© 2019 by Elsevier GmbH

Bitte nutzen Sie das untenstehende Formular um uns Kritik, Fragen oder Anregungen zukommen zu lassen.

Willkommen

Mehr Informationen

B978-3-437-55143-7.00004-6

10.1016/B978-3-437-55143-7.00004-6

978-3-437-55143-7

Die wichtigsten homöopathischen Mittel nach Verletzungsart.

Tab. 4.3-1
Indikationen Homöopathische Mittel
Blutung Arnica, Millefolium (innere Verletzungen, Fall), China (Blutverlust)
Verletzung Biss/Stich Ledum, Hypericum, Silicea
Distorsion/Luxation Arnica, Rhus toxicodendron., Ruta
Quetschung Arnica, Hypericum (Nerv)
Schlag/Prellung Arnica
Schnitt Staphisagria
Schürfung Calendula, Hypericum
Weichteiltrauma Bellis perennis, Conium

Die wichtigsten homöopathischen Mittel nach betroffenen Körperteilen.

Tab. 4.3-2
Lokalisation Homöopathische Mittel
Kopf Arnica, Natrium sulfuricum (Spätfolgen), Hypericum, Helleborus (Gedächtnisverlust)
WS/Coccys Hypericum
Auge Arnica, Symphytum (stumpfes Trauma), Hypericum (spitze Verletzung)
Genitalien Arnica, Staphisagria (traumatisch/Vergewaltigung), Phos (Blutung), Arg. met. (Hodenquetschung)
Bellis p., Conium (Brüste)
Finger/Zehen Hypericum
innere Organe Arnica, Millefollium
Muskelzerrung Arnica, Calendula
Sehnen Arnica, Rhus toxicodendron, Ruta

Homöopathische Arzneimittel für verschiedene Notfallapotheken.

Tab. 4.5-1
Globuli C 30 Mini-Notfallapotheke Standard-Notfallapotheke Große Notfallapotheke Basisapotheke akut/chronisch
Aconitum napellus X X X X
Arnica montana X X X X
Aethusa cynapium X
Agaricus muscarinus X
Allium cepa X
Anacardium orientale X X
Apis mellifica X X X X
Argentum nitricum X X X
Arsenicum album X X X X
Aurum matallicum X
Belladonna X X X X
Bellis perennis X X X
Borax veneta X X
Bryonia alba X X X
Cactus grandiflorus X
Calcium carbonicum X X
Calendula officinalis X
Camphora X X X
Cantharis vesicatoria X X X X
Carbo vegetabilis X X X X
Causticum Hahnemanni X
Chamomilla X X X X
China officinalis X X
Coca X
Cocculus indicus X X X X
Coffea cruda X X
Colocynthis X X X
Conium maculatum X X
Cuprum metallicum X X
Dulcamara X X
Eupatorium perfoliatum X
Ferrum phosphoricum X
Gelsemium sempervirens X X X
Glonoinum x
Hamamelis virginiana X X
Hepar sulfuris X
Hypericum perforatum X X X X
Ignatia amara X X X
Ipecacuanha X X
Iodum X
Kalium bichromicum X
Lachesis muta X X
Ledum pallustre X X X X
Lycopodium clavatum X X
Mercuris solubilis X
Millefolium X X
Morphinum X
Natrium carbonicum X
Natrium muriaticum X X
Natrium sulfuricum X X
Nitricum acidum X
Nux moschata X
Nux vomica X X X
Okoubaka (D2) X
Opium X X
Phosphorus X X
Phytolacca decandra X
Pulsatilla pratensis X X X
Pyrogenium X
Rhus toxicodendron X X X X
Ruta graveolens X X
Sepia succus X
Silicea terra X X
Spigelia anthelmia X
Staphysagria X X
Stramonium X X
Sulphur X X
Symphytum officinale X X X
Tabacum X X X
Tarentula hispanica X
Thuja occidentalis X
Tuberculinum Koch X
Urtica urens X X X
Veratrum album X X X X
Viscum album X
Zincum valerianicum X

Notfälle und Erste Hilfe

Ulrich Petri

Volker Schmiedel

  • 4.1

    Allgemeine Prinzipien1060

  • 4.2

    Stellenwert naturheilkundlicher Therapieverfahren1060

  • 4.3

    Notfälle in der Praxis1061

    • 4.3.1

      Akute allergische Reaktion/Anaphylaxie1061

    • 4.3.2

      Angina pectoris, Herzinfarkt (3.1.3)1062

    • 4.3.3

      Asthmaanfall1062

    • 4.3.4

      Hypertone Krise (3.2.2)1063

    • 4.3.5

      Kollaps/vasovagale Synkope (3.6.3)1064

  • 4.4

    Unfallverletzungen1065

    • 4.4.1

      Wundbehandlung und Blutungen1065

    • 4.4.2

      Distorsion (Prellung)1067

    • 4.4.3

      Frakturen1068

    • 4.4.4

      Erfrierungen1069

    • 4.4.5

      Verbrennung1069

    • 4.4.6

      Erstickungszustände und Gasvergiftungen1070

  • 4.5

    Reisespezifische Erkrankungen1071

    • 4.5.1

      Flugangst und Jetlag/Schlaflosigkeit1071

    • 4.5.2

      Reiseübelkeit1072

    • 4.5.3

      Gastrointestinale Beschwerden1072

    • 4.5.4

      Höhenkrankheit1073

    • 4.5.5

      Insektenstiche1074

    • 4.5.6

      Schlangen-/Skorpionbisse1075

    • 4.5.7

      Sonnenstich/Sonnenbrand1076

    • 4.5.8

      Überanstrengung/Krämpfe1076

  • 4.6

    Sonstiges1077

    • 4.6.1

      Behandlung prä- und postoperativer Beschwerden1077

    • 4.6.2

      Zahnextraktion1078

    • 4.6.3

      Angstzustände1079

  • 4.7

    Homöopathische Notfallapotheken1080

Allgemeine Prinzipien

Merke

Bei jeglicher Notfalltherapie sind die Grundsätze der konventionellen Medizin zu befolgen – insbesondere bei vital bedrohlichen Notfällen. Der beste Schutz ist die sichere Kenntnis notfallmedizinischer Maßnahmen, die auch im Praxisteam regelmäßig trainiert werden sollten.

Im Einzelfall und in Abhängigkeit von der Erfahrung des Therapeuten können jedoch homöopathische Mittel und Naturheilverfahren ergänzend zur Anwendung kommen. Die nachstehenden Therapiemaßnahmen sind entsprechende Vorschläge, sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Auch aus forensischen Gründen sind insbesondere in der homöopathischen und naturheilkundlichen Notfallbehandlung eine sorgfältige Nachbeobachtung und eine umfassende Dokumentation der Maßnahmen wichtig. Es hat sich bewährt, die Notfallausrüstung (auch die homöopathischen Notfallmittel), an einem zentralen Ort der Praxis, evtl. in einem Notfallkoffer, zu deponieren.
Notfallsituationen treffen Pat. wie Behandler unvorbereitet und stellen eine körperliche und seelische Extremsituation dar. Homöopathische und naturheilkundliche Anwendungen können hier neben Erstmaßnahmen und empathischer Zuwendung die Notlage und den Heilungsverlauf oft günstig beeinflussen.

Praxistipp

  • Bringen sie an Ihrem Praxistelefon einen Aufkleber mit der Rufnummer der örtlichen Rettungsleitstelle und Ihre Praxisanschrift/Rufnummer an – in der Hektik sind diese dem Personal oft nicht präsent.

