsstellen.
Kurzzeitige Initialtherapie mit schuppenlösender Kortison-Salbe (z. B. Betadermic® Salbe über 7–10 Tage), danach weitere Lokaltherapie mit Vitamin-D3-Betamethasonvalerat-Kombipräparat (Daivobet® Gel/Salbe) über mehrere Wochen, nach Lage Übergang auf Daivonex® Creme/Salbe (kortisonfrei). Bei mangelhaftem Ansprechen sind Kombinationen mit Ganzkörper-UVB-Bestrahlungen (beim Dermatologen) möglich.
Welche Behandlungsmöglichkeiten der Psoriasis an der Kopfhaut gibt es?
Behandlung mit Clobetasol-haltigem Schaum (Clarelux®) über Nacht über 7–9 Tage oder mit kortisonhaltiger Tinktur/Lotion (z. B. Triamgalen® Lösung/Lotion).
Wie therapieren Sie eine großflächige, ausgedehnte Psoriasis vulgaris?
Eine ausgedehnte, chronische Psoriasis sollte systemisch therapiert werden, z. B. mit Methotrexat; ggf. bei Unverträglichkeit, Wechselwirkungen oder mangelhaftem Ansprechen auch mit Fumarsäure, Ciclosporin oder Biologika in einem dermatologischen Fachzentrum.
Ein Patient mit Psoriasis vulgaris entwickelt plötzlich disseminierte Psoriasisherde (sog. Psoriasis guttata). Wofür spricht dies? Welche Maßnahmen ergreifen Sie?
Psoriasis:guttataEine Psoriasis guttata weist auf einen Infekt hin, der die Psoriasis „anschiebt“. Maßnahmen: Lokalisation des Infektionsherds (Blutbild, BSG, kleine Fokussuche) und Therapie des Infekts.
Wie behandeln Sie eine schwere Psoriasis arthropathica?
Psoriasis:arthropathicaDie schwere Psoriasis arthropathica erfordert meist eine Therapie mit MethotrexatMethotrexat (MTX; z. B. Lantarel®). Beginn mit 15–25 mg/Woche (p. o. oder s. c./i. m.). Am Tag nach der MTX-Gabe muss Folsäure (Folsan® 5-mg-Tbl.) genommen werden. Bei Therapieversagern sind Biologika angezeigt. Die Therapien werden unter Blutkontrollen in Absprache mit Dermatologen oder Rheumatologen über viele Wochen fortgeführt.

Neurodermitis

Neurodermitis

Fallbericht

Eine Mutter stellt Ihnen ihr sieben Monate altes Kind mit der dargestellten Hautveränderung vor (Abb. 17.12). Das Kind schreie die ganze Nacht. Es zeigt an einzelnen Köperregionen Kratzspuren als Hinweis auf starken Juckreiz. In der Familie leidet der Vater unter Heuschnupfen.

Worum handelt es sich?
Milchschorf Milchschorfzeigt sich ab etwa dem dritten Lebensmonat im Bereich des Kapillitiums als fest haftende, blattartige, weiß-gelbliche Schuppung und ist einer der frühen Hinweise auf eine Neurodermitis-Disposition.
Wie sieht die Therapie aus?
  • im akut entzündlichen (nässenden) Zustand zunächst feuchte Umschläge, daneben Desinfektion mit Octenisept® Spray (wässrig), kurzfristig dünn Fucicort® Creme

  • im chronischen, trocken-schuppenden Zustand: z. B. Olivenöl nachts, tags kontinuierliches, vorsichtiges, mechanisches Lösen der Krusten

Eine Patientin mit Neurodermitis fragt Sie, welche Maßnahmen sie selbst ergreifen kann, um die Hauterkrankung günstig zu beeinflussen. Wozu raten Sie der Patientin?
  • Garderobe: leichte Baumwollkleidung bevorzugen, keine Synthetik, keine Wolle auf der Haut

  • Schlafzimmer: allergenarmes Milieu (feucht wischbare Bodenbeläge, keine Polstermöbel im Schlafzimmer, Probleme durch ggf. bestehende Hausstaubmilben-Allergie durch spezielle Encasing-Bezüge für Bettdecken und Matratzen vermindern)

  • nicht rauchen, keine Felltierhaltung in der Wohnung

  • nicht zu oft/zu warm duschen, Duschöle verwenden (keine Duschgele!), regelmäßige Anwendung von handelsüblichen, unparfümierten Urea 5 % Pflegecremes oder Körperlotionen

Wie behandeln Sie eine ausgeprägte, lichenifizierte Neurodermitis im Schub?
  • zunächst extern starke Kortison-Salben (z. B. Mometason-Salbe) über einige Tage

  • anschließend allmähliches Ausschleichen des Kortisons und Übergang auf Urea-5 %-Basispflegecremes

  • Einsatz von Antihistaminika mit sedierender Komponente zur Nacht (z. B. Dimetinden, Fenistil® Tbl.)

