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B978-3-437-58561-6.00020-6

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Gemischte Fragen

FRAGE

Warum möchten Sie diese Prüfung ablegen?

Prüfungstipp

Natürlich kann niemand diese Frage für Sie beantworten. Sie sollten sich jedoch unbedingt darauf vorbereiten, wie Sie diese Frage beantworten würden. Ihre Antwort sollte schlüssig und nachvollziehbar sein.

Antwort

  • Antwort A: Ich habe vor, nach bestandener Überprüfung:gemischte FragenÜberprüfung eine Praxis für Psychotherapie zu eröffnen und Menschen mit psychischen Problemen zu behandeln. Ich habe eine Ausbildung in Methode XY durchlaufen und werde vor allem mit diesem Verfahren arbeiten.

  • Antwort B: Ich habe vor vielen Jahren selber eine psychische Krise durchlebt. Ich habe mich einer intensiven Psychotherapie unterzogen und möchte meine Erfahrungen an Menschen in ähnlicher Situation weitergeben. Ich habe eine Ausbildung in Methode XY durchlaufen, die mir damals selber sehr geholfen hat, und möchte vor allem mit Patienten arbeiten, die unter AB leiden.

  • Antwort C: Ich arbeite schon viele Jahre im Beratungsbereich und gebe Coaching-Sitzungen. In den letzten Jahren bin ich immer öfter in die Situation gekommen, dass durch das gewachsene Vertrauensverhältnis zwischen meinen Klienten und mir zunehmend persönliche Themen zur Sprache kamen und erhebliche psychische Probleme der Klienten sichtbar wurden. Ich will mich zum einen juristisch absichern, falls die Gespräche psychotherapeutische Form annehmen. Zum anderen wollte ich mich fortbilden, um mich im Bereich der psychischen Störungen besser auszukennen und um Klienten anderen, angemesseneren professionellen Hilfsangeboten zuführen zu können.

FRAGE

Mit welchen psychotherapeutischen Verfahren möchten Sie nach bestandener Überprüfung arbeiten?

Prüfungstipp

Auch für diese Frage gilt: Sie kann nur von Ihnen persönlich beantwortet werden. Besondere Mühe auf die Beantwortung dieser Frage sollten Sie verwenden, wenn Sie:

  • noch gar nicht wissen, mit welcher Methodik Sie später arbeiten wollen,

  • noch keine psychotherapeutische Ausbildung durchlaufen haben,

  • mit einer ausgesprochenen Außenseitermethode arbeiten wollen, welche die Prüfer entweder nicht kennen oder die unseriös erscheinen könnte.

Antwort

  • Antwort A: Ich habe im Rahmen meiner bisherigen Tätigkeit in einer Elternberatungsstelle eine Ausbildung in Familientherapie gemacht. Ich möchte meine Erfahrungen nutzen und als Familientherapeutin in eigener Praxis arbeiten.

  • Antwort B: Ich habe bisher noch keine psychotherapeutische Ausbildung, psychotherapeutischeAusbildung absolviert. Nachdem ich mir mit dem Erlangen der Heilerlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz die juristische Grundlage gelegt habe, möchte ich eine Ausbildung zum Gesprächspsychotherapeuten machen und mit dieser Methode arbeiten.

  • Antwort C: Ich bin trockener Alkoholiker und arbeite als Suchthelfer. Zurzeit befinde ich mich in einer Ausbildung zum Suchttherapeuten. Ich erlerne vor allem die Überprüfung:gemischte FragenArbeit mit Gruppen und in Einzelgesprächen. Die Ausbildung ist verhaltenstherapeutisch orientiert. Mit dieser Methode möchte ich später auch arbeiten.

FRAGE

Mit welchen PatientengruppenPatienten möchten Sie nach bestandener Überprüfung arbeiten?

Prüfungstipp

Auch auf diese Frage sollten Sie sich vorher eine Antwort überlegen. Wenn Sie bestimmte Patientengruppen (z. B. Kinder, Menschen mit Ängsten oder Senioren) erwähnen, müssen Sie berechtigterweise damit rechnen, dass Sie zu den angesprochenen Themen vertiefend gefragt werden können.

Antwort

  • Antwort A: Ich arbeite als Vertrauenslehrerin an einer Schule und sehe die vielen psychischen Probleme, die Kinder heutzutage haben. Ich möchte aus meiner Erfahrung heraus mit Kindern und Jugendlichen arbeiten und habe bereits eine Reihe von Fortbildungen in diesem Bereich absolviert.

  • Antwort B: Ich möchte mit Menschen arbeiten, deren Beschwerden im neurotischen Spektrum verbleiben, also z. B. Patienten mit Zwängen, Angststörungen, leichten Depressionen, allgemeinen Lebenskrisen oder somatoformen Störungen. Nicht arbeiten möchte ich mit Patienten, die an einer Schizophrenie, Demenz, Abhängigkeitserkrankung oder schweren Essstörung erkrankt sind.

  • Antwort C: Ich habe früher selber Alkoholprobleme gehabt. Ich möchte gerne Menschen mit einer Suchtproblematik psychotherapeutisch begleiten, etwa in der Nachsorge nach einem Klinikaufenthalt.

FRAGE

Welche Symptome und Störungen entwickeln sich auf dem Boden eines sexuellen Missbrauch:sexuellerMissbrauchs?

AntwortSexueller Missbrauch wird in den meisten Fällen von direkten Familienmitgliedern begangen. Die Folgen für das betroffene Kind (und später den Erwachsenen) hängen von Überprüfung:gemischte Fragenvielen Missbrauch:sexuellerFaktoren ab. Sie sind umso gravierender,

  • je größer der Altersabstand zwischen Täter und Opfer ist,

  • je näher das Kind dem Täter stand,

  • je mehr Gewalt und Androhung von Gewalt angewendet wurde,

  • je jünger das betroffene Kind ist,

  • je länger der Missbrauch anhielt,

  • je mehr deutliche Hilferufe nicht gehört oder geglaubt wurden,

  • je weniger Schutz durch andere Personen bestand.

Ein wichtiger Schutzmechanismus, über den Kinder in besonderem Maß verfügen, ist die Dissoziation. DissoziationEs kommt zu Abspaltungserscheinungen zwischen körperlichen und seelischen Prozessen. Viele Betroffene berichten rückblickend, sie wären während der Übergriffe und Gewalttaten nicht in ihrem Körper gewesen, sondern hätten sich auf eine Art Traumebene zurückgezogen.

Sexueller Missbrauch führt naheliegenderweise häufig zu grundsätzlichem Misstrauen anderen Menschen und dem Leben gegenüber. Im Erwachsenenalter bestehen große Partnerschaftsprobleme.

Das Verhältnis zum eigenen Körper ist massiv gestört. Es kann sein, dass ganze Körperregionen nicht wahrgenommen werden. Der eigene Körper wird als schmutzig empfunden. Sexualität wird vermieden oder als notwendiges Übel in Beziehungen angesehen.

Sehr häufig bestehen SchuldgefühlSchamgefühlgrößte Schuld- und Schamgefühle. Die Betroffenen fühlen sich verantwortlich und schuldig für die Dinge, die ihnen in der Kindheit widerfahren sind.

Langfristig können sich ausgeprägte und chronische psychische Störungen entwickeln. Häufig entwickeln sich in der Folge eines sexuellen Missbrauchs:

  • Depressionen

  • Angststörungen

  • Zwangsstörungen

  • Schlafstörungen

  • Essstörungen

  • sexuelle Störungen

  • posttraumatische Belastungsstörungen

  • Abhängigkeitserkrankungen

  • dissoziative Störungen

FRAGE

Bei welchen psychischen Störungen ist eine FamilienanamneseFamilienanamnese besonders wichtig?

AntwortIn einer Familienanamnese wird danach gefragt, ob in der unmittelbaren oder auch entfernteren Verwandtschaft psychische Probleme oder Erkrankungen aufgetreten sind. Gab es Depressionen, Schizophrenien, Suizidversuche, Suchterkrankungen oder Aufenthalte in psychiatrischen Krankenhäusern in der Familiengeschichte? Die Erhebung einer Familienanamnese ist bei psychischen Störungen grundsätzlich sinnvoll. Besonders wichtig ist sie in Fällen, wo der Verdacht besteht, dass eine psychische Erkrankung vorliegt, bei deren Entstehung häufig eine starke genetische Komponente eine Rolle spielt (z. B. Depressionen, Schizophrenien oder Alkoholabhängigkeit).

Viele Angaben zu Auffälligkeiten bei Familienanamneseverstorbenen Familienmitgliedern sind schwer zu bewerten. In vielen Familien wird nicht offen über derlei Themen geredet (Familienehre), oder die Angaben sind sehr vage („da war mal ein Onkel, der soll sich aufgehängt haben …“).

