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B978-3-437-58795-5.00006-0

10.1016/B978-3-437-58795-5.00006-0

978-3-437-58795-5

Abb. 6.1a

[U120]

Ausreichend Desinfektionsmittel in die Hohlhand aufnehmen, die Fingerkuppen und alle übrigen Hautpartien satt benetzen.

Abb. 6.1b

[U120]

Daumen umfassen und das Desinfektionsmittel einreiben.

Abb. 6.2

[L190]

Injektionsformen und deren Eindringtiefe

Abb. 6.3

[A400]

Kanülen unterschiedlicher Größe und deren Farbcodierung

Abb. 6.4a

[K330]

Flip-off-Verschluss öffnen. Dabei die Gummimembran nicht berühren.

Abb. 6.4b

[K330]

Gummimembran desinfizieren.

Abb. 6.4c

[K330]

Spritze an der vorgesehenen Lasche öffnen und die Spritzenverpackung auseinanderziehen.

Abb. 6.4d

[K330]

Aufziehkanüle an der vorgesehenen Lasche öffnen und Kanülenverpackung auseinanderziehen.

Abb. 6.4e

[K330]

Spritze aus der Verpackung entnehmen.

Abb. 6.4f

[K330]

Spritze und Aufziehkanüle fest verbinden.

Abb. 6.4g

[K330]

Die Kanülenkappe abziehen.

Abb. 6.4h

[K330]

Die Kanüle senkrecht in die Ampulle einstechen.

Abb. 6.4i

[K330]

Die Ampulle kippen und die gewünschte Menge durch Zurückziehen des Kolbens aufziehen.

Abb. 6.4j

[K330]

Luftblasen entlüften und die überschüssige Menge des Medikaments entfernen.

Abb. 6.4k

[K330]

Aufziehkanüle am Ansatz der blauen Markierung fassen und abziehen.

Abb. 6.4l

[K330]

Aufziehkanüle in den Sharps-Container werfen, dabei den Abwurf nicht berühren.

Abb. 6.4m

[K330]

Injektionskanüle an der vorgesehenen Lasche öffnen.

Abb. 6.4n

[K330]

Spritze und Injektionskanüle fest verbinden.

Abb. 6.5a

[K115]

Den Ampullenkopf mit einem Tupfer umfassen und an der Sollbruchstelle vom Anwender weg aufbrechen.

Abb. 6.5b

[K115]

Das Medikament aufziehen und dabei den Ampullenhals nicht berühren.

Abb. 6.6

[S007-1-22]

Anatomische Darstellung von Venen und Nerven am Arm

Abb. 6.7

[K330]

Für eine i. v.-Injektion benötigte Utensilien

Abb. 6.8a

[K330]

Eine geeignete Vene lokalisieren.

Abb. 6.8b

[K330]

Großzügig die Punktionsstelle desinfizieren.

Abb. 6.8c

[K330]

Die Schutzhandschuhe überziehen.

Abb. 6.8d

[K330]

Den Stauschlauch anlegen.

Abb. 6.8e

[K330]

Die Kanülenkappe abziehen.

Abb. 6.8f

[K330]

Die Kanüle im Winkel von 30° mit dem Anschliff nach oben in die Haut einstechen.

Abb. 6.8g

[K330]

Nach Platzierung der Kanüle in der Vene den Winkel abflachen.

Abb. 6.8h

[K330]

Aspiration zur Lagekontrolle durchführen.

Abb. 6.8i

[K330]

Den Stauschlauch lösen.

Abb. 6.8j

[K330]

Das Medikament langsam injizieren.

Abb. 6.8k

[K330]

Nach erfolgter Injektion Tupfer bereithalten und die Kanüle vollständig entfernen.

Abb. 6.8l

[K330]

Erst dann mit der Kompression beginnen.

Abb. 6.8m

[K330]

Die Injektionskanüle im Sharps-Container entsorgen.

Abb. 6.8n

[K330]

Ein Pflaster aufkleben.

Abb. 6.9a

[K115]

Intramuskuläre Injektion: Punktionsort am Oberarm

Abb. 6.9b

[K115]

Intramuskuläre Injektion: Ventroglutealer Punktionsort nach von Hochstetter

Abb. 6.9c

[K183]

Intramuskuläre Injektion: Punktionsort am Oberschenkel

Abb. 6.10

[K330]

Für eine i. m.-Injektion benötigte Utensilien

Abb. 6.11a

[K330]

Das Punktionsareal desinfizieren.

Abb. 6.11b

[K330]

Die sterile Kompresse an der vorgesehenen Lasche öffnen.

Abb. 6.11c

[K330]

Den Punktionsort nach Einwirkzeit des Desinfektionsmittels einmal abwischen.

Abb. 6.11d

[K330]

Die Handschuhe überziehen.

Abb. 6.11e

[K330]

Die Haut leicht spannen und im Winkel von 90° in die Haut einstechen.

Abb. 6.11f

[K330]

Die Kanüle bis in den Muskel vorschieben.

Abb. 6.11g

[K330]

Die korrekte Kanülenlage durch Aspiration kontrollieren. Dabei die Position der Kanüle nicht ändern. Dann das Medikament applizieren.

Abb. 6.11h

[K330]

Die Kanüle langsam herausziehen.

Abb. 6.11i

[K330]

Die Punktionsstelle mit einem sterilen Tupfer leicht komprimieren.

Abb. 6.11j

[K330]

Die Injektionskanüle im Sharps-Container entsorgen.

Abb. 6.12

[L190]

Orte für subkutane Injektionen

Abb. 6.13

[L157]

Rotationsschema bei häufigen subkutanen Injektionen

Abb. 6.14

[K330]

Für eine s. c.-Injektion benötigte Utensilien

Abb. 6.15a

[K330]

Das Punktionsareal desinfizieren.

Abb. 6.15b

[K330]

Die Handschuhe anziehen.

Abb. 6.15c

[K330]

Mit Daumen und Zeigefinger eine Hautfalte am Oberschenkel fassen.

Abb. 6.15d

[K330]

Mit einem Einstichwinkel von 45–90° die Kanüle in die Haut einstechen.

Abb. 6.15e

[K330]

Langsam das Medikament injizieren.

Abb. 6.15f

[K330]

Die Oberschenkelhautfalte loslassen und dabei die Position der Kanüle nicht verändern.

Abb. 6.15g

[K330]

Die Kanüle entfernen und einen Tupfer auf die Punktionsstelle legen.

Abb. 6.15h

[K330]

Die Punktionsstelle leicht komprimieren.

Abb. 6.15i

[K330]

Die Injektionskanüle im Sharps-Container entsorgen.

Abb. 6.16a

[K330]

Mit Daumen und Zeigefinger eine Hautfalte am Bauch fassen.

Abb. 6.16b

[K330]

Mit einem Einstichwinkel von 45–90° die Kanüle in die Haut einstechen.

Abb. 6.16c

[K330]

Langsam das Medikament injizieren.

Abb. 6.16d

[K330]

Die Bauchhautfalte loslassen und dabei die Position der Kanüle nicht verändern.

Abb. 6.16e

[K330]

Die Kanüle entfernen und einen Tupfer auf die Punktionsstelle legen.

Abb. 6.16f

[K330]

Die Punktionsstelle leicht komprimieren.

Abb. 6.17

[K330]

Für eine i. c.-Injektion benötigte Utensilien

Abb. 6.18a

[K330]

Das Punktionsareal desinfizieren.

Abb. 6.18b

[K330]

Die Handschuhe anziehen.

Abb. 6.18c

[K330]

Die Haut spannen und im flachen Winkel von 10° mit dem Anschliff nach oben in die Haut einstechen.

Abb. 6.18d

[K330]

Das Medikament injizieren und die Quaddelbildung beobachten.

Abb. 6.18e

[K330]

Nach erfolgter Injektion Tupfer bereitlegen und die Kanüle entfernen.

Abb. 6.18f

[K330]

Die Punktionsstelle leicht komprimieren.

Abb. 6.18g

[K330]

Die Injektionskanüle im Sharps-Container entsorgen.

Abb. 6.19

[K330]

Für eine Blutentnahme benötigte Utensilien

Abb. 6.20

[K330]

Für eine Blutentnahme mit Blutröhrchen benötigte Utensilien

Abb. 6.21a

[K330]

Eine geeignete Vene lokalisieren.

Abb. 6.21b

[K330]

Die Punktionsstelle großzügig desinfizieren.

Abb. 6.21c

[K330]

Die Handschuhe überziehen.

Abb. 6.21d

[K330]

Den Stauschlauch schließen.

Abb. 6.21e

[K330]

Die Kanülenkappe abziehen.

Abb. 6.21f

[K330]

Die Kanüle in die Haut einstechen und ca. 1 cm vorschieben.

Abb. 6.21g

[K330]

Nach Platzierung der Kanüle in der Vene den Winkel abflachen.

Abb. 6.21h

[K330]

Die benötigte Menge Blut abnehmen.

Abb. 6.21i

[K330]

Den Stauschlauch lösen.

Abb. 6.21j

[K330]

Tupfer bereithalten, aber noch nicht komprimieren.

Abb. 6.21k

[K330]

Die Kanüle entfernen.

Abb. 6.21l

[K330]

Erst dann mit der Kompression beginnen.

Abb. 6.21m

[K330]

Die Kanüle abziehen und im Abwurfbehälter entsorgen.

Abb. 6.21n

[K330]

Den Verschlusskonus öffnen.

Abb. 6.21o

[K330]

Den Verschlusskonus auf die Spritzenöffnung stecken.

Abb. 6.22a

[K330]

Eine geeignete Vene lokalisieren.

Abb. 6.22b

[K330]

Die Punktionsstelle großzügig desinfizieren.

Abb. 6.22c

[K330]

Die Handschuhe überziehen.

Abb. 6.22d

[K330]

Das Serumröhrchen mit der Blutentnahmekanüle verbinden.

Abb. 6.22e

[K330]

Den Stauschlauch schließen.

Abb. 6.22f

[K330]

Die Kanülenkappe abziehen.

Abb. 6.22g

[K330]

Die Kanüle in die Haut einstechen und ca. 1 cm vorschieben.

Abb. 6.22h

[K330]

Nach Platzierung der Kanüle in der Vene den Winkel abflachen.

Abb. 6.22i

[K330]

Das erste Röhrchen mit Blut volllaufen lassen.

Abb. 6.22j

[K330]

Die Serum-Monovette herausdrehen.

Abb. 6.22k

[K330]

Die BSG-Monovette eindrehen.

Abb. 6.22l

[K330]

Die BSG-Monovette vollständig mit Blut füllen.

Abb. 6.22m

[K330]

Das Gerinnungsröhrchen vollständig mit Blut füllen.

Abb. 6.22n

[K330]

Das EDTA-Röhrchen mit Blut füllen.

Abb. 6.22o

[K330]

Den Stauschlauch lösen.

Abb. 6.22p

[K330]

Tupfer bereithalten, aber noch nicht komprimieren.

Abb. 6.22q

[K330]

Nach dem Entfernen der Kanüle die Punktionsstelle komprimieren und gleichzeitig die Sicherheitskappe verschließen.

Abb. 6.22r

[K330]

Die Kanüle im Sharps-Container entsorgen.

Abb. 6.23

[K330]

Für eine Kapillarblutentnahme benötigte Utensilien

Abb. 6.24a

[K330]

Das Punktionsareal desinfizieren.

Abb. 6.24b

[K330]

Die Handschuhe überziehen.

Abb. 6.24c

[K330]

Die Stichkanüle der Lanzette freilegen.

Abb. 6.24d

[K330]

Lanzette in die Haut einstechen.

Abb. 6.24e

[K330]

Das Ohrläppchen sanft komprimieren.

Abb. 6.24f

[K330]

Das Messstäbchen an den Blutstropfen heranführen und das Testfeld vollständig mit Blut befüllen.

Abb. 6.24g

[K330]

Einen Tupfer auflegen und die Punktionsstelle leicht komprimieren.

Abb. 6.25a

[K330]

Das Punktionsareal desinfizieren.

Abb. 6.25b

[K330]

Die Handschuhe überziehen.

Abb. 6.25c

[K330]

Die Stichkanüle der Lanzette freilegen.

Abb. 6.25d

[K330]

Lanzette in die laterale Fingerkuppe einstechen.

Abb. 6.25e

[K330]

Die Fingerbeere sanft komprimieren, das Messstäbchen an den Blutstropfen heranführen und das Testfeld mit Blut befüllen.

Abb. 6.25f

[K330]

Einen Tupfer auflegen und die Punktionsstelle leicht komprimieren.

Abb. 6.26

[U243]

Aufbau einer Vasofix Safety® Venenverweilkanüle

Abb. 6.27

[U243]

Übersicht über verschiedene Größen und Farben von Venenverweilkanülen

Abb. 6.28

[K330]

Für eine Infusion und einen periphervenösen Zugang benötigte Utensilien

Abb. 6.29a

[K330]

Die Verschlusskappe der Infusion abziehen.

Abb. 6.29b

[K330]

Die Gummimembran desinfizieren.

Abb. 6.29c

[K330]

Die Verpackung der Infusionsleitung öffnen.

Abb. 6.29d

[K330]

Die Rollenklemme schließen.

Abb. 6.29e

[K330]

Den Dorn über die Gummimembran in die Infusionsflasche einstechen.

Abb. 6.29f

[K330]

Das Infusionssystem aufhängen, den Filter öffnen und die Tropfkammer mit Infusionslösung befüllen.

Abb. 6.29g

[K330]

Die Leitung durch Öffnung der Rollenklemme entlüften.

Abb. 6.30a

[K330]

Eine geeignete Vene suchen.

Abb. 6.30b

[K330]

Die Punktionsstelle großzügig desinfizieren.

Abb. 6.30c

[K330]

Das Punktionsgebiet mit einer sterilen Kompresse abwischen und anschließend erneut desinfizieren.

Abb. 6.30d

[K330]

Die Schutzhandschuhe überziehen.

Abb. 6.30e

[K330]

Den Stauschlauch anlegen.

Abb. 6.30f

[K330]

Die Venenverweilkanüle öffnen.

Abb. 6.30g

[K330]

Die Schutzkappe der Kanüle entfernen.

Abb. 6.30h

[K330]

Haltegriff der Kanüle

Abb. 6.30i

[K330]

Kanüle in die Haut einstechen.

Abb. 6.30j

[K330]

Die Kanüle vorschieben, bis Blut in der Blutfängerkammer sichtbar ist. Den Winkel abflachen und die Kanüle noch ca. 5 mm in der Vene vorschieben.

Abb. 6.30k

[K330]

Den Stauschlauch lösen.

Abb. 6.30l

[K330]

Die Kunststoffkanüle vorschieben und dabei die Hohlnadel mit der anderen Hand festhalten.

Abb. 6.30m

[K330]

Korrekte Lage der Verweilkanüle in der Vene.

Abb. 6.30n

[K330]

Ein Fixierpflaster aufkleben.

Abb. 6.30o

[K330]

Eine sterile Kompresse unter das Konnektionsfeld legen.

Abb. 6.30p

[K330]

Den Verschluss der Infusionsleitung abdrehen.

Abb. 6.30q

[K330]

Die Hohlnadel herausziehen und mit dem Mittelfinger der anderen Hand die Vene proximal komprimieren.

Abb. 6.30r

[K330]

Die Infusionsleitung mit der Venenverweilkanüle konnektieren.

Abb. 6.30s

[K330]

Die Hohlnadel im Sharps-Container entsorgen.

Abb. 6.30t

[K330]

Die blutige Kompresse wechseln und die Rollklemme öffnen.

Abb. 6.31a

[K330]

Das Pflaster von der Haut komplett ablösen.

Abb. 6.31b

[K330]

Sterilisierte Tupfer bereitlegen und die Verweilkanüle entfernen.

Abb. 6.31c

[K330]

Die Einstichstelle komprimieren.

Wirkungsbereiche und DesinfektionsverfahrenDesinfektionVerfahren

Tab. 6.1
Wirkungsbereich Effekt Geeignetes Physikalisches Verfahren
A Abtötung von vegetativen bakteriellen Keimen einschließlich Mykobakterien (Tuberkulose) sowie von Pilzen und Sporen Kochen mit Wasser mit einer Temperatur von 100 °C über mindestens 3 Minuten
B (= AB) Inaktivierung von Viren Kochen mit Wasser mit einer Temperatur von 100 °C über mindestens 3 Minuten
C (= ABC) Abtötung von bakteriellen Sporen bis zur Resistenzstufe des Erregers des Milzbrandes Kochen mit Wasser mit einer Temperatur von 100 °C über mindestens 15 Minuten
D (= ABCD) Abtötung bakterieller Sporen der Erreger von Wundinfektionen wie Gasbrand und Wundstarrkrampf Abtötung nativer Sporen (Erdsporen) in gespanntem, gesättigtem Wasserdampf bei 121 °C in 5–20 Minuten

Chemische Desinfektionsverfahren

Tab. 6.2
Substanzklasse Anwendungsbereiche Besonderheiten
Alkohole (z. B. Ethanol, Propanol; Sterilium®, Spitacid®, Desderman N®)
  • Händedesinfektion

  • Hautdesinfektion

  • Kleine Flächen

  • Wirkungsspektrum A

  • Nur begrenzt viruzid wirksam

  • Wirken entfettend und ätzend

  • Evtl. Explosionsgefahr

  • Die gängigen alkoholischen Desinfektionsmittel beinhalten 70–80 % Alkohol. In diesen Konzentrationen kann der Alkohol in die Zelle eindringen und Proteine denaturieren. 100 % kann nicht zur Anwendung kommen, weil er nicht in die Bakterienzelle eindringt, Bakterien Wasser entzieht und in die Sporenbildung fördert.

Aldehyde (z. B. Formaldehyd; Incidin perfekt®, Sekusept forte S®)
  • Flächendesinfektion

  • Instrumentendesinfektion

  • Raumdesinfektion

Wirkungsbereich AB
Phenolderivate (z. B. Chlorkresol; Gevisol®)
  • Flächendesinfektion

  • Wäschedesinfektion

  • Instrumentendesinfektion

Wirkungsbereich A
Halogene (z. B. Brom, Jod, Chlor; Betaisodona®)
  • Chlor: für Trink-, Schwimmbaddesinfektion

  • Jod: Schleimhausdesinfektion, Wunddesinfektion

  • Wirkungsspektrum A, z. T. AB

  • Wirkstoffverlust bei Eiweiß- und Blutverunreinigungen

Oxidationsmittel (z. B. Ozon, H2O2, Kaliumpermanganat; Perform)
  • Ozon: Wasserdesinfektion

  • H2O2 und Kaliumpermanganat: Wund-, Rachenspülung

Wirkungsbereich A
Oberflächenaktive Substanzen (z. B. Ammoniumverbindungen, Amphotenside; Incidin plus®, Sekusept plus®, Octenisept®)
  • Flächendesinfektion

  • Haut

  • Schleimhaut

Wirkungsbereich A

Physikalische SterilisationsverfahrenStrahlenHeißluftsterilisation

Tab. 6.3
Sterilisationsverfahren Sterilisationswirkung Anwendung
Dampfsterilisation (feuchte Hitze, Autoklav)
  • 121 °C bei 2 bar für 20 Minuten

  • 134 °C bei 3 bar für 5 Minuten

  • Instrumente

  • Wäsche

  • Glas

  • Verbandmaterialien

Heißluftsterilisation (trockene Hitze)
  • 160 °C für mindestens 200 Minuten

  • 180 °C für mindestens 30 Minuten

Thermostabile Stoffe wie
  • Metalle

  • Glas

  • Porzellan

  • Kein brennbares Material

Ionisierende Strahlen, z. B. Gamma, Beta- und Röntgenstrahlen Industrielles Verfahren
  • Einwegartikel aus Kunststoff, Latex

  • Verbände

  • Nahtmaterial

Komplikationen bei i. v.-Injektionen und Maßnahmen

Tab. 6.4
Komplikation Maßnahmen
Schmerzen beim Einstechen u. a. durch
  • Desinfektionsmittelreste

  • Flachen Einstichwinkel

  • Langsames Einstechen

  • Desinfektionsmittel muss abgetrocknet sein, Haut sollte nicht glänzen

  • 30°-Einstichwinkel beachten

  • Zügig in die Haut einstechen

Perforation der Vene
  • Stauung lösen

  • Kanüle entfernen

  • Gefäß für einige Minuten komprimieren

  • Ggf. erneute Injektion proximal der ursprünglichen Injektion oder an der anderen Extremität

Arterielle Punktion (sichtbar am hellen Blut und der Pulsation)
  • Injektion stoppen

  • Notruf absetzen

  • Druckverband anlegen

  • Großlumigen periphervenösen Zugang am anderen Arm legen

Punktion eines Nervs (Schmerzen und Parästhesien im Innervationsgebiet)
  • Injektion stoppen

  • Notruf absetzen

  • Großlumigen periphervenösen Zugang legen

Allergische bzw. anaphylaktische Reaktion
  • Injektion stoppen, Kanüle belassen und fixieren

  • Stauschlauch schließen

  • Gegebenenfalls Blut aspirieren

  • Notruf absetzen

  • Großlumigen periphervenösen Zugang proximal der liegenden Kanüle legen

  • NaCl 0,9 % 1.000 ml oder Ringer-Lösung und 1 Ampulle Tavegil i. v. applizieren

  • Falls vorhanden, Sauerstoff verabreichen

Infektion im Punktionsgebiet
  • Ggf. vorhandene Dauerverweilkanüle entfernen

  • Lokal kühlen

  • Zum Arzt verweisen

Komplikationen bei i. m.-Injektionen und Maßnahmen

Tab. 6.5
Komplikation Maßnahmen
Schmerzen beim Einstechen u. a. durch
  • Desinfektionsmittelreste

  • Falschen Einstichwinkel

  • Langsames Einstechen

  • Desinfektionsmittel muss abgetrocknet sein, Haut sollte nicht glänzen

  • Einstichwinkel beachten

  • Zügig in die Haut einstechen

Punktion eines Nervs (Schmerzen und Parästhesien im Innervationsgebiet)
  • Präventiv: Punktionsort exakt aufsuchen

  • Injektion stoppen

  • Notruf absetzen

  • Großlumigen periphervenösen Zugang legen

Punktion von Gefäßen (sichtbar durch Blutaspiration)
  • Präventiv immer aspirieren

  • Injektion stoppen

  • Spritze und Kanüle verwerfen

  • Injektion an anderer Stelle durchführen

Periostale Reizung
  • Kanüle ca. 1 cm zurückziehen

  • Erneut aspirieren

  • Injektion setzen

Abbrechen der Kanüle
  • Sehr seltene Komplikation

  • Sichtbare Kanüle sofort entfernen

  • Bei nicht sichtbarer Kanüle: Patienten ruhig liegen lassen, Feld markieren, Notruf absetzen und Vorstellung beim Arzt

Allergische bzw. anaphylaktische Reaktion
  • Injektion stoppen

  • Notruf absetzen

  • Großlumigen periphervenösen Zugang legen

  • NaCl 0,9 % 1.000 ml oder Ringer-Lösung und 1 Ampulle Tavegil i. v. applizieren

  • Falls vorhanden, Sauerstoff verabreichen

Infektion im Punktionsgebiet (Spritzenabszess)
  • Lokal kühlen

  • Zum Arzt verweisen

Komplikationen bei s. c.-Injektionen und Maßnahmen

Tab. 6.6
Komplikation Maßnahmen
Schmerzen während der Injektion
  • Bei Verletzung des Hautnervs Injektion abbrechen

