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B978-3-437-56621-9.50024-5

10.1016/B978-343756621-9.50024-5

978-3-437-56621-9

Konzeptuelle Grundlagen und Voraussetzungen

Spezielle Konzepte der Homöopathie

Die Lebenskraft
Attribute
  • Unsichtbar: geistartig, im Organismus überall anwesend, ein Kraftwesen, eine Dynamis ( 9, 11, 14 f., 148).

  • Belebend: verleiht dem ohne sie toten Organismus alle Empfindung, Tätigkeit und Selbsterhaltung und bewirkt seine Lebensverrichtungen ( 9 f., 15). Ohne sie wäre er tot, würde faulen und in seine chemischen Bestandteile aufgelöst werden ( 10/1).

  • Ordnend: waltet im gesunden Zustand unumschränkt (Autokratie) und hält alle Teile (in Gefühlen und Tätigkeiten) in einem harmonischen Lebensgang ( 9, 15, 148).

  • Fühlend: perzipiert durch den Fühlsinn der Nerven den Einfluss von krankmachenden Agenzien ( 15 f.).

  • Verstimmbar: kann als geistartige Dynamis nur auf geistartige (dynamische) Weise ergriffen und affiziert werden ( 11, 15-17).

  • Krankheit schaffend: verleiht dem Organismus widrige Empfindungen und bestimmt ihn zu regelwidrigen Tätigkeiten ( 6/1, 11 f., 74, 148).

  • Krankheit äußernd: in Gefühlen und Tätigkeiten, das heißt in Form von Befindensveränderungen und Krankheits-Symptomen, den Sinnen des Heilkünstlers zugekehrt ( 11 f., 22/1).

  • Höheres Leben ermöglichend: unser vernünftiger Geist kann sich dieses lebenden, gesunden Werkzeugs frei zu dem höheren Zweck unseres Daseins bedienen ( 9). Der Organismus ist materielles Werkzeug zum Leben ( 15).

  • Automatisch reagierend: die Nachwirkung der Lebenskraft ist eine automatische Tätigkeit gegen die Erstwirkung der Arznei ( 63).

  • Selbsterhaltend: strebt danach, sich zu retten ( 22/1), erzeugt als Selbstschutz gegen allopathische Angriffe krankhafte Veränderungen in anderen Teilen des Organismus ( 74).

  • Teleologisch agierend: zur Erhaltung der Gesundheit bestimmt ( 72), entschließt sie sich instinktartig zur Bildung eines Lokal-Übels, mit der Absicht einer Beschwichtigung des inneren Übels ( 201).

  • In Krankheiten überfordert: die bloß instinktartige, verstandlose Lebenskraft

    • ist keiner Überlegung und Erinnerung fähig ( 22/1, 34),

    • besitzt mit ihren unvollkommenen, meist zweckwidrigen Bestrebungen wenig nachahmenswerte Fähigkeit zum Heilen ( 22/1),

    • setzt chronischen Miasmen nur unvollkommenen, unzweckmäßigen, unnützen Widerstand entgegen ( 72) und

    • kann Krankheiten weder heilen noch wesentlich vermindern ( 201).

  • Bezwingbar, auslöschbar: durch allopathische Mittel wird sie geschwächt, wenn sie nicht gar unterliegt ( 74).

Dynamische Kraft, dynamischer Einfluss
  • Der Begriff dynamisch ist eine Art übersinnliche Idee ( 11/1).

  • Synonyme: nicht materiell, nicht mechanisch, nicht chemisch, unsichtbar, geistartig, rein, absolut, spezifisch, unkörperlich, enthüllt, frei geworden, virtuell, heimlich, wie durch Ansteckung, ohne sinnlich wahrnehmbaren Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung usw. ( 11, 16, 31/1).

Beispiele für dynamische Einwirkungen:
  • die Erde führt den Mond um sich herum,

  • der Mond bewirkt Ebbe und Flut der nördlichen Meere,

  • ein Magnetstab zieht Eisen und Stahl an oder kann sie magnetisie-ren,

  • der Wille veranlasst das Heben des Arms,

  • der Anblick von etwas Ekelhaftem löst Erbrechen aus,

  • Pocken und Masern werden durch (nicht-materielle) Ansteckung auf andere Kinder übertragen,

  • Arzneisubstanzen verändern durch eine Art (geistartige) Ansteckung das Menschenbefinden usw. ( 11/1).

Organismus
  • Der Organismus ist materielles Werkzeug zum Leben ( 15).

  • Der im Organismus allgegenwärtige Fühlsinn der Nerven nimmt die schädlichen Einwirkungen, die feindlichen Potenzen aus der Außenwelt und die Umstimmungskräfte der Arzneien wahr, die als geistartige Dynamis die geistartige Lebenskraft affizieren ( 16). Die Arzneikraft wirkt durch Berühren der lebenden Tierfaser dynamisch auf den ganzen Organismus ein ( 11/1).

  • Ein Kügelchen, trocken auf die Zunge gelegt, berührt nur wenige Nerven, in Wasser aufgelöst berührt es sogleich viele Nerven ( 272).