Auch zur Durchführung einer Psychotherapie ist es nötig und sinnvoll, über ausreichende Informationen zur Familie des Patienten zu verfügen. Welchen sozialen Überprüfung:gemischte FragenStatus hat die Familie? Wie sind/waren die Beziehungen der Familienmitglieder zueinander? Wie wird in der Familie kommuniziert? Wie ist das Familienklima? Welche Stellung nimmt der Patient in der Familie ein?

FRAGE

Was ist der Unterschied zwischen einer Persönlichkeitsstörung:und Neurose, AbgrenzungPersönlichkeitsstörung und einer Neurose?

AntwortPersönlichkeitsstörungen sind schwerwiegender als neurotische Störungen. Persönlichkeitsstörungen können zwar psychotherapeutisch günstig beeinflusst werden, man geht jedoch davon aus, dass keine vollständige Heilung möglich ist. Neurosen können durch angemessene psychotherapeutische Interventionen ganz zum Abklingen gebracht werden.

Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung erleben ihre Symptome als ich-synthon, d. h. als zu sich gehörig, während Patienten mit einer neurotischen Störung (z. B. Angststörung oder Zwangserkrankung) ihre Symptome überwinden wollen und somit als ich-dysthon erleben. Die klassische psychoanalytische Literatur hat der Neurose eine sogenannte Charakterneurose entgegengestellt, welche die ganze Persönlichkeit erfasst.

Neurotische Patienten haben zwar Lebens- und Verhaltensbereiche, in denen sie erhebliche Probleme haben, sie funktionieren jedoch überwiegend gut, sind sozial integriert und oftmals grundsätzlich arbeitsfähig. Bei schweren Persönlichkeitsstörungen besteht eine große persönliche Instabilität. Es kann zu schweren Krisen kommen, die eine stationäre Behandlung oder zumindest den Einsatz von Psychopharmaka notwendig machen. Ein Teil der Patienten mit einer schweren Persönlichkeitsstörung entwickelt dauerhaft eine psychische Behinderung.

Verbreitete Persönlichkeitsstörungen sind die emotional-instabile Persönlichkeitsstörung, die ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung und die abhängige Persönlichkeitsstörung. Zu den neurotischen Störungen werden vor allem Angststörungen, leichte Depressionen, Zwangsstörungen und dissoziative (Konversions-)Störungen gerechnet.

FRAGE

Was ist der Unterschied zwischen Psychose:und Neurose, AbgrenzungPsychose und Neurose?

Merke

Auch wenn in der wissenschaftlichen psychiatrischen Literatur die Begriffe „Neurose“ und „Psychose“ als nicht eindeutig definiert gelten, spielen sie in der psychiatrischen Praxis täglich noch eine große Rolle.

AntwortDie Unterscheidung zwischen Neurose und Psychose ist in der Praxis sehr wichtig. Psychosen sind in ihrer Symptomatik sehr viel schwerwiegender als Neurosen. Menschen mit einer akuten Psychose müssen in einer psychiatrischen Klinik stationär untergebracht werden. Sie werden dort mit Neuroleptika behandelt. Klassische Psychotherapie ist bei psychotischen Patienten kontraindiziert. Charakteristisch für Psychosen sind die sogenannten produktiven Symptome einer Psychose. Diese sind auffallend, schillernd und bizarr. Zu ihnen Wahnzählen Wahnvorstellungen (z. B. Verfolgungswahn, Größenwahn), Halluzinationen (z. B. Halluzinationoptische, akustische) Ich-Störungund Ich-Störungen (z. B. Gedankeneingebung, Gedankenentzug). Menschen mit einer Psychose können in der Regel nicht mehr am normalen gesellschaftlichen Leben teilnehmen, oft müssen sie dauerhaft betreut werden. Der Realitätsbezug geht verloren, ebenso die eigene Identität.

Im Gegensatz dazu sind die Folgen einer Neurose lange nicht so gravierend, auch wenn starkes Leiden besteht. Der Realitätsbezug ist in der Regel normal. Überwiegend sind die Patienten in der Lage, am normalen gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und einer Arbeit nachzugehen. Klinikaufenthalte in der Psychiatrie sind weitaus seltener notwendig Überprüfung:gemischte Fragenals bei einer Psychose. Die Patienten können gut ambulant betreut oder in einer psychotherapeutischen Abteilung eines Krankenhauses behandelt werden.

FRAGE

Welche psychischen Störungen zählen zu den NeuroseNeurosen?

AntwortDer Begriff „Neurose“ wurde von Sigmund Freud eingeführt, um damit psychische Störungen zu bezeichnen, die in der Folge von inneren, verdrängten psychischen Konflikten entstehen. Dieser Begriff ist heute umstritten, wird in der Fachdiskussion jedoch noch sehr häufig verwendet. Zu den neurotischen Störungen zählt man:

  • Zwangsstörungen

  • Angststörungen

  • hypochondrische Störungen

  • dissoziative Störungen (Konversionsstörungen)

FRAGE

Welche psychischen Störungen zählen zu den PsychosePsychosen?

AntwortPsychosen sind schwerwiegende psychische Störungen, die zu einer starken Einschränkung der Fähigkeit einer normalen Alltagsbewältigung führen. Psychosen müssen in der Regel stationär behandelt werden. Sie gehen mit Realitätsverlust, Störungen der Identität und starken Ängsten einher. Es können Halluzinationen, gravierende Störungen des Denkablaufs, Ich-Störungen und Wahnsymptome auftreten. Zu den psychotischen Störungen zählt man:

  • Schizophrenien

  • Manien

  • organische Psychosen

  • schwere Depressionen

  • schizoaffektive Störungen

FRAGE

Was ist PsychiatriePsychiatrie?

AntwortPsychiatrie ist eine Fachdisziplin der Medizin, die sich mit der Erforschung, Diagnostik und Behandlung psychischer Erkrankungen beschäftigt. Die Psychiatrie ist in eine Reihe von Teildisziplinen unterteilt. Zu ihnen zählen u. a.:

  • Psychopharmakologie: Die PsychopharmakologiePsychopharmakologie erforscht die Wirkung von Medikamenten auf psychische Störungen. Medikamente, die hauptsächlich zur Behandlung von psychischen Störungen eingesetzt werden, werden Psychopharmaka genannt. PsychopharmakaPsychopharmaka stellen mit Abstand die am häufigsten eingesetzte Interventionsmethode eines Psychiaters zur Behandlung psychischer Störungen dar.

  • Psychotherapie: Durch den Einsatz von Gesprächen und übenden Verfahren Überprüfung:gemischte Fragenkann entscheidend auf psychische Störungen eingewirkt werden. PsychotherapiePsychotherapie wird häufig mit einer Psychopharmakotherapie kombiniert. Einige Psychiater praktizieren selbst Psychotherapie, häufig werden Patienten begleitend von anderen Psychotherapeuten behandelt.

  • Psychopathologie: Krankheitslehre der psychischen Störungen. Die PsychopathologiePsychopathologie beschreibt psychische Störungen, definiert Kriterien für ihre Diagnose und ordnet sie (Klassifikation).

  • Forensische Psychiatrie: Die forensische Psychiatrie:forensischeforensische PsychiatriePsychiatrie beschäftigt sich mit psychischen Störungen, die bei der Begehung von Straftaten eine Rolle spielen (z. B. Frage der Schuldfähigkeit). Psychiatrisch-forensische Gutachten werden in der Regel von Psychiatern verfasst.

Verwandte Fachgebiete der Psychiatrie sind u. a.:

  • Psychologie: Die PsychologiePsychologie beschäftigt sich mit den seelischen Prozessen im Menschen, wobei allerdings sich nur ein Teil der Psychologen mit psychischen Störungen beschäftigt. Zwischen klinischer Psychologie und Psychiatrie gibt es starke Überschneidungen.

  • Neurologie: Die NeurologieNeurologie beschäftigt sich mit den Erkrankungen des Nervensystems. Viele Psychiater sind gleichzeitig Neurologen.

FRAGE

Welche psychiatrischen Notfall:psychiatrischerNotfälle kennen Sie?

AntwortZu den häufigsten psychiatrischen Notfällen zählen:

  • Suizidalität: Im Rahmen von Depressionen, Schizophrenien, Abhängigkeitserkrankungen und Persönlichkeitsstörungen kann es zu suizidalen Krisen kommen. Die Patienten müssen in diesem Fall sofort stationär behandelt werden.

  • Delirante Zustände: Lebensgefährliche Delirien können im Rahmen von Alkohol- und Benzodiazepin-Entzügen auftreten. Ein DelirDelir kann bei älteren Patienten auch nach Operationen und anderen schweren medizinischen Eingriffen auftreten.

  • Erregungszustände: ErregungszustandIm Rahmen von Schizophrenien, organischen psychischen Störungen oder Alkoholentzügen kann es zu einer unkontrollierten Steigerung der Psychomotorik kommen, die in aggressive und gewalttätige Ausbrüche münden kann.