  • Ansonsten Kanüle zügig einstechen und das Medikament langsam applizieren

Brennen am Injektionsort Desinfektionsmittel vollständig trocknen lassen
Nachblutung
  • Punktionsstelle komprimieren

  • Steriles Pflaster aufkleben

  • Injektionsareal kontrollieren

Hämatombildung
  • Injektionsort wechseln

  • Ggf. mit Umschlägen kühlen

Allergische Reaktion (selten)
  • Injektion stoppen

  • Notruf absetzen

  • Großlumigen periphervenösen Zugang legen

  • NaCl 0,9 % 1.000 ml oder Ringer-Lösung und 1 Ampulle Tavegil i. v. applizieren

  • Falls vorhanden, Sauerstoff verabreichen

Verhärtung an der Punktionsstelle Injektionsort wechseln
Lokale Infektion
  • Injektionsort wechseln

  • Ggf. beim Arzt vorstellen

Komplikationen bei i. c.-Injektionen und Maßnahmen

Tab. 6.7
Komplikation Maßnahmen
Schmerzen während der Injektion
  • Bei Verletzung des Hautnervs Injektion abbrechen

  • Ansonsten Kanüle zügig in die Haut einstechen und das Medikament langsam applizieren

Brennen am Injektionsort Desinfektionsmittel vollständig trocknen lassen
Nachblutung
  • Punktionsstelle komprimieren

  • Steriles Pflaster aufkleben

  • Injektionsareal kontrollieren

Hämatombildung
  • Injektionsort wechseln

  • Ggf. mit Umschlägen kühlen

Allergische Reaktion (selten)
  • Injektion stoppen

  • Notruf absetzen

  • Großlumigen periphervenösen Zugang legen

  • NaCl 0,9 % 1.000 ml oder Ringer-Lösung und 1 Ampulle Tavegil i. v. applizieren

  • Falls vorhanden, Sauerstoff verabreichen

Verhärtung an der Punktionsstelle Injektionsort wechseln
Lokale Infektion
  • Injektionsort wechseln

  • Ggf. beim Arzt vorstellen

Komplikationen bei einer Blutentnahme und Maßnahmen

Tab. 6.8
Komplikation Maßnahmen
Schmerzen beim Einstechen u. a. durch
  • Desinfektionsmittelreste

  • Flachen Einstichwinkel

  • Langsames Einstechen

  • Desinfektionsmittel muss abgetrocknet sein, Haut sollte nicht glänzen

  • 30°-Einstichwinkel beachten

  • Zügig über die Haut einstechen

Perforation der Vene
  • Stauung lösen

  • Kanüle entfernen

  • Gefäß für einige Minuten komprimieren

  • Ggf. erneute Injektion proximal der ursprünglichen Injektion oder am anderen Arm

Arterielle Punktion (sichtbar am hellen Blut und der Pulsation)
  • Injektion stoppen

  • Notruf absetzen

  • Druckverband anlegen

  • Großlumigen periphervenösen Zugang am anderen Arm legen

Punktion eines Nervs (Schmerzen und Parästhesien im Innervationsgebiet)
  • Injektion stoppen

  • Notruf absetzen

  • Großlumigen periphervenösen Zugang legen

Dislokation der Kanüle beim Monovettenwechsel mit extravasalen Lage
  • Stauung lösen

  • Kanüle entfernen

  • Gefäß für einige Minuten komprimieren

  • Ggf. erneute Punktion proximal der ursprünglichen Punktionsstelle oder am anderen Arm

Komplikationen bei einer Kapillarblutentnahme und Maßnahmen

Tab. 6.9
Komplikation Maßnahmen
Schmerzen bei Einstechen
  • Desinfektionsmittel muss abgetrocknet sein

  • Schneller einstechen

  • Zu nah am Nagelbett oder zu zentral in die Fingerbeere eingestochen → möglichst lateral punktieren

Lokale Infektion
  • Punktionsort wechseln

  • Ggf. beim Arzt vorstellen

Komplikation bei der Anlage eines periphervenösen Zugangs und Maßnahmen

Tab. 6.10
Komplikation Maßnahmen
Schmerzen beim Einstechen, u. a. durch
  • Desinfektionsmittelreste

  • flacher Einstichwinkel

  • langsames Einstechen

  • Desinfektionsmittel muss abgetrocknet sein, Haut sollte nicht glänzen

  • 30°-Einstichwinkel beachten

  • Zügig in die Haut einstechen

Perforation der Vene
  • Stauung lösen

  • Kanüle entfernen

  • Gefäß für einige Minuten komprimieren

  • Ggf. erneute Injektion proximal der ursprünglichen Injektion

Arterielle Punktion (sichtbar am hellen Blut und der Pulsation)
  • Procedere abbrechen

  • Notruf absetzen

  • Druckverband anlegen

  • Großlumigen periphervenösen Zugang am anderen Arm legen

Punktion eines Nervs (Schmerzen und Parästhesien im Innervationsgebiet)
  • Procedere abbrechen

  • Notruf absetzen

  • Anlage eines großlumigen periphervenösen Zugangs (am anderen Arm)

  • Injektion stoppen

  • Notruf absetzen

  • Großlumigen periphervenösen Zugang am anderen Arm legen

Infektion im Punktionsgebiet
  • Keine Anlage von periphervenösen Zugängen

  • Ggf. vorhandene Dauerverweilkanüle entfernen

  • Lokal kühlen

  • Zum Arzt verweisen

Paravasatbildung
  • Infusion stoppen

  • Verweilkanüle entfernen

  • Punktionsstelle komprimieren, Arm hochlagern

  • Ggf. am anderen Arm einen periphervenösen Zugang legen

Hygiene und Injektionen

Lernziele

  • Definition der Begriffe Desinfektion und Sterilisation.

  • Kenntnisse über die verschiedenen Hautdesinfektionskategorien.

  • Kenntnisse über die Desinfektionsverfahren.

  • Unterscheidung zwischen hygienischer und chirurgischer Händedesinfektion.

  • Unterscheidung zwischen sterilisierten und sterilen Tupfern.

  • Kenntnisse über die Unterschiede zwischen Haut- und Händedesinfizienzien.

  • Kenntnisse über die verschiedenen Arten der Sterilisation.

  • Kenntnisse über die Möglichkeiten der Kontrolle des Sterilisationserfolgs.

  • Kenntnisse über die Inhalte des Hygieneplans.

  • Kenntnisse über das Procedere bei Nadelstichverletzung.

  • Kenntnisse über die Vorteile und Nachteile der Injektionen.

  • Fähigkeit zur Erhebung einer Injektionsanamnese.

  • Kenntnisse über die 5-R-Regel.

  • Fähigkeit zur Durchführung einer subkutanen, intravenösen und intramuskulären Injektion unter strenger Beachtung der Asepsis.

  • Kenntnisse über Auswirkungen einer langen Stauung und schnellen Aspiration während der Blutentnahme und Auswirkungen einer inadäquaten Lagerung von Blutproben.

  • Fähigkeit zur Zubereitung einer Infusion und Anlage eines peripher venösen Zugangs unter strenger Beachtung der Asepsis.

Hygiene

Allgemeines

Hygiene

Die Hygiene$Hygiene ist die Lehre von der Gesundheit und der Verhütung von Krankheiten mit dem Ziel, Gesundheit zu erhalten und Krankheiten zu verhindern.

Bei der Praxishygiene liegt der Fokus in der Vorbeugung der Erregerübertragung. Die Vorgaben geben das IfSG (§ 23), das RKI, Empfehlungen der KRINKO und TRBA 250.

Die Hygiene ist die Lehre von der Gesundheit und der Verhütung von Krankheiten mit dem Ziel, Gesundheit zu erhalten und Krankheiten zu verhindern. Die Hygiene ist an bestimmte Maßnahmen gekoppelt, z. B. Aufklärung, Desinfektion oder Sterilisation. Innerhalb des Fachs Hygiene können spezielle Bereiche unterschieden werden, u. a.
  • PraxishygienePraxishygiene: Der Fokus liegt auf der Vorbeugung der Krankheitsübertragung durch Erreger und sorgt somit für den Schutz des Patienten, aber auch des Therapeuten.

  • KrankenhaushygieneKrankenhaushygiene dient primär der Verhütung von Krankenhausinfektionen (nosokomiale Infektionen), die über das Personal, Instrumente oder Gerätschaften übertragen werden können.

  • Lebensmittelhygiene beschäftigt sich mit allen Stufen der Lebensmittelerzeugung, Verarbeitung und Abgabe.

Der Schwerpunkt dieses Kapitels liegt auf der Praxishygiene. Die Vorgaben für die Praxishygiene liefern das IfSG (§ 23), das Robert-Koch-Institut (RKI) in Anlehnung an die Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) und die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Ausschuss für Biologische Arbeitsstoffe, insbesondere mit der Technischen Regel für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA 250).
Die Vorgaben der KRINKO und TRBA 250 beziehen sich u. a. auf Hygienemaßnahmen bei Problemkeimen (MRSA, VRE, ESBL), Händehygiene, Desinfektion, Sterilisation, Erstellung und Einhaltung der Vorgaben im Hygieneplan und Aufbereitung von Medizinprodukten. Sie sind auch für die Praxishygiene in Heilpraktikerpraxen bindend.

Infektionsquellen und Übertragungswege

Als Erregerreservoir$Erregerreservoir können Lebewesen (Mensch, Tier) oder Materialien (Wasser, Textilien) fungieren.

$Übertragungswege Übertragungswege:

  • Direkt: Tröpfchen, Kontakt-, Schmierinfektion, parenteral

  • Indirekt: Wasser, Nahrungsmittel

Die Kenntnis der Infektionsquellen und Übertragungswege sind wichtige Bestandteile der Praxishygiene, denn nur dann kann die Wahrscheinlichkeit der Infektionen minimiert oder gar unterbunden werden.Infektionsquellen Infektionsquellen können Lebewesen oder Materialien sein und werden als ErregerreservoireErregerreservoir bezeichnet. Man unterscheidet:
  • Belebte Infektionsquellen: Mensch und Tier

  • Unbelebte Infektionsquellen: z. B. Wasser, Luft, Abfälle, Gase, Textilien (Bettwäsche oder Handtücher), Türklinken

Erreger Übertragungswegekönnen
  • Direkt übertragen werden, z. B. durch Tröpfcheninfektion (aerogen) wie Tuberkulose, Kontakt- bzw. Schmierinfektion (fäkal-oral) wie Madenwurminfektionen bei Kindern, über den Blutweg (parenteral) wie Hepatitis B, HIV

  • Indirekt übertragen werden, z. B. über Nahrungsmittel und Wasser (alimentär) wie Salmonellen, Hepatitis A, über Zwischenwirte (Vektoren) wie Malaria, FSME, Borreliose

MERKE

Merke

Die wichtigste Infektionsquelle in der Praxis sind die Hände.

Einige Patientengruppen sind durch Erkrankungen, welche die Immunität reduzieren, besonders empfänglich für Keime. Empfänger mit erhöhtem Infektionsrisiko sind:
  • Patienten mit Stoffwechselstörungen, z. B. Diabetes mellitus, Leber- und Nierenkrankheiten

  • Patienten mit konsumierenden Erkrankungen, v. a. Tumorkranke

  • Patienten nach Operationen

  • Immunsupprimierte Patienten, z. B. nach Transplantation oder HIV-Kranke

  • Frühgeborene

  • Schwangere

  • Alte Menschen

Allgemeine Hygieneregeln

$Hygieneregeln

  • Behandlung nur in entsprechenden Räumen

  • Eigene Infektionen und den Impfstatus abklären, ggf. ergänzen

  • Vermeidung von Verletzungen

  • Tragen von Schutzkleidung

  • Händedesinfektion

  • Korrekte Abfallentsorgung

  • Behandlungsräume und Toiletten mit Waschbecken, Seifen-, Desinfektionsspender und Papiertücher

  • Abwischbare Flächen

  • Verbot von Haustieren

Die Einhaltung von allgemeinen HygieneregelnHygieneregeln ist ein wichtiger Aspekt, die eigene Gesundheit und die der Patienten nicht zu gefährden. Zu den Maßnahmen für den Selbstschutz und den Schutz der Patienten zählen:
  • Behandlung der Patienten nur in entsprechenden Räumen

  • Eigene Infektionen abklären, um andere Personen nicht zu gefährden

  • Aktive Schutzimpfungen überprüfen und ggf. auffrischen (Hepatitis B, Tetanus, Polio, Diphtherie, Pertussis, Influenza)

  • Vermeidung jeder Verletzung an Kanülen und sonstigen spitzen oder scharfen Gegenständen

  • Tragen von Schutzkleidung, v. a. Handschuhen, Kittel und ggf. Mundschutz

  • Händedesinfektion (6.1.5)

  • Korrekte Abfallentsorgung (6.1.13)

Invasive Arbeitsmethoden sind an bestimmte räumliche Voraussetzungen gekoppelt. Folgende hygienische Anforderungen an einen Praxisraum sollten beachtet werden:
  • In den Behandlungsräumen sollten sich Waschbecken mit fließendem Wasser, Spender für Seife und Desinfektionsmittel sowie Einmalhandschuhe befinden.

  • Die Böden müssen abwischbar sein. Teppiche sind unhygienisch.

  • Die Untersuchungsliegen müssen abwischbar sein.

  • Gefordert werden 2 Toiletten: die eine für Patienten, die andere für das Praxispersonal. In den Toiletten sollten sich ein schnell verfügbares Desinfektionsmittel, Waschbecken mit Seifen- und Desinfektionsmittelspender, Einmalhandtücher (Papiertücher) und ein Abwurfkorb befinden.

  • Das Wartezimmer darf auch mit einem Boden ausgestattet sein, der abwischbar ist.

  • Haustiere sind in der Praxis verboten.

Desinfektion

Definition
DesinfektionDie Desinfektion ist ein Verfahren zur gezielten, aber nicht zuverlässig vollständigen Abtötung bzw. Inaktivierung pathogener Keime, z. B. auf Händen, Hautflächen oder Materialien. Der Desinfektionsvorgang reduziert die Keimzahl um den Faktor 105. Der Sinn der Desinfektion besteht in der Unterbrechung der Infektkette (Seuchenkette). Die Infektkette beschreibt die Übertragung von (pathogenen) Keimen von einem Wirt zum anderen.
Bei der Desinfektion können unterschieden werden:
  • Händedesinfektion (6.1.5)

  • Hautdesinfektion (6.1.6)

  • Flächendesinfektion (6.1.7)

  • Instrumentendesinfektion (6.1.12)

  • Wäschedesinfektion (6.1.8)

  • Raumdesinfektion (6.1.9)

Desinfektionsverfahren und Wirkungsbereiche
Desinfektion Verfahren

$DesinfektionVerfahrenDesinfektionsverfahren und Wirkungsbereiche:

  • Grundsätzlich kann zwischen physikalischer (Hitze) und chemischer Desinfektion unterschieden werden.

  • In der Praxis müssen Desinfektionsmittel den Wirkungsbereich AB haben; sie müssen bakterizid, levurozid und begrenzt viruzid sein. Sie müssen entweder vom RKI oder VAH zugelassen sein.

Der Erfolg der Desinfektion$DesinfektionErfolg ist abhängig von:

  • Ausgangskeimzahl

  • Temperatur

  • Einwirkzeit

  • Vollständiger Benetzung

  • Eindringvermögen und Schutz der Mikroorganismen

  • Eiweiß- und Seifenfehler

  • Richtiger Dosierung

Grundsätzlich kann zwischen einer physikalischen und chemischen Desinfektion unterschieden werden. Die physikalische Desinfektion beruht auf Hitzeeinwirkung. Sie ist zuverlässig sowie umwelt- und hautschonend. Dieses Verfahren kommt in Betracht bei der Desinfektion von Säuglingsartikeln, z. B. Fläschchen, Instrumenten oder Wäsche. Die Desinfektionswirkung wird durch das Kochen bei 100 °C über 3 Minuten erreicht.
Die chemische DesinfektionchemischeDesinfektion erfolgt durch Desinfektionsmittel (Antiseptika). Die Verwendung solcher Mittel in der Praxis (Tab. 6.2) ist unverzichtbar. Sie dienen v. a. der Desinfektion der Haut (v. a. Hände) und Schleimhäute. Ferner können Instrumente, Wäsche, Flächen, Luft, Räume und Wasser chemisch desinfiziert werden.
In der Praxis verwendete Desinfektionsmittel müssen den Wirkungsbereich AB beinhalten (Tab. 6.1). Eine andere Bezeichnung, die sich auf Desinfektionsmittelflaschen findet, ist die Einteilung in
  • Bakterizid: wirksam gegen v. a. Staphylokokkus aureus, Pseudomonas aeruginosa, Escherichia coli, Proteus mirabilis

  • Levurozid (fungizid): wirksam gegen Candida albicans

  • Begrenzt viruzid: wirksam gegen behüllte Viren, z. B. Influenza, HIV, Hepatitis-B- und -C-Viren

  • Viruzid: wirksam gegen behüllte und unbehüllte Viren, z. B. auch gegen Noro-Viren

In der Praxis müssen also (analog zur AB-Wirkung) Desinfektionsmittel bakterizid, levurozid und zumindest begrenzt viruzid sein.
Alle gültigen Desinfektionsmittel müssen in der Liste des Robert-Koch-InstitutRobert-Koch-Instituts (RKI) oder dem Verbund für angewandte Verbund für angewandte HygieneHygiene (VAH) gelistet sein. Die RKI-Liste stellt höhere Anforderungen an die Keimelimination, da sie sich an der Seuchenbekämpfung nach § 18 IfSG orientiert. Durch deutlich wirksamere Mittel steigt jedoch auch die Toxizität der Desinifizienzien. Die VAH-Liste orientiert sich an der Anwendung zur Keimelimination in Krankenhaus und Praxis, sodass für den ambulanten Bereich die Anforderungen der VAH-Liste genügen.
Die Verwendung von Desinfektionsmitteln ist an die richtige Handhabung gekoppelt, damit das Desinfektionsmittel die volle Wirksamkeit entfalten kann. Bei richtiger Anwendung zerstören chemische Desinfektionsmittel die Zellwände bzw. die Hüllen der pathogenen Keime und gelangen ins Zellinnere, wo sie weiter ihre Toxizität entfalten. Der Erfolg der DesinfektionErfolgDesinfektion hängt von verschiedenen Faktoren ab:
  • Ausgangskeimzahl: Je weniger Keime vorhanden sind, umso schneller ist der Desinfektionserfolg erreicht.

  • Temperatur: Bei chemischen Desinfektionsverfahren können die Stoffe in die Gasphase übergehen und evtl. toxische Wirkungen entfalten. Bei geringen Temperaturen < 10 °C kann die Wirksamkeit reduziert sein („Kältefehler“).

  • Einwirkzeit: Je länger die Einwirkzeit ist, desto sicherer ist der Erfolg. Die Einwirkzeit variiert geringfügig von Präparat zu Präparat, die Beachtung der Herstellerangaben ist wichtig. Bei den gängigen Händedesinfektionsmitteln liegt die Einwirkzeit bei etwa 30 Sekunden. Wird die Zeit der Desinfektion unterschritten, kann davon ausgegangen werden, dass die Desinfektion unwirksam war.

  • Vollständige Benetzung: Ein Desinfektionsmittel kann nur dort wirken, wo es angebracht ist.

  • Eindringungsvermögen und Schutz der Mikroorganismen: Mikroorganismen können durch Schmutz und Kristalle geschützt sein, in denen sie vorliegen. Desinfektionsmittel wirken umso besser (bzw. nur), wenn sie gut dort eindringen und damit bis zu den Erregern vordringen können. Dies gilt z. B. für Wasser und Aldehyde.

  • Eiweiß- und Seifenfehler: Desinfektionsmittel können durch Reaktion mit Eiweiß und Seifen inaktiviert werden. Daher nie Desinfektionsmittel und Seifen (Reinigungsmittel) mischen, außer wenn es von den Herstellern ausdrücklich (schriftlich!) erlaubt ist.

  • Richtige Dosierung: Bei einigen Desinfektionsmitteln, v. a. für die Flächen- oder Instrumentendesinfektion, muss zwischen Konzentraten und gebrauchsfertigen Lösungen unterschieden werden. Das Konzentrat muss verdünnt werden, damit eine richtige Anwendungskonzentration entsteht. Diese ist den Herstellerangaben zu entnehmen. Bei einer Unterdosierung werden Erreger nur insuffizient erfasst, bei Überdosierung kann das Material geschädigt werden.

TABELLE 6.1

TABELLE 6.2

Hygiene der Hände

Hygiene Hände Hände Hygiene Grundlagen:

  • Fingernägel kurz halten und nicht lackieren

  • Hände regelmäßig eincremen

  • Infektionen der Haut behandeln

  • Eitrige Wunden keimdicht verschließen

  • Verzicht auf Schmuck, Uhren, Armbänder und Piercings

Grundlagen
HändeHygieneDesinfektionHändeDie HygieneHändeHände sind unser wichtigstes Werkzeug. Sie sollten daher immer in gutem Zustand gehalten werden. Im Praxisalltag sind folgende Empfehlungen (in Anlehnung an TRBA 250) zu beachten:
  • Die Hände sollten warm sein.

  • Die Nägel kurz halten, sodass sie die Fingerkuppe nicht überragen.

  • Das Tragen von künstlichen oder lackierten Nägeln hat in einer Praxis nichts verloren. Zum einen bringt eine hygienische Händedesinfektion nicht die gewünschte Keimreduktion mit sich, zum anderen besteht Verletzungsgefahr für den Patienten und den Therapeuten selbst.

  • Schmuck, z. B. Ehe- und Schmuckringe, Uhren, Armbänder, Freundschaftsbändchen dürfen im privaten Leben zum Einsatz kommen, sind aber beim Umgang mit Patienten nicht angebracht. Das Gleiche betrifft Piercings an exponierten Stellen (v. a. Händen und Unterarmen) und im Gesicht (wegen Eigengefährdung bei z. B. desorientierten Patienten); sie sollten beim Umgang mit dem Patienten entfernt werden. Piercings, die unter der Kleidung verborgen sind, z. B. ein Nabelpiercing, dürfen verbleiben, außer sie zeigen entzündliche Hautreaktionen.

  • Hände regelmäßig eincremen. Trockene Haut neigt zu Läsionen, deren Wundsekret Nährmedium für Mikroorganismen ist und Infektionen begünstigt.

  • Bei Infektionen diese behandeln und eitrige Wunden keimdicht verschließen.

  • Die Händedesinfektion muss immer vor einer Tätigkeit mit hohen antiseptischen Anforderungen erfolgen und immer nach einer Tätigkeit, bei der die Hände kontaminiert wurden oder sein könnten.

Händewaschung

Die $HändeWaschungHändewaschung ist der Händedesinfektion hinsichtlich der Keimelimination unterlegen und wird zur Beseitigung von groben Verschmutzungen empfohlen.

