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Prüfungsempfehlungen

Allgemeines zur Prüfung und Anmeldungsmodalitäten

Anmeldung

Prüfung Empfehlungen Prüfung Anmeldung

$Prüfung Anmeldung Checkliste Voraussetzungen

□ Abgeschlossenes 25. Lebensjahr

□ Mindestens Volks- oder Hauptschulabschluss

□ Gesund

□ Sittlich zuverlässig

Checkliste Anmeldung

□ Antragsformular

□ Vollständiger Lebenslauf

□ Gültiger Personalausweis

□ Hauptschulabschlusszeugnis bzw. gleich- oder höherwertige Bildungsnachweise

□ Führungszeugnis zur Vorlage bei Behörden (Belegart O)

□ Gesundheitszeugnis

□ Ggf. gültige Aufenthalts- wie auch Arbeitserlaubnis für Nicht-EU-Staatsangehörige

Die Anmeldung zur Heilpraktikerüberprüfung erfolgt beim zuständigen Gesundheitsamt/Landratsamt bzw. dem Amt, wo Sie künftig Ihre Tätigkeit als Heilpraktiker ausüben möchten. Zunächst ist es sinnvoll, sich vorab beim zuständigen Amt Informationen einzuholen, was für die Anmeldung benötigt wird. Es können sowohl Merkblätter als auch Anmeldeformulare online eingesehen und heruntergeladen werden.
Die Termine der Überprüfung finden (bis auf wenige Ausnahmen)
  • am dritten Mittwoch im März (Anmeldung bis 31. Dezember des Vorjahres) und

  • am zweiten Mittwoch im Oktober (Anmeldung bis 30. Juni des laufenden Jahres) statt.

Nach der Durchführungsverordnung setzt die Erteilung der Erlaubnis voraus, dass Sie
  • das 25. Lebensjahr vollendet haben,

  • mindestens die Volks- oder Hauptschule erfolgreich abgeschlossen haben,

  • die erforderliche Eignung und sittliche Zuverlässigkeit für die Berufsausübung besitzen und

  • sich einer Kenntnisüberprüfung durch das Gesundheitsamt unterziehen.

Zusätzlich weisen einige Ämter darauf hin, dass der Prüfling die deutsche Sprache hinreichend beherrschen sollte.
In den meisten Fällen sind dem Gesundheitsamt folgende Unterlagen vorzulegen:
  • Antragsformular (das amtliche Formular des Gesundheitsamtes ist zu verwenden).

  • Vollständiger Lebenslauf (hand- oder maschinenschriftlich, tabellarisch oder als Fließtext).

  • Personalausweis oder Pass bzw. Geburtsurkunde (einfache Kopie).

  • Hauptschulabschlusszeugnis bzw. gleich- oder höherwertige Bildungsnachweise (beglaubigte Kopie; ausländische Bildungsnachweise sind nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt in Übersetzung durch einen staatlich anerkannten Übersetzer vorzulegen; Kosten hierfür werden nicht übernommen; Nachweise über die Besuche von Heilpraktikerausbildungseinrichtungen sind nicht erforderlich).

  • Führungszeugnis zur Vorlage bei Behörden (Belegart O): Das Führungszeugnis ist beim Bürgeramt bzw. Kreisverwaltungsreferat oder in Ihrer örtlich zuständigen Gemeinde zu beantragen und wird von dort innerhalb von ca. vier Wochen direkt an das Gesundheitsamt geleitet. Bei Antragstellung darf das Führungszeugnis nicht älter als drei Monate sein; der Beleg über die Beantragung ist dem Gesundheitsamt am Tag der Anmeldung vorzulegen.

  • Gesundheitszeugnis (ärztliches Attest), wonach Sie in gesundheitlicher, d. h. physischer und psychischer Hinsicht, zur ordnungsgemäßen Berufsausübung als Heilpraktiker geeignet sind. Das Gesundheitszeugnis kann jeder niedergelassene Arzt – mit Ausnahme eines Zahnarztes – ausstellen. Es ist das Formblatt des Gesundheitsamtes zu verwenden; die Untersuchung darf bei Antragstellung nicht länger als drei Monate zurückliegen.

  • Nicht-EU-Staatsangehörige haben eine gültige Aufenthalts- wie auch Arbeitserlaubnis nachzuweisen. Ist der ausländische Antragsteller nicht berechtigt, im Bundesgebiet einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, kann die Erlaubnis versagt werden, da ein berechtigtes Interesse an deren Ausstellung fehlt.