  • Beim Einnehmen einer Arznei werden Zunge, Mund und Magen affi-ziert. Für die Einwirkung der Arznei in flüssiger Gestalt durch Riechen und Einatmen durch den Mund sind die Nase und die Atmungsorgane empfänglich. Auch die Haut ist für die Einwirkung der Arzneiauflösung geeignet ( 284).

Gesundheit
Gesundheit ist
  • Harmonie des Lebens [harmonische Stimmung der Lebenskraft] ( 9, 16, 22/1, 224/1) bzw.

  • Wohlbefinden des Leibes und der Seele ( 120).

Krankheit

Krankheit ist

  • eine dynamische Verstimmung ( 11, 16, 29, 31, 282/1) bzw. Ansteckung ( 11/1, 148)

  • der dynamischen Lebenskraft ( 11, 16, 29, 148, 282/1) bzw. des Befindens ( 8/1, 19, 31) oder des Lebens ( 31)

  • durch den dynamischen Einfluss ( 11, 16, 282/1) bzw. durch die Affektion ( 16, 29) oder Ansteckung ( 11/1)

  • eines dynamischen krankmachenden Agens bzw. Miasmas ( 11, 16, 29) oder der Einbildungskraft ( 17/1),

  • was zum Auftreten von Befindensveränderungen und Krankheitszeichen führt ( 19, 148).

Dynamischer Ursprung
  • Allein die krankhaft gestimmte Lebenskraft bringt die Krankheiten hervor bzw. zu Tage ( 12).

  • Die Lebenskraft kann nur auf dynamische Weise von schädlichen Einwirkungen und feindlichen Potenzen affiziert und verstimmt werden ( 16, 148).

  • Die geistartige feindliche Potenz quält das Lebensprinzip wie ein böser Geist ( 148).

  • Krankheiten sind keine mechanischen, chemischen Veränderungen der materiellen Körpersubstanz ( 31/1), es liegt ihnen nichts Materielles zugrunde, das wegzunehmen wäre ( 31/1, 282/1), sie sind auch keine nur lokalen Übel ( 186). Das dynamisch-feindlich auf das Lebensprinzip Ausgeübte ist das Wesentliche ( 282/1).

  • Auch die Einbildungskraft kann das Lebensprinzip verstimmen, schlimmste Krankheiten zuwege bringen und auf gleiche Art wieder wegnehmen.

    • Beispiele: ein ahnungsvoller Traum, eine abergläubische Einbildung, eine Schicksals-Prophezeiung des baldigen Todes ist zu verscheuchen mit moralischen Heilmitteln, künstlicher Täuschung und Gegenüberredung ( 17/1).

Erkennbarkeit
  • Die ganze Krankheit äußert sich ( 12) durch Veränderungen im Befinden des Leibes und der Seele ( 6, 19), Krankheitszeichen, Zufälle, Symptome, das heißt Abweichungen vom ehemaligen gesunden Zustand des Kranken ( 6, 14, 70). Nur sie sind mit den Sinnen wahrnehmbar ( 6, 11, 70).

  • Durch Symptome gibt die Krankheit dem Heilkünstler zu erkennen, welches Heilmittel sie braucht ( 7, 16, 18, 22). Alles Heilbare im Inneren des Menschen gibt sich dem Arzt durch Krankheits-Zeichen und Symptome zu erkennen ( 14, 70).

Zusammenhang von Krankheit und Symptomen
  • Die Gesamtheit der Symptome ist das nach außen reflektierte Bild des inneren Wesens der Krankheit, das heißt des Leidens der Lebenskraft ( 7).

  • Die wahrnehmbaren Zeichen repräsentieren die Krankheit in ihrem ganzen Umfang, bilden zusammen ihre wahre und einzig denkbare Gestalt ( 6). Für den Heilkünstler ist das durch Zeichen sinnlich Erkennbare die Krankheit selbst ( 6/1, 11).

  • Das Leiden der Lebenskraft im unsichtbaren Inneren und der Inbegriff der wahrnehmbaren Symptome bilden ein Ganzes, sind ein und dasselbe. Ein Organismus ohne Lebenskraft ist so wenig denkbar wie eine Lebenskraft ohne Organismus. Beide bilden eine Einheit, die nur zum leichteren Begreifen in zwei Begriffe gespalten wird ( 15).

  • Krankheit ist - sofern sie nicht in den Bereich der Chirurgie fällt - kein vom Organismus und der Lebenskraft gesondertes, innerlich verborgenes Wesen, so fein es auch gedacht werden mag ( 13).

Symptome als Indikation
  • Jede Krankheit und alles Heilbare äußert sich durch Symptome ( 11, 14, 70 f.).

  • Der Inbegriff aller Symptome und Umstände (Grundursache, Veranlassung) ist die einzige Indikation, die einzige Hinweisung auf ein zu wählendes Heilmittel ( 18, vgl. 5).

  • Um die Krankheit zu heilen, ist - unter Berücksichtigung von Gelegenheitsursachen, Miasmen und Nebenumständen - hauptsächlich bzw. einzig die Gesamtheit der Symptome hinwegzunehmen ( 7, 17, 22).