  • Bewusstseinsstörungen: Plötzlich auftretende Störungen des BewusstseinsstörungBewusstseins (Benommenheit, Somnolenz, Koma) weisen auf organische Ursachen wie z. B. Durchblutungsstörungen, Notfall:psychiatrischerHormonstörungen oder Infektionen hin. Bewusstseinsstörungen werden häufig auch durch die Einnahme psychotroper Substanzen ausgelöst.

  • Stupor: StuporDurch Hirnerkrankungen, schwere Demenzen oder unerwünschte Wirkungen von Arzneimitteln kann es zu Zuständen völliger Bewegungsstarre kommen.

Die Behandlung psychiatrischer Notfälle besteht in notwendiger symptomatischer Sofortmedikation und anschließender Behandlung der zugrunde liegenden psychischen Störung.

FRAGE

Wie sieht eine KriseninterventionKrisenintervention bei psychisch Kranken aus?

AntwortIn den meisten psychiatrischen Krisensituationen steht das beruhigende Gespräch mit dem Patienten im Vordergrund. Man versucht Augenkontakt herzustellen, fragt den Patienten ruhig und sachlich danach, was er erlebt, und erklärt ihm, welche Schritte man aus welchem Grund ergreift. In vielen Situationen ist eine rasche medikamentöse Intervention Überprüfung:gemischte Fragennotwendig. Bei Eintreten von Notfallsituationen müssen therapeutische Maßnahmen in letzter Konsequenz auch ohne Zustimmung des Patienten durchgeführt werden. Meistens ist eine stationäre Unterbringung erforderlich.

FRAGE

Wen rufen Sie bei psychiatrischen Notfall:EinweisungNotfällen?

AntwortOft ist es nicht sicher zu klären, ob eine Notfallsituation auf eine psychische Störung oder auf eine körperliche Ursache zurückzuführen ist. Im Falle plötzlicher Benommenheit kann z. B. ein Apoplex (Schlaganfall) vorliegen. Im Zweifelsfall ist ein Notarztwagen zu rufen, um schnellstmöglich medizinisch notwendige Notfallmaßnahmen einleiten zu können.

Bei akuter Suizidalität Suizidalität:Notfallmuss sichergestellt werden, dass der betroffene Patient sofort einer angemessenen Behandlung zugeführt wird. Der Patient muss beobachtet und eine medikamentöse Therapie zur Behandlung der akuten Symptome bzw. der zugrunde liegenden psychischen Störung eingeleitet werden. Kann man nicht sicherstellen, dass der Patient sich sofort freiwillig in eine psychiatrische Klinik begibt, ist akut eine Zwangseinweisung einzuleiten. Die Einweisung eines Patienten gegen seinen Willen ist in den verschiedenen Psychisch-Kranken-Gesetzen (PsychKG) bzw. Unterbringungsgesetzen der Bundesländer geregelt. Die Zuständigkeit für die Einleitung von Maßnahmen zum Schutz des Patienten bei Suizidalität ist in den verschiedenen Landkreisen und Städten unterschiedlich geregelt. Meist sind der sozialpsychiatrische Dienst, das Gesundheitsamt oder das Ordnungsamt zuständig. Ähnlich ist das Vorgehen, wenn ein Patient durch aggressives Verhalten und Gewalttätigkeit eine Gefahr für andere Menschen darstellt.

Könnte ein Entzugsdelir Entzugsdelirvorliegen, ist ein Notarztwagen zu verständigen, um schnellstmöglich medikamentös zu intervenieren.

FRAGE

Wie erheben Sie eine AnamneseAnamnese?

AntwortEine Anamnese wird zu Beginn einer Behandlung erhoben. Nachdem ein neuer Patient in einem offenen Gespräch Gelegenheit bekommen hat zu schildern, weswegen er sich vorstellt, schließt sich die Erhebung der Anamnese an. Hierbei sollten in möglichst systematischer Form Informationen zur Vorgeschichte des Patienten erhoben werden. Im engeren Sinne ist mit KrankheitsanamneseAnamnese die Krankheitsanamnese gemeint. Im Einzelnen erfragt man:

  • Frühere körperliche Erkrankungen: Ohne Medizinstudium wird man Informationen zu körperlichen Erkrankungen nur bedingt interpretieren können. Hinweise auf Hirnerkrankungen, andere Erkrankungen des Nervensystems oder hormonelle Störungen können bei der Suche nach einer Verdachtsdiagnose hilfreich sein.

  • Frühere psychische Erkrankungen: Systematisch sollte man alle relevanten Informationen über psychische Vorerkrankungen erheben. Wann und wie lange bestand die Erkrankung? Wie und von wem wurde sie behandelt? Oft können Überprüfung:gemischte FragenPatienten nur ungenaue Angaben machen. Es könnte sinnvoll sein, nach Berichten und Befunden zu fragen oder diese mit Einverständnis des Patienten von früheren Behandlern anzufordern. Wichtig ist weiterhin, nach Erfahrungen mit Psychotherapie bzw. Psychiatrieaufenthalten zu fragen.

  • Die Entwicklung der jetzigen Erkrankung: Wann hat die Symptomatik begonnen? Wie hat sie sich entwickelt? Wie und von wem wurde sie bis jetzt behandelt? Werden bereits Medikamente eingenommen? Hat es in letzter Zeit deutliche gesundheitliche und/oder psychische Veränderungen wie z. B. von Stimmung, Merkfähigkeit, Schlaf, Appetit, Gewicht, Schmerzen, Antrieb oder Arbeits- und Leistungsfähigkeit gegeben?

Zusätzliche wichtige Informationen können durch folgende Befragungen erhoben werden:

  • Familienanamnese: FamilienanamneseGab es in der Familie in der direkten Verwandtschaft psychische Erkrankungen? Suizide? Psychiatrieaufenthalte? Depressionen? Angaben über Vorerkrankungen in der Familie können vor allem Hinweise auf genetische Faktoren einer psychischen Erkrankung geben.

  • Fremdanamnese: Oft ist es wichtig, Ehepartner, Eltern, Betreuungspersonen oder andere nahe FremdanamneseFamilienangehörige zu befragen. Dies gilt in besonderem Maße bei Verdacht auf organische psychische Störungen (Demenz), Psychosen oder Abhängigkeitserkrankungen, da die Angaben der Patienten nicht als zuverlässig angesehen werden können.

FRAGE

Welche Testverfahren, diagnostischeTestverfahren kennen Sie?

AntwortTestverfahren werden eingesetzt, um die Diagnose psychischer Störungen zu unterstützen. Sie können Aussagen über den Schweregrad einer Erkrankung machen, und es kann im Verlauf einer Behandlung überprüft werden, ob eine Besserung eingetreten ist.

Testverfahren messen außerdem Persönlichkeitsmerkmale und werden zur Leistungsdiagnostik eingesetzt.

Objektive Testverfahren werden von projektiven Tests unterschieden. Bei projektiven Tests werden die Patienten aufgefordert, auf dargebotene Reize assoziativ zu reagieren. Naturgemäß bietet sich ein weiter Interpretationsspielraum, der auch Anlass zur Kritik bietet. Vorteile der projektiven Testverfahren sind tiefer gehende Erkenntnisse über die Persönlichkeit eines Patienten sowie eine stärkere Absicherung gegen bewusste Verfälschungen.

Das bekannteste projektive Testverfahren, diagnostischeTestverfahren ist der Rorschach-Test, Rohrschach-Testbei dem den Testpersonen Bilder vorgelegt werden, die an Tintenklekse erinnern. Die Patienten sollen beschreiben, was sie auf dem Bild zu erkennen glauben.

Im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie wird häufig Szeno-Testder Szeno-Test eingesetzt. Die Kinder erhalten hierbei Figuren (z. B. Menschen, Tiere, Häuser), die sie vor sich aufbauen sollen. Die Interpretation erfolgt im gemeinsamen Gespräch mit dem Kind.

Zu den objektiven Testverfahren zählen u. a. das Beck-Depressions-Inventar (BDI, zur Diagnose von Depressionen), das Hamburger Zwangsinventar (HZI, zur Diagnose von Zwangsstörungen), der Münchner Alkoholismus-Test (MALT, zur Erfassung einer Alkoholabhängigkeit) und der Hamburg-Wechsler-Intelligenztest für Erwachsene Überprüfung:gemischte Fragen (HAWIE-III zur Beurteilung der Intelligenz einer Person).

FRAGE

Was ist ein Rorschach-Test?

AntwortBenannt ist der Rorschach-Test nach dem Schweizer Psychoanalytiker Hermann Rorschach, der den Test vor ungefähr 100 Jahren entwickelte.

Es handelt sich um einen projektiven Test. Den Patienten werden Blätter mit symmetrischen Gebilden vorgelegt, die an Tintenklekse erinnern. Der Patient soll berichten, was er in den Bildern zu erkennen glaubt. Aus den Assoziationen des Patienten zieht der Behandler diagnostische Rückschlüsse.