Ferner müssen Sie bei der Antragstellung Folgendes angeben:
  • Erklärung darüber, ob gegen die Antrag stellende Person ein gerichtliches Strafverfahren oder ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren anhängig ist

  • Erklärung, ob Sie die allgemeine Heilpraktikererlaubnis oder eine auf die heilkundliche Psychotherapie beschränkte Erlaubnis beantragen

  • Erklärung, ob und ggf. bei welcher Behörde Sie zuvor bereits eine Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz beantragt haben

Wenn die Unterlagen komplett sind, kann die Anmeldung zur Prüfung beim zuständigen Gesundheitsamt/Landratsamt erfolgen. Es empfiehlt sich, die Unterlagen entweder persönlich einzureichen oder postalisch als Einschreiben mit Rückschein zu verschicken. Denken Sie an eine rechtzeitige Anmeldung. Zahlreiche Ämter lassen nur eine begrenzte Teilnehmerzahl zur Prüfung zu; späte Anmeldungen werden unter Umständen nicht berücksichtigt.
Wenige Wochen vor der mündlichen Prüfung erhalten Sie von Ihrem zuständigen Gesundheitsamt eine Einladung zur schriftlichen Prüfung und zusätzlich Informationen über Ablauf, Fragentypen und den Umgang mit den Lösungsbögen, ferner meist einen Überblick über die Kosten, ggf. eine Platzziffer und eine Anfahrtsbeschreibung.

Prüfungsverfahren

PrüfungVerfahrenDie Überprüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Der schriftliche wird vor dem mündlichen Teil durchgeführt. Eine Einladung zum schriftlichen Überprüfungsteil erhalten Sie ca. drei Wochen vor dem Termin.
Gegenstände der Überprüfung
PrüfungInhaltAktuell sind folgende Sachverhalte Inhalte der Überprüfung:
  • Berufs- und Gesetzeskunde einschließlich rechtlicher Grenzen der nichtärztlichen Ausübung der Heilkunde

  • Grenzen und Gefahren diagnostischer und therapeutischer Methoden der Heilpraktiker

  • Grundkenntnisse der Anatomie, pathologischen Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie

  • Grundkenntnisse in der allgemeinen Krankheitslehre, Erkennung und Unterscheidung von Volkskrankheiten, insbesondere der Stoffwechsel-, Herz-Kreislauf-, degenerativen und übertragbaren Krankheiten, der bösartigen Neubildungen sowie schwerwiegender seelischer Krankheiten

  • Erkennung und Erstversorgung akuter Notfälle und lebensbedrohender Zustände

  • Technik der Anamneseerhebung und der körperlichen Untersuchung (Inspektion, Palpation, Perkussion, Auskultation, Reflexprüfung, Puls- und Blutdruckmessung)

  • Praxishygiene, Desinfektion und Sterilisation

  • Injektions- und Punktionstechniken

  • Deutung grundlegender Laborwerte

Mit der Änderung des Heilpraktikergesetzes und der Durchführungsverordnung vom 1.12.2016 im Bundestag und der Zustimmung des Bundesrats am 16.12.2016 ist bisher unklar, ob künftig auch Kenntnisse der naturheilkundlichen Verfahren und im Detail Therapieindikationen, Kontraindikationen usw. Gegenstand der Heilpraktikerüberprüfung sein werden. Die Erstellung von Leitlinien zur Überprüfung von Heilpraktikeranwärtern soll im Laufe des Jahres 2017 erfolgen und bis zum 31.12.2017 im Bundesanzeiger bekanntgegeben werden (Stand September 2017).

Schriftliche Prüfung

Allgemeines

PrüfungschriftlicheDie Kenntnis einiger wichtiger Voraussetzungen und Gegebenheiten für die schriftliche Überprüfung kann durchaus hilfreich sein:
  • Grundsätzlich ist es empfehlenswert, ca. 30 Minuten vor Prüfungsbeginn am Prüfungsort zu erscheinen. Diese Zeit kann dazu dienen, sich mit den Räumlichkeiten und der Sitzordnung vertraut zu machen, in aller Ruhe die Anmeldeformalitäten abzuwickeln und vielleicht noch eine Kleinigkeit zu essen und zu trinken. Bei Verspätungen wird in der Regel keine zusätzliche Zeit gewährt, auch wenn z. B. die öffentlichen Transportmittel nicht pünktlich den Zeitplan eingehalten haben oder jemand Nahestehender erkrankt ist.

  • Die Bearbeitungszeit beträgt 120 Minuten. Einige Gesundheitsämter gewähren zusätzliche Zeit (meist 10 Minuten) für die Übertragung der Ergebnisse auf den Lösungsbogen. Das ist allerdings keinesfalls die Regel. Wenn Sie mindestens 45 Fragen (75 %) richtig beantwortet haben, werden Sie zum mündlichen Teil zugelassen. Die Einladung zur mündlichen Überprüfung erhalten Sie gesondert, entweder postalisch oder inzwischen auch per E-Mail.

  • Täuschungsversuche oder sonstige Unregelmäßigkeiten führen in der Regel zum Abbruch der Prüfung.

Fragen

PrüfungFragenDie schriftliche Prüfung besteht aus 60 Multiple-Choice-Fragen. Sie können als
  • Einfachauswahl,

  • Mehrfachauswahl,

  • Zuordnungsfrage oder

  • Aussagenkombinationen gestellt werden.