  • im Gesichts-/Halsbereich: Hydrocortison 0,5 % Creme kurzfristig für wenige Tage erlaubt, besser: Kalzineurininhibitor-haltige Creme, z. B. Elidel® Creme

Hautkrankheiten mit kosmetischer Beeinträchtigung

Besenreiser-Varikosis

Varikosis:Besenreiser Besenreiser-Varikosis

Fallbericht

Eine 56-jährige Patientin bittet Sie um Beseitigung von Besenreisern.

Welchen Behandlungsvorschlag machen Sie?
Sklerosierung mit Aethoxysklerol 0,25–0,5 %. Dabei Punktion der kleinen Venen mit sehr dünner Nadel (z. B. G 30 Microlance®). Aspiration, um die intravasale Lage der Kanüle sicherzustellen. Dann Injektion kleiner Volumina, bis die Venen verblassen. Sofort Kompression auf die sklerosierte Stelle aufbringen (Rundtupfer unter Zug verpflastern). Nach Beendigung der Therapie das Behandlungsareal für einige Tage mit Kompressionswickeln versehen.

Alopezie

Alopezie

Fallbeispiel

Ein 25-jähriger Flugbegleiter leidet seit einigen Jahren unter zunehmendem Haarausfall. Es haben sich bereits Geheimratsecken gebildet, und eine Tonsur ist auch sichtbar. Der Vater habe eine Glatze gehabt, er selbst könne sich aber nicht mit dieser Situation abfinden.

Worum handelt es sich?
Um eine androgenetische Alopezie.
Welche Möglichkeiten der Behandlung bestehen?
Zur Therapie stehen zwei Behandlungskonzepte zur Verfügung, die dem Patienten auf einem Privatrezept (nicht zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen) verordnet werden können:
  • Therapie mit Finasterid (Propecia® Tbl.) 1 mg/d als Dauertherapie. Häufig sistiert der Haarausfall und miniaturisierte Haare können wieder zu Terminalhaaren ausreifen. Der Beurteilung des PSA-Werts unter Finasterid ist eingeschränkt. Eine Finasteridgabe ist bei Frauen kontraindiziert!

  • Externe Therapie mit Minoxidil-Lösung (Regaine® Männer 5 %), 2×/d auf die betroffenen Areale auftragen.

  • Wenn bereits eine ausgedehnte Glatze besteht, ggf. Indikation zur Eigenhaartransplantation mit Mini- und Mikrografts (nur in speziellen Zentren).

Welche Formen des Haarausfalls kennen Sie? Nennen Sie mögliche Ursachen.
  • diffuse Alopezie/EffluviumEffluvium: verursacht z. B. durch Eisenmangel, Schilddrüsenerkrankungen, postinfektiös, unter Heparin, seltener unter Marcumar® oder Simvastatin, unter Stress, nach Fastenkuren, Syphilis

  • androgenetische Alopezie: erblicher Haarausfall bei Männern und Frauen

  • Alopecia areata: kreisrunder Haarausfall, wahrscheinlich durch Autoimmunmechanismus bedingt

  • vernarbende Alopezie: Verlust der Haarfollikel bei diversen Grunderkrankungen, z. B. Lupus erythematodes, Lichen ruber

  • Alopezie/Effluvium bei Frauen: hormonelle Umstellung, Laktation/Stillen, aggressives Haarstyling, Altersinvolution

Hirsutismus

Hirsutismus

Fallbeispiel

Bei einer 35-jährigen Verkäuferin entwickelt sich seit ca. einem halben Jahr eine zunehmende Behaarung im Gesichtsbereich (Oberlippenbereich, Kinn) und an der Brust.