HändeWaschungDie Händewaschung ist der Hautdesinfektion deutlich unterlegen. Sie dient der Beseitigung grober Verschmutzungen und hat keine keimreduzierenden Eigenschaften; im Gegenteil, Keime werden eher verschleppt. Die Händewaschung sollte vor Arbeitsbeginn und nach Arbeitsende erfolgen. Verwendet wird möglichst kaltes oder lauwarmes Wasser, das die Haut nicht so stark entfettet wie warmes Wasser. Die Waschlotion sollte alkali- und seifenfrei sein und einen hautneutralen pH-Wert haben; so wird der Säureschutzmantel geschont. Stückseifen sollten nicht verwendet werden. Nach dem Waschvorgang muss die Waschlotion gründlich abgespült werden und mit einem Einmaltuch sorgfältig abgetrocknet werden.
Hygienische Händedesinfektion

$HändedesinfektionhygienischeDie hygienische Händedesinfektion reduziert die Keimzahl und erfasst die transiente Flora. Bei groben Verschmutzungen zunächst die Partikel mit einem Papiertuch entfernen, danach desinfizieren, dann ggf. waschen.

HändedesinfektionhygienischeDie hygienische Händedesinfektion hat einen sehr hohen Stellenwert in der Händehygiene. Schätzungen zufolge werden 80 % der Infektionen durch Hände übertragen. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass durch diese einfache, 30 Sekunden andauernde Maßnahme die Anzahl der nosokomialen Infektionen (ca. 600 000/Jahr) und der damit verbundenen Todesfälle (ca. 15 000/Jahr) deutlich gesenkt werden könnte.
Bei der hygienischen Händedesinfektion werden die AnflugkeimeAnflugkeime (transiente FloratransienteFlora) der Haut eliminiert. Bei starken Verschmutzungen werden grobe Partikel mit einem Tuch entfernt, danach werden die Hände desinfiziert und dann ggf. gewaschen. Werden die Hände vor der Desinfektion gewaschen, werden in der Regel Keime durch den Waschvorgang verschleppt und nicht eliminiert. Die hygienische Händedesinfektion reduziert die Keimzahl um den Faktor 105.
Händedesinfektionsmittel enthalten rückfettende Substanzen (im Gegensatz zu Hautdesinfektionsmitteln). Die gängigen alkoholischen Händedesinfektionspräparate sind i. d. R. gebrauchsfertige Lösungen und dürfen direkt aus dem Spender entnommen werden. Eine Verdünnung mit Wasser ist nicht zulässig.
Durchführung

Durchführung der Händedesinfektion:

  • 3–5 ml (2 Hübe) Desinfektionsmittel auf der trockenen Haut bis über die Handgelenke verteilen

  • Handflächen gegeneinander reiben

  • Fingerkuppen benetzen

  • Fingerzwischenräume und Daumen erfassen

  • Desinfektionsdauer: 30 Sekunden; während dieser Zeit die Haut feucht halten

Die hygienische Händedesinfektion kann nach folgendem Schema durchgeführt werden:
  • Mindestens 3–5 ml (2 Hübe) zertifiziertes Desinfektionsmittel auf den trockenen Händen bis über die Handgelenke verteilen. Die Handflächen 5-mal gegeneinanderreiben.

  • Die Fingerkuppen in der Hohlhand der anderen Hand mit Desinfektionsmittel gut benetzen und einreiben. Die Fingerkuppen zählen zu den besonders kontaminierten Bereichen.

  • Im Anschluss das Desinfektionsmittel in den Fingerzwischenräumen verteilen. Dabei die Handfläche an den Handrücken legen und die Desinfektionslösung ebenfalls 5-mal verreiben.

  • Finger im „Hackengriff“ verschränken und 5-mal öffnen und schließen.

  • Den Daumen der linken Hand mit den Fingern der rechten Hand umschließen und 5-mal kreisende Bewegungen ausführen, dann den Daumen der rechten Hand mit den Fingern der linken Hand umschließen und 5-mal kreisende Bewegungen ausführen.

Inzwischen zeigen Studien, dass das oben beschriebene Schema der Händedesinfektion nicht immer zu der gewünschten Keimreduktion führt. Vielmehr wird die eigenverantwortliche HändedesinfektioneigenverantwortlicheEinreibemethode propagiert, welche die gleichen bzw. sogar bessere Ergebnisse vorweist. Ein bestimmtes Schema muss dabei nicht eingehalten werden. Zu achten ist auf eine ausreichende Aufnahme des Desinfektionsmittels in die Hohlhand, satte Benetzung aller Hautpartien, besonders der Fingerkuppen und Daumen (Abb. 6.1a, Abb. 6.1b). Die Einreibezeit muss 30 Sekunden betragen.

ABBILDUNG 6.1A

ABBILDUNG 6.1B

MERKE

Merke

  • Die Mindesteinwirkzeit von 30 Sekunden beachten.

  • Desinfektionsmittel nur in trockene Hände verreiben. Wasserrückstände verdünnen das Desinfektionsmittel, Seifenreste inaktivieren es.

  • Ausreichend Desinfektionsmittel in die Hohlhand aufnehmen.

  • Alle Hautpartien (besonders Fingerkuppen und Daumen) satt benetzen.

Indikationen

Indikationen:

  • Vor und nach Patientenkontakt

  • Vor und nach Kontakt mit Wunden, Körpersekreten und potenziell kontaminierten Gegenständen

  • Nach Toilettenbenutzung

  • Nach Naseputzen, Niesen

  • Nach Ausziehen der Handschuhe

Die Durchführung der hygienischen Händedesinfektion ist indiziert:
  • Vor Patientenkontakt

  • Nach Patientenkontakt

  • Vor und nach Kontakt mit Wunden, Körpersekreten

  • Vor und nach Kontakt mit potenziell kontaminierten Gegenständen

  • Nach Toilettenbenutzung

  • Nach dem Naseputzen oder Niesen

  • Nach dem Ausziehen der Handschuhe

ACHTUNG

Achtung

Bei Kontakt oder potenziellem Kontakt mit Clostridium difficile wird aufgrund von Resistenzen bzw. Toleranz der Sporen gegenüber alkoholischen Händedesinfektionsmitteln eine zusätzliche gründliche Händewaschung mit Seife empfohlen, die nach der Händedesinfektion erfolgen sollte. Die Maßnahme sollte grundsätzlich erfolgen, insbesondere aber vor Zubereitung von Speisen oder Sondenkost, um eine Weiterausbreitung zu unterbinden.

Chirurgische Händedesinfektion

Die $Händedesinfektionchirurgischechirurgische Händedesinfektion erfasst die residente Hautflora und muss vor Operationen und Punktionen von Körperhöhlen durchgeführt werden. Die Hände werden zunächst gewaschen und dann desinfiziert.

HändedesinfektionchirurgischeDie chirurgische Händedesinfektion spielt in der Heilpraktikerpraxis eine untergeordnete Rolle. Neben der transienten Hautflora werden bei der chirurgischen Händedesinfektion auch die Keime der residenten FloraresidenteHautflora beseitigt. Im Gegensatz zur hygienischen Händedesinfektion werden die Hände zunächst gewaschen, dann desinfiziert.
  • Hände bis einschließlich Ellenbogen waschen (30–60 Sekunden, je nach Herstellerangaben), Abtropfrichtung Ellenbogen.

  • Fingernägel und Nagelfalze beachten.

  • Mit Wasser abspülen, mit sterilen Einmalhandtüchern gut abtrocknen. Danach wird eine Wartezeit von 10 Minuten empfohlen, damit die Restfeuchte in der Haut verdampfen kann und es zu keinem Verdünnungseffekt des alkoholischen Desinfektionsmittels kommt.

  • Hände bis einschließlich Ellenbogen desinfizieren und über die vorgeschriebene Einwirkzeit feucht halten (1,5 bzw. 5 Minuten, je nach Desinfektionsmittel und Herstellerangaben). Dabei werden zunächst die Hautareale der Hände, dann der Unterarme bis zu den Ellenbogen und dann wieder die Hände benetzt. Besondere Beachtung wird den Fingerkuppen, Nagelfalzen und Fingerzwischenräumen geschenkt.

  • Alkohol verdunsten lassen, nicht abtrocknen.

  • Sterile Handschuhe erst dann überziehen, wenn die Hände komplett trocken sind.

Indikationen
  • Operation

  • Punktion von sterilen Körperhöhlen

Hautdesinfektion

Die $Hautdesinfektion$DesinfektionHautHautdesinfektion erfolgt vor jeder invasiven Maßnahme. Die Einwirkzeit von alkoholischen Lösungen beträgt 30–60 Sekunden, bzw. ist je nach Herstellerangaben, in talgdrüsenreichen Arealen länger.

Desinfizierte Stellen nicht mehr anfassen.

HautdesinfektionDesinfektionHautVor jeder invasiven Maßnahme am Patienten wird eine prophylaktische Hautantiseptik vorgenommen. Bei alkoholischen Lösungen beträgt die Einwirkzeit 30–60 Sekunden (evtl. auch kürzer oder länger, je nach Herstellerangaben), in talgdrüsenreichen Arealen verlängert sich die Einwirkzeit auf mindestens 5 Minuten.
Die Risikoabschätzung einer Injektion und das geeignete Desinfektionsverfahren müssen im Hygieneplan festgehalten werden.
Risikogruppe I (geringes Infektionsrisiko)

Risikogruppe I: $Risikogruppe I

  • Sprühen oder mit alkoholischen Tupfer wischen und trocknen lassen (Einwirkzeit beachten)

  • Bei Blutentnahme, i. c., s. c., i. v., i. m. (Nichtrisikopatient), Lanzettenblutentnahme

Nach den Empfehlungen des RKI (Anforderungen an die Hygiene bei Punktionen und Injektionen, Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim RKI, Bundesgesundheitsblatt 2011, 54: 1.135–1.144) sind eine Sprühdesinfektion und eine Wischdesinfektion mit einem alkoholgetränkten Tupfer gleichwertig. Das Hautdesinfektionsmittel wird mit einem Spray oder mittels Tupfer aufgetragen. Die Mindesteinwirkzeit muss abgewartet werden, je nach Präparat dauert das zwischen 30 Sekunden und 1 Minute. An desinfizierten Stellen darf nicht mehr nachpalpiert werden.
Indikationen
  • Blutentnahme

  • Intra-, subkutane und intravenöse Injektion

  • Lanzettenblutentnahme

  • Intramuskuläre Injektion bei Nichtrisikopatienten

Risikogruppe II (mittleres Infektionsrisiko)

Risikogruppe II: $Risikogruppe II

  • Sprühen, Einwirkzeit beachten, mit sterilem Tupfer abwischen, nochmal sprühen

  • Bei i. v.-Verweilkanüle, i. m. (Risikopatienten)

Das Hautdesinfektionsmittel wird mit einem Spray aufgetragen und nach 30 Sekunden mit einem sterilen Tupfer abgewischt. Danach wird das Hautdesinfektionsmittel erneut aufgetragen. Die Zeit (mindestens 30 Sekunden) muss abgewartet werden, bis die Haut trocken ist.
Indikationen
  • Intravenöse Verweilkanüle

  • Intramuskuläre Injektion bei Risikopatienten, z. B. bei Patienten mit Diabetes mellitus

  • Blutkultur (nicht in der Heilpraktikerpraxis)

Risikogruppe III (hohes Infektionsrisiko)

Risikogruppe III: $Risikogruppe III

  • Reinigung, Enthaarung, Entfettung, Desinfektion über 5 Minuten

  • Bei Operationen, Punktionen von Gelenkhöhlen

Die Haut wird zunächst gereinigt, enthaart und entfettet. Danach wird das Hautdesinfektionsmittel über je 2,5 Minuten aufgetragen. Die Gesamteinwirkzeit beträgt 5 Minuten. Der Arzt bzw. Heilpraktiker muss sterile Handschuhe, Mundschutz und sterilen Kittel tragen.
Indikationen
  • Operation

  • Punktion von Körperhöhlen, insbesondere Gelenkpunktion

Risikogruppe IV (sehr hohes Infektionsrisiko)
Punktionen mit sehr hohem Infektionsrisiko sind z. B. die Anlage einer PEG (perkutanen endoskopischen Gastrostomie). Sie zählen nicht zum Tätigkeitsgebiet des Heilpraktikers und werden nicht weiter ausgeführt.

MERKE

Merke

Sterilisierte Tupfer sind TupfersterilisierteTupfer, die meist in großer Menge abgepackt sind, z. B. Purzelline®-Tupfer. In der Originalpackung sind diese Tupfer vor dem Öffnen steril, nach dem Öffnen werden sie in Tupferboxen gelagert und unterliegen einer sekundären Kontamination aus der Luft, über Hände usw. Sie sind bei Benutzung also nicht steril. Besonders ist darauf zu achten, dass Boxen mit sterilisierten Tupfer nach Entnahme von Tupfern immer geschlossen sind.

Sterile TupfersterileTupfer sind doppelt verpackt (Folie und Papier) und keimfrei. Hier muss jeder einzelne Tupfer aus der sterilen Verpackung entnommen werden.

Flächendesinfektion

Flächendesinfektion

Durchführung $Flächendesinfektionbei kleinen Flächen mit alkoholischen Lösungen, bei großen Flächen u. a. mit Aldehyden und Peroxidverbindungen. Das Konzentrat muss nach Herstellerangaben zur Gebrauchslösung verdünnt werden.

Die Flächendesinfektion umfasst die Desinfektion von Böden und anderen Flächen. Sie kann als Sprüh- oder Wischdesinfektion erfolgen, wobei der Wischdesinfektion der Vorzug gegeben wird. Für kleine Flächen können alkoholische Lösungen eingesetzt werden, für große Flächen Aldehyde, quarternäre oder Peroxidverbindungen. Bei den Flächendesinfektionsmitteln handelt es sich meist um Konzentrate, die in einem bestimmten Verhältnis verdünnt werden müssen, um eine Gebrauchslösung zu erhalten. Diese Angaben sind aus den Herstellerangaben zu entnehmen.
Die Flächendesinfektion sollte regelmäßig auf Untersuchungsliegen, im sanitären Bereich, an Türgriffen, auf Arbeitsflächen mit aseptischen Tätigkeiten und bei medizinischen Geräten wie z. B. Stethoskop, Blutdruckmanschette, Infusionsständer durchgeführt werden.

Wäschedesinfektion

WäschedesinfektionDie Wäschedesinfektion muss i. d. R. Bakterien und Viren (v. a. Hepatitis-Viren und HIV) erfassen und inaktivieren (Wirkungsbereich AB). Bei physikalischen Verfahren reichen Temperaturen von 85 °C über 15 Minuten oder 90 °C über 10 Minuten, um eine Wirkung zu erzielen. Bei Verwendung von chemischen Zusätzen (Chlor- und Peroxidverbindungen), die RKI oder VAH gelistet sein müssen, sind Temperaturen zwischen 40 und 85 °C empfohlen.

Raumdesinfektion

Eine RaumdesinfektionRaumdesinfektion erfolgt durch Begasung oder Vernebeln. Sie ist als Schlussdesinfektion bei bestimmten Erkrankungen indiziert, z. B. viralen hämorrhagischen Fiebern, Pest oder Lungenmilzbrand. Raumdesinfektionen werden in der Regel durch zuständige Behörden (Gesundheitsamt) begleitet, dokumentiert und genehmigt. Sie spielen in der Heilpraktikerpraxis eine untergeordnete Rolle.

Arbeits- und Schutzkleidung

Arbeitskleidung$Arbeitskleidung hat keine speziellen Funktionen und sollte mind. 2-mal/Woche gewechselt werden.

Schutzkleidung$Schutzkleidung hat eine Schutzfunktion. Dazu zählen:

  • Schutzkittel

  • Mund-Nasen-Schutz

  • Schutzbrille

  • Handschuhe

Handschuhe$Handschuhe müssen getragen werden bei:

  • Allen invasiven Maßnahmen (Injektionen, Punktionen)

  • Beim wahrscheinlichen Kontakt mit Erregern

  • Kontakt mit Sekreten, z. B. Wundsekreten, oder Körperausscheidungen

  • Reinigungsarbeiten

ArbeitskleidungArbeitskleidung (Berufskleidung, Dienstkleidung) wird als Ergänzung oder anstatt der privaten Kleidung getragen. Sie darf nur in der Praxis getragen werden und hat keine speziellen Funktionen. Sie sollte bei 60 °C waschbar sein. Empfohlen wird eine helle Kleidung ohne besondere Extravaganzen. Die Arbeitskleidung sollte mindestens 2-mal wöchentlich, bei stärkeren Verschmutzungen täglich gewechselt werden.
SchutzkleidungSchutzkleidung dient als mechanische Barriere zwischen dem Therapeuten und der Umgebung. Der Heilpraktiker ist verpflichtet, Schutzkleidung zu tragen. Dazu gehören Schutzkittel, Mund-Nasen-Schutz, Haarschutz, Schutzbrille und Handschuhe. HandschuheHandschuhe dienen dem Eigenschutz und werden grundsätzlich empfohlen, insbesondere bei Kontakt mit Körperflüssigkeiten und -ausscheidungen, um das Risiko einer Übertragung einer Infektionskrankheit über den Blutweg oder andere Sekrete auszuschließen bzw. zu vermindern. Sie sollten bei allen invasiven Maßnahmen (Injektionen und Punktionen), wahrscheinlichem Kontakt mit Erregern oder bei Reinigungsarbeiten getragen werden.
Schutzkittel, Mund-Nasen-Schutz oder Schutzbrille müssen nicht grundsätzlich getragen werden, sondern nur, wenn es erforderlich ist. Sie dienen dem Eigenschutz und dem Schutz anderer Patienten. Der Mund-Nasen-Schutz sollte z. B. bei Punktion von Gelenkhöhlen, Operation, Bluthusten, spritzende Blutung, Influenza (hier stehen besondere Masken zur Verfügung) und MRSA-Träger getragen werden.

Sterilisation

Die $SterilisationSterilisation führt zur Abtötung bzw. irreversiblen Schädigung sämtlicher Mikroorganismen einschließlich ihrer Dauerformen (Sporen) und Viren.

SterilisationDie Sterilisation ist ein Verfahren zur Abtötung bzw. irreversiblen Schädigung sämtlicher an und in einem Objekt vorhandenen Mikroorganismen einschließlich ihrer Dauerformen (Sporen) und Viren. Die Sterilisation ist an einige Voraussetzungen gekoppelt:
  • Sterilisationsgut muss frei von grober Verschmutzung und trocken sein.

  • Geräte müssen so weit wie möglich zerlegt sein.

  • Sterilgutcontainer dürfen nicht überfüllt sein.

MERKE

Merke

Die gesetzlichen Vorschriften hinsichtlich der Anforderungen an Sterilisationsverfahren, die in Praxen eingesetzt werden dürfen, orientieren sich an den Richtlinien des RKI sowie den Hygiene-Verordnungen der einzelnen Bundesländer.

Physikalische Sterilisationsmethoden

$Sterilisation physikalische Physikalische Sterilisation:

  • Heißluftsterilisation: keine Empfehlung für die Heilpraktikerpraxis

  • Dampfsterilisation (Autoklav): Methode der Wahl in der Heilpraktikerpraxis

  • Ionisierende Strahlen: Methode der Wahl bei industrieller Sterilisation

SterilisationphysikalischeZu den physikalischen Sterilisationsverfahren zählen die Heißluftsterilisation, die Dampfsterilisation und die Sterilisation mit ionisierenden Strahlen (Tab. 6.3). Bei der HeißluftsterilisationHeißluftsterilisation handelt es sich um ein thermisches Verfahren, das keine Feuchtigkeit benötigt, sondern Luft als Wärmeträger verwendet. Luft ist ein schlechter Wärmeleiter (im Vergleich zum gesättigten Dampf). Es sind deutlich höhere Temperaturen und längere Einwirkzeiten für die Sterilisation nötig. Ferner werden Proteine im wasserarmen Zustand sehr viel problematischer denaturiert als in feuchter Hitze (Dampfsterilisation).
Die DampfsterilisationDampfsterilisation (Autoklavierung)Autoklavierung ist ebenfalls ein thermisches Verfahren, das feuchte Hitze verwendet. In der Regel wird dabei gleichzeitig ein Überdruck erzeugt. Sie ist das sicherste Verfahren bei der Aufbereitung der Instrumente in Krankenhaus und Praxis und ist allen anderen Methoden vorzuziehen.
Ionisierende Strahlen, v. a. Gamma und Betastrahlen werden in der Industrie verwendet zur Sterilisation von Einwegartikeln, z. B. Kanülen oder Spritzen. Sie haben in der Heilpraktikerpraxis keine Bedeutung im Sinne der Anwendung solcher Sterilisationsverfahren.

TABELLE 6.3

Chemische Sterilisationsverfahren

$Sterilisation chemische Chemische Sterilisationsverfahren:

  • Anwendung bei thermolabilen Stoffen

  • Einsatz von kritischen Mitteln, u. a. Formaldehyd, Ethylenoxid mit u. a. toxischer und krebserregender Wirkung

SterilisationchemischeChemische Sterilisationsverfahren kommen nur bei thermolabilen Stoffen zur Anwendung. Zu den verwendeten Stoffen gehören z. B. Ethylenoxidgas, Formaldehydgas oder Ozon. FormaldehydgasFormaldehyd ist wirksam gegen Bakterien und Bakteriensporen, durchdringt PVC und Gummi und denaturiert Proteine. EthylenoxidEthylenoxid ist wirksam gegen Pilze, Bakterien und Viren, ist geruchlos und ist ein starker Radikalbildner (reagiert mit Aminosäuren, DNA und RNA) und bildet mit Luft explosive Gemische. OzonOzon ist wirksam gegen Pilze, Bakterien und Viren und wird v. a. bei der Aufbereitung von Trink- und Badewasser verwendet.
Nachteile der chemischen Sterilisationsverfahren:
  • Toxisch bzw. krebserregend, besonders Formaldehyd

  • Starker Geruch, besonders bei Formaldehyd und Ozon

  • Ethylenoxidgas bildet explosive Gasgemische

  • Ausgaszeit muss beachtet werden

  • Spezielle Ausbildung der Mitarbeiter

  • Verbunden mit hohen Auflagen im Hinblick auf Umweltschutz, Betreiber (Genehmigungspflicht, Kontrollen, Anzeigepflicht) und Betriebssicherheit

Kontrolle des Sterilisationseffekts
Sterilisationseffekt

Kontrolle des Sterilisationseffekts: $Sterilisationseffekt

  • Bioindikatoren

  • Sichtkontrolle mit Farbumschlag nach dem Sterilisationsvorgang

Der Sterilisationseffekt muss laufend kontrolliert und validiert werden. In der Heilpraktikerpraxis ist die Verwendung von Kleinsterilisatoren üblich. Die Kontrolle der Sterilisation ist in der DIN EN 13060 erfasst. Darin werden Anforderungen für die Betreibung von Sterilisatoren genannt, wobei die relevanten Parameter in konstanter, prüfbarer und gesicherter Qualität erfolgen und auch dokumentiert werden müssen.
Zu den anderen wichtigen Methoden, die der Überprüfung des Sterilisationserfolges dienen, zählen:
  • BioindikatorenBioindikatoren: Sporenerdepäckchen werden in bestimmten Zeitabständen autoklaviert und anschließend 10–14 Tage bebrütet. Zeigt sich kein Wachstum, ist davon auszugehen, dass kein Erreger das Autoklavieren überlebt hat. Wegen der langen Bebrütungszeit eignet sich das Verfahren nicht für Routinekontrollen.

  • Thermische Messungen: Ungenaues Verfahren, bei dem ein Thermometer das Erreichen der Maximaltemperatur zeigt, aber nicht die Dauer der einwirkenden Temperatur.

  • Sichtkontrolle: Mit Farbindikatoren wird routinemäßig der Erfolg der Sterilisation überprüft.

Instrumentenaufbereitung

Instrumentenaufbereitung

  • 1.