  • Mit dem Inbegriff der Symptome wird zugleich die innere Veränderung, die Verstimmung der Lebenskraft, das Total der Krankheit, die Krankheit selbst, aufgehoben und vernichtet ( 17).

  • Nach Hebung aller wahrnehmbaren Zeichen, Zufälle und Symptome bleibt nur Gesundheit übrig. Die krankhafte Veränderung im Inneren ist dann getilgt, die Integrität des Lebensprinzips wiederhergestellt, die Krankheit vernichtet ( 8, 12, 16 f., 22).

Krankheitsentitäten
  • Akute Krankheiten befallen ihnen ausgesetzte, empfängliche Menschen und versetzen sie in einen gleichartigen Krankheitsprozess, der sich in einem mäßigen Zeitraum zu Genesung oder Tod entscheidet, wenn er sich selbst überlassen bleibt ( 73).

Beispiele:
  • Das epidemisch auftretende Sydenhamsche Scharlachfieber und das sporadisch auftretende Purpur-Friesel sind verschieden, sie scheinen sich gelegentlich zu einem Ausschlagfieber eigener Art zu verbinden ( 33/1, 38, 73/2).

  • Ruhr, Pest, Scharbock, Rachitis, Lungensucht ( 36), Fallsucht (Epilepsie), Krätze, Typhus, Manie, Masern, Menschenpocken, Kuhpocken, Mumps ( 38) usw.

  • Die venerische Krankheit (Lustseuche) und die Krätze können zusammen eine komplizierte Krankheit bilden ( 40).

Heilung

Heilung geschieht durch

  • eine dynamische Umstimmung ( 16, 148)

  • der dynamisch verstimmten Lebenskraft ( 16, 29, 148, 282/1) bzw. des Befindens ( 19)

  • durch die dynamische Einwirkung ( 16, 282/1) bzw. Affektion ( 29, 282/1) oder Ansteckung ( 11/1)

  • einer dynamischen homöopathischen Potenz bzw. Arzneikraft ( 16, 282/1) oder der Einbildungskraft ( 17/1),

  • was zum Verschwinden der Befindensveränderung und der Krankheitszeichen führt ( 19).

Mechanismus
  • Wenn auf das Lebensprinzip, das durch einen natürlichen Krankheitsreiz verstimmt ist, ein ähnlicher Arzneireiz einwirkt, überstimmt dieser zunächst den Krankheitsreiz (da der Arzneireiz stärker ist) und lässt danach das Lebensprinzip frei und genesen zurück (wenn der Arzneireiz - nach seiner kürzeren Wirkungsdauer - ausgewirkt hat) ( 29, 34).

  • Durch Erzeugung eines ähnlichen künstlichen Krankheitszustandes wird der natürliche Krankheitszustand aufgehoben und vertilgt ( 22,29 ). Mit einem unähnlichen Krankheitszustand gelingt das nicht ( 34 f.).

  • Während der Einwirkung der stärkeren, ähnlichen Kunst-Krankheit geht für das Lebensprinzip die Empfindung von dem ursprünglichen krankhaften Agens verloren. Das Übel existiert von da an nicht mehr für das Lebensprinzip ( 29, 148).

  • Analog: Eine natürliche Krankheit kann auch durch eine andere natürliche Krankheit geheilt werden, wenn die heilende Krankheit ähnlich und stärker ist und kürzer verläuft ( 29/1, 34, 45, 158), z.B. mehrjährige Krankheiten durch Pocken oder Masern, deren Verlaufszeit nur einige Wochen beträgt ( 29/1).

Arzneiwirkung

Arzneien besitzen

  • eine dynamische (verborgene, geistartige, durch Potenzieren zu entwickelnde) Kraft ( 19-22),

  • durch dynamische Wirkung ( 16, 282/1) bzw. Affektion ( 29, 282/1) oder Ansteckung ( 11/1)

  • die dynamische Lebenskraft umzustimmen und das Befinden des Menschen zu verändern ( 16, 19-21, 29, 70).

  • Bei Arzneimittelprüfungen an Gesunden bewirkt die Arzneikraft eine Verstimmung der gesunden Lebenskraft, was zum Auftreten von Symptomen führt ( 21 f.).

  • Bei der Behandlung von Kranken bewirkt die Arzneikraft eine Umstimmung der verstimmten Lebenskraft, was im Fall einer homöopathischen Arznei zur Aufhebung der Verstimmung der Lebenskraft und damit zum Verschwinden der Symptome führt ( 16, 21 f., 70).

Allgemein
  • Arzneien können nur durch dynamische Wirkung auf das Lebensprinzip Gesundheit und Lebensharmonie wiederherstellen und stellen sie auch her ( 16).

  • Die Heilkraft der Arzneien liegt in ihrer Kraft, Menschenbefinden zu verändern ( 11/1, 19, 70, 108). Nur durch die Kraft, Menschenbefinden durch Erzeugung eigentümlicher Symptome umzustimmen, können Arzneien ihr Heilvermögen ausüben ( 21 f., 27).

  • Arzneistoffe wirken nach bestimmten Naturgesetzen. Sie erzeugen bestimmte zuverlässige Krankheitssymptome, jeder Stoff nach seiner Eigentümlichkeit besondere ( 111).