Anfang des Jahrhunderts sind Verknüpfungsfragen (Kausalfragen) gestellt worden; das ist allerdings seit über 10 Jahren nicht mehr geschehen. Abweichungen von den angegebenen Fragen werden im Informationsschreiben mitgeteilt, das Sie wenige Wochen vor der Prüfung erhalten.
Jeder Prüfling bekommt einen Fragenkatalog und einen Lösungsbogen. Die Antworten müssen in den Lösungsbogen eingetragen und nach Ende der Prüfung abgegeben werden. Den Fragenkatalog kann jeder Prüfling mitnehmen.
Der offizielle Lösungsschlüssel erscheint meist 10 Tage nach der Prüfung und kann online beim Gesundheitsamt abgefragt werden. Inoffizielle Lösungsschlüssel werden von diversen Instituten bereits am Prüfungstag veröffentlicht.

Empfehlungen zur schriftlichen Prüfung

Nachfolgend finden Sie wichtige und bewährte Empfehlungen zur schriftlichen Überprüfung:
  • Grundsätzlich ist es wichtig, neben einer Ausbildungszeit eine ausreichend lange Prüfungsvorbereitungszeit einzuplanen. Diese ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Einigen Prüflingen genügen 2 Jahre Ausbildungszeit und 6 Monate Prüfungsvorbereitungszeit, einige benötigen länger oder kürzer. Ausbildungen mit einer Dauer unter einem Jahr und eine Prüfungsvorbereitung unter 6 Monaten müssen als kritisch angesehen werden. In dieser kurzen Zeit ist es schwierig (von Ausnahmen abgesehen), die gängigen Inhalte zu lernen und – was noch wichtiger ist – zu verstehen und zu behalten.

  • Sorgen Sie dafür, dass Sie über einen soliden Grundstock an medizinischem Wissen verfügen. Sie werden es brauchen und es wird Ihnen Sicherheit bieten – sowohl in der Prüfung als auch im Praxisalltag. Die Medizin und der menschliche Körper sind hochkomplexe Gebilde; die Auseinandersetzung mit dem einen und dem anderen erfordert Zeit und einen gewissen geistigen Raum. Aus persönlicher Erfahrung ist alles das, was man lernt, irgendwann doch nützlich.

  • Aus der Erfahrung der letzten 15 Jahre bleiben die Themen der schriftlichen Prüfung (von Ausnahmen abgesehen) relativ konstant. Hier ist es nützlich, so viele Fragen wie möglich anzusehen und zu „kreuzeln“, um sich an die Fragestellungen zu gewöhnen. Zunächst erscheinen diese unklar oder unverständlich und mit „eigenartigen“ Termini versehen. Mit der Übung tritt ein gewisser Gewöhnungseffekt ein. Zu beachten sind folgende Punkte:

    • Lesen Sie zunächst die Frage genau. Folgendes Schema hat sich bereits Jahrzehnte bewährt: Zuerst genau lesen, dann denken, dann kreuzen.

    • Beachten Sie, um welchen Fragentyp es sich handelt, ob um eine Einfach- oder Mehrfachauswahlfrage. Es kann nützlich sein, mit einem Leuchtmarker die Aufforderung „Wählen Sie zwei Antworten“ zu unterstreichen.

    • Die Wörter „immer“, „grundsätzlich“, „nie“, „stets“, „obligat“, „ausschließlich“ usw. müssen als sehr zweifelhaft angesehen werden und sind auch meist als falsch zu werten, aber eben nicht immer. Ein Beispiel dafür ist z. B. die Aussage zu funktionellen Herzgeräuschen: „Funktionelle Herzgeräusche sind stets systolisch.“ Diese Aussage ist richtig. Solche Art der Aussagen lassen sich aber sehr selten treffen. In der Medizin bedient man sich der Wahrscheinlichkeiten. Menschen sind unterschiedlich und die Medizin ist keine exakte Wissenschaft, die sich zudem permanent geringfügig oder auch deutlich ändert – je nach Erkenntnisstand.

    • Achten Sie auf Verneinungsfragen. Diese Fragenart ist inzwischen eher selten geworden, bereitet aber Prüflingen ab und an Schwierigkeiten.

    • Seien Sie vorsichtig mit Korrekturen. Die Erfahrung zeigt, dass in den meisten Fällen eine richtige Antwort in eine falsche umgewandelt wird. Das bedeutet aber nicht, dass Sie Ihre Unterlagen nicht nochmal sichten und ggf. korrigieren sollen.

    • Bearbeiten Sie bei den Fragen auch die falschen Antwortmöglichkeiten. Stellen Sie sicher, dass Aussagen, genannte Erkrankungen und Termini, die Ihnen nicht geläufig sind, bis zur Prüfung geklärt werden. Sie häufen so ein beträchtliches Kollateralwissen an, das für Sie nur Vorteile bietet.

    • Inzwischen verfügt der Markt über unterschiedlichste Werke zur Prüfung. Achten Sie darauf, dass Sie die Fragen nicht nur am PC, sondern auch einige Prüfungen „auf Papier“ lösen. Machen Sie sich mit dem amtlichen Layout vertraut, indem Sie bei Mitschülern bzw. Kommilitonen alte Originalprüfungen einsehen. Das kann einige optische Verunsicherungen in der Prüfung eliminieren.