  • Nennen Sie gleich zu Beginn Ihrer Ansage auf dem Praxisband die Notrufnummer der Rettungsleitstelle, damit der Anrufer im Notfall nicht erst die oft ausgedehnte Info über Öffnungszeiten abwarten muss.

Stellenwert naturheilkundlicher Therapieverfahren

Akupunktur
Die Akupunktur ist v. a. bei kardiovaskulären Notfällen als adjuvante, tonisierende Maßnahme einsetzbar (auch Akupressur), ferner bei Asthma bronchiale.
Bachblütentherapie
Bei Notfällen sind Notfalltropfen hilfreich, um Schockfolgen abzumildern.
Biochemie nach Schüßler
Schüßler-Salze haben in Notfällen – ebenso wie andere Naturheilverfahren – ihre Grenzen, werden jedoch empirisch und adjuvant seit Langem erfolgreich auch in Notfällen angewendet. Dosierungsempfehlung ist bei akuten Beschwerden:
  • Erwachsene etwa alle 10 Minuten 1 Tbl.

  • Kinder unter 12 Jahren jede Stunde 1 Tbl.

  • Säuglinge alle 3 Stunden 1 Tbl.

Homöopathie

Merke

In der homöopathischen Notfalltherapie haben sich Mittel in der Potenzstufe C 30 bewährt. Es können jedoch auch D-Potenzen eingesetzt werden. Primär wichtig ist die richtige Mittelwahl. Die Mittel können jeweils als Globuli, Tr. oder Tbl. gegeben werden.

Die klassische Homöopathie hat in der Notfallbehandlung oft rasche und verblüffende Erfolge. Auch bei Unfallspätfolgen können Homöopathika – fortgeschrittene Kenntnisse in Homöopathie vorausgesetzt – gut eingesetzt werden. Die Mittelwahl bei notfallmedizinischen Indikationen erfordert häufig die Berücksichtigung der anatomischen Struktur, der Causa oder die Art der Verletzung (Tab. 4.3-1; Zeichenerklärung: > verbessert, < verschlimmert die Symptomatik).

Praxistipp

Für die homöopathische Akuttherapie gelten folgende Einnahmehinweise:

  • Dosierung: i.d.R. erfolgt die Einnahme in der Potenz C 30 (im Folgenden wird auf die Angabe der Potenzstufe verzichtet). Die Dosierung liegt bei ca. 5 Tr. oder 3 Globuli. Das Mittel kann auch in einem Glas Leitungswasser aufgelöst und schluck- oder löffelweise verabreicht werden.

  • Anwendungsdauer:

    • Je akuter die Situation, desto häufiger die Gabe wiederholen (z. B. alle 10 Min.).

    • Bei Besserung der Symptome Mittel nicht wiederholen. Erst bei erneutem Auftreten der alten Symptome Gabe wiederholen.

    • Je akuter die Situation, desto rascher muss eine tendenzielle Besserung eintreten – sonst evtl. neues Mittel geben – jedoch nicht mehr als drei Mittel verabreichen.

    • Erst sollte sich die Psyche bessern (z. B. Unruhe, Schocksymptomatik), danach die körperlichen Symptome. Dieser Verlauf zeigt an, dass das richtige Mittel gewählt wurde.

Notfälle in der Praxis

Merke

Die Erhaltung der vitalen Funktionen steht im Vordergrund. Der Einsatz notfallmedizinischer Therapie darf nicht unnötig verzögert werden!

Akute allergische Reaktion/Anaphylaxie

Biochemie nach Schüßler
AnaphylaxieNotfallmaßnahmenallergische ReaktionNotfallmaßnahmenAngezeigt ist Nr. 2 Calcium carbonicum D6, zur Dosierung 4.2.
Homöopathie
  • Aconitum napellus: Plötzlichkeit der Symptomentwicklung, Angst, Panik

  • Apis mellifica: ödematöse Schwellung, bes. im Rachenraum, Verlangen nach Kühle, welche >

  • Carbolicum acidum: Stupor, komatöser Kollaps, verlangsamte Atmung, evtl. Krämpfe

  • Urtica urens: Hautsymptome (z. B. Nesselausschlag) stehen im Vordergrund

Angina pectoris, Herzinfarkt (3.1.3)

Akupunktur
Angina pectoris Herzinfarkt
  • Angina pectorisNotfallmaßnahmenDü 1: bei blassem Gesicht, kleine Moxen

  • Dü 1, K 9: bei rotem Gesicht, bluten lassen

  • Ma 9: Karotisstich, Nadel bis zum Abklingen des AP-Anfalles liegen lassen

Biochemie nach Schüßler
Angezeigt ist Nr. 7 Magnesium phosphoricum D6 als „Heiße Sieben“ (2.12), zur Dosierung 4.2.
Homöopathie
  • Aconitum napellus: Plötzlichkeit, Todesangst, Blässe, Beklemmung, Unruhe,Auslöser: Schreck, Schock.

  • Arnica montana: Schmerz v. a. im linken Arm/Ellenbogen, Zerschlagenheitsgefühl, Puls schwach, Dyspnoe, abweisend gegenüber Helfer

  • Glonoinum (Nitroglycerinum): Gefühl heftiger Pulsation in der Herzgegend, im ganzen Körper bis in die Fingerspitzen, voller klopfender Puls, sichtbar klopfende Karotiden, „Venenpuls“, Zurücklehnen >

Neuraltherapie
1 ml Procain 1-prozentig i. v. verabreichen.
Ordnungstherapie
Bei V. a. auf Herzinfarkt rasch den Notarzt benachrichtigen. Gefährdete Pat. (und deren Angehörige!) sollten über Symptome und die Notwendigkeit rascher Maßnahmen rechtzeitig informiert werden.
Physikalische Therapie
Zur Verbesserung der Koronardurchblutung ist ein ansteigendes Armbad hilfreich.

Asthmaanfall

Akupunktur
AsthmaanfallNotfallmaßnahmenOft nur mäßige Erfolge im Status asthmaticus (erfordert viel Erfahrung), bessere Resultate werden in der Behandlung im beschwerdefreien Intervall erzielt. Bei Kindern möglichst rechtzeitig, d. h. in Frühphasen der Erkrankung, mit der vorbeugenden Behandlung beginnen. In allen Fällen gelten die genannten Punkte:
  • Lu 6: tief stechen

  • Di 1, Lu 11: bluten lassen

  • Ma 9: 1–2 cm, 30 Sek. lang

  • Ren 22, Ren 14, Ren 12: 1 cm, einige Sek. hin und her drehen, 5 Min. liegen lassen

Biochemie nach Schüßler
Angezeigt ist Nr. 7 Magnesium phosphoricum D6 als „Heiße Sieben“ (2.12), zur Dosierung 4.2.
Homöopathie
Asthma bronchiale ist primär eine Indikation für die homöopathische Konstitutionstherapie.
  • Arsenicum album: Eiseskälte (subjektiv), kaltschweißig, Todesangst, Anfall gegen Mitternacht, brennender Husten, Liegen <, stechender Schmerz in der oberen rechten Lunge, evtl. blutiges Sputum

  • Cactus grandiflorus: Gefühl des Zusammengeschnürtseins, besonders der Brust, mit berstendem Kopfschmerz, Todesangst

  • Cuprum metallicum: trockener Krampfhusten, Zusammenschnüren der Brust bis zum Ersticken

  • Grindelia: Auswurf, Erstickungsgefühl, kann im Liegen nicht atmen

Neuraltherapie
  • 1 ml Procain 1-prozentig i. v.