  • Die Erstwirkung einer Arznei ist ein Produkt aus Arzneikraft und Lebenskraft, gehört aber mehr der einwirkenden Potenz an. Die Nachwirkung gehört der Lebenskraft an ( 63).

Erkennbarkeit
  • Die im inneren Wesen der Arzneien verborgene geistartige Kraft, Menschenbefinden umzuändern und Krankheiten zu heilen, ist durch Denken allein nicht erkennbar. Nur durch ihre Äußerungen beim Einwirken auf das Befinden der Menschen lässt sie sich in der Erfahrung wahrnehmen ( 20).

  • Vom heilenden Wesen der Arzneien lässt sich nur die Kraft wahrnehmen, gesunde Menschen in ihrem Befinden umzustimmen und Krankheitssymptome zu erregen. Die krankhaften Zufälle, die Arzneien in gesunden Körpern erzeugen, sind die einzig mögliche Offenbarung ihrer inwohnenden Kräfte. So erfährt man die Krankheits-Erzeugungskraft und -Heilungskraft jeder Arznei ( 21).

Disposition
  • Damit eine Arznei eine Befindensänderung im Menschen hervorrufen kann, ist

    • einerseits eine Kraft von Seiten der Arznei erforderlich,

    • andererseits eine Erregbarkeit von Seiten des Organismus ( 117).

  • Die Erregbarkeit mancher Kranker ist 1.000-mal stärker als die der Unempfindlichsten ( 281).

  • Arzneien können auf alle menschlichen Körper denselben Eindruck machen,

  • nicht alle gesunden Körperbeschaffenheiten lassen sich aber davon krankhaft verändern,

  • bei allen kranken Personen mit ähnlichen Symptomen wirken sie jedoch als homöopathische Heilmittel ( 117).

  • Alle Arzneien und Potenzen haben die Eigenschaft, ihnen eigentümliche, besonders geartete Veränderungen im Befinden des Gesunden hervorzubringen - sie erscheinen aber nicht bei allen und nicht immer. Im Kranken erregt die Arznei jedoch selbst in der kleinsten Gabe stillschweigend einen ähnlichen Zustand, der ihn homöopathisch befreit und heilt ( 134, 136).

  • Unabhängig davon, wie häufig ein Symptom in einer Arzneimittelprüfung hervorgerufen wird, zeigt auch ein nur einmaliges Auftreten bei nur einem Prüfer die Neigung der Arznei, ein solches zu erregen. Die Arznei bringt alle ihre [potentiellen] Wirkungen an allen Kranken zum Einsatz, deren Beschwerden den Arznei-Symptomen ähnlich sind ( 136).

Absolute Wirkung
  • Krankhafte Schädlichkeiten (feindliche physische und psychische Potenzen) machen nicht jeden Menschen zu jeder Zeit krank. Sie besitzen keine unbedingte Kraft, das menschliche Befinden umzustimmen. Wir erkranken nur, wenn unser Organismus empfänglich und dazu aufgelegt ist ( 31).

  • Jede Arznei (künstliche Krankheitspotenz) wirkt dagegen zu jeder Zeit unter allen Umständen auf jeden Menschen und erregt in ihm die ihr eigentümlichen Symptome ( 32, 134).

  • Der menschliche Organismus ist geneigter, sich von arzneilichen Kräften erregen und in seinem Befinden umstimmen zu lassen als von natürlichen Schädlichkeiten und Miasmen. Die natürlichen Schädlichkeiten besitzen eine bedingte, untergeordnete, die Arzneikräfte aber eine überwiegende, unbedingte, absolute Macht, das menschliche Befinden krankhaft umzustimmen ( 30, 32 f.). Beispiel: eine kleine Gabe Bell. kann vor Ansteckung mit Scharlachfieber schützen ( 33/1).

Stärke und Kürze der Arzneiwirkung
  • Ein Arzneireiz ist immer stärker als ein Krankheitsreiz ( 27, 29-33, vgl. 157-160).

  • Arzneien haben eine stärkere Wirkung. Sie stimmen den menschlichen Körper wirksamer um als natürliche Krankheitsreize, zumal die Gabengröße der Arznei in der Macht des Menschen steht ( 29/1, 30, 34).

    • Beleg: Natürliche Krankheiten werden durch angemessene Arzneien geheilt ( 29/1, 30), ja sogar prophylaktisch verhindert ( 33/1).

  • Eine künstliche Potenz übertrifft auch in der kleinsten Gabe die ähnliche natürliche Krankheit an Energie ( 148).

  • Arzneien haben eine kürzere Wirkungsdauer als natürliche Schädlichkeiten, z.B. im Vergleich zur längeren, meist lebenslangen Wirkungsdauer der Psora, Syphilis und Sykosis ( 29/1).