    Nach Gebrauch Instrumente zerlegen

  • 2.

    Reinigen, bis makroskopisch sauber

  • 3.

    In eine Desinfektionsmittellösung für Instrumente einlegen

  • 4.

    Danach mit kaltem Wasser abspülen und lufttrocknen

  • 5.

    Bei makroskopischen Verunreinigungen Schritte 2–4 wiederholen

  • 6.

    Verpackung, Sterilisation und sachgemäße Lagerung

Risikobewertung
InstrumentenaufbereitungInstrumente, die in ein Gewebe eingebracht werden sollen oder bei Verwendung Haut oder Schleimhaut verletzen, müssen nach der Hygieneverordnung nach einem validiertem Verfahren sterilisiert werden und dürfen nur in diesem Zustand verwendet werden. Zunächst muss eine Risikobewertung und Einstufung der Medizinprodukte (Instrumente) erfolgen. Die Risikobewertung nach Art der Anwendung erfolgt in:
  • Unkritische Instrumente: Sie kommen nur mit intakter Haut in Berührung, z. B. Verbandsschere oder Stethoskop. Sie müssen nur gereinigt und desinfiziert werden.

  • Semikritische Instrumente: Sie kommen mit Schleimhaut oder krankhaft veränderter Haut in Berührung, z. B. Mundpflegeutensilien, Nagelzangen oder Tuben.

  • Kritische Instrumente: Sie durchdringen die Haut oder Schleimhäute und kommen dabei in Kontakt mit Blut oder Geweben, z. B. Akupunkturnadel aus Gold (keine Einmalartikel) oder chirurgische Pinzetten.

Semikritische und kritische Instrumente werden weiterhin nach den Anforderungen, die sie an die Aufbereitung stellen, eingeteilt in:
  • Gruppe-A-Medizinprodukte (Instrumente) ohne besondere Anforderungen an die Aufbereitung, z. B. Beißkeile, Ohrtrichter

  • Gruppe-B-Medizinprodukte mit erhöhten Anforderungen an die Aufbereitung, z. B. Endoskope oder Kolon-Hydro-Therapiegeräte

  • Gruppe-C-Medizinprodukte mit sehr hohen Anforderungen an die Aufbereitung

Schlussendlich wird eine Einstufung in den Gruppen B und C bezüglich der Dampfsterilisierbarkeit vorgenommen in:
  • Thermostabile Instrumente: sind bei 134 °C dampfsterilisierbar

  • Thermolabile Instrumente: sind nicht dampfsterilisierbar

Bei unkritischen Instrumenten entfällt die Sterilisation, ebenso bei semikritischen Instrumenten, die der Gruppe A zugeordnet werden können. Kritische Instrumente müssen autoklaviert und ggf. vorgereinigt werden.
Durchführung
Nach Gebrauch müssen die Instrumente so weit wie möglich zerlegt werden. Grobe Verschmutzungen müssen abgebürstet werden, bis sie makroskopisch frei von Verunreinigungen sind. Es gibt keinen „sterilen Dreck“. Im Anschluss werden die Instrumente in eine spezielle Desinfektionslösung oder Reinigungslösung eingelegt (nicht eingeworfen). Dabei müssen alle Oberflächen benetzt und die Einwirkzeit beachtet werden. Die Reinigungslösungen sind der RKI- oder der DGHM-Liste zu entnehmen.
Nach der Desinfektion werden die Instrumente mit kaltem Wasser abgespült. Warmes oder heißes Wasser eignet sich nicht, weil reizende (Aldehyd-)Gase flüchtig werden und zu Irritationen der Atemwege führen können. Sind dann immer noch grobe Verschmutzungen vorhanden, muss das Instrument manuell gereinigt werden, bis makroskopisch keine Verunreinigung zu sehen ist. Danach müssen die Instrumente erneut in die Desinfektionslösung eingelegt werden. Nach der Einwirkzeit werden sie erneut kalt abgespült, makroskopisch beurteilt, luftgetrocknet und im Anschluss verpackt und sterilisiert. Dabei ist zu beachten, dass kleine Packungseinheiten hergestellt werden; der Sterilgutcontainer darf nicht überfüllt sein.
Wenn der Heilpraktiker die Instrumentenaufbereitung selbst durchführt, ist eine detaillierte schriftliche Beschreibung des Aufbereitungsverfahrens im Hygieneplan erforderlich.
Lagerung des Sterilguts
SterilgutDas Verfallsdatum des Sterilguts bezieht sich auf eine trockene, staubdichte Lagerung und eine unbeschädigte Verpackung. Sterilgut sollte im Aufbewahrungsschrank hinten einsortiert und vorne entnommen werden. Für die Sterilität durch korrekte Lagerung haftet der Anwender und nicht der Hersteller oder die Sterilisationsabteilung.

Praxisabfälle

  • $PraxisabfälleAbfälle in verschließbaren Boxen sammeln

  • Spitze, scharfe und fragile Gegenstände in stabilen Boxen sammeln, gebrauchte Kanülen im Sharps-Container, die fest verschlossen im Hausmüll entsorgt werden

  • Infektiöses Material im sog. gelben Sack sammeln (Sondermüll)

PraxisabfälleDie rechtliche Grundlage für Praxisabfälle stellen die „Richtlinie zur Krankenhaushygiene und Infektionsprävention des Robert-Koch-Instituts“, die Hygieneverordnungen der Länder sowie die Unfallverhütungsvorschriften. Für den Heilpraktiker sind folgende Richtlinien bindend, soweit keine anderen Regelungen in den kommunalen Abfallsatzungen Anwendung finden:
  • Praxisabfälle in verschließbaren Behältern sammeln.

  • Tupfer, Handschuhe, Kompressen, Einmalauflagen in einem nicht zerreißbaren Plastiksack sammeln und im Hausmüll entsorgen.

  • Spitze, scharfe und fragile Gegenstände in stabilen (blickdichten und säurefesten) Boxen sammeln, gebrauchte Kanülen im Sharps-Container. Fest verschlossen dürfen diese Boxen im Hausmüll entsorgt werden.

  • Altpapier und Glasflaschen trennen.

  • Batterien nicht im Hausmüll entsorgen.

  • Infektiöses Material im sog. gelben Sack sammeln und als Sondermüll betrachten, dessen Entsorgung länderspezifisch geregelt ist.

  • Alte Medikamente nicht in der Toilette entsorgen, sondern in Apotheken abgeben oder kenntlich im Hausmüll entsorgen.

Hygienemaßnahmen bei MRSA

Hygiene MRSA MRSA Hygiene

  • $HygieneMRSA$MRSAHygieneKonsequente Durchführung der hygienischen Händedesinfektion

  • Unter stationären Bedingungen Isolierung des Patienten in einem Einzelzimmer

  • Verwendung von Schutzkitteln, Handschuhen, Mundschutz und ggf. Haarschutz bei jedem, der das Zimmer betritt

  • Konsequente Anwendung von antiseptischen Waschlotionen, Mundspüllösungen und Nasensalben beim Patienten

  • Alle Kontaktpersonen müssen an den Schutzmaßnahmen teilnehmen

  • Wäsche mit mind. 60 °C waschen

  • Behandlung der Patienten am Programmende

  • Flächendesinfektion

Staphylococcus aureus ist sowohl auf der Haut als auf der Schleimhaut jedes Menschen zu finden. Infektionen mit Staphylokokken sind in der Regel gut behandelbar. Seit den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts haben sich Resistenzen entwickelt, sowohl gegen Oxacillin (ORSA) als auch gegen Methicillin (MRSA = methicillinresistenter Staphylococcus aureus). Schätzungen zufolge sind durchschnittlich 30 % der Bevölkerung MRSA-Träger, wobei die Keime v. a. in der Nase, an der Haut und im Rachenraum vorkommen. Dabei ist zu beachten, dass von Personen, die Träger sind, keine Gefahr für gesunde Kontaktpersonen ausgeht (Ausnahme offene Wunden). Wesentlich problematischer ist die Infektion für kranke, immunsupprimierte Patienten. Die Übertragung des MRSA erfolgt in den meisten Fällen in Kliniken und anderen medizinischen Einrichtungen über Hände des Personals. Andere Infektquellen sind Stoffe und diverse Gegenstände, z. B. Nachttische oder auch Tiere, u. a. Hunde, Katzen und Schweine.
Die Behandlung ist schwierig, langwierig und auch nicht immer von Erfolg gekrönt. Zusätzlich zur antibiotischen Therapie sind besondere hygienische Maßnahmen notwendig, um die Infektkette zu unterbrechen:
  • Unter stationären Bedingungen Isolierung des betroffenen Patienten in einem Einzelzimmer

  • Verwendung von Schutzkitteln, Handschuhen, Mundschutz und ggf. Haarschutz bei jedem, der das Zimmer betritt

  • Wichtigste Maßnahme ist die konsequente Durchführung der hygienischen Händedesinfektion

  • Konsequente Anwendung von antiseptischen Waschlotionen, Mundspüllösungen und Nasensalben beim betroffenen Patienten.

  • Information von Besuchern, Therapeuten und andere Kontaktpersonen über die MRSA-Besiedlung bzw. -Infektion und deren Teilnahme an den Schutzmaßnahmen

  • Waschen der Wäsche bei mindestens 60 °C

  • In der Heilpraktikerpraxis (und auch in anderen Praxen) Behandlung der Patienten am Programmende, weil anschließend eine Flächendesinfektion notwendig ist

Hygieneplan

Hygieneplan

  • $HygieneplanHeilpraktikerpraxen unterliegen der Hygieneverordnung.

  • Die Erstellung eines Hygieneplans ist unerlässlich. Er beinhaltet u. a.:

    • Allgemeine Personalhygiene mit Händedesinfektion und der Verwendung gelisteter (RKI- und VAH-zugelassener) Mittel

    • Allgemeine Desinfektionsmaßnahmen

    • Schutzmaßnahmen

    • Verhalten bei Schnittverletzungen und Kontamination mit Blut

    • Abfallentsorgung

    • Beschreibung der Arbeitsabläufe bei speziellen Verfahren, z. B. Injektion, Akupunktur

  • Erfassung baulicher Voraussetzungen einer Praxis, in der invasive Methoden durchgeführt werden

Heilpraktikerpraxen unterliegen der Hygieneverordnung. Für Heilpraktiker gelten die Vorschriften des Robert-Koch-Instituts und die Hygieneverordnungen der einzelnen Länder. Über den aktuellen Stand der Länderverordnungen können Informationen beim Gesundheitsamt oder bei Heilpraktikerverbänden eingeholt werden.
Eine Erstellung eines Hygieneplans ist unerlässlich. Er beinhaltet u. a.
  • Allgemeine Personalhygiene mit Händedesinfektion und der Verwendung gelisteter (RKI- und VAH-zugelassener) Mittel

  • Allgemeine Desinfektionsmaßnahmen

  • Schutzmaßnahmen (Tragen von Handschuhen, Mundschutz usw.)

  • Verhalten bei Schnittverletzungen und Kontamination mit Blut

  • Abfallentsorgung

  • Beschreibung der Arbeitsabläufe bei speziellen Verfahren, z. B. Injektion, Akupunktur

Darüber hinaus werden bauliche Anforderungen an eine Praxis, in der invasive Methoden durchgeführt werden, erfasst, z. B. abwischbare Böden und Wände, Waschbecken mit fließendem Wasser in Behandlungsräumen.

Nadelstichverletzung

Allgemeines
Nadelstichverletzung

$Nadelstichverletzung Allgemeines:

  • Verletzung mit scharfen und spitzen Instrumenten

  • In 50 % der Fälle bei Entsorgung der Materialien

  • Transmissionsrate bei Hepatitis B am höchsten

Nadelstichverletzungen sind auf Verletzungen mit spitzen oder scharfen medizinischen Instrumenten zurückzuführen. In ca. 50 % der Fälle erfolgt die Verletzung bei der Entsorgung der Materialien, etwa beim Recapping oder beim Abstreifen von Kanülen in übervollen Abwurfboxen (Sharps-Containern).
Durch Nadelstichverletzungen können Infektionskrankheiten übertragen werden, allen voran die Hepatitiden B und C, gefolgt von HIV.
Die häufigste Transmissionsrate wird bei Hepatitis B beobachtet, gefolgt von der Hepatitis C. Die Wahrscheinlichkeit, das HI-Virus zu übertragen, ist statistisch gesehen sehr gering, jedoch gegeben.
Verhütungsmaßnahmen

$Nadelstichverletzung Verhütung Verhütungsmaßnahmen:

  • Ordentliche Praxisorganisation

  • Optimale Beleuchtung

  • Konzentriertes Arbeiten

  • Einsatz sicherer medizinischer Instrumente

  • Sichere Entsorgung

  • Schutzkleidung

  • Aktive Impfmaßnahmen, v. a. Hepatitis B

Um die Wahrscheinlichkeit der Nadelstichverletzungen zu senken, sind folgende Punkte zu beachten:
  • Übersichtliche, saubere und ordentliche Organisation der Praxis

  • Optimale Beleuchtung in Risikobereichen

  • Vernünftiges Zeitmanagement bei Patienten mit invasiven Therapien, optimaler Weise ruhig und konzentriert und ohne nervöse Hektik

  • Einsatz sicherer medizinischer Instrumente (Regelung in der Technischen Regel für Biologische Arbeitsstoffe 250/TRBA 250 und der Biostoffverordnung)

  • Sichere Entsorgung von spitzen und scharfen Materialien direkt in stichfesten Behältern vom Therapeuten selbst und nicht vom Hilfspersonal

  • Verwendung von Handschuhen, Schutzbrillen usw.

  • Persönlichen Schutz v. a. hinsichtlich der Hepatitis-B-Impfung überdenken

Erste-Hilfe-Maßnahmen

$Nadelstichverletzung Erste Hilfe Erste-Hilfe-Maßnahmen:

  • Handschuhe abstreifen

  • Wunde manuell zum Bluten anregen

  • Großzügige Hautdesinfektion mit einer 70 %igen alkoholischen Lösung

  • Steriler Verband

  • Patientendaten sichern, ggf. Infektionserkrankungen, v. a. Hepatitis B, C, HIV

  • Unverzügliche Vorstellung beim D-Arzt (Durchgangsarzt) bzw. Betriebsarzt

  • Meldung des Arbeitsunfalls an die Berufsgenossenschaft

Arbeitsunfälle, v. a. Nadelstichverletzungen, setzen meist eine starke emotionale Reaktionskaskade in Gang. Nichtsdestotrotz ist eine nüchterne, schnelle und wirkungsvolle Reaktion vonnöten. Nach einer Nadelstichverletzung empfiehlt sich folgendes Procedere:
  • Handschuhe abstreifen.

  • Wunde manuell zum Bluten anregen.

  • Großzügige Hautdesinfektion mit einer 70 %igen alkoholischen Lösung durchführen.

  • Sterilen Verband anlegen.

  • Patientendaten sichern, bekannte Infektionserkrankungen, insbesondere Hepatitis B, C und HIV.

  • Unverzüglich beim D-Arzt (Durchgangsarzt) bzw. Betriebsarzt vorstellen. Dabei erfolgt zum einen die Meldung des Arbeitsunfalls an die Berufsgenossenschaft, zum anderen wird beim Verletzten das Blut auf Hepatitis B, C und HIV untersucht. Wiederholungsuntersuchungen erfolgen nach 6, 12 und 26 Wochen. Indexpatienten werden ebenfalls in Hinblick auf eine Infektion mit Hepatitis B, C und HIV untersucht, sofern eine Erkrankung nicht sicher ausgeschlossen werden kann oder andere Labordaten vorliegen. Therapiemaßnahmen wie Impfungen (bei einer Hepatitis B), Postexpositionsprophylaxe (im Falle von HIV) oder eine Ribavirin-Frühtherapie (bei einer Hepatitis C) erfolgen je nach serologischen Ergebnissen beim Verletzten und Indexpatienten.

Lernzielkontrolle

  • Definieren Sie die Begriffe Desinfektion und Sterilisation!

  • Welche Hautdesinfektionskategorien sind Ihnen bekannt? Nennen Sie jeweils 2 Indikationen!

  • Welche Wirkungsbereiche der Desinfektion sollte ein Hautdesinfektionsmittel haben?

  • Welche Desinfektionsverfahren sind Ihnen bekannt?

  • Wie unterscheidet sich die chirurgische von der hygienischen Händedesinfektion?

  • Was ist der Unterschied zwischen sterilisierten und sterilen Tupfern?

  • Wie unterscheidet sich ein Händedesinfektionsmittel von einem Hautdesinfektionsmittel?

  • Führen Sie eine korrekte hygienische Händedesinfektion durch!

  • Welche Arten der Sterilisation kennen Sie? Welcher Sterilisationsart soll Vorzug gegeben werden?

  • Mit welchen Methoden kann der Erfolg der Sterilisation kontrolliert werden?

  • Über welche Möglichkeiten lässt sich ein Sterilisationserfolg kontrollieren?

  • Wie führen Sie korrekt die Desinfektion bei einer i. c., s. c., i. m. und i. v.-Injektion durch?

  • Welche Maßnehmen ergreifen Sie bei einer Nadelstichverletzung?

Allgemeines zu Injektionen und Vorbereitung

Allgemeines

Jede Injektion erfüllt den Bestand der Körperverletzung. Es ist daher ratsam, die Injektionstechniken zunächst am Phantom zu üben, bis Ablauf und Handhabung der Materialien sicher beherrscht werden. Erst dann sollten Injektionen am Menschen erfolgen. Dabei sind bei jeder Injektion die Hygieneregeln und Kontraindikationen sehr streng zu beachten, will man zusätzliche Schäden vom Patienten abwenden. Die zahlreich vorhandenen Abbildungen sollen Ihnen eine Hilfestellung im Umgang mit Injektionsmaterialien und den unterschiedlichen Injektionstechniken geben.
InjektionTechnikDie Applikation von Injektionen hat viele Vorteile, birgt jedoch auch Nachteile und Komplikationen. Um unerwünschte Wirkungen und Komplikationen auf das absolute Minimum zu reduzieren, ist die Beachtung der allgemeinen Regeln von großer Bedeutung.

Vorteile von Injektionen

  • $InjektionVorteileSchneller Wirkungseintritt

  • Umgehung des Verdauungstrakts

  • Gute Dosierungsmöglichkeit

  • Lokale Wirkungen bei i. c.-Injektionen

  • Einsatz in der Notfallmedizin

Injektionen haben folgende Vorteile:
  • InjektionVorteileInjizierte Medikamente haben meist einen schnellen Wirkungseintritt: Bei der i. v.-Injektion nach Minuten, bei der i. m.-Injektion innerhalb von 10–15 Minuten, bei der s. c.-Injektion innerhalb ½ Stunde.

  • Die parenterale Injektion schließt Wirkungsverluste durch Störungen im gastrointestinalen Trakt aus (z. B. bei einer Zöliakie, Pankreasinsuffizienz oder Durchfall) und ist i. d. R. gut verträglich.

  • Es besteht eine bessere Möglichkeit der Dosierung im Vergleich zur peroralen Gabe.

  • Mit i. c.-Injektionen können lokale Wirkungen erzielt werden.

  • Der Einsatz in der Notfallmedizin, z. B. bei Bewusstlosen, ist möglich.

Injektionsformen und Eindringtiefe

  • $InjektionFormen$InjektionEindringtiefei. c.: Lederhaut

  • s. c.: Subkutis

  • i. m.: Muskel

  • i. v.: Vene

Es werden folgende Injektionsformen mit unterschiedlichen Eindringtiefe (Abb. 6.2) unterschieden:InjektionFormenInjektionEindringtiefe
  • Intrakutan (i. c.): Lederhaut (Korium)

  • Subkutan (s. c.): Unterhautfettgewebe (Subkutis)

  • Intramuskulär (i. m.): Muskulatur

  • Intravenös (i. v.): Venen

  • Intraarteriell (i. a.): Arterien

  • Intraossär: Knochenmark des proximalen Unterschenkels (Notfallzugang bei Säuglingen und Kleinkindern bis zum 6. Lebensjahr)

MERKE

Merke

Intraarterielle und intraossäre Injektionen sollten Ärzten vorbehalten sein.

ABBILDUNG 6.2

Komplikationen bei Injektionen

  • $InjektionKomplikationenFalsche Dosierung

  • Falscher Patient

  • Falsche Applikationsart

  • Schnelle Applikation

  • Unhygienische Applikation

  • Allergische Reaktionen

  • Missachtung von Kontraindikationen und Wechselwirkungen

  • Übertragung von Infektionskrankheiten

Zu den wichtigsten Komplikationen bei Injektionen zählen:
  • InjektionKomplikationenUnsachgemäße Injektion durch vermeidbare Fehler: zu schnelle Applikation, falsche Dosierung, falscher Patient, falsche Applikationsart, Missachtung der Hygieneregeln, z. B. durch Nachtasten des zuvor desinfizierten Bereichs

  • Missachtung von Kontraindikationen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

  • Allergische Reaktion und Unverträglichkeit

  • Schmerzhafte Injektion

  • Hämatombildung

  • Nervenverletzung

  • Gewebeschädigung

  • Spritzenabszess

  • Übertragung von Infektionskrankheiten

Wichtige Regeln

InjektionRegelnFolgende allgemeine Regeln sollten verinnerlicht werden:
  • Vor jedem Patientenkontakt die Hände desinfizieren.

  • Vor jeder Injektion den Patienten über Wirkung und Nebenwirkung der Medikamente informieren und das Einverständnis zur Injektion einholen.

  • Ferner muss man sich über Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme und Allergien des Patienten erfragen, um unnötige Risiken auszuschließen.

  • Hygienische Händedesinfektion

  • Aufklärung über Wirkung und Nebenwirkung

  • Anamnese erheben, besonders Allergien

  • Einverständnis einholen

  • Prüfung des Verfallsdatums am Medikament

  • 5-R-Regel beachten

  • Desinfizierte Stellen nicht mehr berühren

  • Schutzhandschuhe tragen

  • Injektionen am liegenden Patienten applizieren

  • Injektionen nur an gesunden Stellen

  • Dokumentation

  • Vor jeder Injektion das benötigte Arbeitsmaterial auf ein desinfiziertes Tablett legen und einen Abwurfbehälter bereitstellen.

  • Vor jeder Injektion Medikamente und Tupfer im Hinblick auf Verfallsdaten kontrollieren und Medikamenteninformation am Beipackzettel beachten.

  • Vor jeder Injektion an die 5-R-Regel denken.

  • Vor der Punktion das entsprechende Hautareal desinfizieren und die desinfizierte Stelle nicht mehr berühren.

  • Bei jeder Injektion Schutzhandschuhe tragen.

  • Injektionen immer am liegenden Patienten durchführen, selbst wenn Patienten eine Injektion im Sitzen oder gar Stehen bevorzugen und wünschen.

  • Schmerzhafte Injektionen abbrechen.

  • Keine Injektionen in Hautgebieten mit Ödem, Hämatom, Narbe, Tätowierung oder lokaler Infektion durchführen.

  • Sorgfältige Dokumentation über Medikamentenart, Dosis, Ort der Applikation und mögliche Reaktionen.

  • Bei Blutentnahme Laborröhrchen mit Name, Geburtsdatum und Abnahmedatum kennzeichnen.

  • Nach durchgeführter Injektion die Punktionsstelle auf Blutung, Rötung, allergische Reaktion o. ä. überprüfen.

MERKE

Merke

5-R-Regel 5-R-Regel:

  • 1.

    Richtiger Patient

  • 2.