  • 4 Quaddeln bds. des Sternums und ca. 12 Quaddeln bds. paravertebral zwischen Schulterblatt und BWS

Physikalische Therapie
Eine heiße Rolle auf den Brustkorb (Behandlung durch Angehörige) wirkt entspannend und bronchospasmolytisch. Das Verfahren sollte bereits vor dem Notfall eingeübt werden.

Hypertone Krise (3.2.2)

Akupunktur
hypertone KriseNotfallmaßnahmenAdjuvant können KS 6 und MP 6 genadelt werden.
Ausleitende Verfahren
Hilfreich sind blutiges Schröpfen der Reflexzone „Hypertonie“ (2.7.3) und je nach Konstitution ein Aderlass (2.7.5).
Homöopathie
  • Aconitum napellus: Plötzlichkeit, Blässe, Todesangst, Unruhe, voller harter schneller Puls

  • Arnica montana: Blutandrang zum Kopf, rotes gedunsenes Gesicht, evtl. Ohrensausen und Nasenbluten, lehnt Zuwendung ab

  • Aurum metallicum: „Herz-Depression-Leistungsmensch“, Hitze und Blutandrang zum Kopf, Kopfschmerz, Schlaflosigkeit

  • Belladonna: heftiger Blutandrang zum Kopf, pulsierende Karotiden, roter Kopf, kalte Extremitäten, geschlängelte Temporalgefäße, Überempfindlichkeit gegen Licht und Geräusche

  • Viscum album: Hypertonus mit Schwindel, Kribbelparästhesien der Extremitäten

Neuraltherapie
1 ml Procain 1-prozentig i. v.
Reflexzonentherapie am Fuß
Oft lässt sich der Blutdruck über die Zonen für Vegetativum und Nieren beeinflussen.

Kollaps/vasovagale Synkope (3.6.3)

Synkope Notfallmaßnahmen Kollaps Notfallmaßnahmen

Praxistipp

  • Ursache, wenn möglich beseitigen, zudem fachgerechte Lagerung vornehmen, venösen Zugang legen und Vitalfunktionen sichern.

  • Naturheilverfahren als adjuvante Maßnahmen einsetzen.

Akupunktur
  • Du 26 nadeln oder besser kräftig mit dem Daumennagel ca. 30–60 Min. stimulieren

  • zusätzlich Pe 9, Ni 1 sowie adjuvant: He 9, Di 4, Le 3

Bachblütentherapie
4 Tr. Notfalltropfen in Wasserglas geben, innerhalb von 10 Min. trinken, ggf. wiederholen.
Biochemie nach Schüßler
  • Nr. 3 Ferrum phosphoricum D6 oder

  • Nr. 5 Kalium phosphoricum D6

Zur Dosierung 4.2.
Homöopathie
  • Camphora: eiskalte bläuliche Haut, empfindlich auf Zugluft – will jedoch nicht zugedeckt werden, tachykarder schwacher Puls, evtl. Krämpfe, unvermittelt Erbrechen und Diarrhö („Cholerazustand“). Cave: antidotiert andere Mittel – getrennt aufbewahren

  • Carbo vegetabilis: kalter Schweiß, blass-zyanotisch, heißer Kopf kalter Körper, Verlangen nach frischer Luft, Luft zufächeln >, Kollaps im Rahmen fortgeschrittener Krankheitsverläufe

  • Veratrum album: Heftigkeit der Symptomatik, kaltschweißig, eiskalt, „spitze Nase“ (Facies hippocratica), fällt bei leichtester Anstrengung in Ohnmacht, Durst auf große Mengen kalter Getränke, evtl. delirierend

Bei Panik und Neigung zur Ohnmacht können folgende Arzneimittel angezeigt sein:
  • Aconitum napellus: Unfallschock mit Panikreaktionen (z. B. Weglaufen), Folge von Schreck, nach tätlichen Übergriffen oder Vergewaltigungen

  • Coffea cruda: „Lottogewinner“-Ohnmacht nach unerwarteter freudiger Nachricht

  • Ignatia amara: Kummermittel nach Hiobsbotschaften o. Ä., unaufhörliches Weinen und Schluchzen, starke Stimmungsschwankungen

  • Nux moschata: Menschen, die habituell schnell in Ohnmacht fallen

  • Opium: Folge von Schreck und Schock, wie gelähmt, reagiert kaum auf Umweltreize, Folge von Schreck durch Knall o. Ä.

  • Pulsatilla praetensis: Ohnmacht in überfüllten Räumen mit schlechter Luft

  • Stramonium: delirante panikartige Zustände nach, insbesondere emotionalem Schreck/Schock, Aggressivität, Angst vor Dunkelheit und Alleinsein

Neuraltherapie
1 ml Procain 1-prozentig i. v. verabreichen. Diese Maßnahme ist wegen gefäßabdichtender, kreislaufregulierender und antiallergischer Wirkung auch bei verschiedenen Formen eines drohenden Schocks sinnvoll.
Ordnungstherapie
Je akuter das Ereignis, desto mehr müssen symptomunterdrückende Maßnahmen zum Tragen kommen. Dabei aber bereits mit der Ursachenforschung und der Rezidivprophylaxe beginnen (4.1).
Phytotherapie
5 Tr. Korodin pur unter die Zunge geben.
Reflexzonentherapie am Fuß
Nach Hochlagerung der Beine gut dosiertes Tonisieren (nicht zu stark) mehrmals nacheinander einige Sek. lang in der Reihenfolge der Zonen: Hypophyse, Schädelbasis mit Nacken, Herz, Schilddrüse, Nebennieren, Milz, Genitalbereich, Solarplexus
Phytotherapie
5 Tr. Korodin pur unter die Zunge geben.

Unfallverletzungen

Wundbehandlung und Blutungen

Biochemie nach Schüßler
WundbehandlungBlutungenAngezeigt ist bei Blutungen und Wunden Nr. 3 Ferrum phosphoricum D12, zur Dosierung 4.2.
Eigenblut
  • 0,5 ml EB + 2 Amp. Traumeel® je nach Umfang der Hautverletzung

  • 10 bis 12 Injektionen in zweitägigen Abständen

Homöopathie
Die Differenzierung der Homöopathika erfolgt nach Lokalisation und Art der Verletzung (Tab. 4.3-1 Tab. 4.3-2).
Biss-, Stich- und Schnittverletzung
  • Hypericum: sehr schmerzhafte Stichverletzungen, Schmerz zieht entlang der betroffenen Gliedmasse, sehr reizbares Sensorium

  • Ledum palustre: kalte Applikationen >, jegliche Wärme <, dunkle Wundverfärbung

  • Silicea: Seeigel-, Splitterverletzung, bei kleinen nicht entfernbaren Fremdkörpern

  • Staphisagria: brennende, schneidende Schmerzen nach Schnitt, auch OP-Wunden

Quetschung, Prellung
  • Arnica montana: Schmerz, Schwellung und Hämatom

  • Hypericum: nervendichtes Gewebe, Finger-/Zehenquetschung

Schürfung
  • Calendula officinalis: schlecht heilende Abschürfungen

  • Hypericum: sehr schmerzhaft, Schmerz zieht entlang der Gliedmaße

Weichteilverletzung
  • Bellis perennis: Schwellung, Verhärtung, Zystenbildung, evtl. sogar Entartung nach Trauma der Brüste, Drüsenverhärtung nach Schlag

  • Conium maculatum: alternativ (Konstitution) oder folgend auf Bellis perennis

Blutungen

Merke

Mittelgaben häufig wiederholen, bis die Blutung steht.