Ähnlichkeit der Arzneiwirkung
  • Die homöopathische Arznei affiziert das verstimmte Lebensprinzip in ähnlicher Weise, aber stärker als seine Krankheits-Affektion, überstimmt diese und entzieht dem Lebensprinzip so das Gefühl von der Einwirkung des feindlichen Agens ( 29/1, 34, 148, 270, 274, 280, 282/ 1). Das Übel existiert von da an nicht mehr für das Lebensprinzip, das nun nur noch von der stärkeren künstlichen Krankheit beschäftigt und beherrscht wird, die aber bald ausgewirkt hat und den Kranken frei und genesen zurücklässt ( 29, 148).

  • Im Fall einer homöopathischen Verschlimmerung leidet das von der natürlichen Krankheit befreite Lebensprinzip (vorübergehend) noch ein wenig an der Arznei-Krankheit ( 157-161, 248, 275 f., 280, 282, vgl. 68).

Allgemeiner historischer und philosophischer Hintergrund

Zeitgenössische Konzepte
  • Neuraltheoretisches Menschenbild: Schädliche Einwirkungen, feindliche Potenzen der Außenwelt sowie die Kräfte der Arzneien werden durch den im Organismus allgegenwärtigen Fühlsinn der Nerven wahrgenommen und stimmen die Lebenskraft um ( 16). Arzneien wirken mittels der lebenden, empfindenden Faser auf das Lebensprinzip ein und verändern das Befinden ( 11/1).

    • Somit kann eine Arznei von der Zunge, dem Mund, dem Magen, der Nase oder der Haut aus auf den ganzen Körper wirken ( 284),

    • kann ihre Wirkung durch Auflösen in Wasser gesteigert werden ( 272),

    • kann es keine Lokal-Übel geben ( 189),

    • muss die Behandlung auf das Ganze gerichtet sein ( 190),

    • wird eine dynamische Affektion in einem Organismus durch eine stärkere ähnliche Affektion ausgelöscht ( 26) usw.

  • Kultiviertes, hierarchisches Menschenbild: Der Geistes- und Gemütszustand gibt bei der Wahl des Heilmittels oft am meisten den Ausschlag ( 211, 217).

  • Somato-psychische Position: Fast alle so genannten Geistes- und Gemütskrankheiten sind Körper-Krankheiten, bei denen sich unter Verminderung der Körper-Symptome das Symptom der Geistes- und Gemüts-Verstimmung erhöht ( 215). Geistes- und Gemütskrankheiten sind auf dieselbe Art wie alle übrigen Krankheiten zu heilen, das heißt durch homöopathische Arzneimittel ( 214).

  • Geistes- und Gemüts-Organe: das Symptom der Geistes- und Gemüts-Verstimmung versetzt sich unter Verminderung der Körper-Symptome in die unsichtbar feinen Geistes- oder Gemüts-Organe ( 215). So werden die Übel der gröberen Körper-Organe auf die fast geistigen, von keinem Zergliederungs-Messer jemals erreichten oder erreichbaren Geistes- und Gemüts-Organe übertragen ( 216). Lässt die Geistes- oder Gemütskrankheit nach, geht das innere Siechtum wieder in die gröberen Körper-Organe über ( 222/1). Bei gut gemeintem Zureden und Trost wirkt der Körper auf die Geistes- und GemütsOrgane zurück und versetzt sie in Aufruhr ( 224/1).

  • Naturhistorische Pathologie: Der uralte Ansteckungs-Zunder der Psora ging in Hunderten von Generationen durch Millionen von menschlichen Organismen und entfaltete sich dabei in unzähligen Krankheitsformen ( 81).

  • Begrifflichkeit aus der Physiologie von Hallers: Gefühle und Tätigkeiten, Empfindung und Selbsterhaltung des Organismus ( 9-11, 19, 29, 67/1, 113).

  • Kritische Philosophie Kants: Ein vorurteilsloser Beobachter kennt die Nichtigkeit übersinnlicher Ergrübelungen, die sich in der Erfahrung nicht nachweisen lassen ( 6).

  • Identitätsphilosophie Schellings: Organismus und Lebenskraft bilden eine Einheit. Das Leiden der verstimmten Lebenskraft und der Inbegriff der Symptome bilden ein Ganzes, sind ein und dasselbe ( 15).

  • Magnetismus: als analoges Erklärungsmodell für dynamische Wirkungen verwendet ( 11/1, 269/1-3).

  • Magnetismus, Elektrizität, Galvanismus, Mesmerismus: als nichtmedikamentöse Therapien teilweise akzeptiert ( 286-289).

  • Menstruation als periodische Blutüberfülle: Der einzig mögliche Fall von Plethora ereignet sich bei einer gesunden Frau einige Tage vor ihrer monatlichen Periode ( 74/1).

Medizin, Wissenschaft
Rationale Heilkunde
  • Das höchste Ideal der Heilung ist Wiederherstellung der Gesundheit und Vernichtung der Krankheit nach deutlich einzusehenden Gründen ( 2). Die einzige Aufgabe des Arztes ist Heilen ( 1).

  • Ein wahrer Heilkünstler handelt nie ohne richtige Grundsätze, setzt nie auf ein Glücksspiel, dessen Nieten Verschlimmerung und Tod seiner Patienten bedeuten ( 285/1).