Der Rorschach-Test wird als klassisches Testverfahren auch heute noch vielfach eingesetzt und ist andererseits sehr umstritten, da die diagnostischen Interpretationen nicht als zwingend angesehen werden.

FRAGE

Weshalb ist eine SupervisionSupervision wichtig?

AntwortUnter Supervision versteht man das Besprechen von Praxisfällen mit einem erfahrenen Kollegen. Supervision gilt Qualitätssicherungder fachlichen Qualitätssicherung, der Eigenreflexion und der Psychohygieneeigenen Psychohygiene. Bisweilen, besonders zu Beginn der psychotherapeutischen Tätigkeit, hat Supervision auch einen weiterbildenden Charakter. Supervision sollte regelmäßig wahrgenommen werden.

In einer Supervision wird die Diagnose überprüft, die man in Bezug auf einen Patienten gestellt hat. Man bespricht das geplante Therapiekonzept und dessen Umsetzung. Besonders wichtig ist die Reflexion der Gegenübertragung. Der Therapeut muss verstehen, welche seiner Reaktionen auf den Patienten auf seine eigene Geschichte und Persönlichkeit zurückzuführen sind und welche durch die Persönlichkeit des Patienten bedingt sind. Supervision hilft dem Therapeuten dabei, seine professionelle Distanz zum Fall und zum Patienten zu wahren. Supervision ist besonders dann angezeigt, wenn ein therapeutischer Prozess sich scheinbar in einer Sackgasse befindet.

Werden Fälle innerhalb einer Gruppe von Kollegen ohne ausdrückliche Anleitung bearbeitet, spricht man Intervisionvon Intervision.

FRAGE

Welche endokrine Drüsen, endokrineDrüse verursacht häufig psychische Symptome?

AntwortAls endokrine Drüsen bezeichnet man Hormondrüsendie Hormondrüsen des Körpers. Zu ihnen zählen vor allem die Hirnanhangdrüse, die Schilddrüse, die Nebennieren, die Sexualdrüsen und die Bauchspeicheldrüse.

Scheiden Hormondrüsen zu viel oder zu wenig eines bestimmten Hormons aus, kann dies zu vielfältigen psychischen Symptomen führen. Sehr häufig gehen psychische Probleme von der Schilddrüse aus. Eine hohe Konzentration der Schilddrüsenhormone T3 und T4 kann Unruhe, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Depressionen und Angststörungen auslösen. Auch eine Unterfunktion der SchilddrüseSchilddrüse kann zu Angst und Depressionen Überprüfung:gemischte Fragenführen.

Über- und Unterfunktionen der Nebennierenrinde Nebennierenrindekönnen Depressionen hervorrufen oder bei Angststörungen zu finden sein. Ähnliches gilt für eine Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse, die zu einem Insulinmangel führt (Diabetes mellitus).

Schwankungen in der Konzentration der Sexualhormone können besonders bei Frauen zu vielfältigen und schwerwiegenden psychischen Symptomen führen.

FRAGE

Was ist der Unterschied zwischen RetardierungRetardierung und RegressionRegression?

Merke

Retardierung: geistig-seelische EntwicklungsverzögerungRegression: Zurückfallen auf ein früheres geistig-seelisches Niveau

AntwortDie beiden Begriffe beziehen sich im Zusammenhang der Psychologie auf seelische Entwicklungs- und Reifestadien. Im Falle der Retardierung besteht eine verzögerte bzw. verspätete Entwicklung geistig-seelischer Prozesse. Bei einer Regression hat ein Mensch bereits reifere Stadien seiner Entwicklung erreicht, fällt jedoch aufgrund von psychischen Konfliktsituationen oder Traumatisierungen in frühere Stadien seiner Entwicklung zurück.

Im Bereich der Medizin bezieht sich Retardierung auch auf körperliche Entwicklungsschritte.

FRAGE

Wie kommen Sie zu einer DiagnosesicherungDiagnose?

AntwortZunächst einmal lässt man sich von einem Patienten in dessen eigenen Worten schildern, wegen welcher Probleme oder Symptome er um einen Termin gebeten hat. Anschließend wird der Patient nach seinen Vorerkrankungen gefragt: Es wird Anamnesedie Anamnese erhoben. Hierbei fragt man auch nach psychischen Erkrankungen von Angehörigen ersten Grades, um eine mögliche genetische Belastung zu erfassen (Familienanamnese).

Als Nächstes erhebt man den psychopathologischen Befund. Hierbei wird systematisch nach dem Vorhandensein bestimmter Symptome gefragt. Man fragt z. B. nach dem Vorliegen von Konzentrationsstörungen, Gedächtnisstörungen, Störungen des Denkens, Ängsten, Zwangssymptomen, Halluzinationen, affektiven Auffälligkeiten sowie nach dem Antrieb.

Häufig geben die Angaben des Patienten Hinweise auf eine Verdachtsdiagnoseerste Verdachtsdiagnose. Durch gezieltes Nachfragen nach typischen DiagnosesicherungSymptomen der vermuteten Störung kann eine Verdachtsdiagnose möglicherweise gestützt werden. Für eine Reihe von psychischen Störungen stehen bewährte Testverfahren zur Verfügung. Auch aus derlei Tests gewonnene Ergebnisse können eine Verdachtsdiagnose unterstützen oder entkräften.

Sollte man das Gefühl haben, sich auf die Angaben des Patienten nicht vollständig verlassen zu können (z. B. alte Patienten, Suchterkrankungen), müssen u. Überprüfung:gemischte FragenU. Angehörige hinzugezogen Fremdanamnesewerden (Fremdanamnese).

Auch viele psychische Erkrankungen können durch körperliche Krankheitsprozesse ausgelöst werden. Aus diesem Grund muss der Patient vor einer endgültigen Diagnosestellung unbedingt internistisch, in einigen Fällen auch neurologisch untersucht werden.

FRAGE

Wozu führt man eine Fremdanamnese durch?

AntwortBei einer Fremdanamnese werden bezüglich der Erkrankung eines Patienten auch andere Personen als der Patient selbst befragt. Dies setzt selbstverständlich immer das Einverständnis des Patienten voraus. Bei den befragten Personen handelt es sich z. B. um Ehepartner, Eltern, Betreuungspersonen, im Falle von Kindern und Jugendlichen u. U. auch um Erzieher und Lehrer.

Eine Fremdanamnese ist immer dann nötig, wenn der Patient nicht in der Lage ist, selbst über seinen Zustand zu berichten (z. B. Kleinkinder, beim Vorliegen von Bewusstseinsstörungen, starker Intelligenzminderung oder Demenz) oder wenn die Aussagen des Patienten als nicht ausreichend verlässlich eingeschätzt werden (z. B. Suchterkrankungen, alte Patienten, Simulation).

Eine Fremdanamnese kann nicht nur zur Diagnosestellung hilfreich sein. Auch im Zuge einer psychotherapeutischen Behandlung kann es sinnvoll sein, sich ein vom Patienten unabhängiges Bild seines sozialen Umfelds zu machen.

FRAGE

Welches sind die Vor- und Nachteile der modernen KlassifikationssystemeKlassifikationssysteme?

AntwortDie wichtigsten Klassifikationssysteme sind die ICD-10 der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das DSM-IV der amerikanischen psychiatrischen Vereinigung. Sie sollen dazu dienen, objektive Diagnosen zu stellen. Es soll gewährleistet werden, dass unabhängig vom soziokulturellen Hintergrund in allen Ländern der Erde für die Diagnose einer bestimmten (psychischen) Erkrankung dieselben Kriterien gelten. Bevor sich die modernen Klassifikationssysteme durchgesetzt haben, hat vor allem die psychotherapeutische Ausrichtung des Behandlers Diagnosen beeinflusst. Es machte einen großen Unterschied, ob ein psychoanalytisch oder ein verhaltenstherapeutisch orientierter Psychotherapeut eine Diagnose stellte. Die Klassifikationssysteme versuchen Vermutungen über Ursachen für die Entstehung einer psychischen Störung zu vermeiden und ausschließlich objektiv beobachtbares Verhalten zur Diagnosestellung Klassifikationssystemeheranzuziehen. Somit gehören eine größere Vereinheitlichung und Objektivierung zu den Vorzügen der modernen Klassifikationssysteme.

Erfahrene Behandler bedauern, dass durch die neuen Klassifikationssysteme viele wichtige Informationen über einen Patienten nicht erfasst werden und somit wichtige Informationen verloren gehen. Außerdem gelten einige der Diagnosekategorien als umstritten und unscharf gegeneinander abgegrenzt.

FRAGE

Nennen Sie mir einige psychosomatische psychosomatische ErkrankungenErkrankungen.