  • Arnica montana: traumatische Blutungen, Nasenbluten durch Schlag. Cave: keine Arnikatinktur auf offene Wunden!

  • China: Schwäche und Kraftverlust nach größeren Blutverlusten (auch post-OP), Blässe, Kopfschmerz nach Blutverlust

  • Hamamelis: venöse, wässrig sickernde Blutungen (Varizen, Hämorrhoiden), Konjunktivalblutung (D 6 über Tage bis zur Rückbildung)

  • Millefolium: innere Blutungen bei Z. n. Sturz oder Abdominal-/Thoraxprellung mit Blutspucken oder -husten, heftig blutende Wunden, Blutung nach Zahnextraktion

  • Phosphorus: rezidivierende Epistaxis bes. nachts/frühmorgens, nach Anstrengung, hellrote Blutung nach Schnäuzen

Phytotherapie
  • Bei Schürfungen ist Calendulatinktur (1-prozentig) anzuwenden: Wundverband damit feucht halten (Cave: keine Arnikatinktur wie oft in der Literatur zu finden – verursacht eine Entzündung)

  • Calendulatinktur (1-prozentig) auf anhaltend blutende Wunde träufeln (DD: arterielle Blutung – pulsierend)

Distorsion (Prellung)

Biochemie nach Schüßler
DistorsionAngezeigt ist Nr. 3 Ferrum phosphoricum D12, zur Dosierung 4.2. Das Mittel kann auch extern angewendet (Salbe Nr. 3) und auf einen Salbenverband appliziert werden.
Eigenbluttherapie
0,5 ml EB plus 2 Amp. Traumeel® an 3 aufeinanderfolgenden Tagen verabreichen.
Homöopathie
  • Arnica montana: Erstmittel, auch bei stumpfen Traumen mit rascher Schwellung und Hämatombildung, traumatische Luxationen, Muskelriss

  • Bellis perennis: Schlag auf Brüste, Drüsen, sehr schmerzhaft mit anschließender Verhärtung, Kälte<

  • Bryonia alba: wenn auf Arnica, Rhus-tox. keine Besserung eintritt, Schmerzen bei der geringsten Bewegung, in absoluter Ruhestellung beschwerdefrei

  • Calendula officinalis: Muskelriss

  • Conium maculatum: Schlag auf Drüsengewebe, Genitalien mit anschließender Verhärtung, auffalend schmerzarm, Geschwulstbildung

  • Ledum palustre: Verrenkungsgefühl, kalte Anwendungen >, Wärme <

  • Rhus toxicodendron: typischer Anlaufschmerz, mäßige Bewegung >, Wärme >

  • Ruta graveolens: Prozesse der Sehnen-Knochenregion, lokalisierter Punktschmerz, Knochenhautreizung, Bewegung <, Wärme >

  • Symphytum: Sehnenverletzungen mit knöchernem Ausriss (Röntgen)

Neuraltherapie
Quaddeln bzw. Infiltration des verletzten Gebiets (gefäßabdichtende, antiödematöse Wirkung).
Phytotherapie
  • Stumpfe Traumen: Arnika-Salbe 10% oder 30% (Weleda) mehrmals täglich auftragen. Arnika-Essenz (Weleda) 1 EL auf 250 ml Wasser als Umschlag. Vaxikum® Salbe als Stützverband, Traumeel® S., Echinacea S. oder Tinkt. Auch Retterspitz Umschläge (mit kaltem Wasser verdünnen (1 : 3), Umschläge halbstdl. erneuern.

  • Zur Wundheilung:

    • Calendula Salbe 10-prozentig (Weleda) mehrmals tgl. auftragen

    • Calendula Essenz (Weleda) 1 TL auf 250 ml abgekochtes Wasser als Umschlag oder 30 Tr. auf 1/2 Glas Wasser als Mundspülungen

Frakturen

Eigenbluttherapie
FrakturenDie Behandlung von Knochenbrüchen mit lokalen Eigenblutinjektionen hat in der Naturheilkunde Tradition: Der Berliner Chirurg August Bier hatte Anfang des 20. Jh. beobachtet, dass Knochenbrüche schneller heilen, wenn in der Nähe ein Bluterguss entstanden war. Daraufhin förderte er die Knochenheilung seiner Pat. durch Injektionen von Eigenblut (möglichst in Bruchnähe).
Homöopathie
  • Arnica montana: Erstmittel (nicht mehr geben, wenn Schmerzen zurückgegangen sind)

  • Fluoricum acidum: Knochenheilungsstörung mit Fistel- und Nekrosenbildung

  • Hypericum: bei offenen Brüchen, in Gebieten mit viel Nervengewebe, bei viel Schmerzen, wenn Arnica nicht hilft

  • Ledum palustre: bei verzögerter Hämatomabsorption, Hämatom fühlt sich kalt an

  • Ruta graveolens: Knochenhautverletzungen, Schmerzen an alten Brüchen, Herabhängen der betroffenen Gliedmasse <, feucht-kalte Witterung <

  • Symphytum officinale: „Arnica der Knochen“ fördert die Knochenheilung, verhindert Pseudarthrosen (D6 über 3–4 Wochen 2-mal 3 Globuli tgl.)

Neuraltherapie
  • Injektionen von 5–10 ml in das Frakturhämatom, danach schmerzarme Reposition möglich

  • Frakturen kleiner Knochen (Zeh, Finger): 1–2 ml an bzw. in den Frakturspalt (bessere Heilung, schnellere Kallusbildung, Sudeckprophylaxe) Injektionen an Bänder und Sehnen; Injektionen in die Hämatome; Inj. von mehreren Seiten an die Fraktur, dazu in den Frakturspalt zur Sudeckprophylaxe, ferner auch zur Prophylaxe eines schmerzbedingten Schocks

Phytotherapie
Zu den Maßnahmen 4.3.2.

Erfrierungen

ErfrierungenAlle Maßnahmen sind graduell langsam durchzuführen, zentral erwärmen (die Inuit tun dies mit menschlicher Körperwärme), peripher kühlen (6–8 °C).

Merke

  • Cave: evtl. zentral wirksamer Zustand, nach Möglichkeit Klinikbehandlung anstreben.

  • Weder extreme Wärme-, noch extreme Kälteapplikationen (Nekrosen) anwenden.

  • Erfrorene bzw. erfrorene Körperteile mit höchster Behutsamkeit bewegen oder transportieren (Bruchgefahr, Kreislaufdestabilisierung).

Homöopathie
Gemäß dem homöopathischen Prinzip ist die Behandlung der betroffenen Gliedmaßen mit mäßiger Kälte indiziert. Cave: Je größer das betroffene Gebiet und je schwächer der Pat., umso kürzer und behutsamer die Anwendungen.
  • Agaricus muscarius: Erfrierungen 1. und 2. Grades, Frostbeulen auch länger zurückliegend, Wärme verschlechtern Rötung und Schwellung, brennende und stechende Schmerzen, Jucken

  • Apis mellifica: Blasenbildung, < Wärme

  • Bellis perennis: Sturz in kaltes Wasser, Folgen von rascher Abkühlung im erhitzten Zustand (Sport)

  • Causticum: Stechen und Kribbeln in den betroffenen Partien, Tage anhaltend

  • Lachesis mutans: dunkel-livide Verfärbung, drohende Gangrän, < Wärme

Neuraltherapie
Frostbeulen lokal unterspritzen.
Phytotherapie
Abrotanum 10-prozentig (Weleda) Salbe mehrmals tgl. zur Durchblutungsförderung einreiben.