  • Die Zeit kurz vor der Prüfung ist grundsätzlich knapp, der Stresslevel steigt. Das ist eine Allgemeinerscheinung und nicht für die Heilpraktikerüberprüfung spezifisch. Verschieben Sie wichtige Inhalte nicht zum Schluss und bauen Sie eine Zeitreserve ein.

  • Gehen Sie vor der Prüfung rechtzeitig ins Bett, damit Sie ausgeschlafen und konzentrationsfähig sind.

  • Falls Sie die Anfahrt zum Prüfungsort nicht kennen, empfiehlt sich einige Tage vor der geplanten Prüfung eine Testfahrt, damit Sie wissen, wohin Sie müssen, wie Sie hinkommen und wie lange es dauert. Das kann schon jede Menge Stress am Prüfungstag ersparen.

  • Seien Sie vorsichtig mit Schlafmitteln, sonstigen Mitteln mit entspannender oder sedierender Wirkung oder größeren Mengen Alkohol: Je nach Präparat kann die Wirkung noch am nächsten Tag anhalten. Aktivationsniveau, Konzentration und Aufmerksamkeit sinken dabei.

Beispiele für Prüfungsfragen

Einfachauswahl
Beispiel 1
PrüfungFragenEin Bluthochdruck kann endokrine Ursachen haben. Auf welche endokrine Grunderkrankung deutet die folgenden Symptomatik hin: Hypertensive Krisen, Kopfschmerzen, Blässe, Herzklopfen, Schwitzen?
□ A) Hypothyreose
□ B) Hyperparathyreoidismus
□ C) Primärer Hyperaldosteronismus (Conn-Syndrom)
□ D) Phäochromozytom
□ E) Cushing-Syndrom
Die richtige Antwort lautet „D“. Ausschlaggebend ist in der Textangabe die „Blässe“, die sehr typisch für das Phäochromozytom ist.
  • Zu A: Antwort A kann in der Stresssituation auch als Hyperthyreose gelesen werden. Die Symptome sind gleich, bis auf die Blässe.

  • Zu B: Leitsymptome sind Knochenschmerzen, Urolithiasis und Oberbauchschmerzen durch Ulkusbildung.

  • Zu C: Das Conn-Syndrom ist durch die Trias Hypertonie, Hypokaliämie und metabolische Alkalose gekennzeichnet.

  • Zu E: Beim Cushing-Syndrom können alle Symptome, bis auf die Blässe, auftreten. Typisch ist ein rundes, gerötetes Gesicht („Tomatengesicht“ oder „Mondgesicht“).

Beispiel 2
Welche Aussage zu Darmerkrankungen trifft zu?
□ A) Die Divertikulose geht in der Regel mit krampfartigen Unterbauchschmerzen einher.
□ B) Das kolorektale Karzinom tritt familiär gehäuft auf.
□ C) Das Reizdarmsyndrom geht häufig mit einem toxischen Megakolon einher.
□ D) Blutbeimischungen im Stuhl sind ein regelhafter Befund beim Reizdarmsyndrom.
□ E) Glutenhaltige Nahrung ist ein wesentlicher Bestandteil der Pathogenese des Morbus Crohn.
Die richtige Antwort lautet „B“. Bei dieser Frage werden mehrere gastrointestinale Erkrankungen abgefragt, sodass jede dieser Erkrankungen bzw. deren Symptome dem Anwärter geläufig sein müssen oder auch nicht, wenn man weiß, dass Karzinome im Allgemeinen familiär gehäuft vorkommen.
  • Zu A: Die Divertikulose entsteht häufig auf dem Boden einer Obstipation und ist in der Regel asymptomatisch.

  • Zu B: Das kolorektale Karzinom tritt familiär gehäuft auf.

  • Zu C: Das toxische Megakolon ist eine typische Komplikation der Colitis ulcerosa. Dabei weitet sich der Darm, sodass die Durchblutung gedrosselt werden kann. Eine Darmperforation mit Peritonitis und Sepsis können in der Folge auftreten. Das Reizdarmsyndrom ist eine funktionelle Darmstörung ohne fassbare organische Ursache. Betroffen sind meist Frauen zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr.

  • Zu D: Typische Symptome beim Reizdarmsyndrom sind Bauchschmerzen, Blähungen, Obstipation und/oder Diarrhö und hörbare Darmgeräusche. Häufig werden die Beschwerden von einer psychischen Verstimmung begleitet. Die Durchfälle sind nicht nächtlich und nicht blutig. Blutige Durchfälle sprechen für eine organische Ursache.

  • Zu E: Die Zöliakie (Sprue) ist eine allergische Darmerkrankung, bei der Gluten der pathogenetische Faktor ist. Die Ursachen des Morbus Crohn sind unklar, vermutet wird ein autoimmunes Geschehen.