  • Ein Haupt-Grundsatz für den homöopathischen Heilkünstler ist, bei keinem seiner Kranken ein Arzneimittel zu verwenden, dessen krankhafte Einwirkung auf den gesunden Menschen nicht vorher sorgfältig ausgeprüft und ihm bekannt ist. Er geht nicht das Wagnis ein, nach bloßer Vermutung einer möglichen Heilsamkeit oder auf Hörensagen ein Mittel zu verordnen, dessen positive Wirkungen auf Menschenbefinden unbekannt sind ( 285/1).

  • Deshalb wird er nie einen Kranken in ein mineralisches Bad schicken, weil diese Bäder fast alle nach ihren genauen positiven Wirkungen auf gesundes Menschenbefinden völlig ungekannt und bei ihrem Missbrauch unter die heftigsten, gefährlichsten Arzneimittel zu zählen sind ( 285/1).

  • In der Homöopathie dürfen bei jeder Gabe nur Einzelmittel verabreicht werden, nach dem Weisheitsspruch dass es unrecht ist, durch Vielfaches bewirken zu wollen, was durch Einfaches möglich ist ( 273 f.).

  • Der vernünftige Arzt überlässt die gleichzeitige Verordnung verschiedener Mittel dem unvernünftigen allopathischen Schlendrian ( 274/ 1).

Naturgesetzlichkeit
  • Arzneistoffe wirken bei ihrer Prüfung an Gesunden nach bestimmten Naturgesetzen und erzeugen bestimmte zuverlässige Krankheitssymptome - jeder Stoff nach seiner Eigentümlichkeit besondere ( 111).

  • Nach Vervollkommnung der Arzneimittellehre wird das Heilgeschäft den mathematischen Wissenschaften an Zuverlässigkeit nahe kommen ( 145/1).

  • Hahnemann ist vollkommen überzeugt von der menschenbeglückenden Wahrheit, dass nur durch den homöopathischen Gebrauch der Arzneien die einzig gewisse Heilung der Krankheiten der Menschen möglich ist ( 109).

  • Die reine homöopathische Heilart ist der einzig richtige, der einzig durch Menschenkunst mögliche, geradeste Heilweg, so gewiss wie zwischen zwei gegebenen Punkten nur eine gerade Linie möglich ist ( 53).

  • Jeder homöopathischen Heilung liegt das homöopathische Naturgesetz zugrunde ( 26). Das einzige Naturheilgesetz lautet: Heile durch Symptomen-Ähnlichkeit ( 50).

  • Dieses Naturheilgesetz bestätigt sich in allen reinen, genauen Versuchen und reinen, echten Erfahrungen ( 23, 28). Auf die wissenschaftliche Erklärung, wie das vor sich geht, kommt es wenig an. Die wahrscheinlichste Ansicht dazu beruht auf lauter Erfahrungs-Prämissen ( 28).

  • Mit der Bezeichnung von Krankheit als Verstimmung des Befindens soll kein hyperphysischer Aufschluss über die innere Natur der Krankheiten gegeben werden ( 31/1).

  • Die verderbliche Wirkung des palliativen, antipathischen Verfahrens und die Heilsamkeit des umgekehrten, homöopathischen erklären sich aus der automatischen Rückwirkung der Lebenskraft (Nachwirkung) gegen die Erstwirkung der Arznei ( 62-69).

Induktivismus
  • Der vorurteilslose Beobachter kennt die Nichtigkeit übersinnlicher Ergrübelungen, die sich in der Erfahrung nicht nachweisen lassen. Auch der Scharfsinnigste nimmt von Krankheiten nur das wahr, was äußerlich durch die Sinne erkennbar ist, nämlich Symptome ( 6).

  • Reine Erfahrung, in sorgfältigen Versuchen gewonnen, ist das einzige und untrügliche Orakel der Heilkunst ( 25). Dagegen gleicht die Er-fahrung der alten Schule, die mit zusammengesetzten Rezepten Krankheitsnamen der Pathologie bzw. hypothetische Krankheitsstoffe behandelt, einem Schauen in ein Kaleidoskop, über dessen sich ständig verwandelnde Gestalten man keine Rechenschaft geben kann ( 25/1).

  • Die individualisierende Untersuchung eines Krankheitsfalls verlangt vom Heilkünstler nur Unbefangenheit und gesunde Sinne, Aufmerksamkeit im Beobachten und Treue im Aufzeichnen des Bildes der Krankheit ( 83).

Experimentelle Erfahrungswissenschaft
  • Die Arzneien müssen sorgfältigst genau voneinander unterschieden und durch sorgfältige, reine Versuche auf ihre Kräfte und Wirkungen im gesunden Körper geprüft werden ( 120).

  • Bei Arzneimittelprüfungen muss jeder Arzneistoff auf seine Echtheit überprüft, nach Vorschrift aufbereitet, allein und rein eingenommen werden, ohne seine Wirkung durch etwas anderes Arzneiliches, die Diät oder die Lebensordnung zu stören ( 121-126). Zur Erforschung der Modalitäten wird der Prüfer in verschiedene Lagen versetzt ( 133).