Verbrennung

Verbrennung

Cave

Je nach Ausdehnung und Grad der Verbrennung, insbesondere bei Kindern, an systemische Folgen denken (Kreislauf, toxischer Schock).

Wie auch bei Erfrierungen (4.4.4) kann bei kleinflächigen, peripheren Verbrennungen 1. und 2. Grades, gemäß dem Ähnlichkeitsprinzip „ähnliche“ Wärme zugeführt werden (z. B. die betroffene Stelle nochmals in die Nähe der heißen Bratpfanne halten). Köche kennen diesen Trick – der Nachschmerz ist deutlich reduziert, Blasen treten oftmals gar nicht auf.
Bachblütentherapie
Notfalltropfen 4 Tr. in Wasserglas, innerhalb von 10 Min. trinken, ggf. wiederholen.
Biochemie nach Schüßler
  • Verbrennung 1. Grades: Nr. 3 Ferrum phosphoricum D12

  • Verbrennung 2. Grades: Nr. 8 Natrium chloratum D6

Zur Dosierung 4.2.
Homöopathie
  • Aconitum napellus: Schock im Vordergrund, Explosionsverbrennungen

  • Arsenicum album: großflächige, Verbrennungen 3. Grades

  • Cantharis: Erstmittel zur Schmerzlinderung – häufig wiederholen

  • Causticum: heftige Schmerzen und Unruhe, wenn Cantharis nicht >, Verbrennungen im Mund-Rachen-Raum, es fühlt sich an wie rohes Fleisch

  • Stramonium: nahezu ohne Schmerzempfinden verbunden mit deliranten Zuständen, panikartiger Angst vor Dunkelheit und Alleinsein

Neuraltherapie
Eignet sich adjuvant zur Schockprophylaxe durch wiederholte intravenöse Procaingaben bei großflächiger Verbrennung.
Phytotherapie
  • Hypericumtinktur 1%ig: Lokalbehandlung bei Verbrennungen 1. und 2. Grades auf sterile Gaze aufträufeln, wirkt schmerzlindernd

  • Kleinere akute Verbrennungen: Combudoron® Flüssigkeit oder Gelee. Flüssigkeit 1 : 9 mit Wasser verdünnt als Umschlag, nicht antrocknen lassen, anfangs häufig wiederholen. Gelee dünn auftragen und antrocknen lassen, bis zum Abklingen der Schmerzen wiederholen.

  • Nachbehandlung: Combudoron® Salbe zum Schutz der frisch epithelialisierten Haut 1–3-mal tgl. auftragen

Erstickungszustände und Gasvergiftungen

Erstickungszustände Gasvergiftung

Cave

Selbstschutz-Maßnahmen durchführen.

Folgende homöopathischen Mittel können angezeigt sein:
  • Antimonium tartaricum: rasselnde Atmung, „ertrinkt“ im eigen Sekret, Kälte, Blässe, klebriger Schweiß

  • Apis mellifica: glänzig-blasse Schwellung im Rachen-Kehlkopfbereich, wie Insektenstich in der Mundhöhle, frische kühle Luft >

  • Carbo vegetabilis: blass-livide, benommen, stimmlos, kalter Schweiß

  • Lachesis mutans: Einschnürung des Kehlkopfes, Kiefersperre, livide Hautverfärbung, Liegen <

  • Opium: Vergiftungen mit Kohlenmonoxid (CO), benommen, wie bewusstlos, herabgesetzte Schmerzempfindlichkeit, Z. n. Strangulation, enge Pupillen

Reisespezifische Erkrankungen

Merke

Mit Säuglingen und Kleinkindern sollten Fernreisen nach Möglichkeit unterbleiben.

Reisen, insbesondere Fernreisen, sollten mit ausreichendem Zeitpolster für die Vorbereitung geplant werden (Impfungen, Prophylaxen, Papiere etc.).
  • Ausführliche Reiseberatung („IGeL“) anbieten (Reisegebiet, Jahreszeit, Art zu reisen: Club/Rucksack).

  • Spezielle krankheitsspezifische Beratung (z. B. Diabetes mellitus, Marcumar) durchführen.

  • Medikamentenrhythmus an die „neue Zeit“, bei Fernreisen über mehrere Zeitzonen, anpassen.

Praxistipp

Homöopathika im Filmsafe-Beutel (Fotofachhandel) und im Handgepäck durch die Flughafendurchleuchtung geben.

Flugangst und Jetlag/Schlaflosigkeit

Biochemie nach Schüßler
FlugangstAngezeigt ist Nr. 5 Kalium phosphoricum D6, zur Dosierung 4.2.
Homöopathie
Flugangst
3 Globuli tgl. an den drei letzten Tagen vor dem Abflug und direkt vor Besteigen des Flugzeuges einnehmen (Entspannungs- und/oder Autosuggestionsverfahren 4.6.3).
  • Aconitum napellus: panikartig körperliche und geistige Unruhe, kurz vorm „ausrasten“, sieht das Flugzeug abstürzen

  • Argentum nitricum: „Angstkonstitution“, furchtbare Höhenangst, Durchfall

  • Borax veneta: ständige Angst abzustürzen, Panik beim „Absacken“ der Maschine in Luftlöchern, Angst auch in abwärtsfahrenden Aufzügen

  • Gelsemium sempervirens: panische Flugangst, zittert vor Angst

Jetlag
JetlagNach Möglichkeit sich gleich am Ankunftstag dem örtlichen Zeitrhythmus anpassen. Kein Alkohol während des Flugs zu sich nehmen.
  • Coffea cruda: nach langen anstrengenden Reisen, todmüde aber kann wegen Gedankenflut nicht einschlafen

  • Nux vomica: Hauptmittel, (am Ankunftstag alle 6 h bis Besserung eintritt)

  • Sulphur: wenn Nux vomica nicht hilft

Orthomolekulare Medizin
Melatonin (3–6 mg) vor dem gewünschten Einschlafen einnehmen.

Reiseübelkeit

Akupunktur
Reiseübelkeit
  • Akut: Pe 6, Le 13 (auch Massage)

  • Vorbeugend: Le 13, Le 14, Ma 21, Ma 36, Ma 44, Pe 6, Pe 12, Pe 17, Zustimmungspunkte Ma (Bl 21), Le (Bl 18), Mi (Bl 20)

Biochemie nach Schüßler
  • Reiseübelkeit ohne Erbrechen: Nr. 7 Magnesium phosphoricum D 6

  • Reiseübelkeit mit Erbrechen: Nr. 9 Natrium phosphoricum D 6

Zur Dosierung 4.2.
Homöopathie
Zur Prävention 1 Std. vor Reiseantritt 3 Globuli, bei Bedarf oft wiederholen.
  • Borax veneta: Flugzeug, „Absacken“ in Luftlöchern, Übelkeit nur beim Landen, jede Abwärtsbewegung verursacht Übelkeit oder Panik

  • Cocculus: Auto, Schiff, Brechreiz mit Speichelfluss, ausgeprägter Ekel vor Speisen (Anblick, Geruch, daran denken), wankender Gang, Schließen der Augen >, ruhig Liegen >, spezifisch für Übelkeit beim Schwimmen

  • Nux vomica: persistierender Brechreiz mit viel Aufstoßen, berstende Kopfschmerzen, reizbar und empfindlich

  • Tabacum: Schiff, Auto, sterbenselend, leichenblass, extreme Übelkeit, Verlangen nach frischer Luft besonders am Bauch, zusammenschnürender Kopfschmerz, kalter Schweiß, Tabakrauch <

Phytotherapie
Tct. Zingiberis (Ingwer) in: Fövy satum® Bürger Tr. 3-mal 20 Tr.