Mehrfachauswahl
Beispiel 1
Was sind typische Nebenwirkungen einer langfristigen hochdosierten Kortisontherapie? Wählen Sie zwei Antworten!
□ A) Hypoglykämie
□ B) Arterielle Hypotonie
□ C) Schlechte Wundheilung
□ D) Überschießendes Wachstum bei Kindern
□ E) Osteoporose
Die richtigen Antworten lauten „C“ und „E“. Die Frage könnte auch lauten: „Was zählt zu den typischen Symptomen des Cushing-Syndroms?“ Die Osteoporose ist eine typische Erscheinung bei einer Glukokortikoidtherapie (katabole Wirkung am Knochen). Die schlechte Wundheilung ist auf Exsudations- und Proliferationshemmung von Bindegewebe zurückzuführen.
  • Zu A: Kortison ist ein kataboles Hormon, die Folge ist eine Hyperglykämie. Die Hyperglykämie kommt durch die gesteigerte Glukoneogenese und die gestörte Glukoseutilisation in den peripheren Zellen durch die Ausbildung einer Insulinresistenz zustande.

  • Zu B: Die arterielle Hypertonie ist eine typische Begleiterscheinung und auf mineralokortikoide (durch aldosteronähnliche) und vasokonstriktorische (durch erhöhte Katecholaminempfindlichkeit) Wirkung zurückzuführen.

  • Zu D: Bei Kindern führt eine langfristige Glukokortikoidtherapie zum Wachstumsstillstand und evtl. vorzeitigem Epiphysenschluss.

Beispiel 2
Welche der folgenden Aussagen zu Masern treffen zu? Wählen Sie zwei Antworten!
□ A) Für Heilpraktiker besteht nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) eine namentliche Meldepflicht bei Krankheitsverdacht, Erkrankung und Tod.
□ B) Die Übertragung erfolgt meist fäkal-oral.
□ C) Die Ansteckungsfähigkeit beginnt mit dem Auftreten des Exanthems.
□ D) Die Inkubationszeit bis zum Ausbruch des Exanthems beträgt ca. 2–5 Tage.
□ E) Das Masernvirus löst bei über 95 % der ungeschützten Infizierten klinische Erscheinungen aus.
Die richtigen Antworten lauten „A“ und „E“. Diese Frage lässt sich gut beantworten, wenn man allgemeine Kenntnisse über Masern besitzt. Die Antwortmöglichkeit E bezieht sich auf den Manifestationsindex, der vielleicht nicht so geläufig ist. Prüft man die Literatur, wobei bei Infektionskrankheiten maßgeblich wichtig ist, was das Robert-Koch-Institut veröffentlicht (rki.de), stößt man unmittelbar zum Manifestations- und Kontagiositätsindex. Die o. g. Frage nach dem Manifestationsindex ist im Herbst 2016 gestellt worden. Im März 2016 (in einer Aussagekombination) ist u. a. nach dem Manifestations- und Kontagiositätsindex gefragt worden. Sind im Zuge der Vorbereitung beide Definitionen geklärt worden, lässt sich die Frage sehr gut beantworten.
Zu A: Für Heilpraktiker besteht nach § 6 IfSG eine namentliche Meldepflicht bei Krankheitsverdacht, Erkrankung und Tod. Ein Behandlungsverbot besteht nach § 24 IfSG.
Zu B: Die Übertragung erfolgt meist über Tröpfchen, wie bei den meisten Kinderkrankheiten.
Zu C: Die Ansteckungsfähigkeit beginnt am Ende der Inkubationszeit, ist am höchsten in der Prodromalphase, die durch grippale Symptome („verheult, verrotzt, verschwollen“) und Koplik-Flecken gekennzeichnet ist, und sinkt mit dem Auftreten des Exanthems.
Zu D: Die Inkubationszeit bis zum Ausbruch des Exanthems beträgt ca. 2 Wochen.
Zu E: Das Masernvirus ist extrem ansteckend und löst auch bei kurzzeitiger Exposition eine Infektion aus (Kontagiositätsindex bei nahezu 100 %). Die Erkrankung löst bei über 95 % der ungeschützten Infizierten klinische Erscheinungen aus (Manifestationsindex ebenfalls bei nahezu 100 %).
Aussagekombination
Beispiel 1
Welche der folgenden Aussagen zur akuten Appendizitis treffen zu?
  • 1.

    Rechtsseitige Unterbauchschmerzen sind immer vorhanden.

  • 2.

    Es besteht meist hohes Fieber über 41 °C.

  • 3.

    Unauffällige Entzündungswerte im Blut schließen eine Appendizitis aus.

  • 4.

    Der Erkrankungsverlauf bei alten Menschen ist häufig symptomarm.

  • 5.

    Ein akuter Harnwegsinfekt kann ähnliche Beschwerden verursachen.

□ A) Aussagen 1 und 2 sind richtig
□ B) Aussagen 3 und 4 sind richtig
□ C) Aussagen 4 und 5 sind richtig
□ D) Aussagen 1, 2 und 5 sind richtig
□ E) Alle Aussagen sind richtig
Die richtige Antwort lautet „C“.
  • Zu 1: Hier findet sich das Wörtchen „immer“, was meist nicht zutreffend ist. Damit scheiden die Antwortmöglichkeiten A, D und E aus, es verbleiben nur noch B und C. Das bedeutet, dass die Aussage 4 richtig sein muss. Die alles entscheidende Frage ist jetzt, ob Aussage 3 oder 5 zutreffend ist. Bei der Aussage 3 findet sich ein Ausschluss, die Aussage 5 ist als „kann“-Aussage formuliert, also wahrscheinlicher.