AntwortUnter psychosomatischen Krankheiten versteht man körperliche Erkrankungen, bei deren Entstehung man eine psychische Komponente mitverantwortlich macht. Bei psychosomatischen Krankheiten findet man im Gegensatz zu Überprüfung:gemischte FragenStörungen objektive Krankheitszeichen.

Zu den psychosomatischen Krankheiten zählen z. B. Neurodermitis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Asthma bronchiale, essenzieller Bluthochdruck, Magengeschwür, Tinnitus, Regelbeschwerden, koronare Herzkrankheit und Allergien.

FRAGE

Was sind die „Holy Seven“?

AntwortDie Bezeichnung „Holy Holy SevenSeven“ geht im Zusammenhang mit psychosomatischen Krankheiten auf den ungarischen Psychoanalytiker Franz Alexander zurück. Er gehörte zu den einflussreichsten Forschern der Psychosomatik. Die von ihm als klassische psychosomatische Krankheiten bezeichneten Erkrankungen werden als „Holy Seven“ bezeichnet. Zu ihnen zählen:

  • Asthma bronchiale

  • Neurodermitis

  • Ulcus ventriculi (Magengeschwür)

  • essenzielle Hypertonie

  • Colitis ulcerosa (geschwürige Dickdarmentzündung)

  • Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)

  • rheumatoide Arthritis

FRAGE

Was ist die pathogenetische Trias:pathogenetischeTrias?

Merke

Auch wenn die pathogenetische Trias als überholt gilt, wird sie noch häufig herangezogen. Auch die Begriffe „endogen“, „exogen“ und „psychogen“ werden noch sehr oft verwendet.

Antwort„Pathogenetische Trias“ ist ein altes, grobes Klassifikationssystem, nach dem man früher psychische Erkrankungen eingeteilt hat. Man unterschied eine endogene, eine exogene sowie eine psychogene Verursachung psychischer Störungen.

Unter endogenen Erkrankungen verstand man solche, von denen man vermutete, dass sie durch biologische Anlagefaktoren entstanden seien. Endogenen Erkrankungen wurden die schlechteste Prognose und die schwerwiegendsten Verläufe zugeschrieben.

Mit exogenen psychischen Erkrankungen Trias:pathogenetischemeinte man solche, die durch körperliche Erkrankungen oder von außen zugeführte Substanzen ausgelöst wurden.

Als psychogen wurden solche psychischen Störungen aufgefasst, deren Entstehung man auf schwierige Lebensereignisse oder grundlegende innere psychische Konflikte zurückführte. Psychogenen psychischen Erkrankungen wurden leichtere Verläufe und günstigere Prognosen zugeschrieben.

Das System der „pathogenetischen Trias“, bisweilen auch als „triadisches System“ bezeichnet, gilt heute als überholt. Bei der Entstehung von psychischen Erkrankungen geht man von einem multifaktoriellen Geschehen aus.

FRAGE

Woran erkennt man einen Psychose:AnzeichenPsychotiker in der Praxis?

Prüfungstipp

Es kann Ihnen eine Hilfe sein, wenn Sie bei der Beantwortung dieser Frage die Systematik der Psychopathologie im Kopf haben und sich an dieser orientieren.

AntwortNicht in jedem Fall ist zu Beginn eines diagnostischen Gesprächs sofort zu erkennen, ob ein Patient eine Psychose hat. Befindet sich der Patient jedoch in einer akuten Überprüfung:gemischte Fragenpsychotischen Krise, gibt es in der Regel auch deutlich beobachtbare Anzeichen dafür.

Zu den typischsten psychotischen Symptomen zählen die Anzeichen einer akuten Schizophrenie. Patienten mit einem akuten schizophrenen Schub verhalten sich auffällig, skurril und bizarr. Sie wirken verwirrt, unkonzentriert und zeigen meist eine starke Anspannung. Es können sich Wahnsymptome zeigen, d. h., die Patienten berichten von Lebensumständen und Ereignissen, die sie in einer Art und Weise erklären, die nicht mit der Realität in Einklang zu bringen ist. So können sie beispielsweise von Fernsehsendungen berichten, die nur zu dem Zweck gesendet werden, dem Patienten Geheimbotschaften von fremden Mächten zu übermitteln.

Es könnte einem auffallen, dass die betroffenen Patienten häufig woanders hinschauen oder den Kopf so zur Seite drehen, als ob sie jemand anderem zuhören würden. Auf Nachfrage könnten die Patienten z. B. schildern, dass ständig jemand mit ihnen reden würde.

Der Redefluss des Patienten, der ein Abbild seiner Art zu denken darstellt, könnte unzusammenhängend sein. Es könnten Wortneubildungen (Neologismen) auffallen, oder die Patienten hören mitten im Satz zu sprechen auf. Die Patienten könnten erzählen, dass ihre Gedanken von einem Raumschiff gesteuert oder aus ihrem Kopf herausgesaugt würden.

FRAGE

Was sind endogene Psychose:endogenePsychosen?

AntwortDer veraltete Begriff „endogene Psychose“ geht auf ein früheres Diagnosesystem zurück, das als „triadisches System“ bezeichnet wurde. Psychische Störungen wurden ihrer vermuteten Entstehung nach in endogene, exogene und psychogene psychische Störungen unterteilt. Das triadische System gilt als überholt, wobei aber die Begrifflichkeiten auch heute noch häufig verwendet werden. Endogene Psychosen wurden in ihrer Entstehung als biologisch bzw. genetisch angesehen. Heute verwendet man den Begriff auch als Synonym für schwere Psychosen.

FRAGE

Welche Klinik, psychiatrischeEinrichtungenEinrichtungen und Institutionen für psychisch Kranke gibt es in Ihrem Landkreis?

AntwortDie wichtigste Anlaufstelle für Menschen mit einer psychischen Störung ist neben den niedergelassenen Psychiatern und Psychotherapeuten die psychiatrische Klinik. Die psychiatrische Klinik unterhält Ambulanz, psychiatrischeeine psychiatrische Ambulanz sowie eine psychiatrische Tagesklinik. In der TagesklinikTagesklinik wird den Patienten eine Tagesstruktur angeboten, die aus verschiedenen Freizeit- und therapeutischen Angeboten besteht.

In Krisensituationen können sich Menschen mit einer psychischen Störung an den sozialpsychiatrischen Dienst Dienst, sozialpsychiatrischerwenden. Der sozialpsychiatrische Dienst bietet Überprüfung:gemischte FragenBeratungen an und vermittelt an weitergehende therapeutische und soziale Angebote.

Für Menschen mit einer Suchtproblematik gibt es eine Drogenberatungsstelle. Auch die Drogenberatungsstelle bietet umfangreiche Beratungen an und vermittelt an weiterführende stationäre und ambulante Hilfsangebote.

Für die zunehmende Zahl der chronisch psychisch Kranken gibt es abgestufte Angebote von Tagesstätten, Tagesstättenüber niedrigschwellige Kontakt- und Begegnungsstätten bis hin zu Werkstätten für Menschen mit einer Behinderung und betreutem Wohnen.

FRAGE

Was versteht man unter dem Begriff „NarzissmusNarzissmus“?

Praxistipp

Sie sollten sich in Ihrer psychotherapeutischen Praxis gut mit narzisstischen Persönlichkeitsanteilen auskennen. Viele Patienten haben Züge davon, die es zu erkennen gilt.

AntwortAls Narzissmus bezeichnet man Persönlichkeitsmerkmale einer Person, bei der eine starke Egozentrik, eine Unfähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen, und ein Bild der eigenen Großartigkeit vorherrschen. Erreichen die Persönlichkeitsmerkmale einen bestimmten Schweregrad und bestehen sie über Jahre, diagnostiziert man eine narzisstische Persönlichkeitsstörung.

Weitere NarzissmusZeichen einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung:narzisstischePersönlichkeitsstörung sind Überempfindlichkeit gegen Kritik und belastete zwischenmenschliche Beziehungen. Hinter dem Bild einer vermeintlichen Grandiosität verbirgt sich ein sehr brüchiges Selbstwertgefühl, das sich in Krisensituationen in ein Gefühl der absoluten Wertlosigkeit steigern kann.

Sigmund Freud unterschied den primären vom sekundären Narzissmus. Eine Phase des primären Narzissmus wird hierbei als eine normale Entwicklungsepisode angesehen, in der das Kind die Unterscheidung zwischen Ich und Objekt noch nicht vollzogen hat und somit seine ganze Libido auf sich selber richtet.

Der sekundäre Narzissmus ist eine regressive Erscheinung, bei der die Objektlibido wieder auf das Ich zurückgezogen wird, nachdem die Ich-Objekt-Unterscheidung vorher bereits zumindest teilweise gelungen war.

FRAGE

Was können Sie uns über SexualstörungSexualstörungen sagen?