Gastrointestinale Beschwerden

Merke

Eine schulmedizinische Standardtherapie ist selbstverständlich. Naturheilverfahren sind adjuvant einzusetzen.

Hinweise zur Vermeidung einer Reise-Gastroenteritis:
  • Wenig und leichtes Essen in den ersten Tagen nach Ankunft.

  • „Cook it, peal it or forget it“ („koch es, schäl es oder vergiss es“).

  • Vorsicht vor Obst mit Schale (Melone), welches nach Gewicht verkauft wird (u. U. mit Wasserinjektion beschwert).

  • Bei gekauften Wasserflaschen auf unbeschädigten Originalverschluss achten.

  • Cocktails oder andere Getränken ohne Eis verlangen (oft aus nicht sicherem Leitungswasser hergestellt).

  • Prophylaktisch kann eine mikrobiologische Therapie helfen, z. B. mit Reisebeginn tgl. Mutaflor®, Omniflora®.

Akupunktur
  • Akute Vergiftung (Alkohol, Tbl.): Du 26, Du 24 (fördern Brechreiz)

  • Gastroenteritis: Di 4, Le 3, Ma 36 (bei Energiemangel), Pe 6 (zur Kreislaufstabilisierung)

Biochemie nach Schüßler
  • Magenschmerzen, allgemein: Nr. 4 Kalium chloratum D 6 im Wechsel mit Nr. 3 Ferrum phosphoricum D 12

  • Krampfartige Magenschmerzen: Nr. 7 Magnesium phosphoricum D 6 als „Heiße Sieben“ (2.12)

  • Erbrechen, klar: Nr. 8 Natrium chloratum D 6

  • Erbrechen, gallig: Nr. 10 Natrium sulfuricum D 6

Zur Dosierung 4.2.
Biophysikalische Informations-Therapie
Vergiftungen sind eine Domäne der BIT (2.13). Das Agens wird invertiert zum Pat. geleitet und damit ausgeschwemmt.
Homöopathie
  • Arsenicum album: Hauptmittel, gleichzeitig plötzliches Erbrechen und brennender Durchfall, große Schwäche, Frieren, Durst auf Kaltes, Folge von verdorbenem Fleisch, Eis, Staphylokokkeninfektion

  • Colocynthis: heftige Krämpfe mit Zusammenkrümmen, Druck und Wärme >

  • Cuprum metallicum: Durchfall mit Spasmen der Extremitäten oder Rumpfmuskulatur

  • Okoubaka: (D 2) bewährte Indikation, kann auch zur Prophylaxe auf Fernreisen genommen werden (2-mal tgl. 3 Globuli D6)

  • Veratrum album: Durchfall und Erbrechen mit Kollapsneigung, kaltschweißig, großer Durst, zufächeln von kühler Luft >

Phytotherapie
Kohle bindet Toxine, Flüssigkeit und Gase im Darm bei Durchfallerkrankungen.

Höhenkrankheit

Höhenkrankheit Um eine Höhenkrankheit zu vermeiden, sind folgende Maßnahmen der Akklimatisation zu empfehlen:
  • Langsames Aufsteigen, ab 3.500 m nicht mehr als 400 Höhenmeter tgl., ab 4.000 m Ruhetag d. h. 2 Tage auf gleicher Höhe schlafen.

  • Nach oben klettern, unten schlafen.

  • Verstärkt zucker- und stärkehaltige Kost zuführen.

Cave

Die potenziell lebensgefährliche Erkrankung erfordert den sofortigen Abstieg (immer mit Begleitung) oder Abtransport. Kinder und Jugendliche sind stärker gefährdet für die Erkrankung! (Vorsicht bei Ballonfahrten).

Homöopathie
Die differenzierte homöopathische Behandlung sollte durch einen erfahrenen Behandler erfolgen.
  • Aconitum napellus: plötzliches Einsetzen von Panik und Atemnot. Erstmittel bei Schneekonjunktivitis mit Lichtscheuheit und reichlichem Tränenfluss, evtl. auch durch scharfen kalten Wind ausgelöste Konjunktivitis

  • Arsenicum album: Angstzustände, Orthopnoe, Schwäche und Unruhe, Angst vor dem Alleinsein / bei Schneeblindheit: heftige brennende Schmerzen durch den geringsten Lichteinfall, sieht wie durch Watte, evtl. Kornealulzera

  • Cactus grandiflorus: Migräneartiger heftiger Kopfschmerz, Depressionsgefühl des Brustkorbes, Schwäche, dunkelblaue Lippen

  • Coca erythroxylon: Hauptmittel, Behandlungsbeginn, evtl. auch zur Vorbeugung (2 Tage vorher tgl. 3 Globuli), Kopfschmerz, Schweregefühl des Thorax beim Atmen, nervöse Erschöpfung, „Blackouts“, Herzklopfen

  • Lachesis mutans: Einschnürungsgefühl am Hals, Atemnot mit Zyanose, die Kleider sind zu eng, Delirium mit Geschwätzigkeit, Kopfschmerz nach dem Schlaf <

Insektenstiche

Insektenstiche

Merke

Bekannte Insektenstichallergiker mit Anaphylaxiebesteck versorgen.

Akupunktur
  • Punkte mit starker Antihistaminwirkung: Di 4, Di 11 (leicht bluten lassen), Bl 13, Bl 54

  • Urtikaria: Dü 3, Bl 13, Bl 17, Bl 54, (Bl 12), Ni 7, Gb 20, Gb 30, Gb 31, Gb 34, (Gb 43), Le 3, Le 5, Di 4, Di 11, Ma 36, (Ma 32), Mi 6, (Mi 10), Du 13

Bachblütentherapie
Rescue-Salbe lokal oder Notfalltropfen p.o., im akuten Stadium in engen Abständen (wenige Minuten bis Stunden) geben.
Biochemie nach Schüßler
Angezeigt sind Nr. 8 Natrium chloratum D 6 oder Nr. 10 Natrium sulfuricum D 6, zur Dosierung 4.2.
Biophysikalische Informations-Therapie
Bewährte Indikation 2.15
Homöopathie
  • Apis mellifica: rasche glasig blassrote Schwellung, Wärme <, Kälte >

  • Ledum palustre: infizierte Mückenstiche, Sekundärbeschwerden nahezu aller Stichverletzungen, kühle Schwellung, Jucken, Verlangen nach kalten Anwendungen. Evtl. auch zur Vorbeugung von Mückenstichen (1-mal tgl. D 6, 2 Tage vor Reiseantritt beginnen, für ca. 1 Woche)