  • Die sorgfältige und treue Aufzeichnung von Arzneimittelprüfungs-Symptomen ergibt eine wahre Materia medica, eine Sammlung der reinen, untrüglichen Wirkungsweisen der einfachen Arzneistoffe, einen Kodex der Natur. In einer solchen Arzneimittellehre hat alles reine Sprache der sorgfältig und redlich befragten Natur zu sein. Alles Vermutete, bloß Behauptete oder Erdichtete sollte ausgeschlossen sein ( 143 f.).

  • Der jeweils angemessene Potenz-Grad und die Gabengröße lassen sich nicht theoretisch, sondern nur durch reine Versuche, sorgfältige Beobachtung der Erregbarkeit jedes Kranken und richtige Erfahrung in jedem besonderen Fall bestimmen ( 278).

  • Heilungshindernisse müssen sorgfältig aufgesucht werden, weil sie Krankheiten gewöhnlich verschlimmern ( 260).

Professionalisierung
  • Homöopathische Ärzte sollten in homöopathischen Spitälern im Heilen geübt und praktisch wie theoretisch geprüft und legitimiert sein. Die homöopathischen Arzneien sollten sie unentgeltlich von staatlich kontrollierten unparteiischen Herstellern erhalten ( 271/1).

Theologie, Teleologie
Güte und Weisheit des Schöpfers
  • Unser vernünftiger Geist kann sich der gesunden Lebenskraft zu dem höheren Zweck unseres Daseins bedienen ( 9). Das größte der irdischen Güter ist Wohlbefinden des Leibes und der Seele ( 120).

  • Der Herr des Lebens legt nur das vor die Sinne des Heilkünstlers, was dieser von der Krankheit wissen muss und ihm zum Heilzweck ausreicht. Wie z.B. die Lebenskraft Krankheit schafft, bleibt ihm verborgen, da es ihm zu wissen unnütz ist ( 12/1).

  • Der Heilkünstler braucht die Lebenskraft, das die Krankheit schaffende Wesen, nicht zu sehen und zu erfahren, sondern bloß ihre krankhaften Wirkungen, um Krankheiten heilen zu können ( 6).

  • Gemäß der Güte des weisen Lebenserhalters der Menschen gibt sich alles Heilbare dem genau beobachtenden Arzt durch Krankheits-Zeichen und Symptome zu erkennen ( 14).

  • Nur durch Symptome kann die Krankheit zu erkennen geben, welches Heilmittel sie braucht ( 7). Die Lebenskraft kann ihre Verstimmung nur durch Störung des guten Lebensgangs und durch Leidensgefühle ausdrücken, damit ruft sie den verständigen Arzt um Hilfe an ( 22/1).

  • Gott, der Erhalter der Menschen, legt seine Weisheit und Güte an den Tag, indem er dem Heilkünstler offenbart, was er bei Krankheiten wegzunehmen hat, um sie zu vernichten. Aufgrund seiner Weisheit und Güte kann er das, was an Krankheiten zu heilen ist, nicht in ein mystisches Dunkel gehüllt haben ( 17/2).

  • Der Schöpfer der Heilpotenzen hat besonders auf den veränderten Geistes- und Gemütszustand Rücksicht genommen ( 212).

  • Die Lebenskraft entschließt sich zur Bildung eines Lokal-Übels mit der Absicht, dadurch das innere Übel zu beschwichtigen ( 201).

Mangelnde Einsicht des Menschen
  • Nur gegen natürliche Krankheiten hat uns der Allgütige Hilfe durch die Homöopathie geschenkt, nicht gegen allopathische iatrogene Krankheiten ( 76).

  • Tausende von Ärzten wurden dazu verführt, mit kaltem Herzen das warme Blut ihrer Kranken zu vergießen, ohne der Donnerworte des ältesten unserer Gesetzgeber zu gedenken: Du sollst kein Blut vergießen, denn das Leben ist im Blut ( 60/1).

  • Bei den Behandlungsergebnissen der gewöhnlichen Praktiker kann nur ein Gott und kein Mensch etwas aus den vielfachen Kräften enträtseln, die auf den unbekannten Gegenstand einwirken ( 25/1).

  • Auf Allopathen wartet der gerechte Lohn, dass sie, wenn sie einmal selbst erkranken, auf die gleiche Weise behandelt werden ( 148/1).

Ethik, Moral
Werte
  • Ein gutes Gewissen ist das einzige Zeugnis echter Menschenwürde ( 119/2).

  • Wer Achtung vor der Menschheit hat und auch den Geringsten im Volk als seinen Bruder schätzt, dem kann die Gefahr, in die ein Prüfer durch zu große Gaben gebracht wird, nicht gleichgültig sein ( 137).

  • Arzneimittelprüfungen erfordern größte moralische Gewissheit und Zuverlässigkeit, damit sie nicht allen Wert verlieren ( 143/1).

  • Bei Veröffentlichung von Prüfungsergebnissen ist der Arzt für die Zuverlässigkeit der Versuchsperson und ihrer Angaben verantwortlich, und zwar mit Recht, denn hier steht das Wohl der Menschheit auf dem Spiel ( 139/1).

  • Seinen besten Lohn erhält das mühsame Aufsuchen und Auswählen des homöopathischen Heilmittels vom Bewusstsein treu erfüllter Pflicht ( 148/1).