  • Zu 2: Fieber ist häufig vorhanden, in den meisten Fällen ist es nicht so hoch.

  • Zu 3: Unauffällige Entzündungswerte im Blut schließen eine Appendizitis nicht aus.

  • Zu 4: Zutreffende Aussage.

  • Zu 5: Akute Harnwegsinfekte können ähnliche Symptome hervorrufen.

Beispiel 2
Eine 70-jährige Patientin gibt an, dass sie seit 3 Stunden plötzlich auf einem Auge nichts mehr sehe. Schmerzen werden nicht angegeben. Bei der Untersuchung zeigt das gesunde Auge keine Besonderheiten, auf dem betroffenen Auge wird völlige Blindheit angegeben. Bei vorsichtigem Druck mit den Fingern auf den Bulbus zeigt sich, ebenso wie beim äußeren Ansehen des betroffenen Auges, ein unauffälliger Befund.
Welche der folgenden Aussagen trifft (treffen) zu?
  • 1.

    Das Wahrscheinlichste ist ein akuter Glaukomanfall.

  • 2.

    Nach wenigen Stunden droht bei Nichtbehandlung irreversible Blindheit.

  • 3.

    Die richtige Therapie ist die sofortige Enukleation (Entfernung) des Auges in einer Fachklinik.

  • 4.

    Die Symptomatik deutet auf eine Embolie der A. centralis retinae (Zentralarterienverschluss) hin.

  • 5.

    Ein bei der Herzauskultation zu hörendes diastolisches Geräusch über dem 5. Interkostalraum medioklavikular links kann einen Hinweis auf die Ursache geben.

□ A) Nur Aussage 1 ist richtig
□ B) Nur Aussage 3 ist richtig
□ C) Aussagen 2 und 4 sind richtig
□ D) Aussagen 1, 2 und 5 sind richtig
□ E) Aussagen 2, 4 und 5 sind richtig
Die richtige Antwort lautet „E“. Dies ist vielleicht nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Folgendes Schema kann hilfreich sein: Es wird eine 70-jährige Patientin beschrieben, die offenbar an einer akuten, schmerzlosen Erblindung leidet. Diese Angabe „schmerzlos“ kann durchaus zu der Annahme führen, dass ein krankhafter Prozess der Retina, des N. opticus, des Glaskörpers oder der Linse vorliegen muss, weil dies die Strukturen sind, die nicht innerviert sind, wobei Erkrankungen der Linse chronische Prozesse sind. Andere Strukturen sind innerviert; deren Krankheitsprozesse sind schmerzhaft. Die Antwort wird mit der Aussage 4 geliefert. Zusätzlich wird darauf verwiesen, dass das Auge bei der Inspektion unauffällig erscheint, was bedeutet, dass die Schutzeinrichtungen, Konjunktiva und Sklera nicht betroffen sind. Die orientierende Bulbuspalpation ist ohne Befund, weshalb Aussagemöglichkeit 1 entfällt. Wenn die Aussage 4 richtig ist, dann kommen nur noch die Antwortmöglichkeiten C und E in Betracht. Hier ist es günstig zu wissen, dass ein Verschluss der A. centralis retinae auch durch eine Embolie aus dem linken Herzen hervorgerufen werden kann.
  • Zu A: Ein Glaukomanfall ist unwahrscheinlich. Das Krankheitsbild geht mit stärksten Bulbus- und Kopfschmerzen einher, ein Visusverlust ist möglich und ergibt sich aus der druckbedingten Ischämie der retinalen Gefäße.

  • Zu B: Die Angaben sprechen für eine Zentralarterienembolie. Ein später Therapiebeginn kann mit einem irreversiblen Visusverlust einhergehen. Der Grund liegt in der geringen Ischämietoleranz der retinalen Zellen.

  • Zu C: Die Therapie des Zentralarterienverschlusses (auf dem Boden der Arteriosklerose und bei Klappenfehlern) besteht in der Lysetherapie. Eine sofortige Enukleation des Auges ist bei keiner Augenerkrankung indiziert. Eine Enukleation kann nach sorgfältiger Prüfung aller Therapieoptionen (u. a. Radio- und Chemotherapie) bei malignen Prozessen am Auge in Betracht kommen.

  • Zu D: Die Symptome sprechen für eine Zentralarterienembolie. Typisch ist eine plötzliche, schmerzlose Erblindung (wegen der fehlenden sensiblen Innervation der Retina).

  • Zu E: Zentralarterienverschlüsse entwickeln sich häufig auf dem Boden einer Arteriosklerose. Eine andere Ursache sind Klappenerkrankungen des Herzens, v. a. die Mitralstenose, die zur Vorhofdilatation und Bildung von Vorhofthromben führt, die als Embolie die A. centralis retinae erreichen und verschließen können. Ferner kann ein Zentralarterienverschluss im Rahmen der Arteriitis temporalis auftreten.