  • Urtica urens: begleitender Nesselausschlag, Jucken, Brennen

Neuraltherapie
Direkt nach Stich Stichstelle umspritzen.
Physikalische Therapie
Eisauflagen, kalte Kompressen und Umschläge mit essigsaurer Tonerde.
Phytotherapie
Auf der Stichstelle sofort halbe Zwiebel (Ringe sichtbar – „Äquatorialschnitt“) fixieren, alternativ Umschlag mit frischen, gequetschten Spitzwegerichblättern. Zusätzlich evtl. Venoplant®-Gel auftragen.
  • Bienen- und Wespenstich: NaCl-Umschläge, häufig erneuern; bei Stichen im Mund NaCl-Spülungen; Milchumschläge, Spitzwegerich: Saft der zerriebenen Blätter aufträufeln

  • Mücken- und Bremsenstich: Prophylaxe mit Citronell-Essenz zum Einreiben

  • Alle Insektenstiche:

    • Auflagen mit Heilerde-Luvos 2®

    • Combudoron® Flüssigkeit 1 : 9 mit Wasser verdünnt als Umschlag; nicht antrocknen lassen, anfangs häufig wiederholen

    • Combuduron® Gelee dünn auftragen und antrocknen lassen, wiederholen, bis die Schmerzen abklingen

Schlangen-/Skorpionbisse

Merke

Krankenhausbehandlung anstreben, Einheimische zurate ziehen, für Schockbehandlung vorbereitet sein.

Spezialgebiet! erfordert entsprechende Erfahrung und Literaturstudium, im Rahmen einer Reisevorbereitung empfiehlt sich evtl. die Beschaffung eines ortsspezifischen „Toxicaserpentinums“ oder Antiserums. Folgende Maßnahmen sind zu beachten:
  • Schuhe, Kleider, Schlafsäcke vor dem Anziehen stets kontrollieren.

  • Bisswunde aussaugen (Aspivenin®-Vakuumspritze) nur in den ersten 5 Min. sinnvoll, Cave: mit dem Mund nur aussaugen, wenn im Mundraum keine Wunde vorliegt!

  • Lokale Wärme zuführen (50–60 °C) – garantiert die Teilproteolyse der Giftbestandteile.

  • Lockerer Verband, „Abbinden“ ist umstritten, nur bei bevorstehendem Transport in KH.

  • Eine bei vielen Naturvölkern angewandte Methode bei Skorpionbissen sind Auflagen mit dem zerriebenen Skorpion.

Homöopathie
  • Aconitum napellus: wenn Schock und Panik im Vordergrund stehen, dann passendes Folgemittel (meist Ledum palustre), in einem dritten Schritt Antiserum, spezifisches Homöopathikum (bei Kenntnis der Schlangenart) oder „Toxicaserpentinum“

  • Apis mellifica: besonders Skorpionbisse mit ausgeprägter lokaler Schwellung

  • Carbo vegetabilis: bei toxischem Schockgeschehen (4.3.5 und 4.4.6)

  • Ledum palustre: wirkt häufig wie ein „Allroundantidot“ gegen giftige Bisse und Stiche. Auch bei Hautkontakt mit Quallen, Seespinnen, Rochen, Kälte >

  • Urtica urens: Nesselausschlag nach Quallenkontakt

Sonnenstich/Sonnenbrand

Sonnenstich/Sonnenbrand

Merke

  • Kinder sind besonders gefährdet; für ausreichende Hydrierung (z. B. auf langen Autofahrten, am Strand) sorgen.

  • Alarmsignal für Sonnenstich: wenn die Person in der Hitze aufhört zu schwitzen.

  • Nur mäßig kühle nicht kalte Umschläge oder Getränke anwenden („Ähnlichkeitsregel“).

Biochemie nach Schüßler
Angezeigt sind Nr. 3 Ferrum phosphoricum D 12 im Wechsel mit Nr. 9 Natrium phosphoricum D 6, zur Dosierung 4.2.
Homöopathie
  • Belladonna: Hauptmittel Sonnenstich, besonders für Kinder, heiße trockene Haut, Mydriasis, pochender Kopfschmerz, u. U. delirante Erscheinungen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit, großer Durst

  • Cantharis vesicatoria: Sonnenbrand mit Blasenbildung bzw. wenn Essiganwendungen nicht ausreichend helfen

  • Carbo vegetabilis: bei vorgeschwächten Personen, welche durch Sommerhitze in einen Schockzustand geraten, kalter Schweiß, Eiseskälte der Extremitäten, Blässe

  • Glonoinum: schwerere Fälle, Schwindel, geistige Verwirrung, evtl. Bewusstlosigkeit, eher blasses Gesicht, berstender klopfender Kopfschmerz, kühle Auflagen >, jegliche Berührung (selbst des Kopfkissens) und Wärme <

  • Lachesis mutans: bei konstitutionell hitzeempfindliche Personen, welche durch Sommerhitze schnell geschwächt sind, vertragen keinerlei enge Kleidung, schnell Herzklopfen in der Hitze

  • Natrium carbonicum: ausgeprägte körperliche und geistige Schwäche durch Sommerhitze, Erschöpfung bei kleinster Anstrengung, chronische Folgen von Sonnenstich

Neuraltherapie
1 ml Procain 1-prozentig unter die Kopfschwarte injizieren.
Physikalische Therapie
Auflagen mit Essig- oder Zitronenwasser helfen sehr gut.

Überanstrengung/Krämpfe

Biochemie nach Schüßler
Angezeigt bei Krämpfen ist Nr 7 Magnesium phosphoricum D 6, auch als „Heiße Sieben“ (2.12), zur Dosierung 4.2.
Homöopathie
  • Arnica montana: fühlt sich am ganzen Körper wie verprügelt nach starker körperlicher Anstrengung, während der Belastung auftretende Ermüdungskrämpfe

  • Cuprum metallicum: schmerzhafte Krämpfe von Fußsohle, Händen, auch bei choleraähnlichen Durchfällen, bei Geburten, Strecken >

  • Rhus toxicodendron: Erschöpfung und Gliederschmerz nach körperlicher Anstrengung, Wärme bzw. mäßige Bewegung >, Ruhe <

  • Sulphur: Wadenkrämpfe beim Tanzen, nachts im Bett, beim Strecken, Krämpfe während der Menses

Orthomolekulare Therapie
  • Wichtigster spasmolytischer Mineralstoff ist Magnesium. Da Wasser- und Elektrolytverluste krampffördernd wirken, sollten Wasser und Elektrolyte v. a. bei sportlicher Betätigung in der Hitze großzügig substituiert werden.

  • Bei starken Flüssigkeitsverlusten durch Schwitzen sollte nicht nur Wasser zugeführt werden – auf Natrium- und Magnesiumzufuhr achten.