AntwortEs gibt eine Fülle sexueller Störungen unterschiedlicher Schweregrade. Viele Patienten haben Störungen der sexuellen Erregung und der sexuellen Appetenz. Überprüfung:gemischte FragenHäufig begeben sie sich jedoch nicht deswegen, sondern wegen anderer Probleme in eine Psychotherapie. Bei Orgasmusstörungder Frau dominieren mangelnde sexuelle Befriedigung, Orgasmusstörungen und Mangel an sexuellem Verlangen. Männer leiden besonders Erektionsstörungunter Erektionsstörungen und vorzeitigem Samenerguss (Ejaculatio praecox).

Bei all diesen Beschwerden muss abgeklärt werden, ob eine körperliche Erkrankung für die Beschwerden verantwortlich ist.

Eine psychotherapeutische Behandlung von Störungen der sexuellen Erregung und Befriedigung ist in der Regel eine Paarbehandlung. Dabei werden bevorzugt verhaltenstherapeutische Verfahren eingesetzt.

Andere sexuelle Störungen können die gesamte Lebensführung beeinflussen und starke psychische Konflikte hervorbringen. Dies gilt vor allem für Störungen der Geschlechtsidentität. Geschlechtsidentität, StörungenZu ihnen Transsexualitätzählen Transsexualismus (der Betroffene fühlt sich dem anderen Geschlecht zugehörig), Transvestismus (TransvestismusTragen gegengeschlechtlicher Kleidung) und Störungen der Geschlechtsidentität des Kindesalters.

Eine weitere Gruppe von sexuellen Störungen stellen die Störungen der sexuellen Präferenz dar. Die Betroffenen benötigen zur sexuellen Stimulation besondere Reize oder Umstände. Viele der Störungen der sexuellen Präferenz sind heutzutage gesellschaftlich akzeptiert, andere werden zu Recht strafrechtlich verfolgt (besonders Pädophilie). Zu den Störungen der sexuellen Präferenz Fetischismuszählen Fetischismus (Stimulierung durch bestimmte Kleidungsstücke oder Materialien), fetischistischer Transvestismus (Tragen gegengeschlechtlicher Kleidung zum Zwecke der sexuellen ExhibitionismusErregung), Exhibitionismus, Voyeurismus, Pädophilie (VoyeurismusPädophiliesexueller Kontakt von Erwachsenen mit Kindern) Sadomasochismussowie Sadomasochismus.

FRAGE

Kann man eine Pädophilie therapieren?

Praxistipp

Sexuelle Störungen, besonders ParaphilieParaphilien und Störungen der Geschlechtsidentität, sollten Sie nur mit einer qualifizierten Zusatzausbildung behandeln.

AntwortGrundsätzlich ist es möglich, eine Pädophilie erfolgreich zu behandeln. Voraussetzung ist, dass der Betroffene selber seine sexuelle Neigung überwinden möchte. Auch wenn auf Kinder bezogene sexuelle Fantasien bestehen bleiben, ist es möglich, sein Verhalten soweit zu kontrollieren, dass die Neigung nicht in Handlungen mündet, die Kinder schädigt oder die zu strafrechtlichen Konsequenzen führt. Nur ein Teil der pädophil ausgerichteten Patienten begeht auch strafbare Handlungen.

Problematisch sind „Zwangstherapien“ in Strafanstalten. Therapieerfolge können auch Anpassungsleistungen der Patienten darstellen, um Straferleichterungen und günstige Prognosen zu erreichen. Häufig gehen Meldungen über Sexualstraftäter durch die Presse, die bereits kurze Zeit nach ihrer Entlassung wieder rückfällig geworden sind Überprüfung:gemischte Fragenund eine erneute Sexualstraftat begangen haben. Bei einem Teil der Sexualstraftäter wird der Sexualtrieb mit Medikamenten gedämpft: Es wird gleichermaßen eine chemische Kastration durchgeführt, die jedoch rückgängig gemacht werden kann.

FRAGE

Was tun Sie, wenn ein Patient seine MedikamentenverweigerungMedikamente nicht einnehmen möchte?

AntwortZunächst einmal kann man einen Patienten nicht dazu zwingen, seine verschriebenen Medikamente auch wirklich einzunehmen. Nur innerhalb sehr enger Grenzen kann dies unter stationären Bedingungen möglich sein.

Die regelmäßige Einnahme von verschriebenen Medikamenten durch den Patienten bezeichnet man als Compliance. Der Grad der ComplianceCompliance hängt von verschiedenen Faktoren ab. Patienten werden heutzutage sehr viel mehr als früher differenziert über ihre Erkrankung aufgeklärt. In Kursen zur Psychoedukation erhalten die betroffenen Patienten Informationen über Entstehung, Symptomatik und Therapiemöglichkeiten ihrer psychischen Erkrankung. In Bezug auf die Medikamente wird den Patienten mitgeteilt, wie diese wirken und welche unerwünschten Arzneiwirkungen auftreten können. Die Patienten sollen lernen, bezüglich ihrer Medikation mit ihrem behandelnden Arzt zu kooperieren und Medikamente nicht ohne Rücksprache abzusetzen.

Bei Patienten, bei denen man sich auf eine regelmäßige Medikamenteneinnahme nicht verlassen kann, ist die Gabe von Depotpräparaten zu Medikamentenverweigerungerwägen. Diese entfalten ihre Wirkung über etwa zwei Wochen. Patienten, die mit Depotpräparaten behandelt werden, erleiden deutlich seltener Rückfälle als Patienten, die ihre Medikamente in Tablettenform selbstständig einnehmen.

Auch die Einbeziehung von Angehörigen der Patienten kann zu einer Verbesserung der Compliance beitragen.

FRAGE

Wie gewährleisten Sie die QualitätssicherungQualität Ihrer eigenen Arbeit?

Praxistipp

Sparen Sie besonders zu Beginn Ihrer psychotherapeutischen Tätigkeit nicht an Supervision und Fortbildung. Es erhöht nicht nur die Qualität Ihrer Arbeit, sondern gibt Ihnen Sicherheit und Selbstvertrauen.

AntwortDie Qualität meiner psychotherapeutischen Arbeit sichere ich durch verschiedene Faktoren. Am wichtigsten ist, dass ich Supervisionregelmäßig Supervisionsstunden bei einem erfahrenen psychotherapeutischen Kollegen belege. Ein erfahrener Kollege kann mir weiterhelfen, wenn ich mit einem bestimmten Patienten nicht weiterkomme und der Therapieverlauf stockt. Ich muss regelmäßig meine Diagnosen überprüfen lassen, damit ich nichts Wichtiges übersehe. Ich muss verhindern, dass es zu Verstrickungen mit meinen Patienten kommt oder Abhängigkeiten entstehen.

Neben einer regelmäßigen Supervision befinde ich mich in einem kontinuierlichen Fortbildungsprozess, indem ich die Anwendung von Techniken in meinem Verfahren vertiefe oder störungsspezifische FortbildungFortbildungen belege.

Ich arbeite mit Psychiatern und anderen Ärzten zusammen, um Patienten kompetent weiterleiten zu können und körperliche bzw. psychiatrische Diagnosen zu erhalten. Ich habe einen Überblick über die zusätzlichen Hilfsangebote für psychisch Kranke in Überprüfung:gemischte Fragenmeinem Einzugsgebiet, um Betroffene an spezialisierte Institutionen und Einrichtungen weiterverweisen zu können. Hierzu zählen u. a. Tageskliniken, Tagesstätten, Beratungsstellen, Fachkliniken und der sozialpsychiatrische Dienst.

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Was ist ein psychogener Dämmerzustand, psychogenerDämmerzustand?

AntwortUnter einem Dämmerzustand versteht man eine veränderte Bewusstseinslage, bei der der Betroffene wie weggetreten wirkt. Das Bewusstsein ist getrübt oder auf bestimmte Gefühle oder Denkinhalte eingeengt. Der Zustand hält in der Regel nur einen bestimmten Zeitraum an, für den es oft hinterher keine Erinnerung mehr gibt. Im Einzelfall, besonders wenn man die betroffene Person nicht kennt, kann der Zustand übersehen werden. Ein Dämmerzustand kann durch Epilepsie, als Alkoholrausch, durch Hirnverletzungen oder durch die Einnahme von Medikamenten entstehen. Wird der Dämmerzustand durch starke Affekte, z. B. im Rahmen einer hysterischen bzw. histrionischen Störung, ausgelöst, spricht man von einem psychogenen Dämmerzustand.

FRAGE

Was versteht man unter dem Vulnerabilität-Stress-Modell?

AntwortDas Vulnerabilität-Stress-Vulnerabilität-Stress-ModellModell ist ein fachlich übergreifendes Modell zur Erklärung der Entstehung von (psychischen) Erkrankungen und wurde vor allem im Zusammenhang mit der Beforschung der Schizophrenie entwickelt.