    Richtiges Medikament

  • 3.

    Richtige Dosierung

  • 4.

    Richtige Applikation

  • 5.

    Richtiger Zeitpunkt

Injektionsanamnese

  • $InjektionsanamneseInformation über Wirkung und Nebenwirkung

  • Einverständnis einholen

  • Arzneimittelanamnese

  • Allergien

  • Infektiöse Erkrankungen

InjektionsanamneseVor jeder Injektion muss eine Injektionsanamnese durchgeführt werden. Sie umfasst folgende Punkte:
  • Informationen über Wirkung und Nebenwirkung des Medikaments und den therapeutischen Sinn der Injektion.

  • Einverständnis zur Injektion einholen.

  • Arzneimittelanamnese: Sie ist besonders wichtig wegen möglicher Wechselwirkungen der Pharmaka untereinander. So darf ein digitalisierter Patient niemals Kalzium i. v. erhalten. Die Folge kann ein plötzlicher Herzstillstand sein. Patienten mit Dauereinnahme von Antikoagulantien (ASS, Heparin oder Marcumar®) dürfen wegen einer unkontrollierten Hämatom- und Nekrosebildung im Injektionsgebiet keine i. m.-Injektionen erhalten.

  • Allergien und Unverträglichkeiten, anaphylaktische Schockreaktionen in der Vorgeschichte erfragen, ggf. vorhandenen Allergiepass einsehen.

  • Infektiöse Erkrankungen des Patienten erfragen, falls diese noch unbekannt sind. Wenn keine infektiösen Erkrankungen bekannt sind, muss der Patient trotzdem als potenziell infektiös betrachtet werden.

Vorbereitung der Materialien

$MaterialienInjektion$InjektionVorbereitung$InjektionMaterialienFür jede Injektion werden folgende Materialien benötigt:

  • Desinfiziertes Ablagetablett

  • Spritzen unterschiedlicher Größe

  • Kanülen (Aufzieh- und Injektionskanüle)

  • Sterile oder sterilisierte Tupfer

  • Medikament

  • Pflaster

  • Hautdesinfektionsmittel

  • Handschuhe

  • Staubinde

  • Abfallbehälter und Kanülenabwurf (Sharps-Container)

MaterialienInjektionInjektionVorbereitungInjektionMaterialienFür jede Injektionsart werden benötigt:
  • Desinfiziertes Ablagetablett.

  • Spritze, ja nach Bedarf 2 ml, 5 ml, 10 ml oder 20 ml.

  • Kanülen (Aufzieh- und Injektionskanüle): Grundsätzlich wird für das Aufziehen des Medikaments eine separate, meist engerlumige Kanüle verwendet. Diese wird nach dem Aufziehen des Medikaments verworfen. Die Injektion erfolgt mit einer zweiten, größerlumigen Kanüle.

  • Tupfer: je nach Injektionsart sterile oder sterilisierte (6.1.6).

  • Medikament.

  • Pflaster.

  • Hautdesinfektionsmittel.

  • Handschuhe.

  • Staubinde.

  • Abfallbehälter und Kanülenabwurf (Sharps-Container).

Eine Kanüle besteht aus Kanülenansatz, -schaft und -spitze mit Anschliff. Je nach Verwendungszweck gibt es Kanülen unterschiedlicher Länge und mit einem unterschiedlichen Lumen (Abb. 6.3). Sie sind farbkodiert.
Spritzen bestehen aus Kolben, Zylinder und Konus. Der Konus kann 2 Varianten zeigen: einen Luer-Steckansatz und einen Luer-Lockansatz. Die Größe der Spritze orientiert sich an der Menge des zu applizierenden Medikaments. Die gängigsten Größen sind 2 ml-, 5 ml-, 10 ml- und 20 ml-Spritzen.

MERKE

Merke

Alle Materialien auf Verfallsdatum, das Medikament auf makroskopische Trübungen oder Ausflockungen hin prüfen.

Aufziehen des Medikaments

MedikamentAufziehenAufziehen MedikamentIn der naturheilkundlichen Praxis werden grundsätzlich rezeptfreie Medikamente appliziert, die i. d. R. keine Toxizität aufweisen. Für das Aufziehen des Medikaments ist das Tragen von Schutzhandschuhen nicht unbedingt nötig, es sei denn, der Therapeut ist gegen das Medikament allergisch oder weist Hautverletzungen auf.
Im Krankenhaus ist auch beim Aufziehen des Medikaments das Tragen von Schutzhandschuhen grundsätzlich empfohlen, weil Medikamenten-, Patienten- und Keimspektrum völlig anders sind. Bei den Medikamenten handelt es sich meist um parenterale Ernährung, Antibiotika oder Chemotherapeutika.
Die Hygieneregeln müssen unabhängig davon, ob man Schutzhandschuhe trägt oder nicht, immer eingehalten werden.

MERKE

Merke

Die Zubereitung und Verabreichung von Zytostatika sollten Ärzten vorbehalten bleiben. Diese Medikamente müssen unter einem Abzug vorbereitet werden, um keine giftigen Dämpfe zu inhalieren.

Durchführung
  • Nach der Händedesinfektion und Überprüfung des zu applizierenden Medikaments nach der 5-R-Regel kann das Medikament aufgezogen werden.

  • Zunächst die Metallfolie oder den Flip-Off-Verschluss der MedikamentenampulleMedikamentenampulle abziehen. Die linke Hand umfasst und stabilisiert die Ampulle, mit dem Daumen und dem Zeigefinger der anderen Hand kann der Verschluss geöffnet werden. Die Finger sollten dabei die Gummimembran nicht berühren (Abb. 6.4a).

  • Als nächsten Schritt die Gummimembran mit einem Hautdesinfektionsmittel desinfizieren, es sei denn, der Hersteller garantiert die Sterilität (Abb. 6.4b). Die Einwirkzeit des Desinfektionsmittels muss abgewartet werden.

  • Die sterile Spritze an der vorgesehenen Stelle öffnen und noch in der Packung belassen. Beachten Sie, dass das Sterilgut an der vorgesehenen Lasche geöffnet wird. Mit beiden Daumen an der vorgesehenen Lasche fassen und auseinanderziehen (Abb. 6.4c). Danach auf dem desinfizierten Tablett ablegen. Das Durchdrücken des Stempels durch die Papierverpackung ist nicht hygienisch und auch nicht zulässig.

  • Die sterile Aufziehkanüle öffnen und noch in der Verpackung belassen. Auch die Kanüle an der vorgesehenen Lasche öffnen (Abb. 6.4d).

  • Spritze aus der Verpackung entnehmen (Abb. 6.4e) und dann mit der Aufziehkanüle fest verbinden (Abb. 6.4f). Beachten Sie, dass weder der Kanülenansatz noch der Spritzenkonus angefasst werden und auch mit sonst nichts in Berührung kommen. Diese Bereiche müssen steril bleiben.

  • Kanülenkappe abziehen (Abb. 6.4g) und senkrecht in die Ampulle einstechen (Abb. 6.4h).

  • Die Ampulle kippen und die gewünschte Menge der zu injizierenden Substanz aufziehen (Abb. 6.4i). Es empfiehlt sich, etwas mehr aufzuziehen, um eventuell vorhandene Blasen im nächsten Schritt zu entlüften. Beim Aufziehen des Medikaments aus der Ampulle fassen Daumen und Mittelfinger den Kolbenansatz, der Zeigefinger den Zylinderansatz. Daumen und Mittelfinger führen einen Zug nach unten aus, der Zeigefinger einen Druck nach oben. Der gesamte Kolben sollte nicht angefasst bzw. umfasst werden. Die Spritze wird ausschließlich zum einmaligen Gebrauch verwendet. Während des Aufziehen und der Injektion werden der Kolben und Zylinder verformt, sodass es zur Kontamination der Innenseite des Zylinders kommen kann. In die sterile Ampulle keine Raumluft einspritzen, um das Medikament leichter aspirieren zu können.

  • In einem weiteren Schritt werden eventuell vorhandene Luftblasen entlüftet und die überschüssige Menge des Medikaments entfernt (Abb. 6.4j). Dazu die Spritze mit der Kanüle nach oben positionieren. Beim exzentrischen Konus muss die Spritze leicht gekippt werden, sodass der Konus den höchsten Punkt erreicht und die Luftblase zum Konus zeigt. Ist der Konus zentrisch, die Spritze senkrecht positionieren. Im Anschluss einen sterilisierten Tupfer an das Kanülenende halten, die Spritze entlüften und die überschüssige Menge des Medikaments aus dem Spritzenzylinder entlassen. Sollten Luftblasen an der Zylinderwand haften, kann leicht gegen die Spritzenwand geklopft werden. Damit lösen sich die Bläschen, steigen nach oben und können problemlos entlüftet werden.

  • Aufziehkanüle ohne Recapping mit den Fingern abziehen (Abb. 6.4k). Dabei mit den Fingern den Spritzenkonus nicht berühren. Die Kanüle in den Sharps-Container entsorgen, ohne den Container zu berühren (Abb. 6.4l).

  • Die Spritze nicht ablegen, sondern in der Hand behalten, während die Injektionskanüle geöffnet (Abb. 6.4m) und mit der Spritze verbunden wird (Abb. 6.4n).

  • Die mit der Kanüle konnektierte Spritze am desinfizierten Ablagetablett deponieren.

MERKE

Merke

  • Medikamente direkt vor der Injektion aufziehen. Eine längerfristige Vorbereitung ist nicht zulässig.

  • Nach Medikamentenentnahme aus einer Mehrfachampulle die Ampulle mit Datum und Uhrzeit beschriften. Der Inhalt der Ampulle kann meist weitere 24 Stunden gelagert und verwendet werden, vorausgesetzt, die Ampulle enthält Konservierungsstoffe und der Hersteller macht keine anderen Angaben über Lagerung und Haltbarkeit.

Bildstrecke Aufziehen des Medikaments

ABBILDUNG 6.4A

ABBILDUNG 6.4B

ABBILDUNG 6.4C

ABBILDUNG 6.4D

ABBILDUNG 6.4E

ABBILDUNG 6.4F

ABBILDUNG 6.4G

ABBILDUNG 6.4H

ABBILDUNG 6.4I

ABBILDUNG 6.4J

ABBILDUNG 6.4K

ABBILDUNG 6.4L

ABBILDUNG 6.4M

ABBILDUNG 6.4N

Durchführung bei Glasampullen

$MedikamentAufziehen$Aufziehen MedikamentAufziehen eines Medikaments aus einer Glasampulle erfolgt wie bei einer Mehrfachentnahmeampulle. Allerdings muss man den Ampullenkopf nicht desinfizieren.

GlasampulleMedikamentAufziehenAufziehen MedikamentDie Technik der Medikamentenentnahme aus einer Glasampulle ist grundsätzlich die gleiche: Das Öffnen der Spritze, Aufziehkanüle und Injektionskanüle, die Verbindung beider Komponenten, die Entlüftung von Blasen und das Abwerfen der Aufziehkanüle im Sharps-Container gleichen den beschriebenen Schritten. Die Verwendung einer Glasampulle unterscheidet sich nur in folgenden Schritten:
  • Zunächst sicherstellen, dass sich der Lösungsinhalt gänzlich im Glaskörper und nichts im Ampullenkopf befindet. Ein Beklopfen der Ampulle oder ein schwungvolles Herunterschütteln aus dem Handgelenk können Lösungsrückstände in den Ampullenkorpus transferieren.

  • Den Ampullenhals nicht desinfizieren.

  • Die Sollbruchstelle ist mit einem farbigen Ring am Ampullenhals oder durch einen Punkt am Ampullenköpfchen markiert. Die Punkte müssen zum Anwender zeigen, die Bruchrichtung geht vom Anwender weg.

  • Den Ampullenkopf mit einem Tupfer umfassen (Abb. 6.5a), vom Anwender weg brechen und im Kanülenabwurf entsorgen.

  • In einem weiteren Schritt das Medikament aufziehen, wobei die Aufziehkanüle den Ampullenhals nicht berühren darf. Die Ampulle muss meist gekippt werden, um den gesamten Inhalt entnehmen zu können (Abb. 6.5b).

ABBILDUNG 6.5A

ABBILDUNG 6.5B

Intravenöse Injektion

i. v.-Injektion intravenöse Injektion Injektion intravenöse

Hinweis Prüfung

Die i. v.-Injektion wird im mündlich-praktischen Teil der Heilpraktikerüberprüfung häufig abgefragt. Sie muss dann am Phantomarm demonstriert werden. Diese Injektionsart ist deswegen auch an einem Phantomarm dargestellt.

Anwendungsbereiche und Applikationsorte

  • $intravenöse InjektionAnwendungsbereiche$intravenöse InjektionApplikationsorteApplikationsort: Vene

  • Applikation von naturheilkundlichen Medikamenten, Antiallergika, Vitaminpräparaten

  • Applikation in v. a. V. cephalica und V. mediana cubiti

Die intravenöse Injektion dient der Applikation von Medikamenten direkt in die Vene. Der Wirkungseintritt erfolgt nach Sekunden. Die Injektion erfolgt beim liegenden Patienten.
Anwendungsbereiche
Die wichtigsten Anwendungsbereiche in der Heilpraktikerpraxis sind:
  • intravenöse InjektionAnwendungsbereicheNaturheilkundliche Medikamente

  • Antiallergika

  • Vitaminpräparate

  • Notfallmedikamente

Applikationsorte
Für die intravenöse Injektion kommen primär folgende Applikationsorte in Betracht (Abb. 6.6):
  • intravenöse InjektionApplikationsorteEllenbeuge: V. mediana cubiti, V. cephalica, letzte Wahl ist wegen der Nachbarschaftsbeziehungen zur Arterie und Nerven die V. basilica

  • Unterarm: V. cephalica, V. mediana

  • Handrücken: das Venennetz wird allerdings als sehr schmerzhaft empfunden

ABBILDUNG 6.6

Tipps und Tricks
  • Bei einer einmaligen intravenösen Injektion kann eine große, sichere Vene gewählt werden. Am besten eignen sich in der Ellenbeuge die V. cephalica oder V. mediana cubiti.

  • Sind mehrere Injektionen vorgesehen, empfiehlt sich die Wahl einer distal gelegenen Vene, sodass bei Folgeinjektionen eine proximal gelegene Injektionsstelle gewählt werden kann.

  • Bei mehrmaligen Punktionen bzw. Injektionen am Tag empfiehlt sich die Anlage eines periphervenösen Zugangs.

Kontraindikationen

intravenöse InjektionKontraindikationenVor der geplanten Injektion empfiehlt es sich, den Hautbereich genau zu inspizieren. Folgende Kriterien bzw. Erkrankungen stellen eine Kontraindikation für die intravenöse Injektion dar:
  • Entzündliche und sonstige Hautveränderungen, inkl. Narbenbildung, Tätowierung und Schwellung.

  • Lymphödem, Z. n. Lymphknotenresektion in der Axilla im Rahmen der Ablatio mammae.

  • Dialyse-Shunt am gleichen Arm.

$intravenöse Injektion Kontraindikationen Kontraindikationen:

  • Entzündliche und sonstige Hautveränderungen

  • Lymphödem

  • Shunt-Arm

  • Paretischer Arm

  • Allergie

  • Keine Zulassung für i. v.-Applikation

  • Distal eines Paravasats

  • Kein Einverständnis

  • Paretischer Arm.

  • Bekannte allergische Reaktionen gegen das zu applizierende Medikament.

  • Keine Zulassung des Medikaments für i. v.-Injektionen.

  • Injektion distal einer Paravasatbildung. Das Paravasat entsteht durch das Heraustreten einer Injektions- oder Infusionsflüssigkeit in das paravasale Gewebe unter Bildung eines teigigen, schmerzhaften Ödems.

  • Fehlendes Einverständnis des Patienten.

Vorbereitung

  • $intravenöse InjektionVorbereitungInjektionsanamnese

  • Aufklärung über Wirkung und Nebenwirkung

  • Sharps-Container

  • Händedesinfektion

  • Injektionsmaterialien

intravenöse InjektionVorbereitungVor der geplanten Injektion sollten die Vorbereitungsmaßnahmen sowohl am Patienten als auch im Hinblick auf die Zusammenstellung der Materialien getroffen worden sein. Folgendes Schema kann zum Einsatz kommen:
  • Zunächst die Injektionsanamnese erheben (6.2.6).

  • Ferner den Patienten über Wirkungen, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen des Medikaments informieren und sein Einverständnis zur Injektion einholen.

  • Die kontaminierten Gegenstände wie Abwurf und Kanülenabwurfbehälter (Medibox oder Sharps-Container) in Reichweite, aber nicht auf der desinfizierten Ablagefläche bereitstellen.

  • Danach erfolgt die Händedesinfektion.

  • Auf einem desinfizierten Ablagetablett Folgendes bereitlegen (Abb. 6.7):Materialieni. v.-Injektion

    • Sterile Aufziehkanüle

    • Sterile Applikationskanüle

    • Sterile Einmalspritze

    • Sterilisierte Tupfer

    • Hautdesinfektionsmittel

    • Handschuhe

    • Medikament zur Applikation

    • Pflaster

    • Staubinde

ABBILDUNG 6.7

Durchführung

intravenöse InjektionDurchführungNachfolgend werden die Technik und der Ablauf der intravenöse InjektionDurchführungi. v.-Injektion beschrieben. Es empfiehlt sich, den gesamten Ablauf konzentriert und ohne Ablenkung durchzuführen.
  • Vorbereitetes Material am Arbeitsplatz abstellen.

  • Falls keine geeignete Vene sichtbar ist, eine Stauung anlegen, wobei der Puls tastbar sein muss (Druck ca. 50–100 mmHg). Wenn die Venen gut sichtbar sind, diese betrachten und tasten, um den Verlauf der Vene zu bestimmen. Eine geeignete Vene lokalisieren (Abb. 6.8a) und danach ggf. die Stauung lösen.

  • Eine hygienische Händedesinfektion durchführen, wenn die Zeit zwischen Anamneseerhebung und Bereitlegung von Materialien unterbrochen werden musste oder wenn die Hände kontaminiert wurden, z. B. um die Haare zusammenzubinden.

  • Medikament mit Aufziehkanüle aufziehen, Spritze entlüften, Aufziehkanüle abziehen und verwerfen, danach die Injektionskanüle aufsetzen (6.2.8).

  • Als nächstes die Haut über dem Punktionsareal desinfizieren (Abb. 6.8b). Die Einwirkzeit muss abgewartet werden. Bei gröberen Verschmutzungen das Hautareal mit einem sterilisierten Tupfer abwischen und erneut Hautdesinfektionsmittel aufbringen und trocknen lassen. Auch beim zweiten Vorgang die Einwirkzeit beachten. Das Punktionsareal nicht mehr nachpalpieren.

  • Während der Einwirkzeit die Schutzhandschuhe anziehen (Abb. 6.8c).

  • Den Stauschlauch proximal der Injektionsstelle anlegen (Abb. 6.8d). Beim Schließen des Stauschlauchs mit der linken Hand den Stauschlauch sanft anziehen, der Zeigefinger der rechten Hand fasst dabei unter den Stauschlauch. Damit können Einklemmungen von Hautfalten vermieden werden. Bei neuen Stauschläuchen vor Gebrauch den Verschlussmechanismus prüfen und die Handhabung sicher beherrschen. Das bereits desinfizierte Areal sollte nicht vom Stauschlauch, Blusenärmel usw. berührt werden.

  • An der vorbereiteten Spritze die Kanülenkappe abziehen (Abb. 6.8e).

  • Die umliegende Haut kann mit ausreichender Distanz zum Punktionsareal leicht gespannt werden. Die Einstich erfolgt im Winkel von 30° zur Haut mit dem Anschliff nach oben (Abb. 6.8f). Danach die Kanüle ca. 1 cm vorschieben und den Winkel abflachen (Abb. 6.8g).

  • Im nächsten Schritt erfolgt die Aspiration. Die korrekte Lage der Kanüle in der Vene wird durch Rückfluss von Blut sichtbar (Abb. 6.8h).

  • Die Staubinde lösen (Abb. 6.8i) und das Medikament langsam injizieren (Abb. 6.8j).

  • Nach der Medikamentenapplikation die Kanüle vollständig aus der Vene herausziehen (Abb. 6.8k). Erst dann das Punktionsareal mit einem sterilisierten Tupfer komprimieren (Abb. 6.8l).

  • Die Kanüle ohne Recapping im Abwurfbehälter entsorgen (Abb. 6.8m).

  • Ein Pflaster auf die Punktionsstelle kleben (Abb. 6.8n).

  • Den Patienten auf mögliche allergische Reaktionen hin beobachten und die Injektion dokumentieren.

Bildstrecke intravenöse Injektion

ABBILDUNG 6.8A

ABBILDUNG 6.8B

ABBILDUNG 6.8C

ABBILDUNG 6.8D

ABBILDUNG 6.8E

ABBILDUNG 6.8F

ABBILDUNG 6.8G

ABBILDUNG 6.8H

Abbildung 6.8I

ABBILDUNG 6.8J

ABBILDUNG 6.8K

ABBILDUNG 6.8L

ABBILDUNG 6.8M

ABBILDUNG 6.8N

Komplikationen und Maßnahmen

intravenöse InjektionKomplikationenWährend einer intravenösen Injektionen können Komplikationen auftreten, auf die Sie reagieren müssen. Die unterschiedlichen Komplikationen und dazugehörigen Maßnahmen können der Tab. 6.4 entnommen werden.

TABELLE 6.4

Intramuskuläre Injektion

intramuskuläre Injektion Injektion intramuskuläre i. m.-Injektion

Hinweis Prüfung

Die i. m.-Injektion wird im mündlich-praktischen Teil der Heilpraktikerüberprüfung häufig abgefragt und muss dann am Phantom demonstriert werden. Wichtig ist das korrekte Aufsuchen des Injektionspunkts nach von Hochstetter.

Anwendungsbereiche und Applikationsorte

  • $intramuskuläre InjektionAnwendungsbereiche$intramuskuläre InjektionAnwendungsbereicheApplikationsort: Muskel

  • Applikation von naturheilkundlichen Medikamenten, Antiallergika, Vitaminpräparaten

  • Applikation in v. a. M. deltoideus, Mm. gluteus medius und minimus

Diese Injektionsart ist eine Technik, bei der kleinere Arzneimengen mit Depotwirkung in den Muskel verabreicht werden. Mit dieser Art der Applikation wird ein verzögerter Wirkungseintritt erreicht. Geeignet für diese Injektionsart sind am besten wässrige und isotone Lösungen.
Anwendungsbereiche
Die wichtigsten Anwendungsbereiche in der Heilpraktikerpraxis sind:
  • intramuskuläre InjektionAnwendungsbereicheNaturheilkundliche Medikamente

  • Vitaminpräparate

  • Eigenbluttherapie

Impfungen und Depot-Neuroleptika werden ebenfalls i. m. appliziert, wobei diese Injektionen den Ärzten vorbehalten sein sollten.
Applikationsorte
  • M. deltoideus: ca. 5 cm unterhalb des Akromion (Abb. 6.9a)

  • intramuskuläre InjektionAnwendungsbereicheM. gluteus medius und minimus: Dreieck zwischen Spina iliaca anterior superior, Crista iliaca und Trochanter major (Abb. 6.9b)

  • M. vastus lateralis: im Bereich von ca. einer Handbreit unterhalb des Trochanter major und einer Handbreit über der Patella bei Kindern (Abb. 6.9c)

ABBILDUNG 6.9A

ABBILDUNG 6.9B

ABBILDUNG 6.9C

Kontraindikationen

  • $intramuskuläre InjektionKontraindikationenEinnahme von Antikoagulanzien

  • Hämorrhagische Diathese

  • Thrombembolische Erkrankungen

  • Schock

  • Entzündliche und sonstige Hautveränderungen

  • Paretische Gliedmaße

  • Allergie

  • Keine Zulassung für i. m.-Applikation

  • Kein Einverständnis

intramuskuläre InjektionKontraindikationenVor der geplanten Injektion empfiehlt es sich, den Hautbereich genau zu inspizieren. Folgende Kriterien bzw. Erkrankungen stellen eine Kontraindikation für die intramuskuläre Injektion dar:
  • Einnahme von Antikoagulanzien wie Marcumar®, ASS oder Heparin, eine Hämophilie oder sonstige Erkrankungen mit hämorrhagischer Diathese: i. m.-Injektionen können schwere Muskelblutungen und -nekrosen hervorrufen.