Sonstiges

Behandlung prä- und postoperativer Beschwerden

Akupunktur
Evtl. Pe 6 zur Kreislaufstabilisierung, Di 4, Le 3, Ma 36 zur generellen Tonisierung sowie Ren 15, Du 20 zur Beruhigung.
Bachblütentherapie
Notfalltropfen unmittelbar vor Eingriffen auf die Zunge geben. Auch bei Kindern vor Spritzen.
Biophysikalische Informations-Therapie
Bewährte Indikation 2.15
Homöopathie
Allgemeine OP-Vorbereitung: Arnica montana C 30: 3 Globuli am Vorabend und direkt vor der OP, nach der OP 3 Globuli auf ein Glas Wasser auflösen und stündlich einen Schluck. Je nach Eingriff kommen zusätzlich folgende Mittel in Betracht:
  • Arnica montana: Hauptmittel, verhindert Blutungen und senkt Infektionsgefahr, verbessert die Resorption von Hämatomen

  • China officinalis: postoperative Blähungen mit Krämpfen, Erschöpfungszustand und verzögerte Rekonvaleszenz nach großen Blutverlusten

  • Hamamelis: nach OPs mit viel Weichteil/Fettgewebsbeteiligung (Varizen-, Amputations-, Mamma-OP), dunkle Hämatome

  • Hypericum: Wirbelsäulen-, Gehirn-OP, OP in nervenreichem Gewebe, Schmerzen nach Laparatomien

  • Millefolium: bei starken Blutungen, Zahnextraktion, Geburt, evtl. auch präventiv

  • Opium: postoperative Darmträgheit

  • Pyrogenium: Infektion und Fieber durch intravasale Katheter

  • Ruta graveolens: anhaltende Schmerzen nach OPs mit ausgedehnter Knochenbeteiligung (Endoprothesen)

  • Staphisagria: Wundheilungsstörungen und lokale Schmerzen im Bereich der OP-Wunde, OPs im Unterleibs- und Genitalbereich (Hysterektomie, Phimose, Ureteren)

Orthomolekulare Medizin
  • Vitamin C 1–2 g tgl., Zink 10–20 mg tgl. einige Tage prä- und postoperativ zur Förderung der Wundheilung

  • Bei postoperativen Schwellungen proteolytische Enzyme (Cave: es sollten keine Blutungen mehr vorliegen)

Reflexzonentherapie am Fuß
Bei akuten Schmerzzuständen (Appendizitis, Pylorus-Spasmen, Ileus) sedierender Verweilgriff in der Symptomzone, alle 30–60 Min. bis OP möglich.

Zahnextraktion

Akupunktur
Zahnextraktion
  • Di 4 stimulieren, Di 1 (Analgesie, Hypalgesie)

  • Mandibula: Ma 40, Gb 38, Bl 59, Le 3, Mi 4, Pe 6

  • Oberkiefer: Ma 6, Dü 18

  • Unterkiefer: Ma 5

Merke

Di 1: Meisterpunkt des Zahnschmerzes, während der Behandlung drücken.

Bachblütentherapie
Rescue-Tr. unmittelbar vor Eingriff auf die Zunge tropfen.
Homöopathie
  • Arnica montana: prä-/post-OP, Prellungsgefühl im Kiefer nach ausgedehnter Zahnbehandlung unter Beteiligung der Weichteile

  • Chamomilla: Zahnungsmittel par excellence („Schlafmittel“ für Eltern zahnender Kinder), Kinder sind äußerst reizbar und mit nichts zufriedenzustellen, nächtlicher Terror, grünlicher weicher Stuhl während Zahnungsperiode

  • Hypericum: unerträglicher heftiger Zahnschmerz nach Extraktion oder traumatischer Zahnverletzung, nachts <

  • Ignatia: hysteroide Symptomatik, sehr bewährt bei Schlingkrämpfen während Abdruck (evtl. mit Akupunturpunkt KG 24 kombinieren), Zahnschmerz beim Essen >

  • Millefolium: prä-/post-OP, heftig blutende Wunden, kräftig rotes dünnflüssiges Blut

  • Nux vomica: Konstitution, reizbares, überempfindliches Temperament, meist in Eile, ungeduldig und fordernd

  • Phosphorus: Blutungskonstitution, Nasenbluter, ausgeprägte dünnflüssig helle Blutung

  • Pulsatilla: nächtlicher Zahnschmerz, heftige Schmerzen, Weinen und Schreien vor Schmerz, kalte Getränke, kalte Anwendungen und frische Luft >, warme Anwendungen <

  • Staphisagria: überempfindliche Personen, welche unter fast jeder Zahnbehandlung leiden, Schmerzen meist nach Mitternacht, Zugluft, Kälte, Zähneputzen <, früh einsetzende Karies, Überempfindlichkeit der Zähne nach zurückliegenden Zahnbehandlungen, kann bei schmerzüberempfindlichen Menschen auch präventiv eingesetzt werden

Reflexzonentherapie am Fuß
Sedierender Verweilgriff in der zugeordneten Zahnzone, alternierende Streichungen in den Zonen Lymphsystem, Kopf und Hals.
Phytotherapie
Calendulatinktur (1-prozentig): sterile getränkte Kompresse nach jeder Zahnextraktion auflegen, wirkt rasch blutstillend. Auch als Weleda Calendula Essenz® 30 Tr. auf 1/2 Glas Wasser als Mundspülungen.

Angstzustände

AngstzuständeBewährt sind Entspannungsverfahren (Jacobson, autogenes Training etc.) oder Autosuggestionsverfahren – z. B. „ich, Hans habe die Abschlussprüfung gut bestanden“ – diesen Satz bereits 10 Tage vor der Prüfung täglich 20-mal schreiben und so oft wie möglich aufsagen – immer positiv und den gewünschten Ergebniszustand beschreibend formulieren.
Biochemie nach Schüßler
Angezeigt ist Nr. 5 Kalium phosphoricum D 6, zur Dosierung 4.2.
Homöopathie
Mittelgabe am Vorabend und direkt vor der Prüfung (C 30/3 Globuli), evtl. während der Prüfung wiederholen.
  • Aethusa cynapium: totale „Mattscheibe“, obwohl in der Vorbereitung alles gut beherrscht wurde, Unfähigkeit sich auf die gestellte Frage zu fokussieren

  • Anacardium orientale: plötzlicher Gedächtnisverlust, große Unentschlossenheit in Alltagssituationen, Nervosität vor der Prüfung, reduziertes Selbstwertgefühl

  • Argentum nitricum: im Vorfeld wird die Angst bereits intensiv und real „erlebt“, negative Vorahnung, Durchfall vor dem Ereignis. Angst auch noch während der Prüfung, Zahnarztangst

  • Gelsemium sempervirens: starke Aufregung mit zitternden Knien und Versagensängsten, wie gelähmt, Durchfall, meist vergeht die Symptomatik im Verlauf der Prüfung, Zahnarztangst

  • Lycopodium clavatum: Konstitution, häufig Personen die sich routinemäßig in der Öffentlichkeit bewegen, jedoch unter starkem Lampenfieber mit ausgeprägter Vegetativsymptomatik vor wichtigen Auftritten leiden

Homöopathische Notfallapotheken

Die Homöopathie bietet im Bereich von Notfällen und Erste-Hilfe-Maßnahmen erfolgreiche Therapieoptionen (Tab. 4.5-1), vorausgesetzt die Arzneimittel werden nach den Grundsätzen der klassischen Homöopathie (2.35) ausgewählt.

Literatur

Eberle et al., 2014

H. Eberle S. Gutschmid U. Petri M. Unterharnscheidt Begleitheft zur „Rosenheimer Hausapotheke“ und „Skript zum Hausapothekenkurs“ 1995–2011 2014 Eigenverlag Rosenheim

Kruzel, 2006

T. Kruzel Homöopathische Akutbehandlung 3. A. 2006 Haug Stuttgart

Mateu i Ratera M, 2013

M. Mateu i Ratera Erste Hilfe durch Homöopathie. Ein homöopathischer Ratgeber für Praxis, Freizeit und Reise 2. A. 2013 Hahnemann-Institut Greifenberg

Scheiwiller-Muralt, 2010

E. Scheiwiller-Muralt Homöopathie bei akuten Erkrankungen und Notfällen 4. A. 2010 Elsevier München

Holen Sie sich die neue Medizinwelten-App!

Schließen