Der Begriff „Vulnerabilität“ lässt sich am besten mit „Verletzlichkeit“ übersetzen. Überprüfung:gemischte FragenSchon lange vor Ausbruch einer psychischen Erkrankung können genetische Belastungen oder neuropathologische Veränderungen im Gehirn bestehen. Diese Belastungen würden allein jedoch nicht ausreichen, um eine psychische Erkrankung zu manifestieren. Vielmehr müssen zusätzlich Umweltfaktoren (Stress) auf das Gehirn einwirken, um ausgeprägte psychische Symptome auszulösen.

Vulnerabilität kann somit als Krankheitsdisposition (oder -veranlagung) angesehen werden.

Es gibt nicht nur Faktoren, die als Belastung (Stress) wahrgenommen werden und das Auftreten einer psychischen Störung auslösen können, sondern auch schützende Faktoren, die es trotz einer möglicherweise vorhandenen Veranlagung verhindern, dass ein Mensch psychisch krank wird. Die psychische Widerstandskraft wird durch verschiedene Faktoren begünstigt und Resilienzals „Resilienz“ bezeichnet. Zu den stabilisierenden Faktoren zählen u. a. ein stabiles soziales Netz, ein gutes Selbstwertgefühl und eine gute Schulbildung.

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Nennen Sie die TrauerreaktionPhasen der Trauerreaktion.

Praxistipp

In der Fachliteratur ist häufig zu lesen, dass Trauerreaktionen, die länger als sechs Monate anhalten, als pathologisch anzusehen sind. Natürlich ist immer zu prüfen, ob sich Überprüfung:gemischte Fragennicht aus der Trauer eine Depression entwickelt hat. In der Begleitung von hunderten von Trauernden konnte ich jedoch feststellen, dass auch mehrjährige Trauerphasen bisweilen angemessen und notwendig sein können. Dies trifft besonders auf den Verlust des Lebenspartners zu, mit dem man u. U. Jahrzehnte des eigenen Lebens verbracht hat.

AntwortTrauer ist eine normale und notwendige psychische Reaktion auf schwere Verluste wie z. B. den Tod eines nahen Angehörigen. Im Laufe der Jahre sind verschiedene Modelle entwickelt worden, die einen phasenhaften Ablauf von Trauer beschreiben. Eine Pionierin der Sterbe- und Trauerforschung war E. Kübler-Ross, die analog zu den Phasen beim Sterben fünf TrauerreaktionTrauerphasen beschrieb:

  • 1.

    Leugnen: Es bestehen Schockgefühle, Starre und Betäubung. Man möchte das Geschehene nicht wahrhaben.

  • 2.

    Wut: Wut kann helfen, Energie zu mobilisieren. Es besteht Wut auf das Geschehene, evtl. auf Ärzte oder sogar Gott.

  • 3.

    Feilschen und Verhandeln: Es können Gebete gesprochen werden, der Verstorbene möge doch wiederkommen; dafür würde man auch das eigene Verhalten ändern.

  • 4.

    Depression: Phasenweise können wie bei einer Depression ausgeprägte Symptome mit verringerter Lebensenergie, Schlafstörungen, sozialem Rückzug und Appetitmangel bestehen.

  • 5.

    Annahme: Die Betroffenen können den Verlust allmählich akzeptieren und wahrhaben. Sie wenden sich langsam wieder dem Leben zu.

Die Psychologin V. Kast hat das Modell von Kübler-Ross leicht modifiziert und beschreibt vier Trauerphasen:

  • 1.

    Phase des Nicht-wahrhaben-Wollens

  • 2.

    Phase der aufbrechenden Emotionen

  • 3.

    Phase des Suchens und Sich-Trennens

  • 4.

    Phase des neuen Selbst- und Weltbezugs

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Kennen Sie Modelle der Kommunikation?

AntwortAm bekanntesten sind in Deutschland die KommunikationsmodelleKommunikationsmodelle des Psychologen Schulz von Thun. In seinen weitverbreiteten Büchern „Miteinander Reden I-III“ beschreibt er verschiedene Modelle, die der verbesserten Kommunikation mit anderen Menschen sowie der Selbstklärung dienen.

Am bekanntesten ist Kommunikationsquadratdas Kommunikationsquadrat, auch als Nachrichtenquadrat Nachrichtenquadratbezeichnet. Schulz von Thun geht davon aus, dass eine Nachricht immer unter mindestens vier Gesichtspunkten betrachtet werden kann, die alle gleichzeitig in unterschiedlicher Gewichtung in einer Nachricht enthalten sind. Eine Nachricht enthält immer eine Sachebene, d. h. wenn jemand etwas sagt, übermittelt er sachliche Informationen und Fakten. Die Sachebene ist in der Regel die Ebene einer Nachricht, die am leichtesten zu identifizieren ist. Neben der Sachebene enthält eine Nachricht Informationen über den Sender der Nachricht. Eine Nachricht enthält somit eine Selbstkundgabe. Die dritte Ebene einer Nachricht ist laut Schulz von Thun die Beziehungsebene. Der Sender einer Nachricht vermittelt in der Regel Informationen darüber, wie er den Gesprächspartner sieht und wie er die gemeinsame Beziehung wahrnimmt. Die vierte Ebene schließlich enthält Informationen darüber, was der Sender erreichen möchte. Eine Nachricht enthält somit eine Appellebene.

Schulz von Thun erweitert mit seinem Modell das Sender-Empfänger-Modell des österreichischen Kommunikationswissenschaftlers Watzlawick.

FRAGE

Stellen Sie sich folgenden Fall vor: Eine Patientin kommt zu Ihnen in die Praxis und erzählt Ihnen, dass sie schon vorher in psychotherapeutischer Behandlung war. Die bisherigen Therapeuten seien nicht gut gewesen, weshalb sie jetzt froh sei, mit Ihnen einen guten Therapeuten gefunden zu haben und ganz begeistert von Ihnen sei. Zur nächsten vereinbarten Therapiestunde erscheint sie nicht, ohne dass sie abgesagt hat. Zur dritten Stunde erscheint sie, ist aber angetrunken. An welche Krankheit denken Sie?

Prüfungstipp

Manche Prüfer stellen eine FallskizzeFallskizze vor und erörtern eine Störung anhand eines Beispiels. Von Ihnen wird erwartet, dass Sie eine VerdachtsdiagnoseVerdachtsdiagnose entwickeln und den Fall weiter explorieren. Es ist nicht immer die beste Taktik, sofort die erste Vermutung als Diagnose zu benennen. Nicht umsonst braucht man in der Praxis häufig eine längere Zeit, bis eine gesicherte Diagnose feststeht.

AntwortZunächst einmal ist es nicht möglich, allein aufgrund dieser Angaben eine sichere DiagnosesicherungDiagnose zu stellen. Ich bräuchte weitere Informationen von und über die Patientin. Bei einer Person, die alkoholisiert in eine Therapiestunde kommt, ist es naheliegend, an eine Abhängigkeitserkrankung zu denken. Man müsste die Patientin nach ihrem Trinkverhalten fragen und versuchen, weitere Informationen zu erhalten (z. B. Akten, Angehörige).

Selbst wenn es Hinweise auf eine Alkoholproblematik gibt, können noch Überprüfung:gemischte Fragenweitere psychische Störungen vorliegen. Die Patientin hat Erfahrungen mit mehreren Psychotherapeuten gemacht. Dies kann ein Hinweis darauf sein, dass sie bereits über längere Zeiträume Psychotherapie benötigte und somit unter chronischen psychischen Belastungen leidet. Eine große Anzahl von Therapeuten in der Anamnese kann auch ein Hinweis auf eine Tendenz zu Beziehungsabbrüchen sein, wie sie bei emotional-instabilen Persönlichkeitsstörungen typisch sind. Die Idealisierung des neuen Therapeuten nach einer unrealistisch kurzen Zeit weist ebenso auf Sprunghaftigkeit in Beziehungen hin wie das unzuverlässige Verhalten bei der nicht abgesagten Therapiestunde. Liegt eine emotional-instabile Persönlichkeitsstörung vor, würde der Missbrauch psychotroper Substanzen (hier: Alkohol) ebenfalls ins Bild passen und ist somit die wahrscheinlichere Diagnose.

FRAGE

Beschreiben Sie das zentrale und das periphere Nervensystem:peripheresNervensystem.

AntwortDas zentrale Nervensystem (ZNS) Nervensystem:zentralesbefindet sich auf der Mittelachse des Körpers und besteht aus Gehirn und Rückenmark. Als peripheres Nervensystem gezeichnet man die Gesamtheit aller Nervenbahnen, die vom zentralen Nervensystem aus in die äußeren Bereiche des Körpers abzweigen oder von dort zum zentralen Nervensystem hinführen. Periphere Nerven dienen der Weiterleitung von motorischen und sensiblen Signalen. Schädigungen des peripheren Nervensystems zeigen sich als Störungen der Bewegung, Taubheitsgefühle, Schmerzen, Brennen oder andere Missempfindungen. Zu den peripheren Nerven zählen die Hirnnerven und die Rückenmarksnerven.