Welche Fragen stellen Sie?
Amenorrhö, Mammaatrophie, Klitorishypertrophie, Stimmvertiefung, Akne?
Welche Laborparameter erheben Sie?
Freies Testosteron, DHEAS, FSH, LH, Östradiol, Prolaktin, Androstendion.
Was tun Sie?
Gynäkologische Kontrolle mit Sonografie der Ovarien und Nebennieren veranlassen.
Warum führen Sie eine Ultraschalluntersuchung der Ovarien durch?
Zur Klärung der Verdachtsdiagnose „polyzystische Ovarien, PCO-Syndrom“.

Hyperhidrosis

Hyperhidrosis

Fallbericht

Eine 26-jährige Sekretärin leidet seit einem Jahr unter starkem Schwitzen in den Achseln. Sie müsse ihre T-Shirts zwei- bis dreimal täglich wechseln und fragt Sie um Ihren medizinischen Rat.

Unter welcher Erkrankung leidet die Patientin?
Unter einer Hyperhidrosis axillaris.
Was können Sie der Patientin zu den einzelnen Therapieoptionen sagen?
Bei der Hyperhidrosis axillaris handelt es sich um ein idiopathisches Geschehen. Studien zeigen, dass die lange propagierte Salbeitherapie (Tabletten, Tees) wirkungslos ist. Derzeit gibt es folgende Therapiekonzepte:
  • Bei mäßiger Belastung sind aluminiumhaltige Deo-Roller, -„Steine“ oder -Sprays hilfreich, z. B. Murnauers® Kristall-Deo-Stein oder Odaban® Spray. Anwendung nur direkt vor dem Schlafengehen, also in der Regel nachts, sonst deutlich verminderte Wirksamkeit.

  • Leitungswasser Iontophorese (Gleichstromgerät mit zwei mit Wasser-befeuchteten Pads) wirkt bei Schwitzneigung in den Hohlhänden, ist aber für die Achsel unpraktisch.

  • Behandlung mit Botulinumtoxin: Unterspritzung des schwitzenden Areals (z. B. Botox®), z. B. durch Dermatologen. Vorteil: sichere Unterdrückung der Schweißbildung für etwa vier Monate

  • Behandlung mit Methantheliniumbromid (Vagantin®) 2 × 1 Tbl./d. Kontraindikationen beachten!

  • Schweißdrüsen-Liposuktion oder operative Entfernung des schwitzenden Areals sind Angebote spezieller dermatologischer Zentren.

Vitiligo

Vitiligo

Fallbericht

Bei einem 15-jährigen Jungen haben sich die dargestellten Hautveränderungen entwickelt (Abb. 17.13).

Worum handelt es sich, und was empfehlen Sie?
Es handelt sich um eine Vitiligo (Weißfleckenkrankheit), der wahrscheinlich ein Autoimmunprozess zugrunde liegt. Alle heute verfügbaren Therapiemodalitäten sind wenig erfolgversprechend. Bestrahlungsverfahren sollten bei einem 15-jährigen Patienten nicht durchgeführt werden (UV-Nebenwirkungen). Patient und Eltern müssen über die Gutartigkeit der Erkrankung sowie den notwendigen Lichtschutz beraten werden.

Weitere Hautkrankheiten

Lichen ruber

Fallbericht

Im Handgelenkbereich einer 42-jährigen Patientin bestehen die dargestellten Hautveränderungen (Abb. 17.14).

Um welche Erkrankung handelt es sich?
Um einen Lichen Lichen ruberKnötchenflechteruber planus (Knötchenflechte).
Welche weiteren Untersuchungen stellen Sie an? Begründen Sie die Untersuchungen.
Zur Diagnosesicherung ist eine Kontrolle der Mund- und Genitalschleimhäute (weiß-netzige Veränderungen) sowie der Waden sinnvoll. Mögliche Auslöser sind u. a. Medikamente, sodass eine genaue Medikamentenanamnese erfolgen sollte.
Wie behandeln Sie?
Extern starke Kortison-Creme (z. B. Mometason-Creme) punktuell mehrmals täglich dünn auftragen. Bei sehr ausgedehnten Befunden dermatologisches Konsil, dort ggf. UV-Bestrahlungstherapie oder systemisch-immunsuppressive Therapie.

Erythema nodosum

Fallbericht

Eine 27-jährige Patientin stellt sich mit schmerzhaften Knoten im Bereich der Unterschenkel bei Ihnen vor (Abb. 17.15). Wenn man die Knoten berühre, könne sie „an die Decke gehen“. Zudem habe sie Schmerzen in einem Fuß, und die Leistungsfähigkeit beim Treppensteigen sei eingeschränkt (Atemnot).