  • Thrombembolische Erkrankungen, die eine therapeutische Lysetherapie erfordern, z. B. Lungenembolie, Herzinfarkt, Apoplex. Im Zuge der Lysetherapie wird die Gerinnungsfähigkeit des Bluts sehr stark herabgesetzt. Vorangegangene Gefäßschäden, die bei einer i. m.-Injektion unvermeidbar sind, führen zu unkontrollierten Blutungen in den Muskel. Sie stellen eine Kontraindikation für eine Lysetherapie dar. Mit anderen Worten: Man hat den Patienten mit einer i. m.-Injektion um eine wirkungsvolle Therapieoption gebracht.

  • Schockgeschehen: Beim Schock ist die Mikrozirkulation gestört, sodass das Pharmakon aller Voraussicht nach nicht resorbiert wird. Das Schockgeschehen kann in fortgeschrittenen Stadien mit einer Verbrauchskoagulopathie einhergehen und Gefäßverletzungen können unkontrollierte Blutungen verursachen.

  • Entzündliche und sonstige Hautveränderungen, inkl. Narbenbildung, Tätowierung und Schwellung.

  • Paretische Gliedmaße.

  • Bekannte allergische Reaktion gegen das zu applizierende Medikament.

  • Keine Zulassung des Medikaments für i. m.-Injektionen.

  • Fehlendes Einverständnis des Patienten.

Vorbereitung

  • $intramuskuläre InjektionVorbereitungInjektionsanamnese

  • Aufklärung über Wirkung und Nebenwirkungen

  • Sharps-Container

  • Händedesinfektion

  • Injektionsmaterialien

intramuskuläre InjektionVorbereitungVor der geplanten Injektion sollten die Vorbereitungsmaßnahmen sowohl am Patienten als auch im Hinblick auf die Zusammenstellung der Materialien getroffen worden sein. Folgendes Schema kann zum Einsatz kommen:
  • Zunächst die Injektionsanamnese erheben (6.2.6).

  • Ferner den Patienten über Wirkungen, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen des Medikaments informieren und sein Einverständnis zur Injektion einholen.

  • Die kontaminierten Gegenstände wie Abwurf und Kanülenabwurfbehälter (Medibox oder Sharps-Container) in Reichweite, aber nicht auf der desinfizierten Ablagefläche bereitstellen.

  • Danach erfolgt die Händedesinfektion.

  • Auf einem desinfizierten Ablagetablett Folgendes Materialieni. m.-Injektionbereitlegen (Abb. 6.10):

    • Aufziehkanüle

    • Sterile Applikationskanüle

    • Sterile Einmalspritze

    • Sterile Tupfer

    • Hautdesinfektionsmittel

    • Handschuhe

    • Medikament zur Applikation

    • Pflaster

ABBILDUNG 6.10

Durchführung

intramuskuläre InjektionDurchführungNachfolgend werden die Technik und der Ablauf der $intramuskuläre InjektionDurchführungi. m.-Injektion beschrieben. Es empfiehlt sich, den gesamten Ablauf konzentriert und ohne Ablenkung durchzuführen.
  • Vorbereitetes Material am Arbeitsplatz abstellen.

  • Medikament mit Aufziehkanüle aufziehen, Spritze entlüften, Aufziehkanüle abziehen und verwerfen, danach die Injektionskanüle aufsetzen (6.2.8). Hier empfiehlt es sich, die Kappe der Aufziehkanüle nicht zu verwerfen, weil sie zur Markierung des Injektionspunkts verwendet werden kann.

  • Den Patienten seitlich lagern und die Knie leicht beugen.

  • Zum Aufsuchen der Injektionsstellenach von HofstetterInjektionsstelle bei der intramuskuläre Injektionventroglutealeventroglutealen i. m.-Injektion nach von Hochstetter sind 3 Markierungspunkte zu beachten: Der vordere obere Darmbeinstachel (Spina iliaca anterior superior), der Darmbeinkamm (Crista iliaca) und der große Rollhügel (Trochanter major). Liegt der Patient auf der linken Seite, mit dem Zeigefinger der linken Hand den vorderen oberen Darmbeinstachel aufsuchen und palpieren. Mit dem Mittelfinger der linken Hand den Darmbeinkamm palpieren, wobei Zeige- und Mittelfinger maximal gespreizt werden. Danach die Hand nach distal verschieben, bis der große Rollhügel unter dem Handballen tastbar wird. Der Zeigefinger bleibt während der Drehung an der ursprünglichen Position. Die Injektionsstelle liegt nun im unteren Drittel zwischen Zeige- und Mittelfinger und kann mit der Kanülenkappe markiert werden (Abb. 6.9b).

  • An dieser Stelle empfiehlt sich, noch einmal das Gewebe zu betasten, um die Sicherheit zu haben, dass unter dem gedachten Punktionsort auch genügend Muskulatur liegt. Die ventrogluteale Injektion nach von Hochstetter wird nur bei Erwachsenen angewendet.

  • Als nächstes die Haut über dem Punktionsareal desinfizieren (Abb. 6.11a). Die Einwirkzeit muss abgewartet werden.

  • Danach einen sterilen Tupfer öffnen (Abb. 6.11b), an einer Ecke fassen und über das desinfizierte Punktionsareal einmal wischen (Abb. 6.11c).

  • Im Anschluss die Haut erneut desinfizieren und die Einwirkzeit abwarten (Abb. 6.11a).

  • In der Zwischenzeit die Handschuhe überziehen (Abb. 6.11d).

  • Im nächsten Schritt die Kanülenkappe abziehen, die Haut leicht spannen und die Kanüle im Winkel von 90° zur Haut einstechen (Abb. 6.11e). Dabei rasch durch die Haut stechen und langsam beim Durchtritt durch die Subkutis und die Muskulatur. Bei normalgewichtigen Patienten beträgt die Eindringtiefe in die Glutealmuskulatur bis zu 4 cm (Abb. 6.11f).

  • Zur Lagekontrolle muss eine Aspiration erfolgen (Abb. 6.11g). Es darf kein Blut in der Kanüle bzw. Spritze sichtbar sein.

  • Erst danach das Medikament langsam injizieren.

  • Nach der Injektion die Kanüle langsam herausziehen (Abb. 6.11h) und die Injektionsstelle mit einem sterilen Tupfer abdecken und leicht komprimieren (Abb. 6.11i). Nicht massieren und keine kreisenden Bewegungen ausführen.

  • Die Kanüle ohne Recapping im Abwurfbehälter entsorgen (Abb. 6.11j).

  • Ein Pflaster auf die Punktionsstelle kleben.

  • Die Injektion dokumentieren.

Tipps und Tricks
  • Bei adipösen Patienten eine längere Kanüle (70 mm) wählen, um bis zum Muskel zu gelangen. Sollte auch diese Kanüle zu kurz sein, entweder einen anderen Ort für die Applikation oder eine andere Applikationsart wählen.

  • Bei Injektionen in den M. deltoideus nur kleine Mengen (1–2 ml) applizieren. Das Muskelvolumen ist relativ klein, sodass größere Injektionsmengen nicht resorbiert werden oder Nekrosen zur Folge haben können.

  • Bei Injektionen in den Glutealmuskel nicht mehr als max. 5 ml applizieren. Die Glutealmuskulatur ist zwar voluminöser als der M. deltoideus, Mengen über 5 ml überschreiten aber auch die Resorptionskapazität dieses Muskels. Nekrosen, Granulome und Abszesse können in der Folge auftreten.

  • Ölige Lösungen nicht intramuskulär applizieren. Sie sind schwer resorbierbar und fördern die Nekrosebildung.

Bildstrecke intramuskuläre Injektion

ABBILDUNG 6.11A

ABBILDUNG 6.11B

ABBILDUNG 6.11C

ABBILDUNG 6.11D

ABBILDUNG 6.11E

ABBILDUNG 6.11F

ABBILDUNG 6.11G

ABBILDUNG 6.11H

ABBILDUNG 6.11I

ABBILDUNG 6.11J

Komplikationen und Maßnahmen

intramuskuläre InjektionKomplikationenDie intramuskuläre Injektion ist eine Injektionsart, die mit unterschiedlichsten Komplikationen einhergehen kann (Tab. 6.5). Die so häufig und gerne verwendete Methode, Medikamente i. m. zu applizieren, muss sehr kritisch hinterfragt werden, wenn auch die Möglichkeit der z. B. peroralen Gabe besteht. Wählen Sie immer die Medikamenten-Applikationsart, die mit dem geringsten Risiko für den Patienten einhergeht.
Das Nicolau-SyndromNicolau-Syndrom ist eine seltene Nebenwirkung nach i. m.-Injektion in den Glutealmuskel. Sie geht mit großen Nekrosen am Injektionsort einher. Die Ursache ist meist eine Embolie im arteriellen Gefäßbereich. Nach der Injektion treten heftige, stechende Schmerzen auf. Es zeichnet sich ein livides, netzartiges Erythem auf der Haut ab, das sich innerhalb von Tagen bis Wochen zu einer aseptischen Nekrose ausdehnt. Die Heilung bedarf mehrerer Monate.

TABELLE 6.5

Subkutane Injektion

subkutane Injektion s. c.-Injektion Injektion subkutane

Hinweis Prüfung

Die s. c.-Injektion wird im mündlich-praktischen Teil der Heilpraktikerüberprüfung häufig abgefragt und muss dann am Phantomarm demonstriert werden.

Anwendungsbereiche und Applikationsorte

$Hygieneregeln

  • Applikationsort: Subkutis

  • Applikation von naturheilkundlichen Medikamenten, Insulin, Heparin

  • Applikation v. a. in Bauchhaut, Außen- und Vorderseite der Oberschenkel, Außenseite der Oberarme

Die Subkutis enthält fast den gesamten Fettanteil der Haut mit Blutgefäßen und kleinsten Nerven. Bei der subkutanen Injektion wird das Medikament in das Unterhautfettgewebe injiziert. Mit dieser Art der Applikation wird ein verzögerter Wirkungseintritt erreicht. Geeignet für diese Injektionsart sind am besten wässrige und isotone Lösungen. Ölige Lösungen werden nie s. c. verabreicht, weil schmerzhafte Nekrosen entstehen können.
Anwendungsbereiche
Folgende Pharmaka werden subkutan appliziert:
  • subkutane InjektionAnwendungsbereicheNaturheilkundliche Medikamente

  • Insulin

  • Heparin

Applikationsorte
Die gängigen Applikationsorte bei der subkutanen Injektion sind (Abb. 6.12):
  • subkutane InjektionApplikationsorteBauchhaut: Unterhalb vom Bauchnabel zwischen den Spinae iliacae anteriores superiores. In diesem Bereich wird das Medikament am schnellsten resorbiert. 2 cm um den Nabel herum sollten frei von Einstichen bleiben, weil die Haut dort stärker kontaminiert ist.

  • Außen- und Vorderseite der Oberschenkel: Eine Hand breit über dem Knie sollte von Einstichen frei bleiben.

  • Außenseite der Oberarme.

  • Bezirke ober- und unterhalb der Skapula.

  • Rotationsschema bei häufigen Injektionen beachten (Abb. 6.13).

ABBILDUNG 6.12

Kontraindikationen

  • $subkutane InjektionKontraindikationenDurchblutungsstörung

  • Schock

  • Entzündliche und sonstige Hautveränderungen

  • Paretische Gliedmaße

  • Allergie

  • Keine Zulassung für i. m.-Applikation

  • Kein Einverständnis

subkutane InjektionKontraindikationenVor der geplanten subkutanen Injektion den betroffenen Hautbereich genau inspizieren. Folgende Kriterien bzw. Erkrankungen stellen eine Kontraindikation für die s. c.-Injektion dar:
  • Durchblutungsstörungen

  • Schockgeschehen

  • Entzündliche und sonstige Hautveränderungen, inkl. Narbenbildung, Tätowierung und Schwellung

  • Paretische Körperteile

  • Bekannte allergische Reaktionen gegen das zu applizierende Medikament

  • Keine Zulassung des Medikaments für s. c.-Injektionen

  • Fehlendes Einverständnis des Patienten

Vorbereitung

  • $subkutane InjektionVorbereitungInjektionsanamnese

  • Aufklärung über Wirkung und Nebenwirkung

  • Sharps-Container

  • Händedesinfektion

  • Injektionsmaterialien

subkutane InjektionVorbereitungVor der geplanten Injektion sollten die Vorbereitungsmaßnahmen sowohl am Patienten als auch im Hinblick auf die Zusammenstellung der Materialien getroffen worden sein. Folgendes Schema kann zum Einsatz kommen:
  • Zunächst die Injektionsanamnese erheben (6.2.6).

  • Ferner den Patienten über Wirkungen, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen des Medikaments informieren und sein Einverständnis zur Injektion einholen.

  • Die kontaminierten Gegenstände wie Abwurf und Kanülenabwurfbehälter (Medibox oder Sharps-Container) in Reichweite, aber nicht auf der desinfizierten Ablagefläche bereitstellen.

  • Danach erfolgt die Händedesinfektion.

  • Auf einem desinfizierten Ablagetablett Folgendes bereitlegen (Abb. 6.14):Materialiens. c.-Injektion

    • Sterile Aufziehkanüle

    • Sterile Applikationskanüle für subkutane Injektionen

    • Sterile Einmalspritze

    • Sterilisierte Tupfer

    • Hautdesinfektionsmittel

    • Handschuhe

    • Medikament zur Applikation

    • Pflaster

ABBILDUNG 6.14

Durchführung

subkutane InjektionDurchführungNachfolgend werden die Technik und der Ablauf der $subkutane InjektionDurchführungs. c.-Injektion beschrieben. Die Injektion wird sowohl am Oberschenkel als auch an der Bauchhaut beschrieben. Es empfiehlt sich, den gesamten Ablauf konzentriert und ohne Ablenkung durchzuführen.
  • Vorbereitetes Material am Arbeitsplatz abstellen.

  • Medikament mit Aufziehkanüle aufziehen, Spritze entlüften, Aufziehkanüle abziehen und verwerfen, danach die Injektionskanüle aufsetzen (6.2.8). Hier empfiehlt es sich, die Kappe der Aufziehkanüle nicht zu verwerfen, weil sie zur Markierung des Injektionspunktes verwendet werden kann.

  • Die Punktionsstelle desinfizieren, die Einwirkzeit von mindestens 30 Sekunden abwarten und nicht mehr nachtasten (Abb. 6.15a).

  • Während der Einwirkzeit die Handschuhe überziehen (Abb. 6.15b).

  • Mit Daumen und Zeigefinger die Haut in einer 2–3 cm starken Falte abheben und eine Hautfalte bilden. Somit wird gewährleistet, dass die Injektion subkutan und nicht in den Muskel erfolgt (Abb. 6.15c, Abb. 6.16a).

  • Im Winkel von 45–90° in Abhängigkeit von der Dicke der Subkutis die Kanüle knapp 1 cm durch die Haut einstechen (Abb. 6.15d, Abb. 6.16b) und langsam das Medikament applizieren (Abb. 6.15e, Abb. 6.16c).

  • Nach erfolgter Injektion die Hautfalte loslassen (Abb. 6.15f, Abb. 6.16d) und die Kanüle entfernen (Abb. 6.15g, Abb. 6.16e). Beim Loslassen der Hautfalte genau darauf achten, dass die Kanüle nicht die Position verändert und in tiefere Schichten eindringt. Bei sehr schlanken Patienten mit wenig Fettgewebe empfiehlt es sich, erst dann die Falte loszulassen, nachdem die Kanüle entfernt wurde.

  • Mit einem sterilisierten Tupfer die Einstichstelle kurz komprimieren (Abb. 6.15h, Abb. 6.16f). Keine kreisenden Bewegungen ausführen, weil dies die Hämatombildung fördert.

  • Die Kanüle ohne Recapping im Abwurfbehälter entsorgen (Abb. 6.15i).

  • Ein Pflaster auf die Punktionsstelle kleben.

  • Die Injektion dokumentieren.

Tipps und Tricks
  • Eine Aspiration bei der subkutanen Injektion wird nicht empfohlen. Sie begünstigt Gewebeschäden und fördert die Hämatombildung durch Zerstörung bzw. Läsion der Kapillaren.

  • Bei hageren Patienten mit wenig Subkutis kann meist ein Einstichwinkel von 45–90° nicht beibehalten werden, weil sonst die Injektion in den Muskel gesetzt wird. Hier empfiehlt sich ein Einstichwinkel von 20–30°. Falls makroskopisch nicht genügend subkutanes Fettgewebe vorhanden ist, muss eine andere Applikationsart gewählt werden.

Bildstrecke subkutane Injektion am Oberschenkel

ABBILDUNG 6.15A

ABBILDUNG 6.15B

ABBILDUNG 6.15C

ABBILDUNG 6.15D

ABBILDUNG 6.15E

ABBILDUNG 6.15F

ABBILDUNG 6.15G

ABBILDUNG 6.15H

ABBILDUNG 6.15I

Bildstrecke subkutane Injektion an der Bauchhaut

ABBILDUNG 6.16A

ABBILDUNG 6.16B

ABBILDUNG 6.16C

ABBILDUNG 6.16D

ABBILDUNG 6.16E

ABBILDUNG 6.16F

Komplikationen und Maßnahmen

subkutane InjektionKomplikationen Während einer subkutanen Injektion können Komplikationen auftreten, die gezielte Maßnahmen erfordern. Sie sind Tab. 6.6 zu entnehmen.

TABELLE 6.6

Intrakutane Injektion

intrakutane Injektion Injektion i. c.-Injektion

Hinweis Prüfung

Die i. c.-Injektion wird im mündlich-praktischen Teil der Heilpraktikerüberprüfung eher selten abgefragt. Die Demonstration erfolgt ggf. am Phantomarm.

Anwendungsbereiche und Applikationsorte

  • $intrakutane InjektionApplikationsorte$intrakutane InjektionAnwendungsbereicheApplikationsort: Lederhaut

  • Anwendungsbereich: Neuraltherapie

  • Applikation v. a. in Außenseite des proximalen Oberschenkels, Streckseite des Oberarms, proximalen Unterarm

Die i. c.-Injektion, auch intradermale Injektion genannt, ist eine Spritztechnik, die es ermöglicht, kleine Medikamentenmengen direkt unter die Haut (Lederhaut) zu applizieren.
Anwendungsbereiche
Folgende Pharmaka werden intrakutan appliziert:
  • intrakutane InjektionAnwendungsbereiche„Quaddeln“ in der Neuraltherapie

  • Durchführung von Sensibilisierungstests, z. B. bei Allergien

  • Verabreichung von Impfstoffen (vom Arzt)

Applikationsorte
Die gängigen Applikationsorte bei der subcutanen Inkektion sind:
  • intrakutane InjektionApplikationsorteAußenseite des Oberschenkels im proximalen Abschnitt

  • Streckseite des Oberarms

  • Oberer Abschnitt der Beugeseite des Unterarms

Kontraindikationen

  • $intrakutane InjektionKontraindikationenEntzündliche und sonstige Hautveränderungen

  • Paretische Gliedmaße

  • Allergie

  • Keine Zulassung für i. c.-Applikation

  • Kein Einverständnis

intrakutane InjektionKontraindikationenVor der geplanten intrakutanen Injektion empfiehlt es sich, den betroffenen Hautbereich genau zu inspizieren. Folgende Kriterien bzw. Erkrankungen stellen eine Kontraindikation für die intrakutane Injektion dar:
  • Entzündliche und sonstige Hautveränderungen, inkl. Narbenbildung, Tätowierung und Schwellung

  • Paretische Gliedmaße

  • Bekannte allergische Reaktion gegen das zu applizierende Medikament

  • Keine Zulassung des Medikaments für i. c.-Injektionen

  • Fehlendes Einverständnis des Patienten

Vorbereitung

  • $intrakutane InjektionVorbereitungInjektionsanamnese

  • Aufklärung über Wirkung und Nebenwirkung

  • Sharps-Container

  • Händedesinfektion

  • Injektionsmaterialien

intrakutane InjektionVorbereitungVor der geplanten Injektion sollten die Vorbereitungsmaßnahmen sowohl am Patienten als auch im Hinblick auf die Zusammenstellung der Materialien getroffen worden sein. Folgendes Schema kann zum Einsatz kommen:
  • Zunächst die Injektionsanamnese erheben (6.2.6).

  • Ferner den Patienten über Wirkungen, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen des Medikaments informieren und sein Einverständnis zur Injektion einholen.

  • Die kontaminierten Gegenstände wie Abwurf und Kanülenabwurfbehälter (Medibox oder Sharps-Container) in Reichweite, aber nicht auf der desinfizierten Ablagefläche bereitstellen.

  • Danach erfolgt die Händedesinfektion.

  • Auf einem desinfizierten Ablagetablett Folgendes bereitlegen (Abb. 6.17):Materialieni. c.-Injektion

    • Sterile Aufziehkanüle

    • Sterile Applikationskanülen

    • Sterile Einmalspritze

    • Sterilisierte Tupfer

    • Hautdesinfektionsmittel

    • Handschuhe

    • Medikament zur Applikation

    • Pflaster

ABBILDUNG 6.17

Durchführung

intrakutane InjektionDurchführungNachfolgend werden die Technik und der Ablauf der $intrakutane InjektionDurchführungi. c.-Injektion beschrieben. Die Injektion wird am Unterarm dargestellt. Es empfiehlt sich, den gesamten Ablauf konzentriert und ohne Ablenkung durchzuführen.
  • Vorbereitetes Material am Arbeitsplatz abstellen.

  • Medikament mit Aufziehkanüle aufziehen, Spritze entlüften, Aufziehkanüle abziehen und verwerfen, danach die Injektionskanüle aufsetzen (6.2.8). Hier empfiehlt es sich, die Kappe der Aufziehkanüle nicht zu verwerfen, weil sie zur Markierung des Injektionspunktes verwendet werden kann.

  • Die Punktionsstelle desinfizieren und die Einwirkzeit von mindestens 30 Sekunden abwarten (Abb. 6.18a). Die Punktionsstelle dann nicht mehr nachtasten.

  • In der Zwischenzeit die Handschuhe überziehen (Abb. 6.18b).

  • Mit Daumen und Zeigefinger ca. 4 mm der Haut fassen und diese straff spannen. Im flachen Winkel von 10° mit nach oben gerichteter Nadelöffnung in die Haut einstechen (Abb. 6.18c).

  • Circa 0,1 ml der Flüssigkeitsmenge injizieren und die Quaddelbildung beobachten (Abb. 6.18d). Fehlt die Quaddelbildung, ist die Kanüle nicht in der Lederhaut, sondern in der Subkutis platziert.