Zuordnungsfrage
Dieser Fragetypus seit ca. 10 Jahren nicht mehr bei der Überprüfung erschienen.
Ordnen Sie den Erkrankungen der Liste 1 das Symptom/den Befund aus Liste 2 zu!
Liste1
  • 1.

    Scharlach

  • 2.

    Varizellen

Liste 2
□ A) Milzruptur
□ B) Grobfleckiges konfluierendes Exanthem hinter den Ohren beginnend
□ C) Feinfleckiges Exanthem, periorale Blässe
□ D) Erythem mit juckenden Papeln, Vesikeln und verschorften Erosionen, Verlauf in Schüben (sog. Sternenhimmel)
□ E) Retroaurikuläre Lymphknotenvergrößerung
Die richtigen Antworten lauten:
Zu 1: Antwort „C“ ist richtig
Zu 2: Antwort „D“ ist richtig
  • Zu A: Die Milzruptur kann Folge einer akuten Mononukleose sein.

  • Zu B: Ein grobfleckiges konfluierendes Exanthem, das hinter den Ohren beginnt und nach kaudal wandert, ist typisch für Masern.

  • Zu E: Eine retroaurikuläre Lymphknotenvergrößerung ist typisch für Röteln.

Mündliche Prüfung

Allgemeines zum Ablauf

PrüfungmündlicheNach der bestandenen schriftlichen Prüfung erhalten Sie wenige Tage oder wenige Wochen danach eine Einladung zur mündlichen Prüfung. Darin werden das Datum, der Ort und die Uhrzeit genannt. Sollten Sie an diesem Tag verhindert aufgrund beruflicher oder gesundheitlicher Umstände sein, müssen Sie dies dem Gesundheitsamt oder Landratsamt mitteilen. In der Regel werden bei beruflichen Verpflichtungen andere Termine festgelegt, gelegentlich auch erst im folgenden Semester. Bei Erkrankung müssen Sie ein ärztliches Attest vorlegen. Hier werden in der Regel auch Ersatztermine angeboten. Ein unentschuldigtes Fernbleiben von der Prüfung gilt als nicht bestandene Prüfung. In diesem Fall müssen Sie sowohl die schriftliche als auch die mündliche Prüfung noch einmal wiederholen.
Die mündliche Überprüfung dauert pro Person mindestens 30 Minuten. Sie wird unter Vorsitz eines Arztes des Gesundheitsamtes durchgeführt. An ihr wirken in der Regel zwei Angehörige des Heilpraktikerberufs als Beisitzende gutachterlich mit. Sie kann einzeln oder in Gruppen durchgeführt werden. Die Modalitäten werden im Einladungsschreiben mitgeteilt.
Nach der mündlichen Überprüfung entscheidet der Vorsitzende nach Anhörung der Beisitzer, ob die Ausübung der Heilkunde durch Sie „eine Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung oder für die ihn aufsuchenden Patientinnen und Patienten bedeuten würde“. Das Ergebnis wird Ihnen gleich im Anschluss mitgeteilt, im Fall des Nichtbestehens erfahren Sie auch die maßgeblichen Entscheidungsgründe und erhalten einen schriftlichen Bescheid.
Die Novellierung des Heilpraktikergesetzes und der Durchführungsverordnung im Dezember 2016 sieht eine Erarbeitung von Leitlinien zur Heilpraktikerüberprüfung vor, die bis Ende des Jahres 2017 erarbeitet und bekanntgegeben werden sollen.

Inhalte der mündlichen Prüfung

Die Inhalte der mündlichen Überprüfung sind sehr verschieden. Einige Gesundheitsämter bevorzugen eine rein theoretische Überprüfung, andere hingegen praktische Demonstrationen, z. B. Untersuchungs-, Injektionstechniken oder das Notfallprocedere. Der praktische Teil wird in der Regel an einem Phantom durchgeführt.
Die theoretischen Schwerpunkte sind sehr breit gestreut. Zu den gängigen Inhalten zählen:
  • Fallbeispiele: Ein mögliches Fallbeispiel kann z. B. lauten: „Sie werden zum Hausbesuch in der Nachbarschaft gebeten. Ein 74-jähriger Patient klagt nach dem Besuch im Fitnessstudio über starken retrosternalen Druck und Parästhesien im linken Unterarm. Ferner berichtet der Patient über Brechreiz.“ Aus diesem Fallbeispiel müssen Sie dann eine Verdachtsdiagnose, Differenzialdiagnosen und (in diesem Fall) ein Notfallgeschehen herleiten, mit Benennung der Maßnahmen, die zu ergreifen sind. Ferner können Sie zum Krankheitsbild mit Definition, Pathogenese, Symptomen, Komplikationen und Therapie befragt werden.