Im ZNS lassen sich verschiedene Bereiche differenzieren, die ganz unterschiedliche Aufgaben haben. Am Übergang vom Rückenmark zum Gehirn befindet sich das verlängerte Mark (Medulla oblongata). Zusammen mit Brücke (Pons) und Mittelhirn (Mesenzephalon) bildet es den Hirnstamm, der grundlegende Lebensfunktionen wie z. B. Atmung, Blutdruck oder Herzfrequenz steuert.

Im Bereich des Hinterhaupts befindet sich Kleinhirndas Kleinhirn (Zerebellum), das u. a. für die Koordination von Bewegungen verantwortlich ist.

Das Zwischenhirn (DienzephalonZwischenhirn) koordiniert das Vegetativum, steuert Gefühle und filtert Informationen, bevor sie an das Großhirn weitergeleitet werden („Tor zum Bewusstsein“). Wichtige Strukturen des Zwischenhirns sind der Thalamus und der Hypothalamus.

Im Großhirn findet sich eine Reihe von höheren Funktionen wie z. B. Gedächtnis, Bewusstsein oder Willen. Das Großhirn lässt sich in verschiedene Bereiche (Lappen) unterteilen. Im Stirnlappen liegen Zentren der willkürlichen Bewegung und ein wichtiges Sprachzentrum. Im Scheitellappen werden sensorische Reize verarbeitet. Auch ein Zentrum für Sprachverständnis liegt im Scheitellappen. Im Hinterhauptlappen befindet sich das Sehzentrum, während der Schläfenlappen u. a. für das Überprüfung:gemischte FragenHören zuständig ist.

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Was können Sie mir zu HyperventilationHyperventilation sagen?

AntwortBei einer Hyperventilation atmen die Betroffenen verstärkt. Durch das verstärkte Atmen kommt es zu einem Absinken der Kohlendioxidkonzentration im Blut, wodurch das Blut alkalischer wird. Dies bewirkt ein Kribbeln um den Mund herum sowie in Händen und Füßen. Es kann zu Verkrampfungen der Finger kommen, die zu einer charakteristischen Handhaltung Pfötchenstellungführt („Pfötchenstellung“)

Eine Hyperventilation ist in den meisten Fällen psychisch bedingt und tritt vor allem bei sehr ängstlichen Patienten auf. Auch wenn die Anfälle in der Regel harmlos sind, werden sie häufig von starker Angst begleitet. Die Anfälle können mit Zittern, Benommenheit, Schwindel und Schwitzen einhergehen.

Eine Hyperventilation kann relativ rasch beendet werden. Hat ein Patient in der Praxis einen Hyperventilationsanfall, sollte man ihn vor allem beruhigen und langsam in den Bauch atmen lassen. Zur Unterstützung kann der Patient seine Hand auf den Oberbauch legen, was meist eine weitere Beruhigung mit sich bringt.

Eine weitere zuverlässige Möglichkeit zur Beendigung eines Hyperventilationsanfalls besteht darin, den Patienten in eine Tüte Hyperventilationatmen zu lassen. Da der Patient mit jedem Atemzug bereits ausgeatmete Atemluft wieder einatmet, kommt es zu einem Wiederanstieg der Kohlendioxidkonzentration im Blut, und der Anfall wird beendet.

Ist es zum ersten Mal zu einem Anfall gekommen, sollte der Patient sich medizinisch untersuchen lassen, ob nicht eine körperliche Ursache für die Beschwerden verantwortlich ist.

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Was ist ein TinnitusTinnitus? Wie entsteht er und wie kann er behandelt werden?

Prüfungstipp

Tinnitus und verwandte Erkrankungen sind körperliche Erkrankungen und dürfen nicht vom psychotherapeutischen Heilpraktiker behandelt werden. Berechtigterweise wird Überprüfung:gemischte Fragenjedoch betont, dass bei der Entstehung eines Tinnitus psychische Faktoren eine starke Rolle spielen.

AntwortBei einem Tinnitus handelt es sich um Ohrgeräusche, für die es keine äußere Geräuschquelle gibt. Die Betroffenen hören Pfeif-, Rausch- oder Zischgeräusche unterschiedlicher Lautstärke. In vielen Fällen bilden die OhrgeräuscheOhrgeräusche sich von allein wieder zurück. Dennoch sollte ein Tinnitus möglichst sofort behandelt werden, da so die Chancen auf einen Therapieerfolg am größten sind und einer möglichen Chronifizierung vorgebeugt wird.

Ein Tinnitus kann auch durch verschiedene organische Gründe bedingt sein, u. a. durch Drehschwindel, Hörsturz, Schädigungen des Hörapparats infolge starken Lärms oder Veränderungen der Wirbelsäule. Tinnitus wird auch als Stress-Symptom angesehen.

Die Behandlung eines Tinnitus besteht zunächst in der Abklärung und Behebung möglicher organischer Ursachen. Infusionen helfen, die Durchblutung zu verbessern. Stressentlastung und Entspannung fördern den Heilungsprozess. Wird ein Tinnitus chronisch, müssen die Patienten einen Weg finden, mit den Ohrgeräuschen zu leben. Sie können Techniken erlernen, um ihre Aufmerksamkeit auf andere Dinge zu lenken und so den Tinnitus kaum noch wahrzunehmen

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Was ist eine HyperhidroseHyperhidrose? Was sind die Ursachen, und wie sieht die Behandlung aus?

Merke

Auch Panikattacke:HyperhidrosePanikattacken im Rahmen von Angststörungen können von starkem Schwitzen begleitet sein.

AntwortBei einer Hyperhidrose handelt es sich um übermäßiges situationsunangemessenes Schwitzen. Der Schweiß kann unter den Achseln, auf dem Rücken, auf der Stirn, auf der Kopfhaut oder an Händen und Füßen auftreten. Es werden eine primäre und eine sekundäre Hyperhidrose unterschieden. Bei der sekundären Hyperhidrose ist das Schwitzen Folge einer körperlichen Grunderkrankung, z. B. Diabetes mellitus, Hypertonie (erhöhter Blutdruck), Schädigungen des Nervensystems, Überfunktion der Schilddrüse oder Adipositas (krankhaftes Übergewicht). Auch Medikamente (z. B. Antibiotika oder Antidepressiva) können vermehrtes Schwitzen auslösen. Bei der primären Hyperhidrose lässt sich keine andere Grunderkrankung feststellen.

Von einer lokalen Hyperhidrose spricht man, wenn das vermehrte Schwitzen immer an denselben Körperstellen auftritt. HyperhidroseEine generalisierte Hyperhidrose zeigt sich am ganzen Körper.

Die klassische Behandlung einer Hyperhidrose besteht aus Verabreichung starker Deodorants, Bädern mit Reizstrom (Leitungswasser-Iontophorese) oder Operationen.

Ein Teil der übermäßigen Schweißanfälle tritt in emotionalen Stress-Situationen auf. Hier kann Psychotherapie in Kombination mit Entspannungsverfahren lindernd wirken.

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ADS kann auch bei Erwachsenen auftreten. Welches Verhalten und welche Symptome zeigen diese Personen?

AntwortDas Aufmerksamkeits-Defizit-Aufmerksamkeits-Defizit-SyndromSyndrom ist eine psychische Störung, die erstmalig bei Kindern und Jugendlichen auftritt. Die betroffenen Kinder haben große Schwierigkeiten, ihre Aufmerksamkeit längere Zeit einem Gegenstand zuzuwenden und sich zu konzentrieren. In der Folge entstehen Schwierigkeiten in der Schule und in sozialen Beziehungen.

Viele der Betroffenen leiden auch noch im Erwachsenenalter unter einem ADS, wobei sich die Symptomatik altersgemäß verändert.

Die Patienten sind vergesslich, verträumt, mit ihren Gedanken „nie ganz bei der Sache“. Im Gespräch kann eine Sprunghaftigkeit auffallen, und es wird häufig das Thema gewechselt. Die Patienten vergessen Termine, sind ungeeignet für Tätigkeiten, die ihre Aufmerksamkeit über längere Zeit verlangen, und planvolles, strategisches Arbeiten fällt den meisten Betroffenen äußerst schwer. In der Folge kommt es zu häufigen Arbeitsplatzwechseln, auch weil ein Teil der Betroffenen Schwierigkeiten hat, sich unterzuordnen. Viele wichtige Entscheidungen im Leben werden impulsiv getroffen und stellen sich im Nachhinein als ungünstig heraus (z. B. Partnerwahl, Wechsel des Arbeitsplatzes). Im Überprüfung:gemischte FragenStraßenverkehr oder beim Sport kann sich übertrieben riskantes Verhalten zeigen. Häufig kommt es zu Stimmungsschwankungen, die mit zunehmendem Alter immer häufiger depressive Züge annehmen können.

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