  • Nach erfolgter Injektion Tupfer bereitlegen und die Injektionsnadel herausziehen (Abb. 6.18e). Erst dann mit dem Tupfer die Punktionsstelle leicht komprimieren, aber nicht drücken und keine kreisenden Bewegungen durchführen (Abb. 6.18f).

  • Die Kanüle ohne Recapping im Abwurfbehälter entsorgen (Abb. 6.18g).

  • Gegebenenfalls ein Pflaster auf die Punktionsstelle kleben.

  • Die Injektion dokumentieren.

Tipps und Tricks
  • Es darf nur eine Quaddel pro sterile Nadel gesetzt werden.

  • Bei fehlender Quaddelbildung ist das Medikament subkutan gespritzt worden; die Injektion muss wiederholt werden.

Bildstrecke intrakutane Injektion

ABBILDUNG 6.18A

ABBILDUNG 6.18B

ABBILDUNG 6.18C

ABBILDUNG 6.18D

ABBILDUNG 6.18E

ABBILDUNG 6.18F

ABBILDUNG 6.18G

Komplikationen und Maßnahmen

intrakutane InjektionKomplikationenWährend einer intrakutanen Injektion können Komplikationen auftreten, die gezielte Maßnahmen erfordern. Sie sind der Tab. 6.7 zu entnehmen.

TABELLE 6.7

Blutentnahme

Blutentnahme

Hinweis Prüfung

Die Blutentnahme wird im mündlich-praktischen Teil der Heilpraktikerüberprüfung häufig mit einer einfachen Spritze abgefragt, die dann am Phantomarm demonstriert werden muss. Die nachfolgenden Darstellungen beziehen sich auf die Blutentnahme zum einen mit einer einfachen Spritze und zum anderen mit gängigen Laborröhrchen für den Praxisalltag.

Allgemeine Hinweise und Punktionsstellen

Diese Methode dient der Entnahme von Blut zu diagnostischen Zwecken. Die Punktion erfolgt beim liegenden Patienten.
Allgemeine Hinweise
  • BlutentnahmeHinweiseDie Blutentnahmen sollten morgens zwischen 7 und 9 Uhr erfolgen.

$Blutentnahme Hinweise Allgemeine Hinweise:

  • Blutentnahme zwischen 7–9 Uhr

  • Nüchterner Patient, keine Alkoholexzesse in den Vortagen

  • Vor Blutentnahme 10 Minuten ruhen

  • Blutabnahme im Liegen

  • Größtmögliche Kanüle verwenden

  • Stauung vor Blutentnahme < 30 Sekunden

  • Der Patient sollte nüchtern sein und in den letzten 3 Tagen keine übermäßige körperliche Aktivität betrieben haben.

  • Der Patient sollte in den letzten Tagen keine Alkoholexzesse gehabt haben. Insbesondere bei Bestimmung der Blutfette ist eine Alkoholkarenz von mindestens 24 Stunden nötig.

  • Unmittelbar vor der Blutentnahme sollte der Patient mindestens 10 Minuten ruhen.

  • Die unveränderlichen Variablen wie Geschlecht, Alter, Erbfaktoren oder Rasse beachten.

  • Die veränderlichen Größen wie Ernährungsgewohnheiten, Alkoholkonsum, zirkadiane Rhythmen, Medikamente, körperliche Aktivität oder seelischen Stress beachten.

  • Eine Blutentnahme sollte immer im Liegen erfolgen.

  • Für die Punktion eine möglichst große Kanüle wählen. Sie sollte bei Erwachsenen nicht enger als Nr. 12 sein. Dünne Kanülen reduzieren den Blutfluss, was meist mit einer stärkeren Aspiration kompensiert wird. Sowohl die enge Kanüle als auch das schnelle Anziehen führen zur Zerstörung der Erythrozyten (extrakorporale Hämolyse) und damit zu falschen Ergebnissen bei Erythrozytenzahl, LDH usw. (7.1, 6.7.5).

  • Nach Möglichkeit keine Butterfly-Kanülen mit einem langen Schlauch verwenden. Sie begünstigen ebenfalls die extrakorporale Hämolyse.

  • Die Stauung vor der Blutentnahme sollte nicht länger als 30 Sekunden andauern. Eine lange Stauung begünstigt die extrakorporale Hämolyse.

Punktionsstellen

$BlutentnahmePunktionsstellenPunktionsstellen: V. cephalica und V. mediana cubiti bevorzugen

BlutentnahmePunktionsstellen Für die Blutentnahme kommen folgende Punktionsorte in Betracht (Abb. 6.6):
  • Ellenbeuge: V. mediana cubiti, V. mediana cephalica, V. mediana basilica

  • Unterarm: V. cephalica, V. mediana

  • Handrücken: das Venennetz wird allerdings als sehr schmerzhaft empfunden

  • Säuglinge: Venen an Stirn- und Scheitelbein → diese Maßnahme ist Ärzten vorbehalten

Bei einmaliger Blutentnahme empfiehlt es sich, eine große, sichere Vene zu wählen.

Kontraindikationen

  • $BlutentnahmeKontraindikationenOberhalb eines liegenden Katheters

  • Fehlendes Einverständnis

  • Lymphödem

  • Dialyse-Shunt

  • Paretischer Arm

BlutentnahmeKontraindikationenFolgende Kriterien bzw. Erkrankungen stellen Kontraindikationen für die Blutentnahme dar:
  • Entzündliche und sonstige Hautveränderungen, inkl. Narbenbildung, Tätowierung und Schwellung

  • Lymphödem, Z. n. Axillaresektion im Rahmen der Ablatio mammae

  • Dialyse-Shunt am Arm

  • Paretischer Arm

  • Keine Blutentnahme oberhalb eines liegenden Katheters

  • Fehlendes Einverständnis des Patienten

Vorbereitung

  • $BlutentnahmeVorbereitungInjektionsanamnese

  • Aufklärung über den Zweck der Blutentnahme

  • Sharps-Container

  • Händedesinfektion

  • Injektionsmaterialien

BlutentnahmeVorbereitungVor der geplanten Blutentnahme sollten die Vorbereitungsmaßnahmen sowohl am Patienten als auch im Hinblick auf die Zusammenstellung der Materialien getroffen worden sein. Folgendes Schema kann zum Einsatz kommen:
  • Zunächst die Injektionsanamnese erheben (6.2.6).

  • Ferner den Patienten über Zweck der Blutentnahme, die zu untersuchenden Parameter und die Kosten informieren und sein Einverständnis einholen.

  • Die kontaminierten Gegenstände wie Abwurf und Kanülenabwurfbehälter (Medibox oder Sharps-Container) in Reichweite, aber nicht auf der desinfizierten Ablagefläche bereitstellen.

  • Danach erfolgt die Händedesinfektion.

  • Auf einem desinfizierten Ablagetablett Folgendes bereitlegen (Abb. 6.19, Abb. 6.20):MaterialienBlutentnahme

    • Stauschlauch

    • Hautdesinfektionsmittel

    • Pflaster

    • Handschuhe

    • Sterilisierte Tupfer

    • Saugfähige Unterlage

    • Verschlusskonus

    • Sterile Einmalspritze und sterile Kanüle oder Blutentnahmekanüle und Blutröhrchen

ABBILDUNG 6.19

ABBILDUNG 6.20

Durchführung mit einfacher Spritze

BlutentnahmeDurchführung mit SpritzeNachfolgend werden die Technik und der Ablauf der $BlutentnahmeDurchführung mit SpritzeBlutentnahme mit einer einfachen Spritze beschrieben. Es empfiehlt sich, den gesamten Ablauf konzentriert und ohne Ablenkung durchzuführen.
  • Vorbereitetes Material am Arbeitsplatz abstellen.

  • Die saugfähige Unterlage unter dem Patientenarm platzieren.

  • Die Venen betrachten, deren Verlauf betasten und eine geeignete Vene lokalisieren (Abb. 6.21a).

  • Falls keine geeignete Vene sichtbar ist, kann eine Stauung angelegt werden, wobei der Puls tastbar sein muss (Druck ca. 50–100 mmHg). Sollte auch diese Maßnahme keinen Erfolg bringen, empfiehlt sich ein feucht-warmer Wickel.

  • Das Punktionsareal desinfizieren und die Einwirkzeit abwarten (Abb. 6.21b). Bei gröberen Verschmutzungen mit einem sterilisierten Tupfer das Hautareal abwischen und erneut das Hautdesinfektionsmittel aufbringen. Auch beim zweiten Vorgang die Einwirkzeit beachten. Das Punktionsareal nicht mehr nachpalpieren.

  • Während der Einwirkzeit die Handschuhe überziehen (Abb. 6.21c).

  • Im nächsten Schritt die Spritze und die (weitlumige) sterile Kanüle an der vorgesehenen Lasche öffnen und miteinander konnektieren.

  • Den Stauschlauch proximal der Injektionsstelle anlegen (Abb. 6.21d). Beim Schließen des Stauschlauchs mit der linken Hand den Stauschlauch sanft anziehen, der Zeigefinger der rechten Hand fasst dabei unter den Stauschlauch. Damit können Einklemmungen von Hautfalten vermieden werden. Bei neuen Stauschläuchen vor Gebrauch den Verschlussmechanismus prüfen und die Handhabung sicher beherrschen. Das bereits desinfizierte Areal sollte nicht vom Stauschlauch, Blusenärmel usw. berührt werden. Die Stauung sollte vor der Blutentnahme nicht länger als 30 Sekunden andauern.

  • Die Kanülenkappe abziehen (Abb. 6.21e).

  • Die Kanüle in einem Winkel von 30° mit dem Anschliff nach oben in die Haut einstechen und ca. 1 cm vorschieben (Abb. 6.21f).

  • Befindet sich die Kanüle in der Vene, den Winkel abflachen (Abb. 6.21g).

  • Langsam aspirieren und Blut abnehmen (Abb. 6.21h). Die Stauung kann gelöst werden, sobald das Blut fließt. Ist der Fluss des Blutes allerdings träge, kann die Stauung beibehalten werden. Die Füllung der Spritze geduldig abwarten.

  • Nach erfolgter Blutentnahme zunächst den Stauschlauch lösen (Abb. 6.21i), dann Tupfer für die nachfolgende Kompression bereitlegen (Abb. 6.21j). Anschließend die Kanüle vollständig entfernen (Abb. 6.21k) und erst danach die Punktionsstelle für 2–3 Minuten bei gestrecktem Arm komprimieren (Abb. 6.21l). Nach einer Blutentnahme in der Ellenbeuge den Ellenbogen gestreckt lassen und nicht abwinkeln, weil dies sonst die Hämatombildung fördert.

  • Die Kanüle ohne Recapping im Abwurfbehälter entsorgen (Abb. 6.21m).

  • Den sterilen Verschlusskonus öffnen (Abb. 6.21n) und die Spritze damit abdecken (Abb. 6.21o).

  • Ein Pflaster auf die Punktionsstelle kleben.

  • Das entnommen Material kann weiter verarbeitet werden.

  • Die Blutentnahme dokumentieren.

Bildstrecke Blutentnahme mit einfacher Spritze

ABBILDUNG 6.21A

ABBILDUNG 6.21B

ABBILDUNG 6.21C

ABBILDUNG 6.21D

ABBILDUNG 6.21E

ABBILDUNG 6.21F

ABBILDUNG 6.21G

ABBILDUNG 6.21H

ABBILDUNG 6.21I

ABBILDUNG 6.21J

ABBILDUNG 6.21K

ABBILDUNG 6.21L

ABBILDUNG 6.21M

ABBILDUNG 6.21N

ABBILDUNG 6.21O

Durchführung mit Blutröhrchen

  • 1.

    $BlutentnahmeDurchführung mit BlutröhrchenSerum-Röhrchen

  • 2.

    Zitrat-Plasma-Röhrchen (Koagulation)

  • 3.

    Heparin-Röhrchen

  • 4.

    EDTA-Röhrchen

  • 5.

    NaF-Röhrchen

  • 6.

    BSG-Röhrchen

BlutentnahmeDurchführung mit BlutröhrchenNachfolgend werden die Technik und der Ablauf der Blutentnahme mit Monovettenröhrchen beschrieben. Es empfiehlt sich, den gesamten Ablauf konzentriert und ohne Ablenkung durchzuführen.
  • Vorbereitetes Material am Arbeitsplatz abstellen.

  • Die saugfähige Unterlage unter dem Patientenarm platzieren.

  • Die Blutröhrchen am besten in der richtigen Reihenfolge bereitlegen, die unbedingt eingehalten werden muss:

    • a.

      Serum-Röhrchen

    • b.

      Zitrat-Plasma-Röhrchen (Koagulation)

    • c.

      Heparin-Röhrchen

    • d.

      EDTA-Röhrchen

    • e.

      NaF-Röhrchen

    • f.

      BSG-Röhrchen

  • Die Venen betrachten, deren Verlauf betasten und eine geeignete Vene lokalisieren (Abb. 6.22a).

  • Falls keine geeignete Vene sichtbar ist, kann eine Stauung angelegt werden, wobei der Puls tastbar sein muss (Druck ca. 50–100 mmHg). Sollte auch diese Maßnahme keinen Erfolg bringen, empfiehlt sich ein feucht-warmer Wickel.

  • Das Punktionsareal desinfizieren und die Einwirkzeit abwarten (Abb. 6.22b). Bei gröberen Verschmutzungen mit einem sterilisierten Tupfer das Hautareal abwischen und erneut das Hautdesinfektionsmittel aufbringen. Auch beim zweiten Vorgang die Einwirkzeit beachten. Das Punktionsareal nicht mehr nachpalpieren.

  • Während der Einwirkzeit die Schutzhandschuhe überziehen (Abb. 6.22c).

  • Die Monovette (das Serumröhrchen) mit der Blutentnahmekanüle verbinden (Abb. 6.22d).

  • Den Stauschlauch proximal der Injektionsstelle anlegen (Abb. 6.22e). Beim Schließen des Stauschlauchs mit der linken Hand den Stauschlauch sanft anziehen, der Zeigefinger der rechten Hand fasst dabei unter den Stauschlauch. Damit können Einklemmungen von Hautfalten vermieden werden. Bei neuen Stauschläuchen vor Gebrauch den Verschlussmechanismus prüfen und die Handhabung sicher beherrschen. Das bereits desinfizierte Areal sollte nicht vom Stauschlauch, Blusenärmel usw. berührt werden. Die Stauung sollte bei Blutentnahmen nicht länger als 30 Sekunden andauern.

  • Die Kanülenkappe abziehen (Abb. 6.22f).

  • Die Kanüle in einem Winkel von 30° mit dem Anschliff nach oben in die Haut einstechen und ca. 1 cm vorschieben (Abb. 6.22g).

  • Befindet sich die Kanüle in der Vene, den Winkel abflachen (Abb. 6.22h).

  • Langsam aspirieren und das Serumröhrchen mit Blut füllen lassen (Abb. 6.22i).

  • Für den Monovettenwechsel mit der einen Hand die Kanüle festhalten, damit es nicht zu einer Dislokation in der Vene kommt, und mit der anderen Hand die Monovette herausdrehen (Abb. 6.22j) und die nächste, noch leere BSG-Monovette hineindrehen (Abb. 6.22k).

  • Die BSG-Monovette muss komplett mit Blut gefüllt sein, um keinen falschen Wert zu erhalten (Abb. 6.22l).

  • Im Anschluss die BSG-Monovette herausdrehen und das Gerinnungsröhrchen hineindrehen und mit Blut füllen lassen (Abb. 6.22m). Diese Monovette muss ebenfalls voll gefüllt sein.

  • Zum Schluss das EDTA-Blut abnehmen (Abb. 6.22n).

  • Nach erfolgter Blutentnahme zunächst den Stauschlauch lösen (Abb. 6.22o), dann Tupfer für die nachfolgende Kompression bereitlegen (Abb. 6.22p).

  • Anschließend die Kanüle vollständig entfernen und erst danach die Punktionsstelle für 2–3 Minuten bei gestrecktem Arm komprimieren (Abb. 6.22q). Nach einer Blutentnahme in der Ellenbeuge den Ellenbogen gestreckt lassen und nicht abwinkeln, weil dies sonst die Hämatombildung fördert. Gleichzeitig kann an der Entnahmekanüle die Stechschutzkappe über die Kanüle gezogen werden.

  • Die Kanüle von der Monovette lösen und im Sharps-Container entsorgen (Abb. 6.22r).

  • Ein Pflaster auf die Punktionsstelle kleben.

  • Die Blutproben vorsichtig schwenken (nicht schütteln!), mit den Patientendaten (Name, Vorname, Geburtsdatum, Adresse) und dem Abnahmedatum versehen.

  • Infektiöses Material kennzeichnen.

  • Die Blutentnahme in der Patientenkartei und im Laborbuch dokumentieren.

MERKE

Merke

Im Praxisalltag sollte man die Fehlerquellen genau kennen. Die Nichtbeachtung ist für den Patienten teuer und für beide Seiten (Patient und Therapeut) extrem ärgerlich.

Fehler bei der Blutabnahme

$BlutentnahmeFehlerFehler bei der Blutentnahme:

  • „Pumpen“, starke und schnelle Aspiration, lange, warme Lagerung oder Schütteln der Probe führen zur Hämolyse und zu falsch hohen Werten bei Kalium, LDH, Glukose, GOT, Magnesium

  • Abnahme von Glukose, LDL, HDL, Triglyzeriden und Cholesterin muss nüchtern erfolgen

Folgende Fehler bei der Blutentnahme können auftreten:
  • BlutentnahmeFehlerÖffnen und Schließen der Faust („Pumpen“) führt zum Kalium-Anstieg (durch Hämolyse) und damit zu falsch hohen Kalium-Werten.

  • Eine lange Stauung führt zu falsch hohen Werten u. a. von Proteinen, Zellzahl, Lipiden, Bilirubin, Eisen und Kalium.

  • Starke Aspiration, langes Stehen der Blutprobe, warme Lagerung, plötzliche Abkühlung oder Erwärmung des Bluts oder starkes Schütteln der Probengefäße führen zur Hämolyse und damit zu falsch hohen Werte von LDH, Glukose, GOT, Kalium, Bilirubin und Magnesium. Die zellulären Bestandteile werden falsch niedrig gemessen.

  • Die Abnahme von Glukose, LDL, HDL, Triglyzeriden und Cholesterin muss am nüchternen Patienten erfolgen. Unmittelbar vor der Blutentnahme eingenommene Mahlzeiten liefern falsch hohe Werte.

  • Eine Blutentnahme aus einem liegenden Katheter oder einer Kanüle nach einer Infusion führt zu einem Verdünnungseffekt. Die Folge sind falsch niedrige Elektrolyt- und Zellzahlwerte.

  • Falsche Beschriftung der Monovetten.

Bildstrecke Blutentnahme mit Blutröhrchen

ABBILDUNG 6.22A

ABBILDUNG 6.22B

ABBILDUNG 6.22C

ABBILDUNG 6.22D

ABBILDUNG 6.22E

ABBILDUNG 6.22F

ABBILDUNG 6.22G

ABBILDUNG 6.22H

ABBILDUNG 6.22I

ABBILDUNG 6.22J

ABBILDUNG 6.22K

ABBILDUNG 6.22L

ABBILDUNG 6.22M

ABBILDUNG 6.22N

ABBILDUNG 6.22O

ABBILDUNG 6.22P

ABBILDUNG 6.22Q

ABBILDUNG 6.22R

Komplikationen und Maßnahmen

BlutentnahmeKomplikationenWährend einer Blutentnahme können Komplikationen auftreten, die gezielte Maßnahmen erfordern. Sie sind der Tab. 6.8 zu entnehmen.

TABELLE 6.8

Kapillarblutentnahme

Kapillarblutentnahme

Hinweis Prüfung

Die Kapillarblutentnahme wird im mündlich-praktischen Teil der Heilpraktikerüberprüfung selten abgefragt. Die Demonstration erfolgt ggf. am Phantomarm oder muss theoretisch erläutert werden.

Indikationen und Punktionsstellen

Indikationen

$KapillarblutentnahmePunktionsstellen$KapillarblutentnahmeIndikationenIndikationen: Untersuchung von

  • Glukose

  • Erythrozyten

  • Hämoglobin

  • Hämatokrit

  • Laktat

KapillarblutentnahmeIndikationenKapilläre Blutentnahmen kommen für wenige Untersuchungen in Betracht, z. B.
  • Glukose

  • Erythrozyten

  • Hämoglobin

  • Hämatokrit

  • Laktat

Punktionsstellen:

  • Fingerkuppe

  • Ohrläppchen

Punktionsstellen
Die gängigsten Punktionsstellen für die Kapillarblutentnahme sind:
  • KapillarblutentnahmePunktionsstellenOhrläppchen

  • Fingerkuppe

MERKE

Merke

Die Blutproben müssen sofort nach Blutentnahme untersucht werden.

Kontraindikationen

  • $KapillarblutentnahmeKontraindikationenEntzündliche und sonstige Hautveränderungen

  • Kein Einverständnis

KapillarblutentnahmeKontraindikationenFolgende Kriterien bzw. Erkrankungen stellen Kontraindikationen für die Kapillarblutentnahme dar:
  • Entzündliche und sonstige Hautveränderungen, inkl. Narbenbildung, Tätowierung und Schwellung

  • Fehlendes Einverständnis des Patienten

Vorbereitung

  • $KapillarblutentnahmeVorbereitungInjektionsanamnese

  • Aufklärung über Zweck der Untersuchung

  • Sharps-Container

  • Händedesinfektion

  • Injektionsmaterialien

KapillarblutentnahmeVorbereitungDie nachfolgende Kapillarblutentnahme wird am Beispiel der Glukosebestimmung beschrieben.
  • Zunächst die Injektionsanamnese erheben (6.2.6).

  • Ferner den Patienten über den Zweck der Kapillarblutentnahme und die zu untersuchenden Parameter informieren und sein Einverständnis einholen.

  • Die kontaminierten Gegenstände wie Abwurf und Kanülenabwurfbehälter (Medibox oder Sharps-Container) in Reichweite, aber nicht auf der desinfizierten Ablagefläche bereitstellen.

  • Danach erfolgt die Händedesinfektion.

  • Auf einem desinfizierten Ablagetablett Folgendes bereitlegen (Abb. 6.23):MaterialienKapillarblutentnahme

    • Hautdesinfektionsmittel

    • Sterilisierte Tupfer

    • Lanzetten

    • Messstäbchen und Blutzuckermessgerät bzw. standardisierte Glaskapillaren, Glaskapillarenkitt und Zentrifuge zur z. B. Erythrozyten-, Hämoglobin- und Hämatokritbestimmung

    • Schutzhandschuhe

    • Evtl. Pflaster

ABBILDUNG 6.23

Durchführung

KapillarblutentnahmeDurchführung$KapillarblutentnahmeDurchführungNachfolgend werden der Ablauf der Kapillarblutentnahme am Ohrläppchen und an der Fingerbeere beschrieben und dargestellt. Es empfiehlt sich, den gesamten Ablauf konzentriert und ohne Ablenkung durchzuführen.
  • Vorbereitetes Material am Arbeitsplatz abstellen.

  • Das Punktionsareal desinfizieren und die Einwirkzeit abwarten (Abb. 6.24a, Abb. 6.25a). Bei gröberen Verschmutzungen mit einem sterilisierten Tupfer das Hautareal abwischen und erneut das Hautdesinfektionsmittel aufbringen. Auch beim zweiten Vorgang die Einwirkzeit beachten. Das Punktionsareal nicht mehr nachpalpieren.