Um welche Erkrankung handelt es sich?
Erythema Erythema:nodosumnodosum. Es bilden sich meist mehrere subkutane dolente Knoten mit typischen histopathologischen Merkmalen. Das Erythema nodosum heilt meist binnen weniger Wochen narbenfrei ab. Es bildet keine Ulzera aus. Im vorliegenden Fall besteht die Trias Erythema nodosum, Sprunggelenkarthritis und pulmonale Veränderungen (Morbus Löfgren) im Rahmen einer Sarkoidose:Erythema nodosumMorbus LöfgrenSarkoidose.
Wodurch kann ein Erythema nodosum ausgelöst werden?
Durch bakterielle und virale Infekte (Salmonellen, Shigellen, Yersinien), chronische Grunderkrankungen (z. B. Morbus Crohn, Sarkoidose) und gelegentlich auch durch Medikamente.
Wie sieht die Diagnostik bei Erythema nodosum aus?
Labor: Blutbild, Leber- und Nierenwerte, BSG, CRP quantitativ, Stuhlprobe, Röntgen des Thorax; ggf. ist weitere Diagnostik erforderlich.
Wie erfolgt die Therapie?
Körperliche Schonung und Hochlagern der Beine sind meist ausreichend, ggf. Ibuprofen-Tabletten gegen Schmerzen, bei protrahiertem Verlauf angepasst oral Prednisolon-Tabletten mit 40 mg/d startend. Wünschenswert sind baldiges Erkennen und Behandeln der Grundkrankheit.

Pityriasis rosea

Fallbericht

Bei einer 19-jährigen Patientin bestehen an den Hautspaltlinien ausgerichtete, plaqueartige Hautveränderungen mit randständiger, nach innen gerichteter, kolorettenartiger Schuppung (Abb. 17.16). Bereits eine Woche vorher habe sich ein größerer Herd am Stamm entwickelt.

Worum handelt es sich?
Es handelt sich um eine Pityriasis RöschenflechtePityriasis rosearosea (Röschenflechte). Der erste Herd war das sog. Primärmedaillon, das den anderen Veränderungen vorausgeht. Die Pathogenese dieser Hauterkrankung ist ungeklärt, vermutet wird eine Virusinfektion als Auslöser.
Wie therapieren Sie?
Eine Therapie der Erkrankung ist nicht unbedingt erforderlich, obwohl große Hautpartien befallen sein können, denn der Verlauf ist selbstlimitierend. Rückfettende Pflege (Urea-5 %-Creme, ggf. kurzfristig Hydrocortison 0,5 %-Creme) beschleunigt die Abheilung.

Granuloma anulare

Fallbericht

Bei einem achtjährigen Mädchen hat sich binnen weniger Wochen die dargestellte Hautveränderung entwickelt (Abb. 17.17).

Worum handelt es sich? Wie ist der Verlauf?
Es handelt sich um ein Granuloma Granuloma anulareanulare, eine gutartige, granulomatöse Veränderung, die sich meist nach Monaten spontan zurückbildet. Sie bevorzugt Bereiche über Knochenvorsprüngen (Fingerknöchel, Knie, Ellenbogen etc.).
Wie therapieren Sie?
Zeitweise Anwendung von Mometason-Creme punktuell zweimal täglich dünn ist meist ausreichend.

Condylomata acuminata

Was sind Condylomata acuminata, und wie untersuchen Sie?
Condylomata acuminata (Feigwarzen) Feigwarzensind meist an den äußeren Geschlechtsorganen vorkommende, benigne Wucherungen des Epithels. Sie Condylomata acuminatawerden durch Humane Papillomavirenhumane Papillomaviren (HPV) ausgelöst.
Wichtig ist die Untersuchung der gesamten Genital- und Analregion, auch intraanal. Die Untersuchung der Geschlechtspartner ist ebenfalls bedeutsam, um Ping-Pong-Infektionen zu vermeiden.
Wie behandeln Sie Condylomata acuminata?
  • Kürettage mit dem scharfen Löffel in Lokalanästhesie. Da das Virusmaterial nicht nur in den Kondylomen vorkommt, sondern auch in der Umgebung, alternativ Hochfrequenz-Elektrochirurgie oder Laser.