Verfehlungen
  • Durch ihr gewissenloses und empörendes Verhalten bei der hartherzigen, grausamen und qualvollen Peinigung bedauernswürdiger Geisteskranker scheinen manche Ärzte ihre Bosheit durch Härte an schuldlosen Leidenden auszulassen. Dabei erniedrigen sie sich tief unter den Stand der Zuchtmeister in Strafanstalten, die Züchtigungen nur aufgrund der Pflicht ihres Amtes und an Verbrechern ausführen ( 228/1).

  • Eine der verbrecherischsten Handlungen, deren sich die ärztliche Zunft schuldig machen konnte, ist die äußere Behandlung von Lokal-Symptomen innerer miasmatischer Krankheiten ( 203).

  • Dünkelhafte Anhänger der Homöopathie, die aus Vorurteilen die kleinsten Gaben scheuen, geben sich zu Unrecht als ihre Schüler aus ( 253/1).

  • Es ist verbrecherischer Verrat an der göttlichen Homöopathie, wenn man nach den Vorlieben des Kranken bald homöopathisch, bald allopathisch verfährt ( 52).

  • Nach der Sitte vieler Deutscher, gegen das Verdienst ihrer Landsleute ungerecht zu sein, erdichtet man lieber einen fremden Ursprung einer Erfindung, deren Ehre einem Deutschen gebührt ( 267/1).

Rhetorik, Polemik
Exklusivität
  • Wahre, sanfte Heilungen geschehen nur auf homöopathischem Weg ( 53).

  • Arzneien heilen Krankheiten mit ähnlichen Symptomen ausnahmslos und lassen keine ungeheilt ( 25).

  • Nur eine treffende Wahl der Arzneien kann das größte der irdischen Güter wiederherstellen ( 120).

  • Außer der Homöopathie kann es unmöglich noch eine andere wahre, beste Heilung der dynamischen Krankheiten geben, so wenig, wie zwischen zwei gegebenen Punkten mehr als eine Linie zu ziehen möglich ist ( 109/1).

  • Homöopathie ist die allein hilfreiche Heilart ( 70), die vollkommenste aller Heilmethoden ( 172), das heilsamste Verfahren ( 253/1), die einzig wahre, einfache und naturgemäße Heilkunst ( 273).

  • Nie setzt ein wahrer, homöopathischer Heilkünstler einen seiner Kranken der Gefahr eines mineralischen Bades aus ( 285/1).

  • Die gewissenhaften Nachfolger Hahnemanns, die echten, reinen Homöopathen können mit ihren fast nie misslingenden, glücklichen Heilungen die Vertreter eines lockeren Indifferentismus eines Besseren belehren ( 109/1).

Feindbild
  • Der menschenliebende Homöopath überlässt dem gefühllosen Allopathen das gewissenlose Wagnis, Arzneien nach bloßer Vermutung oder auf Hörensagen zu verordnen ( 285/1).

  • Die Ärzte alter Schule machen es sich bei ihren Behandlungen sehr bequem. Sie stellen dem Patienten nur wenige, allgemeine Fragen, unterbrechen ihn, erforschen nicht alle Umstände des Kranken, schreiben sich nichts davon auf, vergessen die Umstände, verschreiben schnell ein Rezept mit mehreren Ingredienzen und besuchen an einem Vormittag 50-60 Patienten ( 104/1).

  • Die Ärzte alter Schule mischen Rezepte verschiedener unbekannter Arzneikräfte zusammen und überlassen es dem Zufall, wie es dem Kranken danach ergeht. So wie ein Wahnsinniger mit verschiedenen ihm unbekannten Werkzeugen die Kunstwerke eines Künstlers bearbeitet und damit unwiederbringlich verdirbt ( 119/2).

Unterstellungen
  • Bei Sektionen von Landbewohnern und städtischen Armen, die ohne allopathische Behandlung an natürlichen Krankheiten gestorben sind, würde man keine pathologisch-anatomischen Veränderungen finden ( 74/2).

  • Die vielen Friedhöfe rund um die berühmtesten Mineralbäder bezeugen deren Gefährlichkeit ( 285/1).

  • Durch die schwächenden Aderlässe usw. wurden mehr Millionen Menschen (broussaisch) allmählich ihres Lebens beraubt, als in Napoleons Schlachten fielen ( 60/1).

  • Wer Surrogate für möglich hält, gleicht unverständigen Kindern, die wesentlich verschiedenste Dinge verwechseln, weil sie sie kaum dem Äußeren nach, am wenigsten nach ihrem Wert, ihrer Bedeutung und ihren abweichenden Eigenschaften kennen ( 119/1).

  • Die leichtfertigen und mühescheuen Ärzte der Mischlings-Sekte erwarten von der Homöopathie, dass sie ihnen das homöopathische Heilmittel für jeden Fall von selbst, ohne eigene Mühe, wie gebratene Tauben in den Mund führt. Sie brüsten sich zu Unrecht mit dem Ehrennamen Homöopath ( 148/1).

  • Durch Allopathie verdorbene Fälle sind unheilbar ( 74-76).

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