  • Während der Einwirkzeit das Blutzuckermessgerät in Betrieb nehmen und das Messstäbchen in die vorgesehene Öffnung am Gerät einführen. Im Anschluss die Schutzhandschuhe überziehen (Abb. 6.24b, Abb. 6.25b).

  • Danach die Lanzette fassen und die Stichkanüle freilegen (Abb. 6.24c, Abb. 6.25c).

  • Mit der Lanzette im Winkel von 60–90° in die Haut einstechen (Abb. 6.24d, Abb. 6.25d).

  • Als Nächstes die Punktionsstelle sanft komprimieren, bis ein Tropfen Blut austritt (Abb. 6.24e, Abb. 6.25e).

  • Das Messstäbchen an den Blutstropfen heranführen, bis das Testfeld vollständig mit Blut benetzt ist (Abb. 6.24f, Abb. 6.25e).

  • Bei einer stärkeren Nachblutung die Kompression wenige Minuten beibehalten und ggf. ein Pflaster aufkleben.

  • Als weiteren Schritt die Lanzette im Abwurfbehälter entsorgen.

  • Das Ergebnis dokumentieren.

  • Das Blutzuckermessgerät ablegen und das Ergebnis abwarten.

  • Das überschüssige Blut mit einem sterilisiertem Tupfer auffangen und leicht komprimieren (Abb. 6.24g, Abb. 6.25f).

Tipps und Tricks
Für die Eigenmessung zu Hause die Patienten darauf hinweisen, vor jeder Blutzuckermessung die Hände zu waschen. Bei z. B. Obstverzehr und Rückständen von Glukose an den Finger werden sonst falsch hohe Werte gemessen.
Bildstrecke Kapillarblutentnahme am Ohrläppchen

ABBILDUNG 6.24A

ABBILDUNG 6.24B

ABBILDUNG 6.24C

ABBILDUNG 6.24D

ABBILDUNG 6.24E

ABBILDUNG 6.24F

ABBILDUNG 6.24G

Bildstrecke Kapillarblutentnahme an der Fingerbeere

ABBILDUNG 6.25A

ABBILDUNG 6.25B

ABBILDUNG 6.25C

ABBILDUNG 6.25D

ABBILDUNG 6.25E

ABBILDUNG 6.25F

Komplikationen und Maßnahmen

KapillarblutentnahmeKomplikationenWährend einer Blutentnahme können Komplikationen auftreten, die gezielte Maßnahmen erfordern. Sie sind der Tab. 6.9 zu entnehmen.

TABELLE 6.9

Infusion und periphervenöser Zugang

periphervenöser Zugang Infusion

Hinweis Prüfung

Die Anlage eines periphervenösen Zugangs und die Vorbereitung einer Infusion werden gelegentlich im Rahmen des mündlich-praktischen Teils der Heilpraktikerüberprüfung abgefragt, die dann am Phantomarm demonstriert werden müssen.

Im praktischen Alltag sollte jeder Heilpraktiker die Anlage eines periphervenösen Zugangs und der Infusion sicher beherrschen. Im Notfall sind diese Fähigkeiten unter Umständen lebensrettend.

Anwendungsbereiche und Applikationsorte

Infusionen dienen der Applikation von größeren Mengen an Flüssigkeit, Elektrolyten oder höhermolekularer Stoffe (z. B. Glukose-, Fett- oder Aminosäure-Lösungen) in die Vene. Zunächst muss die Infusion vorbereitet werden, bevor der VenenverweilkatheterVenenverweilkatheter, ein periphervenöse Zugang gelegt wird, über den dann die Versorgung mit Nährlösungen und Medikamenten stattfinden kann.

  • Applikation größerer Mengen an Flüssigkeiten, parenterale Ernährung

  • Unabdingbare Vorrichtung im Notfallgeschehen

  • Zunächst Infusion vorbereiten, danach den Verweilkatheter legen. Dieser besteht aus:

    • Hohlnadel (mit Stechschutz),

    • Plastikhülle

    • Blutauffangkammer

    • Verschlusskappe

    • Griffplatte

    • Luer-Lock-Ansatz

    • Zuspritzpforte

  • Anlageorte der Venenverweilkanüle:

    • Handrücken

    • Unterarm (V. cephalica, V. mediana)

    • Ellenbeuge (V. cephalica, V. mediana cubiti)

Venenverweilkatheter bestehen aus einer Hohlnadel, die als Punktionshilfe dient und von einer Plastikhülle umgeben ist, die letzten Endes in der Vene verbleibt (Abb. 6.26). Ferner besteht er aus Blutauffangkammer mit Verschlusskappe, Griffplatte und einem Luer-Lock-Ansatz. Die meisten Modelle verfügen über eine Zuspritzpforte, einige verfügen über einen Stechschutz, der am Hohlnadelanschliff zu finden ist. Venenverweilkatheter sind in unterschiedlichen Größen erhältlich. Sie sind farblich kodiert. Abb. 6.27 zeigt verschiedene Verweilkanülen mit u. a. Größe, Durchflussrate und Indikation.

ABBILDUNG 6.26

ABBILDUNG 6.27

Anwendungsbereiche
Zu den Indikationen der Anlage eines periphervenösen Zugangs und Infusionen sind:
  • InfusionAnwendungsbereicheSubstitution von Flüssigkeit, Elektrolyten, Vitaminen

  • Parenterale Ernährung

  • In der Notfallmedizin: Anlage des periphervenösen Zugangs ist bei allen Notfällen wichtig und notwendig

Applikationsorte
periphervenöser ZugangApplikationsorteFür die Anlage eines periphervenösen Zugangs kommen folgende Punktionsorte in Betracht (Abb. 6.6):
  • Handrücken: das Venennetz wird allerdings als sehr schmerzhaft empfunden und für Anfänger ungeeignet

  • Unterarm: V. cephalica, V. mediana

  • Ellenbeuge: V. mediana cubiti, V. cephalica, letzte Wahl ist wegen der Nachbarschaftsbeziehungen zur Arterie und Nerven die V. basilica

  • Säuglinge: Venen an Stirn- und Scheitelbein → diese Maßnahme ist Ärzten vorbehalten

Tipps und Tricks
  • Bei einer einmaligen intravenösen Injektion kann eine große, sichere Vene gewählt werden. Am besten eignen sich am Unterarm die V. cephalica und deren Zuflüsse.

  • Sind mehrere Injektionen vorgesehen, empfiehlt sich die Wahl einer distal gelegenen Vene, sodass bei Folgeinjektionen eine proximal gelegene Injektionsstelle gewählt werden kann.

  • Bei mehrmaligen Punktionen bzw. Injektionen am Tag empfiehlt sich die Anlage eines periphervenösen Zugangs. Im Notfall (bei Anfängern und Unerfahrenheit) sollten große, sichere Venen in der Ellenbeuge und am Unterarm gewählt werden. Bei ausreichend Erfahrung und Übung kann ein Zugang distal gewählt werden. Wichtig ist, dass bei Notfallpatienten ein periphervenöser Zugang sicher (intravasal) angelegt ist, über den Medikamente und Flüssigkeiten zur Substitution des Volumenhaushalts appliziert werden können.

Kontraindikationen

  • $periphervenöser ZugangKontraindikationenEntzündliche und sonstige Hautveränderungen

  • Lymphödem

  • Shunt-Arm

  • Paretischer Arm

  • Allergie

  • Keine Zulassung für i. v.-Applikation

  • Distal eines Paravasats

  • Kein Einverständnis

periphervenöser ZugangKontraindikationenFolgende Kriterien bzw. Erkrankungen stellen Kontraindikationen für die Anlage eines periphervenösen Zugangs dar:
  • Entzündliche und sonstige Hautveränderungen, inkl. Narbenbildung, Tätowierung und Schwellung

  • Lymphödem, Z. n. Axillaresektion im Rahmen der Ablatio mammae

  • Dialyse-Shunt am Arm

  • Paretischer Arm

  • Bekannte allergische Reaktionen gegen das zu applizierende Medikament bzw. die Infusion

  • Keine Zulassung des Medikaments bzw. der Infusion für i. v.-Injektionen

  • Punktion distal einer Paravasatbildung

  • Fehlendes Einverständnis des Patienten

Vorbereitung

  • $periphervenöser ZugangVorbereitung$InfusionVorbereitungInjektionsanamnese

  • Aufklärung über den therapeutischen Zweck, Wirkung und Nebenwirkung

  • Sharps-Container

  • Händedesinfektion

  • Injektionsmaterialien

periphervenöser ZugangVorbereitungInfusionVorbereitungVor der geplanten Infusionstherapie sollten die Vorbereitungsmaßnahmen sowohl am Patienten als auch im Hinblick auf die Zusammenstellung der Materialien getroffen worden sein. Bei elektiven Infusionstherapien wird zunächst die Infusion vorbereitet, danach erfolgt die Anlage eines periphervenösen Zugangs. Folgendes Schema kann zum Einsatz kommen:
  • Zunächst die Injektionsanamnese erheben (6.2.6).

  • Ferner den Patienten über Wirkungen, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen des Medikaments bzw. der Infusion informieren und sein Einverständnis einholen.

  • Die kontaminierten Gegenstände wie Abwurf und Kanülenabwurfbehälter (Medibox oder Sharps-Container) in Reichweite, aber nicht auf der desinfizierten Ablagefläche bereitstellen.

  • Danach erfolgt die Händedesinfektion.

  • Auf einem desinfizierten Ablagetablett Folgendes bereitlegen (Abb. 6.28):Materialienperiphervenöser ZugangMaterialienInfusion

    • Infusionslösung

    • Schwerkraftinfusionsleitung

    • Hautdesinfektionsmittel

    • Stauschlauch

    • Schutzhandschuhe

    • Sterile Tupfer

    • Venenverweilkanüle

    • Fixierpflaster

ABBILDUNG 6.28

Im Notfall wird so schnell wie möglich zunächst der periphervenöse Zugang gelegt, dann werden lebenswichtige Medikamente appliziert und erst danach wird die Infusion vorbereitet und angeschlossen.

Durchführung Infusionsvorbereitung

InfusionVorbereitungNachfolgend werden die Technik und der Ablauf der Bereitstellung von $InfusionVorbereitungInfusionslösungen beschrieben. Es empfiehlt sich, den gesamten Ablauf konzentriert und ohne Ablenkung durchzuführen.
  • Vorbereitetes Material am Arbeitsplatz abstellen.

  • Eine hygienische Händedesinfektion durchführen, wenn die Zeit zwischen Anamneseerhebung und Bereitlegung von Materialien unterbrochen werden musste oder wenn die Hände kontaminiert wurden, z. B. um die Haare zusammenzubinden.

  • Den Verschlussdeckel der Infusionsflasche entfernen (Abb. 6.29a). Die Gummimembran desinfizieren und dabei die Einwirkzeit beachten (Abb. 6.29b).

  • In der Zwischenzeit die sterile Schwerkraftinfusionsleitung an der vorgesehenen Lasche öffnen und aus der Verpackung herausnehmen (Abb. 6.29c).

  • In Nächsten Schritt die Rollenklemme verschließen, indem das Rädchen nach unten gedreht wird (Abb. 6.29d). Die Infusionsleitung ist damit verschlossen.

  • Als Nächstes die Schutzkappe des Einstichdornes abziehen und den Dorn in die stehende Infusionsflasche über die Gummimembran einstechen (Abb. 6.29e). Mit einer leichten Drehung überwindet man mühelos den Widerstand. Sowohl der Einstichdorn als auch die Gummimembran der Infusionsflasche dürfen nicht berührt werden.

  • Danach das Infusionssystem aufhängen, den Filter öffnen und die Tropfkammer durch ggf. mehrmalige Kompression zur Hälfte mit Infusionslösung befüllen (Abb. 6.29f).

  • Anschließend die Infusionsleitung entlüften. Das erreicht man durch das Öffnen der Rollenklemme (Abb. 6.29g). Ist die Leitung komplett mit Infusionslösung befüllt, die Rollenklemme wieder verschließen. Nun muss die Leitung in ihrer gesamten Länge auf kleine oder größere Luftbläschen bzw. Blasen hin überprüft werden. Sofern welche vorhanden sind, diese aus der Leitung entfernen. Dazu die Leitungsöffnung über das Flüssigkeitsniveau nach oben positionieren (Luft steigt nach oben) und die Infusionsleitung beklopfen, bis alle Bläschen entwichen sind. Der Infusionsschlauch kann dann in der Haltevorrichtung hinter der Rollenklemme eingehängt werden.

Bildstrecke Infusionsvorbereitung

ABBILDUNG 6.29A

ABBILDUNG 6.29B

ABBILDUNG 6.29C

ABBILDUNG 6.29D

ABBILDUNG 6.29E

ABBILDUNG 6.29F

ABBILDUNG 6.29G

Durchführung Anlage des Venenverweilkatheters

VenenverweilkatheterDurchführungperiphervenöser ZugangDurchführungNachfolgend werden die Technik und der Ablauf der $periphervenöser ZugangDurchführungAnlage eines periphervenösen Zugangs beschrieben. Es empfiehlt sich, den gesamten Ablauf konzentriert und ohne Ablenkung durchzuführen.
  • Eine hygienische Händedesinfektion durchführen.

  • Die Venenverhältnisse inspizieren und eine gute Vene am distalen Unterarm (radialseitig), am Handrücken oder in der Ellenbeuge auswählen (Abb. 6.30a). In der Nähe eines Gelenks kann die Verweilkanüle leicht abknicken oder durch Bewegungen des Patienten dislozieren. Auf dem Handrücken eignen sich besonders gut Y-Verzweigungen von Venen (Punktion in der Gabelung); der Patient sollte dazu die Hand zur Faust schließen. Meist ist aber eine Punktion am Handrücken sehr schmerzhaft. Falls keine geeignete Vene sichtbar ist, eine Stauung am Ober- oder Unterarm anlegen. Ist eine Vene gefunden, den Stauschlauch lockern.

  • Das Punktionsareal großzügig desinfizieren und die Einwirkzeit abwarten (Abb. 6.30b). Eine sterile Kompresse öffnen und damit das Punktionsareal einmal abwischen (Abb. 6.30c). Erneut die Punktionsstelle desinfizieren und das Punktionsareal nicht mehr berühren (Abb. 6.30b).

  • In der Zwischenzeit die Schutzhandschuhe überziehen (Abb. 6.30d).

  • Den Stauschlauch proximal der Injektionsstelle anlegen (Abb. 6.30e). Beim Schließen des Stauschlauchs mit der linken Hand den Stauschlauch sanft anziehen, der Zeigefinger der rechten Hand fasst dabei unter den Stauschlauch. Damit können Einklemmungen von Hautfalten vermieden werden. Bei neuen Stauschläuchen vor Gebrauch den Verschlussmechanismus prüfen und die Handhabung sicher beherrschen. Das bereits desinfizierte Areal sollte nicht vom Stauschlauch, Blusenärmel usw. berührt werden.

  • Die Verpackung der Verweilkanüle an der vorgesehenen Lasche öffnen und aus der Verpackung herausnehmen (Abb. 6.30f).

  • Von der Kanüle die Schutzkappe entfernen (Abb. 6.30g).

  • Mit der Punktionshand die Verweilkanüle so greifen, dass der Daumen auf dem Blutfängerstopfen sowie der Zeige- und Mittelfinger auf den Flügeln nach dem farbigen Zuspritzventil und so weit wie möglich von der Kunststoffkanüle entfernt zu liegen kommen (Abb. 6.30h). Die Kunststoffkanüle verbleibt in der Patientenvene, muss also steril bleiben.

  • Der Einstichwinkel in die Haut beträgt 30° (Abb. 6.30i).

  • Sobald die Kanüle in der Vene liegt, fließt Blut in die Blutfängerkammer. Den Winkel abflachen (Abb. 6.30j), die Kanüle noch ca. 5 mm in die Vene vorschieben und den Stauschlauch lösen (Abb. 6.30k).

  • Als nächsten Schritt die Hohlnadel mit einer Hand fixieren und die Kunststoffkanüle gleichzeitig weiter in die Vene vorschieben (Abb. 6.30l), bis die Kunststoffkanüle komplett in der Vene platziert ist (Abb. 6.30m).

  • Dann ein Fixierpflaster aufkleben (Abb. 6.30n).

  • Bevor die Infusion angeschlossen wird, unter die Konnektionsfläche eine sterile Kompresse legen (Abb. 6.30o).

  • Danach die Infusion anschließen. Zunächst den Verschluss der Infusionsleitung abdrehen (Abb. 6.30p) und den Führungsdraht (Hohlnadel) aus der Kussstoffkanüle mit einer Hand herausziehen (Abb. 6.30q). Nach der Entfernung der Hohlnadel fließt meist etwas Blut zurück, was nicht irritieren sollte. Mit dem Mittelfinger der anderen Hand kann die Vene proximal der Verweilkanüle komprimiert werden.

  • Das Ende der Infusionsleitung mit dem periphervenösen Zugang verbinden (Abb. 6.30r).

  • Die Hohlnadel im Sharps-Container entsorgen (Abb. 6.30s).

  • Die Rollenklemme öffnen, sodass der Inhalt der Infusion in die Vene hineinfließen kann. Die blutige Kompresse wechseln (Abb. 6.30t). Gegebenenfalls die Infusionsleitung in Kringel legen und alles mit einem Pflaster befestigen.

Bildstrecke Anlage Venenverweilkatheter

ABBILDUNG 6.30A

ABBILDUNG 6.30B

ABBILDUNG 6.30C

ABBILDUNG 6.30D

ABBILDUNG 6.30E

ABBILDUNG 6.30F

ABBILDUNG 6.30G

ABBILDUNG 6.30H

ABBILDUNG 6.30I

ABBILDUNG 6.30J

ABBILDUNG 6.30K

ABBILDUNG 6.30L

ABBILDUNG 6.30M

ABBILDUNG 6.30N

ABBILDUNG 6.30O

ABBILDUNG 6.30P

ABBILDUNG 6.30Q

ABBILDUNG 6.30R

ABBILDUNG 6.30S

ABBILDUNG 6.30T

Tipps und Tricks
  • Lässt sich das Plastikteil der Venenverweilkanüle trotz korrekter Lage nicht vorschieben, könnten Venenklappen oder ein ungerader Venenverlauf hinderlich sein. In diesem Fall ist es hilfreich, das Vorschieben unter Spülen mit NaCl vorzunehmen.

  • Liegt die Venenverweilkanüle paravasal, kann die Infusion Schmerzen verursachen; es bildet sich ein Paravasat, das durch Ödembildung sichtbar wird. Die Kanüle dann umgehend entfernen und den Arm hochlagern.

  • Ist die Venenverweilkanüle nicht rückläufig, aber gut durchgängig, kann die Spitze an der Venenwand oder Venenklappe anliegen. Die Verweilkanüle dann einfach wenige Millimeter zurückziehen und neu fixieren.

  • Wenn eine Punktion nicht erfolgreich war, muss man bei einem neuen Versuch proximal davon stechen, da sonst Infusionsflüssigkeit über die verletzte Venenstelle austreten kann.

Durchführung Entfernung des Venenverweilkatheters

$periphervenöser ZugangEntfernungVenenverweilkatheterEntfernungperiphervenöser ZugangEntfernungNach erfolgter Infusionstherapie kann der periphervenöse Zugang entfernt werden:
  • Das Pflaster mit Desinfektionsmittel einsprühen und warten, damit sich der Kleber vom Pflaster lösen kann.

  • Das Pflaster vorsichtig vollständig von der Haut ablösen (Abb. 6.31a).

  • Einige sterilisierte Tupfer bereitlegen und die Verweilkanüle rasch herausziehen (Abb. 6.31b).

  • Die Einstichstelle fest komprimieren (Abb. 6.31c) und die Tupfer ggf. mit Pflaster fixieren. Nach Entfernung der Kanüle aus der Ellenbeuge den Ellenbogen gestreckt lassen und nicht abwinkeln, weil dies sonst die Hämatombildung fördert.

  • Die Verweilkanüle im Sharps-Container entsorgen.

Bildstrecke Entfernen des Venenverweilkatheters

ABBILDUNG 6.31A

ABBILDUNG 6.31B

ABBILDUNG 6.31C

Komplikationen und Maßnahmen

periphervenöser ZugangKomplikationenInfusionKomplikationenWährend einer Anlage des periphervenösen Zugangs können Komplikationen auftreten, die gezielte Maßnahmen erfordern. Sie sind der Tab. 6.10 zu entnehmen.

TABELLE 6.10

Wissenswertes zu Infusionen

Infusion: Einstellbeispiele
Infusion Einstellbeispiele
Infusionsmenge [ml] Infusionszeit [Std.] Infusionsgeschwindigkeit [ml/Std.] Infusionsgeschwindigkeit [Tropfen/Min.]
50 0,5 100 33
100 0,5 200 67
250 0,5 500 167
250 1 250 83
500 1 500 167
500 2 250 83
500 3 166 55
500 6 84 28
500 9 55 19
500 12 42 14
500 18 28 9
500 24 21 7
1000 3 333 111
1000 6 166 56
1000 12 84 28
1000 18 55 19
1000 24 42 14
1500 12 126 42
1500 24 64 21
2000 12 166 56
2000 24 84 28
Berechnung der Infusionsgeschwindigkeit
Infusion Berechnung Geschwindigkeit Grundlage:
  • 1 ml = 20 Tropfen

  • 1 Tropfen/Min. = 3 ml/Std.

Berechnung der Tropfenzahl pro Minute bei angeordneter Gesamtmenge der Infusionen und Infusionszeit (Formel 6.1):
Beispiel: 500 ml Infusionslösung sollen in 12 Std. durchlaufen (Formel 6.2, Formel 6.3).
→ Ungefähr alle 4 Sekunden muss ein Tropfen fallen.
Berechnung der Infusionsdauer bei gegebener Tropfenzahl pro Minute und Gesamtinfusionsmenge
InfusionBerechnung DauerFormel 6.4, Formel 6.5
Beispiel: Eine Kurzinfusion mit einem Gesamtvolumen von 100 ml soll mit einer Tropfenzahl von 30 Tropfen/Minute einlaufen (Formel 6.6, Formel 6.7).
→ Die Infusion läuft etwas länger als eine Stunde.
Infusionskonzentration berechnen
Infusion Berechnung Konzentration Gegeben
  • Gesamtdosis des Medikaments

  • Dosierung des Medikaments [mg/h]

Gesucht
Konzentration [ml/h]
Lösung

Lernzielkontrolle

  • Welche Vorteile und Nachteile haben Injektionen?

  • Welche anamnestischen Angaben sind vor Injektionen zu erheben?

  • Was ist die 5-R-Regel?

  • Was ist ein Hygieneplan und was beinhaltet er? Ist der Heilpraktiker verpflichtet, einen Hygieneplan zu erstellen?

  • Welche Maßnahmen ergreifen Sie bei einer Nadelstichverletzung?

  • Demonstrieren Sie eine subkutane, intravenöse und eine intramuskuläre Injektion!

  • Welche Auswirkungen kann eine lange Stauung, eine zu schnelle Aspiration oder inadäquate Lagerung (z. B. nicht gekühlt, eingefroren oder warm gelagert) von entnommenem Blut haben?

  • Demonstrieren Sie die Zubereitung einer Infusion und die Anlage eines periphervenösen Zugangs!

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