  • Bei kleinen Feldern Kryotherapie mit flüssigem Stickstoff durch den Dermatologen.

  • Ferner wird eine antivirale Lokaltherapie empfohlen mit Condylox® Lösung: zweimal täglich an drei aufeinander folgenden Tagen, dann vier Tage Pause. Behandlungsdauer etwa vier Wochen, dann Verlaufskontrolle. Nebenwirkung: Reizungen im Behandlungsareal.

Wo liegen die Risiken der Infektion mit bestimmten HPV-Typen? Welche vorbeugenden Maßnahmen können heute empfohlen werden?
Bestimmte HPV-Typen werden als onkogene Risikotypen eingestuft (z. B. HPV 16, 18).
HPV-ImpfungEine prophylaktische Impfung mit dem tetravalenten Impfstoff Gardasil® (HPV 6, 11, 16, 18) ist vor allem für 9- bis 15-jährige Mädchen sinnvoll. Das Impfschema ist altersabhängig (zwei oder drei Dosen innerhalb von sechs Monaten).

Kurzhinweise zur externen Therapie

Nennen Sie Beispiele für schwache, mittelstarke und starke extern anzuwendende Kortison-Präparate.
  • schwach: Hydrocortisonacetat 0,25 % bis 1,0 % Prednisolon 0,5 %

  • mittelstark: Triamcinolonacetonid 0,1 %

  • stark: Betamethasonvalerat 0,1 %, Mometasonfuroat 0,1 %

  • sehr stark: Clobetasolpropionat 0,05 %

Worauf kommt es noch an?
Durch Änderung der Wirkstoffkonzentration, durch die Häufigkeit der Anwendung sowie über die Größe der eingeriebenen Fläche kann die Therapie angepasst werden.
In welchen Bereichen sollten Sie mit Kortison-Salben sehr zurückhaltend sein?
Bei Anwendung im Gesicht und im Genitalbereich kommt es auch bei Erwachsenen deutlich rascher zu lokalen Kortison-Nebenwirkungen als an anderen Hautpartien.
Generell gilt, dass Salben eher öfter dünn, als einmal dick aufgetragen werden sollten. Für alle oben genannten Substanzen gibt es Generika-Anbieter in den Varianten Lösung, Lotion, Creme, Salbe und Fettsalbe mit solider Qualität.
Welche Bedeutung hat die Salbengrundlage?
Je akuter, entzündlicher eine Hautkrankheit ist, desto weniger Fettanteil sollte das Externum haben (Creme/Lotion), je trockener und umso chronischer ein Prozess ist, desto fetter sollte das Externum (Salbe/Fettsalbe) sein.
Ist es sinnvoll, fertige Salbenprodukte der Industrie in der Apotheke in selbst rezeptierte Spezialsalben umzuwandeln?
Apotheken und Fachgesellschaften raten wegen nicht steuerbarer Inkompatibilitäten dringend davon ab. Alternativ kann man ein breites Spektrum freier, geprüfter Standard-Salbenrezepturen verordnen, die im „Neuen Rezeptur Formularium“ (NRF) zusammengefasst sind.

Literatur

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AWMF-S2k-Leitlinie „Neurodermitis“, 2015

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AWMF-S3-Leitlinie „UrtikariaKlassifikationDiagnostik und Therapie“, 2011

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AWMF-S3-Leitlinie „Malignes Melanom; DiagnostikTherapie und Nachsorge“, 2013

AWMF-S3-Leitlinie „Malignes Melanom; Diagnostik, Therapie und Nachsorge“ 2013 www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/032-024OL.html

Altmeyer et al., 2011

P. Altmeyer T. Dirschka R. Hartwig Klinikleitfaden Dermatologie 3. Aufl. 2011 Elsevier Urban & Fischer München

Oster-Schmidt and Dirschka, 2007

C. Oster-Schmidt T. Dirschka Dermatologische Therapie 2. Aufl. 2007 Elsevier Urban & Fischer München

Pharmazeutisches, 2012

Pharmazeutisches Laboratorium des „Neuen Rezeptur-Formularium“ Standardisierte Rezepturen (NFR/SR) 6. Aufl. 2012 Govi Eschborn

Plewig et al., 2012

G. Plewig M. Landthaler W. Burgdorf Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie 6. Aufl. 2012 Springer Heidelberg

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