  • Differenzialdiagnostik: Eine mögliche Frage könnte lauten: „Nennen Sie Differenzialdiagnosen für Schmerzen im rechten Oberbauch!“ Die Frage kann auch anhand eines Fallbeispiels gestellt werden, z. B.: „Eine 44-jährige adipöse Frau stellt sich bei Ihnen mit Schmerzen im rechten Oberbauch vor. An welche Differenzialdiagnosen denken Sie?“

  • Leitsymptome: Gängige Fragen könnten folgendermaßen lauten: „Nennen Sie Leitsymptome der Colitis ulcerosa!“ oder „Durch welche Leitsymptome ist die Sigmadivertikulitis gekennzeichnet?“

  • Laborbefunde: Gelegentlich werden in den mündlichen Überprüfungen Laborbefunde vorgelegt (in der Regel ohne Referenzwerte). Aus diesem Laborbefund müssen dann die einzelnen Parameter, die vom Referenzbereich abweichen, benannt und eine (Verdachts-)Diagnose gestellt werden.

  • Fragen zur Anatomie und Physiologie: Gängige Fragen sind z. B. „Beschreiben Sie den Aufbau des Herzens!“, „Beschreiben Sie den Aufbau der Leber!“ oder „Beschreiben Sie den Verdauungsprozess!“. Bei den Fragen zur Anatomie empfiehlt es sich, zunächst die Lage des Organs zu beschreiben, danach den makroskopischen Aufbau, gefolgt vom mikroskopischen Aufbau. Im Anschluss kann die Funktion des Organs erläutert werden.

  • Bunt gemischte Fragen: Einige Prüfungen sind durch einen schnellen Themenwechsel gekennzeichnet. Dabei können zunächst Fragen z. B. zu Hormonen des Nebennierenmarks gestellt werden, direkt im Anschluss zur Gesetzeseinschränkungen, die für den Heilpraktiker relevant sind, dann zu Kennzeichen des Diabetes mellitus. Danach werden Sie aufgefordert, eine Untersuchung der Beine, der Leber oder eines anderen Organs oder eine Injektionstechnik zu demonstrieren.

Beispiele für Inhalte der mündlichen Prüfung finden Sie im Kapitel 8.

Empfehlungen zur mündlichen Prüfung

Folgende Empfehlungen sind vor der mündlichen Prüfung zu beachten:
  • Die Vorbereitung auf die mündliche Prüfung ist mit einer Lernumstellung verbunden. Während Sie für die schriftliche Prüfung Inhalte gespeichert haben und diese bei der Bearbeitung der MC-Fragen eher passiv abrufen konnten, müssen Sie in der mündlichen Prüfung Sachverhalte aktiv äußern und optimaler Weise logisch präsentieren. Das erfordert einige Übung, Geduld und Zeit. Hier kann ein mündliches Training von Vorteil sein, bei dem Sie das Frage-Antwort-Spiel einüben.

  • Beschaffen Sie sich verfügbare Altprotokolle, um eine Einsicht in die Inhalte und Organisation zu erhalten. Nehmen Sie die Protokolle lediglich als Anhaltspunkt und beachten Sie, dass es einen Prüferwechsel geben kann oder dass komplett andere Themen abgefragt werden. Die ausschließliche Einverleibung der Inhalte aus Altprotokollen kann zu herben Enttäuschungen führen; seltener geht die Rechnung auf und man kann dann von einer „Punktlandung“ sprechen.

  • Grundsätzlich ist es ratsam, bestimmte häufige Krankheiten v. a. Zivilisationskrankheiten vorab schon vorzubereiten, z. B. arterielle Hypertonie, Herzinfarkt, Diabetes mellitus, alkoholassoziierte Erkrankungen, Apoplex usw. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie sich zu diesen Inhalten äußern müssen, ist relativ hoch. Das Gleiche gilt für die Gesetzeslage; sehr häufig werden gesetzlich verankerte Berufsverbote und Pflichten abgefragt.

  • Erscheinen Sie pünktlich zur Prüfung und planen Sie einen Zeitpuffer von 30 Minuten ein. In der Regel müssen Sie Ihre Einladung und den Personalausweis vorzeigen; das kann je nach Teilnehmerzahl und Organisation im Gesundheitsamt unterschiedlich lange dauern.

  • Wählen Sie ordentliche Kleidung für die Prüfung. Nehmen Sie von Miniröcken, tiefen Ausschnitten oder Extravaganzen Abstand. All die Kleider und Accessoires können wieder gut hinterher getragen werden, in der Prüfung sind sie unpassend. Lassen Sie Ihren Schmuck zu Hause, insbesondere den, der Sie bei der praktischen Demonstration von z. B. Untersuchungstechniken oder Injektionen behindert. Verzichten Sie auf Nagellack oder Kunstnägel (unhygienisch) und binden Sie Ihre Haare zusammen.

  • Achten Sie auf Höflichkeit und Sachlichkeit während der gesamten Dauer der Prüfung.

  • In einigen Gesundheitsämtern werden Sie mit der Eingangsfrage konfrontiert: „Warum wollen Sie Heilpraktiker werden?“, „Welche berufliche Laufbahn können Sie vorweisen?“ Einigen Prüfern ist wichtig, dass Sie über eine abgeschlossene Ausbildung oder ein Studium verfügen. Hier ist es sinnvoll, sich vor der Prüfung Gedanken bezüglich der Inhalte und Formulierung zu machen.

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